Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für Januar, 2006

Starallüren

Erstellt von duftbaeumchen am 22. Januar 2006

Was befindet sich zwischen Knöcheln und Fußboden?

Richtig. Die Füße.

Falls man nicht gerade yogamäßig kopfüber an der Decke hängt.

Oder im Rahmen einer kleinen Geburtstagsfeierlichkeit gar lustige Gesellschaftsspiele veranstaltet.

Da kann es leicht sein, daß sich die Körperstütz- und Fortbewegungshilfsmittel unterhalb des Bauchnabels befinden.

Füße unterhalb des Bauchnabels?

Das meint zumindest S.M. (nicht verwandt bzw. verschwägert mit gleichnamigen erotischen Praktiken). Rein anatomiegeografisch gesehen mag das sicher richtig sein, hilft aber bei der Suche nach dem “Fußboden” als Lösungswort nicht wirklich weiter. Naja, wir haben es trotzdem ‘rausbekommen. Trotz Tabu.

Erstaunlich war, daß S.M. überhaupt schon zugegen war. Erfahrungsgemäß ist sie meistens mit mindestens einstündiger Verspätung die letzte; als ich pünktlich 18-hundert den Klingelknopf betätigte, war sie jedoch bereits oral mit dem Rotwein beschäftigt.

Meine Vermutung, daß man sie absichtlich ein Stunde früher einlud, um ihre zeitgenaue Anwesenheit zu gewährleisten, wurde vehement verneint.

Dann kann es nur ein Ausnahme gewesen
sein, die bestimmt nie wieder vorkommt.

Nach reichhaltigem Essen und Trinken galt der Hauptteil des Abend der Sangeskunst.

DSDS ist ein Sch***dreck dagegen.

Voll Inbrunst und musikalischen Gespür für die Feinheiten akustischer Interpretation sangen – oder wie auch immer man solches Tun nennen will – die Herrschaften, wurden die Mikrofone herumgereicht und die Superhits der letzten dreißig Jahre intoniert. Be a star – be a singstar.

Ein Hochlicht stellte dabei der Gassenhauer “Atomic” von Blondie aus dem Jahre 1980 dar. Äußerst anspruchsvoll und sinnreich. Und doch nicht so einfach in der Darbietung.

“…
tonight make it magnificent
tonight
make me tonight

your hair is beautiful
oh, tonight
atomic
oh Atomic
oh
…” (1)

Das ist hohe Schule der Dichtkunst.

Auch das Video stellt einen Meilenstein in der optischen Musikuntermalung dar.

Ich weiß, was ich kann. Und auch, was ich nicht kann. Singen gehört dazu.

Und irgendwer muß ja auch
das eckstatische Publikum darstellen.

Darin bin ich Spitze.

(1) Quelle: http://www.golyr.de/blondie/songtext-atomic-265775.html

Abgelegt unter Leben in der Stadt | Keine Kommentare »

frostgefährlich

Erstellt von duftbaeumchen am 18. Januar 2006

Kurz und bündig: Wir haben gewonnen. Vier zu null. Gegen den Erzrivalen Halle.

Seit langem verfolgte ich mal wieder das Treiben auf dem Eisfeld. Live von Mann zu Mannschaft; getrennt durch wenige Millimeter Plexiglas. “Eingeladen” von Frülln und dem großen M. – mit dem Hinweis, “Dings” würde auch anwesend sein. seltsam

Das Spiel selbst verblasste im Vergleich zum angereisten Publikum. Neben Susi (alias Sushi), Susa, den Herren M. (groß), M. (klein) und D. war erstmalig auch ZI (aka “Dings“) zugegen. Und ich natürlich.
Warum ich mich für zweieinhalb Stunden Kälte und Lärm entschied, kann ich gar nicht mehr so recht nachvollziehen.
Da wir keine Jahres-Logen-Plätze gebucht haben, mußten wir uns mit einem Stehplatz begnügen – wie über zweitausend andere auch. Ergo: Kuscheliges Beieinanderstehen mit Sicht in den Nacken des Vordermannes. Oder der Vorderfrau, wenn sie nicht all zu lange Haare mitführt. Zumindest obenrum. Untenrum sieht man ja nur ganz selten was, da die Menneken größtenteils mehr oder weniger dick wattiert bzw. geschenkverpackt sind. Nur Kopf und eventuell die Hände gucken raus. In diesem Zusammenhang fällt mir auf, daß ich ZI eigentlich nur mit Wintermantel kenne. Von der Jahreabschlußveranstaltung bei M. mal abgesehen. Doch auch dort standen Tisch und Rollkragenpullover zwischen uns.

Dies nur am Rande.

Nachdem sich die Zuschauerköpfe sortiert und Sichtkanäle durch die Vorderhälse zum Spielfeld erschlossen hatten, war das erste Drittel auch fast schon vorbei.
Bereits während dieser knapp vierzig Minuten konnte ich mit sportlichem Fachwissen glänzen. Prinzipiell habe ich ja null Ahnung von Eishockey. Ich kenne die Spielernamen nur von der Anzeigetafel (die gröhlenden Zuschauer versteht man sowieso nie); muß auch immer nachzählen, wieviel Leute gerade auf dem Eis ‘rumturnen. Aber ich kann mittlerweile mit Bestimmtheit sagen, daß es drei schwarz-weiß-gestreifte Aufpasser gibt und ein Spiel theoretisch dreimal zwanzig Minuten lang ist. Theoretisch.

In der Praxis wird das ja künstlich hinausgezögert. Einerseits durch taktische Verschleppungen durch die Schiedsrichter, die wohl eine kalte Wohnung oder eine garstige Ehefrau haben. Andererseits durch übermäßig lange Pausen dazwischen. Eine zeitlich Straffung würde sicher allen zugute kommen. Die Raucher rauchen weniger, die Trinker trinken weniger, das Licht geht eher aus (Energiesparmodus) und die Spielfläche muß nicht so lange gekühlt werden. Doch das ist alles nicht mein Problem – ich bin ja nur mit.

Apropos gröhlende Zuschauer: Liebe Leute, nehmt Rücksicht auf Neulinge und artikuliert euch deutlicher. Ohne Wörterbuch “Schlachtrufe für Anfänger (oder wie nuschle ich effektiver?)” sind manche Großgruppenreime für Nichtfachpublikum nur sehr schwierig zu verstehen. Auch nach zwölfmaliger Wiederholung.
Effektiver hingegen ist der Einsatz phonstarker Musikinstrumente wie Trommeln, Trompeten und Rasseln.

Wobei… Musik?

Naja, ich weiß nicht recht…

Als ob die Halle nicht groß genug wäre, der “kleine Trompeter” stellt sich natürlich direkt hinter uns und schmettert ein Solo aus der Lunge, daß einem die Ohren schlackern. Nur durch den Luftstrom. Und mit direkt meine ich direkt. Tinnitus läßt grüßen. Aua.
Um seine virtuose Spielweise möglichst vielen Besucher nahezubringen, zog er dann aber recht schnell weiter; nur das Klingen in den Ohren blieb.
Die zweite Halbzeit versank rein optisch größtenteils vor den vor uns stehenden Zuschauern – tja, wer zu spät kommt… (elendes Rauchergesindel). Dies berücksichtigend wurde die darauf folgende zweite Inhalationskur auf ein unbedingt notwendiges Maß beschränkt und wir verfolgten die dritte Spielphase wieder hautnah mit Körperkontakt zur Bande.

Und da bekam ich stellenweise Angst.

Offensichtlich scheint es eine lange und gute Tradition zu sein, daß bei jedem Glücksgriff der eigenen Mannschaft bzw. vermeintlichen Unfairnissen des Gegners der gemeine Bandensteher mit Schlägen auf die Kunststoffummantelung des Eises seiner Begeisterung Ausdruck verleihen muß.

Auch wenn drei Leute dazwischen stehen.

In solchen Situationen schnippst er also mit dem Arm durch die Vorstehenden hindurch und hämmert wild auf das Kunstglas. Ohne Rücksicht auf Verluste.
Prinzipiell kann ja jeder machen was er will – aber nicht, wenn ich mich dort aufhalte.
Mir gruselte vor jedem taktisch gut gemachten Spielzug, von den Toren gar nicht zu schreiben. Zuschauern mit offenen Getränken (Glühwein, Bier) in der Hand empfehle ich diesbezüglich die Nutzung eine wasserdichten Regenjoppe. Frau Susa weiß, wie rot mit weiß harmonieren kann.

Oder war sie schon zu sehr betrunken und
hatte sich nicht mehr unter Kontrolle?

Eigentlich machte sie einen ganz normalen Eindruck. Allerdings würde ich nie mit heller Kleidung einem solchen Event beiwohnen. Doch Frauen sehen das bekanntlich anders.

Wer schön sein will, muß leiden.

Abgelegt unter Leben in der Stadt | Keine Kommentare »

mordlustig

Erstellt von duftbaeumchen am 16. Januar 2006

Wichtige Information

Ich beiße nun des Weihnachtsmannes Kopf ab.

Bevor er (ihm) schlecht wird.

Schokolade hält sich ja auch nicht ewig.

Hoffentlich wird mir nicht schlecht davon.

In diesem Zusammenhang möchte ich ebenfalls kundtun: Vorige Woche durfte ich das letzte Türchen meines Weihnachtskalenders öffnen.

Wieder was erledigt.

Abgelegt unter auf Arbeit | Keine Kommentare »

schleierhaft

Erstellt von duftbaeumchen am 16. Januar 2006

Sonnenstrahlen sind auch im Winter ‘ne feine Sache.

Doch sie zeigen mir auch immer wieder: Ich muß unbedingt Fenster putzen.

Im Winter ist das ja nicht ganz so tragisch. Wenn ich aus dem Haus gehe, ist es dunkel. Und wenn ich heim komme ebenfalls. Nur am Wochenende fällt es auf.

Allerdings habe ich da keine Lust für sowas.

Abgelegt unter Leben in der Stadt | Keine Kommentare »

Schlaftrunk

Erstellt von duftbaeumchen am 14. Januar 2006

Und es war Sommer…

1984 oder 85. Praktische Berufsausbildung in der Lautsprechermontage bei RFT.

Hochsommer draußen und drinnen.

Im Hitzerausch vor dem Kühlschrank hockend nahm ich einen grooßen Schluck kalte Cola.

Keine gute Idee.

Trotz flüssiger Konsistenz und Schwerkraft erreichte das zur Erfrischung vorgesehene Getränk nicht mal den Mageneingang. Vielmehr fühlte es sich an, als ob sich die Cola kurz vorher in eine zähe, die Speiseröhre verstopfende Masse verwandelt hätte.
So schnell ich mich erhob, so zügig machte mein Kreislauf schlapp und ließ meine leibliche Hülle in Sekundenschnelle gen Erdmittelpunkt taumeln. Der Betonboden bewahrte mich vor einem Absturz aus allzu großer Höhe.

Historischen Überlieferungen zufolge erreichte ich in der B-Note fast die volle Punktzahl.
Die technische Fall-Ausführung war wohl aber nicht so toll.

Doch davon weiß ich nichts mehr.
Mein Erinnerungsvermögen setzt auf einer Liege bei der Betriebsärztin wieder ein. Selbige (die Ärztin) entschied kurzerhand: Die SMH muß her.

Die “Schnelle Medizinische Hilfe” machte ihrem Namen alle Ehre, fuhr dann aber auch gleich wieder weg.

Und ich durfte mit.

Aufgebahrt im Bauch des weißen Flitzers.

Den damals herrschenden Straßenverhältnissen entsprechend verlief die Fahrt unangenehm holprig. Irgendwie war ich froh, nicht ernsthaft verletzt zu sein.
Nach kurzer Begutachtung entschied Onkel Doktor, mich noch etwas dazubehalten. Man schob mich also in einen Raum der Ruhe und ließ mich in selbiger.

Zur Beobachtung.

Sichtkontakt zu medizinischem Personal gab es ebensowenig wie technisches Überwachungsgerät. Ich lag also allein vor mich hin und schlief ein.

Wie konkret man mich fortan beobachtete, läßt sich heute nicht mehr feststellen; es konnte damals schon niemand genau sagen.

Als sich gegen Abend die Tür öffnete, sah ich ein erstauntes Gesicht.

Zwischenzeitlich war nämlich Schichtwechsel.

Und mich hatten sie ganz einfach vergessen.

Dafür konnte ich mal richtig ausschlafen.

Abgelegt unter historisches | Keine Kommentare »

Wirtschaftswunder

Erstellt von duftbaeumchen am 9. Januar 2006

Das Einkaufszentrum am Rande der Stadt lud zum Bad in der Menge.

Ich hatte mein Ziel fast erreicht, da scherte ein Personenkraftwagen der gehobenen Preisklasse vor mir ein.

Das Kennzeichen ließ nichts Gutes ahnen.

Auch wenn ihr mich steinigt, teert und federt – mich gruselt, wenn Mitglieder bestimmter Volksstämme ihre beräderten Blechkisten durch das Land bugsieren.

Hallenser gehören dazu.

Dummerweise wollten auch diese beiden Zeitgenossen ihrem Gefährt eine Ruhepause gönnen und befuhren direkt vor mir das Parkhaus. Zwei Verkehrsregler leiteten mit blinkenden Leuchtstäbchen die Autos in Richtung obere Parkdecks. Es bestand also kein Grund, durch Langsamfahrt den nachfolgen Verkehr zu behindern.

Und langsam ist stark übertrieben.

In diesem Geschwindigkeitsbereich vermag mein Tacho noch keine verlässlichen Angaben zu machen.
Die Verkehrsführung erlaubte es mir leider nicht, Alternativen oder gar Abkürzungen zu nehmen. Bis in die zweite Etage mußte ich hinterher. Der Weg ist seeehr lang. Links ‘rum, rechts ‘rum, anhalten, weiterfahren. Dutzende Fahrzeuge haben bereits ein gemütliches Plätzchen gefunden. Ich jedoch schlich notgedrungen durch die Gänge und folgte meinem Vorfahrer. Die Schlange hinter mir ebenfalls. Wahrscheinlich hatte unser Leittier noch nie ein Parkhaus von innen gesehen und vergaß vor Staunen, Ehrfurcht und Aufregung, den Fahrfußhebel zu betätigen.

***

Geschafft.

Hunderte Menschen versammelten sich in diesem Tempel der Schau- und Kauflust. Endlich konnte ich in der Masse untertauchen.

Bis kurz hinter die Eingangstür.

Stochastischen Gesetzen folgend – je größer eine Ansammlung von Menschen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, ein bekanntes Gesicht zu entdecken -, stach mir Frau Sushi ins Auge. Also mehr sinnbildlich. Und die liebste Nachbarin Frau Frülln gleich vorneweg.

Zwei Frauen beim Shopping.

Ich kam gerade richtig, denn trotz großer Lagepläne fanden die beiden einen bestimmten Laden nicht. Weiblichkeit und Orientierung im Gelände passen nun mal nicht zusammen. Davon abgesehen, daß besagtes Geschäft im Rahmen umfangreicher Restrukturierungsmaßnahmen bereits dem Abrißbagger zum Opfer gefallen war, verdeutlichte mir der gemeinsame Blick auf die “Shoppingcentrelandkarte”: Ich würde mich von beiden nicht nach Plan durch unbekanntes Terrain lotsen lassen.

How auch ever.

Unsere Wege trennten sich vorerst, nicht ohne eine Verabredung beim Pizzamann zu verabreden. Später.

***

Umzingelt von Mr. Clou, Bratwurst-Karl, Döner-Biz und einem Dutzend weiterer Anbieter lukullischer Köstlichkeiten ließen wir uns zum reichhaltigen Mahle nieder – zwei Stück Pizza und eine Cola.
Nicht nur die riesigen, Miss Sushi durch ihren spontanen Farbwechsel irritierenden Lichtsäulen verbreiteten eine heimelige Atmosphäre, auch die zur Beobachtung zahlreich angereisten Besucher luden eigentlich zum längeren Verweilen ein.

Doch wir hatten nicht zum Spaß den weiten Weg auf uns genommen. Sinn unseres Hierseins war es ja, der deutschen Wirtschaft unter die Arme zu greifen.
Frülln hatte dies bereits getan und ihre direkt mit dem Boden in Kontakt stehenden Extremitäten mit wagemutig dem Fußbekleidungsverkaufspersonal entrissenen (und bezahlten) neuen grünen Schühchen umhüllt.

Schick sehen sie ja aus. Aber warum wollen Frauen von Männern immer wissen, ob sie gut angezogen sind?

In solchen Extremsituationen neige ich dazu, laut über Sinn bzw. Unsinn solcher Fragen nachzudenken.

Ein Fehler, wie mir im Nachhinein immer wieder klar wird. Ein einfaches “Ja, das gefällt mir. Du siehst gut aus.” würde den Disput für beide Seiten befriedigend und schnell beenden. Ich aber diskutiere erst, ob solche Fragen überhaupt beantwortbar sind. Soll doch jeder anziehen, was er denkt.

Egal, ich verzettle mich nur.

Wir beschlossen unsere Zusammenkunft mit der obligatorischen Zigarette danach und gingen im Guten auseinander. Die Mädels zum Möbelhändler mit den vier gelben Buchstaben und ich meines Weges.

Leider konnte (und wollte) ich nicht zur weiteren Erstarkung unseres Einzelhandels beitragen. Einerseits waren bestimmte Kleidungsstücke nicht in meiner Größe vorrätig, andererseits schreckten mich zwei Neunen vor dem Komma vom Kauf eines Paares Schuhes ab.

Man(n) kann eben nicht alles haben.

Zum Abschluß des Nachmittags zog es mich schließlich ebenfalls zum gelb-blauen Einrichtungshaus. Ideen sammeln. Und – die Wahrscheinlichkeitstheorie mal so richtig ausreizend – um Marco nebst “Frau” zu treffen. So nebenbei wurde ich darauf hingewiesen, nachträglich zu erwähnen, daß auch er nicht unwesentlich zum Erfolg unserer letzten Zusammenkunft beigetragen hat. Neben der von mir besonders hervorgehobenen Frau Frülln möchte ich ihn also an dieser Stelle ebenfalls ins Rampenlicht rücken.

Marco hat die zwei Dosen Pizzabelegungsbohnen geöffnet.

Doch dies nur nebenbei.

Die beiden hatten bereits zugeschlagen. Eine Kuscheldecke und zwei Packungen Kerzen sollten es sein.

An einem Samstagnachmittag.

Im Kassenbereich entschlossen sich beide spontan, die bis dahin liebevoll mitgeführten Wohn-Accessoirs ihrem alleinigen Schicksal zu überlassen und ohne halbstündige Wartezeit sofort zum Stand der heißen Hunde vorzudringen. Dort überlegte ich kurz, ob ich mir Zwiebeln und Gurke für’s Abendessen einpacke – verwarf dann aber den Gedanken. Aber die Idee an sich finde ich trotzdem gut. Für das nächste Mal.

Kostet ja nix.

Ach ja. Wenn also jemand bei IKEA in Günterdorf zwei einsame, in eine Wolldecke eingepackte Duftkerzenpackungen findet, so nehme er sich ihrer an.

Sie werden es mit Wohlgeruch und Wärme danken.

Abgelegt unter Leben in der Stadt | Keine Kommentare »

ausgeschlagen

Erstellt von duftbaeumchen am 6. Januar 2006

Nebenberufliche Wahr- und Weissager könnten es bald schwerer haben – die Pendlerpauschale soll fallen.

Zumindest für die ersten 20 km.

Nun hatte ich bisher noch nicht das Glück (?), einer solchen Veranstaltung beizuwohnen und einem Mitglied der Zunft der Pendolisten auf die Finger, respektive auf ihr Handwerkszeug zu schauen. Ich habe also null Ahnung, wieviele Sitzungen nötig sind, bis sich ein Pendel die Strecke von 20 km erschwungen hat.
Noch interessanter finde ich die Frage, wie sowas überhaupt gemessen bzw. abgerechnet wird. Mit Ausschlagzählern?

Konsultieren Sie den Hautarzt Ihres Vertrauens!

Wird der Pendelweg bei Gruppensitzungen auf die Teilnehmer aufgeteilt? Gibt es vom Finanzamt bestellte Gutachter für solche Zwecke? Wie lang ist der Abschreibungszeitraum für ein Pendel?

Fragen über Fragen.

Ich bin richtig froh, daß ich nur mit Computernetzwerken zu tun habe. Das ist nur halb so kompliziert.

Doch manchmal könnte ich die Dienste
eines Pendolisten gut gebrauchen.

Abgelegt unter dies und das | Keine Kommentare »

Rau(s)chzeichen

Erstellt von duftbaeumchen am 1. Januar 2006

Nun piept’s nicht mehr.

Die “Knallchargen” haben sich ganz schön in’s Zeug gelegt. Ich selbst bin bei sowas ja nur mit und passiver Beobachter – ich lasse andere für mich machen.

Und Anne, Tine, Tobi, Sascha und Thomas haben gemacht.

Heftig.

Als ich gestern gegen Acht bei denen eintraf, loderte das “Jahresabschlußlagerfeuer” bereits auf dem Balkon. Die Bratwürste hatten den Garpunkt erreicht; nun kamen die Holzscheite auf den Rost. Abgrillen nennt man das. Dazu (also zu den Würstelchen) wurden Kartoffelsalat, Soljanka und selbstgebackenes Baguettebrot gereicht.

Und Feuerzangenbowle.

Frisch Rum-gezuckert und flammenspeiend. Als Begrüßungstrunk und zur Einstimmung auf den feuchtfröhlichen Abend sozusagen. Ich ahnte Schlimmes auf mich zukommen.
Nach einem experimentellen Intermezzo auf dem “Freisitz” (Wie verhalten sich Silvesterknaller in unterschiedlichen Verhüllungen?) und einer tänzerischen Showeinlage von Anne und Tobi kamen die Flaschen auf den Tisch.

Kommando Pimperle (falls das jemandem etwas sagt) – wer nicht aufpaßt, trinkt.

Vanillelikör, Vodka, Bier, Rum und andere seltsame Sachen. Bald schon erkannten wir, daß bei dem Tempo der Abend nicht sehr lang wird. Die Uhr zeigte erst halb elf. Als Alkoholersatz und Zeichen der Unachtsamkeit wurden daraufhin schwarze Rußstempel auf exponierten Körperteilen – vorzugsweise im Gesicht – platziert. Wir sahen aus, wie frisch aus dem Kamin geschlüpft.

Vom Trinken hielt das jedoch niemanden ab.

Das Jahr beendete offiziell sein Dasein und dann ging’s richtig los. Auf der Straße.

Also ich weiß ja nicht, wo die Jungs und Mädels das Lärmzeug hergeholt haben, aber nach mehr als einer Stunde waren wir fast die letzten auf der Straße. Und eigentlich noch nicht ganz fertig mit der Knallerei.
Nach einer Pause zum Zwecke der ersten Nahrungsaufnahme im neuen Jahr erbarmten sich Tobias und Thomas der letzten Raketen und Böller und trugen ab halb drei vom Balkon aus zur nächtlichen Unterhaltung der schlafenden Nachbarn bei. Eine multimediale Show in Licht und Ton.

Als sich der Rauch verzogen und der letzte Schall in allgemeines Wohlgefallen aufgelöst hatte, schwelgte Tine trotz des Lärms bereits im Schlummerland, auch Sascha bewegte seine müden Glieder gen Heimat und der Rest verzog die Gesichter zu schläfrigen Grimassen.

Müdigkeit überkam die Mittzwanziger.

Na da hab’ ich aber mehr erwartet.

Die Gespräche versachlichten und der Personenkreis dezimierte sich selbst in Richtung Federbett. Aus Mitleid mit den jungen, noch Schlaf für die körperliche Entwicklung benötigenden Hüpfern verlies ich dann doch bereits kurz nach Vier die Veranstaltung

… frisch und rechtzeitig vor dem Aufräumen.

Abgelegt unter Leben in der Stadt | Keine Kommentare »