Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für April, 2006

gekühlte Blonde

Erstellt von duftbaeumchen am 23. April 2006

Die blonden aus dem Norden sind nur nach mindestens einstündiger Vorbestellung erhältlich, auch der Schwarzwälder muß erst beschafft werden. Die meisten anderen sind jedoch bereits nach 5 Minuten fertig.

Wenn ich – wie gestern mal wieder – bei Schnuckel (hdl) im Eispalast bin, beschränke ich mich beim Genuß der dargebotenen Spezialitäten auf ordinäres Kullereis. Das geht schneller an der Theke und macht keinen Aufwasch, da ich das Transportbehältnis anschließend selbst verzehre.

Infolge des famosen Samstagnachmittagwetters war gestern nicht viel los und so hatte ich Gelegenheit, mir die bebilderte “Speisekarte” genauer anzuschauen.

Fazit: Wie bei “Hirtenpfanne ‘Mykonos’”, “Fußballsuppe” und “Zigeunersteak” ist es auch bei gekühlten Süßspeisen nicht anders. Begriffe werden aus Wörtern zusammengebastelt, die nur bedingt etwas miteinander zu tun haben.

Unter einem “Erdbeer-Kiwi-Becher” oder “Ananasbecher” kann ich mir etwas vorstellen, wobei auch hier die Kombination der Wortbestandteile fraglich erscheint. Ein Kunststoffbecher ist aus Kunststoff; ein “Heidelbeerbecher” dann wohl aus Heidelbeeren.

Aber woraus wird ein “Hausbecher” gemacht?

Aus kleinen Einfamilienhäusern?

Auf Nachfrage wurde mir bestätigt, daß für die Herstellung des “Schwarzwälderbechers” keine dunkel angemalten Baumbestände abgeholzt und auch für “Schwedenbecher” wider Erwarten keine jungen, blonden Schwedinnen gemeuchelt werden.

Die liegen schon vorgehäckselt in der Kühltruhe.

Unsere ausländischen, der deutschen Sprache noch weniger mächtigen Mitmenschen müssen manchmal denken, sie befinden sich in einem Land von Kanibalen.

Und nächstes Wochenende gibt’s “Ratsherren-Topf”. Mal sehen, wie das schmeckt.

Hoffentlich nicht so zäh.

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Kleintierabgabe

Erstellt von duftbaeumchen am 22. April 2006

Das geliebte Haustier ist krank – was nun?

Der gemeine Kleintierhalter besucht in solchen Fällen den nächstgelegenen Veterinärmediziner und läßt Minka, Hansi oder Schnatterinchen für ein geringes Entgelt wieder auf die rechte Bahn bringen.

Das fortschrittliche Herrchen der Jetztzeit jedoch beschreitet neue Wege, um das gebrechliche Hündchen gleich ganz und unkompliziert loszuwerden. Wer will sich denn mit Krankheiten ‘rumärgern?

Entweder er versteigert das Tier auf eBay oder setzt eine Anzeige in die Zeitung.

Irgendein China-Restaurant wird sich schon melden.

Und vom Erlös kaufen wir dann einfach was neues.

Zum Beispiel eine Rarität des Tierreichs…

… eine Katze mit Nase.

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Leuchtfeuer

Erstellt von duftbaeumchen am 19. April 2006

SIE sind doch unter uns.

Dienstagabend. Nach einer hitzigen Salsastunde bette ich mich zur Ruhe.
Vom Lager aus kann ich nach draußen in die Natur schauen. Leider ist um dreiviertel zwölf trotz durchsichtiger Verglasung der Fenster nicht viel von der Natur (*) zu sehen.

Doch was ist das? Aus einer bereits zu DDR-Zeiten errichteten Werkhalle steigt gelbleuchtender Rauch auf. Flammen hängen auch unten dran.

Feurio – es brennt.

Da will man einmal zeitig
ins Bett und dann das.

Also wieder aufstehen, was anziehen, Kamera und Stativ auspacken und raus auf den Balkon. Bis ich mit den Vorbereitungen fertig war, hatte die Feuerwehr bereits mit den Löscharbeiten begonnen. Entweder die waren sowieso gerade in der Gegend oder die wußten schon eher, das da was am Kokeln war. Somit konnte ich nur noch den Qualm ablichten.

Mist. Wieder was verpaßt.

Doch das führt mich nur ab von der eigentlichen Geschichte:

Als ich mir vorhin die nächtlichen Schnappschüsse betrachte, mache ich eine sensationelle Entdeckung.

Die Löscherei wurde von fremden Mächten beobachtet. Ich habe sogar die Vermutung, daß dieses Feuer nicht einfach so ausgebrochen ist. Dies war sicher ein Test für die bevorstehende Invasion.

Ich packe schon mal das Nötigste zusammen.

(*) “Natur” beschränkt sich in diesem Falle auf eine Kleingartenanlage mit angrenzenden Industriebauten und “Sauna-Club”.

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integrationsfähig

Erstellt von duftbaeumchen am 16. April 2006

Ich darf bleiben. Und wenn ich ihn nicht schon hätte, dann würde ich ihn bekommen.

Den deutschen Paß.

Und eine Verewigung
an der “Straße der Besten”.

Vorhin habe ich mal fix den hessischen “Einbürgerungstest” gemacht und mit exzellentem Ergebnis bestanden.

Im ersten Durchlauf.

Nun dürft ihr mich loben.


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Anspieltip

Erstellt von duftbaeumchen am 15. April 2006

Die Sonne zieht langsam am dunkelblauen Himmel ihre Bahn. Die Piepmätzer zwitschern aufgeregt. Es ist Samstag, morgens kurz nach acht.

Die innere Uhr treibt mich hinaus ins Leben.

Großkampftag im Kaufmannsladen.

Nach nur vier Stunden Schlaf bin ich schon wieder fit.
Der Toast stellt sich vor, er wäre im Solarium und bräunt still vor sich hin, korngesunder Landkaffee verströmt sein Aroma in der Wohnung.

Und aus den Lautsprechern tönt “Bar Lounge Classics – Winter Edition”.

Mir ist wie Sommer.

Bloß gut, daß es heute Nachmittag wieder wolkiger wird.

So viel Schönwetter wäre ja nicht auszuhalten.

Anspieltip:

Moca – Flotter Tag
Victor Davis – Blues For You
Tanga – Helium

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Rauchzeichen

Erstellt von duftbaeumchen am 13. April 2006

Werte LeserInnen,

nehmt nie eure kleine Schwester mit, wenn ihr etwas verbotenes tut.

Es sei denn, sie kann noch nicht sprechen.

Doch sie konnte. Und sie tat es auch.

Bei einer kleinen Beisickel-Ausfahrt am Wochenende kam ich an einer Stelle vorbei, die mein Leben nicht unwesentlich beeinflußt hat. Also genaugenommen war das darauffolgende Ereignis von prägender Bedeutung.

Es war ein Sommer vor vielen, vielen Jahren.
Einige Klassenkameraden und ich spielten im Clara-Park. Eigentlich hieß der ja früher Palmengarten, da aber von exotischem Baumwuchs weit und breit nichts zu sehen war, wurde er irgendwann mal in Clara-Zetkin-Park umbenannt.
Egal, jedenfalls waren wir mit den Fahrrädern unterwegs. Wie dutzende Male zuvor auch.
Im dichten Buschwerk hatten wir uns eine Höhle gebaut. Wir konnten durch die Blätter nach “draußen” schauen; wurden aber von Spazier- und anderen Vorbeigängern nicht entdeckt.

Abgeschnitten von der Außenwelt tat ich an diesem Tag etwas neues, etwas besonderes.

Ich rauchte meine erste Zigarette.

Wobei rauchen sicher nicht der richtige Ausdruck ist. Ich zuppelte mehr daran, an “Lunge” war gar nicht zu denken. Jeder fängt mal klein an. Selbstverständlich war es nicht meine eigene Idee, mich diesem Laster hinzugeben. Vielmehr wurde ich durch die Gruppe dazu verleitet.

Ich bin also eigentlich völlig unschuldig.

Und trotzdem sahen das meine Eltern anders.

Ich wollte nicht allein der böse Bube in der Familie sein. Um Schwester K. von der reinen Mitwisserin zur Mittäterin heraufzustufen und damit ihre Verschwiegenheitspflicht zu untermauern erlaubte ich ihr, auch mal den Glimmstengel zu halten.

Hat aber nichts genützt.

Als wir nämlich abends zu Hause gemeinsam (also meine Schwester und ich) in der samstäglichen Badewanne saßen, kam die ganze Geschichte ans Tageslicht.

Erziehungsberechtigte haben bekanntlich ein Gespür für Heimlichkeiten ihrer Kinder. Meine Mutter war da nicht anders. Irgendwie hat sie den Braten gerochen; also mehr den Rauch der Zigarette.

Ich hab’ natürlich alles abgestritten.

Nun stand Aussage gegen Vermutung.

Der kluge Mensch holt also eine dritte Meinung ein, um sicherzugehen. Und diese dritte Meinung saß mit mir in der Wanne.

Ihr könnt euch sicher denken, wer anschließend die schlechteren Karten hatte.

Ich natürlich.

Meine liebe Schwester sagte selbstverständlich die Wahrheit.

Daraufhin nahm sich Pappa meiner an. Es setzte Schläge. Nicht so, daß ich bleibende Schäden davontrug (zumindest merke ich heute nichts mehr davon), aber ich habe bis auf eine Ausnahme nie wieder eine Zigarette in die Nähe meiner Lippen geführt.

Letztlich sollte ich Schwester K. dankbar dafür sein.

Ach ja: Die Haue gab’s nicht dafür, daß ich geraucht habe, sondern für’s Schwindeln.

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ungeschminkt

Erstellt von duftbaeumchen am 13. April 2006

Ich will meiner lieben Frau Frülln am Computer etwas zeigen. Dazu verbinde ich mich an ihrem Arbeitsplatz mit einer Netzwerkfreigabe auf meinem PC.
Neben unterschiedlichen Dokumenten liegt da unter anderem auch eine Verknüpfung zu einem Administrationsprogramm für’s Netzwerk. Zur eindeutigen Identifizierung habe ich sie “AdminKonsole” genannt.

Da fragt mich Madame doch allen Ernstes:

“Stehen da Deine Schminksachen drauf?”

Ich sach dazu nüscht.

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Fundsache

Erstellt von duftbaeumchen am 12. April 2006

Ich log gestern. Die Plätzchen sind noch gar nicht alle.

In weiser Voraussicht (ich kenne mich schon ein paar Jahre) habe ich offensichtlich am Montag einen Teil der zuckerperlenbesträuselten Schokodinger in ein anderes Behältnis verfrachtet und im Schubfach verstaut.

Nun stehen sie wieder vor mir.

Und mir geht es nicht besser als vor 24 Stunden.

P.S.
Schnuckeline (hdl), eine kleinere Packung hätte auch genügt.

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Freundschaftsdienst

Erstellt von duftbaeumchen am 12. April 2006

Ich bin ja froh, nicht der einzige Mann zu sein, der bei Frau Frülln in das Döschen mit dem Schmierstoff tritt. Der gemeine Volksmund nennt es auch Fettnäpfchen.

Es begab sich zu einer Zeit, als Herr Marco W. (Name nicht nur dem Autor bekannt) seiner besten Freundin (und nicht Nachbarin und Kollegin) etwas Gutes tun wollte. Also erst kürzlich.
Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden. Allerdings sollte man(n) bei der Auswahl der Dinge sehr vorsichtig zu Werke gehen.

Er bestellte bei einem Freund Körperlotion mit Q10 zur Hautstraffung.

Was soll frau denn davon halten?

Als ob Frülln das schon nötig hätte.

In Auswertung dieser Tatsache stellten Frau Frülln und ich heute morgen im gruppendynamischen Einzelgespräch fest: Das war sicher nur ein Trick, um sich bei der Bestellung nicht der Lächerlichkeit preiszugeben. Er bestellte nämlich zwei Flaschen.

Eine für sie…

… und eine für sich selbst.

Marco ist ja mittlerweile auch schon über dreißig.

P.S.
Ach ja, Frau Frülln bestätigte mir indes, daß sie diesen Vorgang in den nächsten Jahren zu passender Gelegenheit immer mal wieder zur Sprache bringen wird. So wie die Geschichte mit der Frisur.

Nachtrag:
Heute Abend wurde ich von einem gewissen Herrn darauf hingewiesen, daß besagter Herr W. nicht im geringsten die Absicht hatte, Frau Frülln auf irgendetwas hinsichtlich ihrer Hautbeschaffenheit hinzuweisen. Es sollte nur ein Gefallen sein.

Zu spät.

Frauen denken eben anders.

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Sündi-Kuß

Erstellt von duftbaeumchen am 11. April 2006

Frauen sind manchmal ganz schön garstig.

Unbewußt.

Obwohl sie es gut meinen, denken sie nicht im geringsten daran, wie es mir dabei geht.

Ich fühle mich schlecht.

Doch nun habe ich es hinter mir.

Die Packung Vollmilchschokoladenplätzchen, die mir Schnuckeline (hdl) am Freitag schenkte, ist endlich leer.

Und zwei Schokodingers habe ich mir sogar vom Munde abgespart.

Für Frau Frülln.

Wegen des schlechten Gewissens
mir selbst gegenüber.

Geteiltes Leid ist … naja, ihr wißt schon.

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