Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für März, 2006

Wendewetter

Erstellt von duftbaeumchen am 17. März 2006

Ich möchte an dieser Stelle die Verantwortlichen noch einmal und mit Nachdruck daran erinnern, daß am Montag Frühlingsanfang ist.
Zu DDR-Zeiten war das ganz klar geregelt: Ab März war Sommer befohlen.

Und im Herbst wurde wieder schlagartig Winter.

Anzugs- und Ausrüstungstechnisch gesehen.

Wenn ich mir dagegen das Theater in den letzten Jahren so angucke. Mal schneits, dann scheint wieder die Sonne; es nieselt gefolgt von Glatteis bei 15°C.

Frau “Salsarock” Kristin – Sommerkind wie ich und eine meiner Beraterinnen in wichtigen Lebensfragen – ist dafür, eine neue Staatsdiktatur einzuführen. Zumindest in meteorologischer Hinsicht.

Die Mauer muß aber deswegen nicht gleich wieder aufgebaut werden.

Sonst haben wir ja von der Sonne nichts.

Da habe ich mein Fahrrad dieses Jahr extra einen Monat früher zur technischen Durchsicht gebracht; habe ihm neue Hochleistungsspezialsschuhe spendiert…

… und dann so ein Sch***wetter.

Am Montag wird die Wärme angeknipst! Zack zack.

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Sende-Schluß

Erstellt von duftbaeumchen am 14. März 2006

Seit Anfang der neunziger Jahre bin ich Premium-Fernseher.

Mit der aktuellen Preisanpassung bin ich allerdings nicht einverstanden. Da mein Vertrag zum Ende des Monats ausläuft, hat mir das Hamburger Pay-TV-Unternehmen im Januar mitgeteilt, daß sie mehr Geld haben wollen.

Nö. Aber ich will nicht.

Also habe ich dort angerufen. Bei der letzten Vertragsverlängerung konnte ich nämlich einen Nachlaß aushandeln – vielleicht klappt das ja wieder. Die Beibehaltung des Entgeltes auf gleichem Niveau wäre mir ganz lieb gewesen, aber meine Gesprächspartnerin war da anderer Meinung. Selbst mein Einwand, daß ich den Steilflug des Unternehmens durch die Einstellung meiner monatlichen Zahlungen infolge Kündigung jäh bremsen würde, konnte sie nicht umstimmen.

“Eine Kündigung ist sowieso erst wieder zum April 2007 möglich.” schmettert sie mir siegessicher entgegen.

Ok, damit mußte ich rechnen. Ich hab’s verschludert. Vier Wochen und ein paar Tage habe ich den Vorgang verschleppt – vier Wochen beträgt nach den alten AGB die Widerspruchsfrist.

Doch ich stelle mich bockig. Und habe mich vorbereitet.
Seit zwei Tagen nämlich gelten neue AGB und darin ist von einer Kündigungsfrist von vier Wochen vor Vertragsende die Rede. Unter gewissen Voraussetzungen. Und die treffen bei mir zu. Davon abgesehen, daß in der Änderungsmitteilung vom Januar keine Rechtsbehelfsbelehrung incl. Fristen enthalten ist.

Ich streite also weiter mit der Dame; lese ihr sogar den entsprechenden Paragraphen vor, da sie die eigenen Geschäftsgrundsätze nicht vorliegen hat.

Muß man ja auch nicht an einer Vertragshotline.

Sie geht trotzdem nicht auf mich ein. Auch meine Frage, wofür denn AGB ausgearbeitet werden, wenn sich dann keiner dran hält, bleibt unbeantwortet.

“Gut, dann kündige ich.”

“Das können sie gerne versuchen, aber
sie werden kein Glück haben.”

Wir legen auf und ich mache sofort das Brieflein fertig.

Heute nun kommt Post aus Hamburg.

“… wir bedanken uns… Umso bedauerlicher… blablabla… Aber selbstverständlich bestätigen wir Ihnen heute vertragsgemäß den 31.03.2006 als nächsten Austrittstermin.”

Na also, geht doch.

Schade finde ich nur, daß ich auf den Discovery-Channel zukünftig verzichten muß.

Mal sehen, was Kabel Deutschland zu bieten hat.

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Gottes Laster

Erstellt von duftbaeumchen am 13. März 2006

Da schuckeln momentan 70 Smarts als “kleinste Kirchen der Welt” durch Deutschland.

Als ob das was besonderes wäre.

Die meisten kraftfahrenden Männer kennen doch das Gefühl der Demut vor Gott auf kleinstem Raum bereits seit Erfindung des Automobils.

Und zwar immer dann, wenn…

… ihre Frau am Steuer sitzt.

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Uhrenvergleich

Erstellt von duftbaeumchen am 12. März 2006

Ich komme gerade vom Gruppen-Brunch nach Hause, da fällt mir folgendes auf.

Meine wiederauferstandene Armbanduhr befindet sich da, wo sie dem Namen nach hingehört.

Am Arm. Inklusive Band.

Trotzdem habe ich sie die letzten drei Stunden vehement ignoriert und mehrfach umständlich mein Zellen-Fon erst aus der Jacke, dann aus der Lederhülle gefriemelt (und wieder zurück) und die Uhrzeit dort abgelesen. Nicht, daß es mir langweilig war, aber die Weltenzeit sollte man schon nicht aus den Augen verlieren. Auch nicht, wenn liebe Menschen drumrumsitzen.

Fast drei Jahre ohne Uhr am Band gehen eben nicht spurlos an mir vorüber. Vielleicht sollte ich sie wieder in die Kiste verbannen.

Ich guck ja eh nicht drauf.

Und Abendbrot gibt es heute auch nicht.

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Hinterher…

Erstellt von duftbaeumchen am 12. März 2006

…ist man immer schlauer.

Sonntagmorgen im Bad. Hubert Kah intoniert per Radiowellen seinen güldenen Pferdebändiger. Während ich die Textzeilen im Kopf mitrezitiere (hah, ich kann das fast auswendig), muß ich an die SingStar-Nacht mit Schnuckeline denken. Und da fällt mir beim Balsamieren meines Adoniskörpers die entfallene Begebenheit ein, die ich eigentlich im Tagebuch verankern wollte.

Ich hole das also mal schnell nach. Selbst auf die Gefahr hin, daß sie mich dann nicht mehr leiden kann (wovon ich eigentlich nicht ausgehe).

Wir hören Johnny Wakelin mit seinem 70er-Jahre-Hit “In Zaire”.

M. singt mit.

Zumindest versucht sie es; es hoppelt infolge leichter Textunsicherheiten. Doch beim Refrain klappt’s dann wieder besser.

Bis auf eine miniwinzigklitzekleine Abweichung vom Original.

“In-Za-in-Zaire” verkommt zu “Hinter-hinterher”.

Paßt auch.
Zwar nicht inhaltlich, dafür aber akustisch.

Ich sage immer: Es zählt das künstlerische Gesamtkonzept.

Schnuckelinchen, mach weiter so!

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gefedert und gekocht

Erstellt von duftbaeumchen am 11. März 2006

Gleich vorweg: Ich habe sie absichtlich gewinnen lassen.
Ich sage das nur, falls sie etwas anderes erzählt (und weil sie sowieso die nächste Woche nicht zugegen ist).

Mittwochabend starteten wir ein neues Kapital im großen “Buch der allgemeinen Körperertüchtigung”. Frau Frülln – liebste Nachbarin, Freundin und Kollegin der Welt – und meine Wenigkeit gaben uns dem Spiele hin. Zu DDR-Zeiten schnöde Federball, heute weltmännisch Badminton genannt.

Ich will sie gewinnen lassen.

Damit sie nicht sofort bemerkt, wie ich ihr den einen oder anderen Vorteil einräume, muß ich mich ganz schön anstrengen. Und “anstrengen” trifft es ganz gut; nach 10 Minuten bin ich eigentlich reif für den ersten Wäschewechsel. Ein dickes Lob an die Deodorantienindustrie.

Um ihr den Eindruck zu vermitteln, besser zu spielen als ich, setze ich unterschiedliche taktische Spielzüge ein.

Drei davon möchte ich kurz erläutern:

1. Mit häufigem auf-den-Mann-spielen (in diesem Fall die Frau) spare ich ihr Wege und sie muß sich nicht unnötig abhetzen.

2. Ich versuche alle Bälle zu erhaschen. Auch die, die offensichtlich ins Aus gehen werden. Mein männlicher Jagdinstinkt unterstützt mich tatkräftig, ich scheue auch nicht vor Ganzkörperbodenkontakten zurück. Anstatt gelassen das Zubodengehen des gefederten Kunststoffknubbels zwei Meter außerhalb des Spielfeldes zu beobachten, hechte ich lieber hinterher und…

… erreiche ihn trotz nur bedingt.

Punkt für die Gegenspielerin.

3. Ich schwinge den Schläger so schnell, daß er zischend die Luftmoleküle verwirbelt und den zu treffenden Ball um Haaresbreite verfehlt. Das Federteil fällt mir erst auf den Kopf und anschließend aufs Parkett.

Wieder ein Punkt, wieder nicht für mich.

Um mein Ansinnen nicht ganz so offensichtlich werden zu lassen, spiele ich natürlich zwischenzeitlich auch ganz normal. Nur damit der Punktabstand nicht zu groß wird. Ich lasse mich sogar zu einem Satzsieg hinreißen.

Ausnahmsweise.

Nach einer Dreiviertelstunde gehen wir beide zufrieden vom Platz. Sie, weil sie denkt, mich besiegt zu haben und ich, weil ich sie damit glücklich gemacht habe.

Und weil wir noch nicht ganz durchgegart sind, hängen wir gleich noch Sauna hintendran. Da muß ich mich nicht anstrengen – die Suppe läuft von ganz alleine.

Mal sehen, ob das nächste Woche
mit Soli auch so funktioniert.

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Gedankenverlust

Erstellt von duftbaeumchen am 11. März 2006

Letzte Nacht, kurz vor zwei, ich sitze mit Schnuckeline (Name und Anschrift sind dem Autor bekannt) vor ihrem Zuhause im Auto und wir hören Musik. ‘ne dreiviertel Stunde lang. Als ob es im Winter um diese Zeit nicht freundlichere Orte zum Sitzen gibt. Naja, egal, es war trotzdem seeeehr schön.
Wir quatschen über dieses und jenes, sie zappt durch die Radioprogramme und singt mit (was sie, wie sie mir unter dem Schwiegel der Versiegenheit verrät, nur tut, wenn sie alleine ist). An irgendeiner Stelle passiert etwas komisches, seltsames, bemerkenswertes und ich stelle sofort fest: Das muß ich im Tagebuch festhalten.

Zu dumm, daß ich es bereits bei
Ankunft zu Hause vergessen hatte.

Ich werde alt.

Also muß der Platz hier leider leer bleiben.

Schade eigentlich.

Peinlich. Ob ich sie noch mal frage?

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Wunderheilung

Erstellt von duftbaeumchen am 5. März 2006

Manchmal fällt es mir nicht leicht, Geld für gewisse Dinge auszugeben.

Chronometer gehören dazu.

Bis Mitte der Neunziger besaß ich eine Seiko Automatic, die jedoch auch irgendwann mal einfach stehenblieb. Die Vorstellung beim Chronometerdoktor ergab: wirtschaftlicher Totalschaden, eine Reparatur ist aus Kostengründen nicht zweckmäßg.
Als gelernter DDR-Bürger werfe ich natürlich nicht alles gleich in den Müll. Wer weiß, vielleicht kann man es ja noch mal gebrauchen – das Teil verschwand vorerst im Schrank.

Ersatz war schnell gefunden; ein schweizer Uhrensteller sprang in die Bresche.
Als auch diese Ärmel-Swatch infolge Batterieversagens gepaart mit wiederholter Armbandscharnierschwäche kränkelte, entschied ich mich, kein zusätzliches Geld für eine Reparatur auszugeben und stattdessen einen neuen Zeitanzeiger zu erwerben.

Bei diesem Vorsatz blieb es.

Seit mittlerweile knapp drei Jahren geht es auch ohne. cellphoneseidank

Beim Suchen nach einer Bedienungsanleitung leuchteten mir vor einigen Stunden aus einem Kistelchen Metallglieder entgegen. Als ich daran zog, hing die Seiko auch noch dran. Plötzlich, wie von Geisterhand angeschubbst, bewegte sich der Sekundenzeiger.

Uiuiui.

Ungefähr zehn Jahre lag sie mehr oder weniger unbeachtet schlafend in der Pappkiste. Dann kam der kühne Recke (also ich), gab ihr einen kleinen Stoß und …

… sie läuft. Mittlerweile mehrere Stunden.

Wie sagt das Sprichwort? Die Zeit heilt manche Wunde.

Und ich hab’ keinen Pfennig dazubezahlt.

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Goldlöckchen

Erstellt von duftbaeumchen am 1. März 2006

Da ich keine Ahnung von Fußball habe, gucke ich mir sowas auch nicht im Fernsehen an.
Vorhin allerdings bin ich beim Zapping in irgendeiner Werbepause beim Ersten (kurzzeitig) hängengeblieben. Günter Netzer (mit Jacket aus purem Golde) im Gespräch mit Moderator Gerhard Delling. Also vielmehr andersrum. Egal.

Ich weiß auch nicht, worum es konkret ging. Jedenfalls wurde eine Aufzeichnung aus Klimbim-Zeiten (Folge 12, 1975) gezeigt, in der auch Herr Netzer – mit damals nooooch längeren Haaren – in einer Nebenrolle zu sehen war.

Und da sagt doch Herr Delling mit Hinweis auf die Haartracht unseres Fußballgottes: Das war ja damals noch schrecklicher als heute.

Noch schrecklicher?

Günter hat sich nichts anmerken lassen.

Also entweder er hat es nicht verstanden oder ich habe mich verhört.

Das allerdings passiert sehr selten.

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