Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Nichts ist so aufregend wie…

Erstellt von duftbaeumchen am Montag 27. Februar 2006

… das Leben selbst.

Besonders, wenn es im Fernsehen stattfindet.

Heute hatte ich infolge ärztlich verordneter Arbeitspause die Gelegenheit, die Bügelpausenversorgung zahlreicher Hausfrauen und -männer zu genießen.

„Zwei bei Kallwass“

Gaaanz großes Kino.

Das Auditorium war gut besetzt.
Die Protagonisten stritten unter Federführung der großen Psychologin und Lebensberaterin Angeblicha Kallwass (heißt die wirklich so?) über eigentlich alltägliche Kleinigkeiten des alltäglichen Alltags. Da kann man noch was lernen.

Die Welt schaut zu und ich bin live dabei.

Ich durfte zum Beispiel erfahren, warum Gabi bereits seit vier Wochen keinen Sex mehr mit ihrem Mann hatte. Höchst interessant.
Nicht, daß sie nicht gewollt hätte. Weder Migräne noch Regelbeschwerden ihrerseits begründeten diesen Mißstand. Vielmehr verweigerte er sich den ehelichen Pflichten.
Tief in mir drin kann ich das sogar nachvollziehen, denn schon allein ihre Erscheinung würde jedem Gespensterdouble in der Geisterbahn zur Ehre gereichen. Aber das ist meine eigene Meinung und tut hier nichts zur Sache.
Er verwehrte sich angeblich, weil er sich bei einer Männerstripshow blamierte und nicht mehr als richtiger Mann fühlte.
Naja…

Und da frage ich mich wieder mal, wer denkt sich denn sowas aus? Nicht die Themen an sich, die werden nun mal vom Leben selbst erfunden.

Beziehungsweise von hunderten
Ausdenkern bei RTL, Sat1 und Konsorten.

Gegen Lebens- und Partnerberatung an sich ist prinzipiell erst mal nichts einzuwenden (wenn man Stephan G. Schulz mal beiseite läßt). Aaaber: Gehen wir doch mal logisch ran. Die Kallwasssche Therapie ist als Gruppensitzung mit passiver Publikumsteilnahme ausgelegt. Haha. Die klatschen sogar, wenn die Hauptdarsteller den Raum betreten. Nochmal haha. Die Hauptdarsteller breiten dann vor der versammelten Fernsehgemeinde ihre auch noch so absurdesten Intimgeheimnisse aus.

Do you love to entertain me?

Doch die Glaubwürdigkeit einer solchen Szenerie scheint Otto Normalplätter nicht zu interessieren. Der muß sich auch mehr um die Akuratesse der Bügelfalten kümmern.

Und Barbara Salesch verhandelt auch schon wieder.

Nu‘ aber los. Das Leben geht weiter.