Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für Juni, 2006

Träumerle

Erstellt von duftbaeumchen am 30. Juni 2006

Hupen, pfeifen, jubeln, teilweise gar Feuerwerk.

Langsam wird es mir unheimlich. Die Fans tun ja gerade so, als hätten die deutschen Fußballer bereits den Pokal auf dem Nachttisch stehen.

HAAALLLOOO!

Das ist erst das Viertelfinale!

Wir fliegen trotzdem raus!

Auch wenn es schwerfällt, wir müssen den Tatsachen nun mal in die Augen blicken.

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Kegelschnecken

Erstellt von duftbaeumchen am 30. Juni 2006

Als ich noch geringfügig kleiner, sprich jünger war, gab es bereits Ereignisse, die fest im Tagesablauf verankert waren.

Sonntagabend, 19.00 Uhr
1. Programm des DDR-Fernsehens
Tele-Lotto

Fünfunddreißig kleine Kegelmännchen warteten darauf, von einer einen Berg herunterkullernden weißen Kugel umgeschubst zu werden.
Der Ziehungsleiter Herr Rohr und sein notarieller Gehilfe Herr Morgner wachten über die Ereignisse. Moderiert wurde von einem A-, B- oder C-Promi der DDR-Unterhaltung – wer eben gerade mal nichts anderes zu tun hatte.
Faszinierend fand ich die simple und doch eindrucksvolle technische Gestaltung des Ziehungsgerätes. Um den Fuß eines runden Berges mit schneckenförmiger Kugelbahn kreisten die Kunststoff-Kegelmännchen. Wie bei einem Vulkan wurde aus der Spitze eine Kugel herausgeschoben und bewegte sich kreiselnd den Hang hinunter. Am Auslauf der Bahn bewegten sich die Menneken vorbei und jeweils eines wurde durch die Murmel niedergestreckt. Jedes Kegelmännchen versteckte hinter seinem Rücken eine für den Fernsehzuschauer erst nach dem Kippvorgang sichtbare Zahl von eins bis 35. Jede Zahl wiederum repräsentierte eine Rubrik mit einem meist filmischen Kurzbeitrag.
Obwohl ich nicht Lotto gespielt habe, hoffte ich jedoch immer auf die Zwölf, die Vierzehn und die 32 – Zauberkunst, Humor und Trickfilm. Oder die Neunzehn (Kurzkrimi). Naja, ich war ja auch noch klein.
Vier und 34 fand ich schon damals nicht sonderlich prickelnd – bei Blas- und Volksmusik schmerzen mir auch heute noch die Trommelfelle.

Und wie komme ich auf sowas? Ganz einfach. Beim täglichen Zähneputzen beuge ich mich leicht übers Waschbecken, schließe die Augen und konzentriere mich rein akustisch auf den Reinigungsvorgang.

Immer.

Männer können ja bekanntlich nicht mehrere Dinge gleichzeitg.
Die Hand samt Reinigungswerkzeug koordiniert bewegen und dabei noch gucken – das geht ja gaaar nicht.

Dabei sinnierte ich heute früh über die Kompliziertheit des Gehörs im Allgemeinen und des menschlichen im Besonderen. Neben den bekannten Bestandteilen Hammer, Amboß und Steigbügel gibt’s da nämlich noch ein “murmelbergähnliches” Schneckengebilde, welches mich spontan an das Ziehungsgerät beim DDR-Telelotto erinnerte.

Komische Sachen gibt’s.

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Abseits

Erstellt von duftbaeumchen am 29. Juni 2006

Deutschland ist raus.

Auch wenn es die Fußballenthusiasten nicht gerne hören, um den Sieg in Berlin müssen wir uns keine Gedanken mehr machen. Laut MSN vorliegenden geheimen Informationen hat die deutsche Mannschaft keinen Einfluß mehr auf das weitere Spielgeschehen.

Oder wie soll ich mir sonst die Messenger-Werbung erklären?


Ich kann eine Reise nach Argentinien, Australien oder Brasilien gewinnen, von Deutschland ist da nichts zu lesen.

Blöd wäre es, wenn wir doch gewönnen.

Eine Reise ins eigene Land – wie aufregend.

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Verbands-Stoff

Erstellt von duftbaeumchen am 29. Juni 2006

Sollte heute jemand beim Durchblättern der Tageszeitung etwas abgelenkt gewesen sein, hier nochmal das Wichtigste in Kürze:

“Auf der Grundlage der §§ 52 (5) und 56 (2) Gesetz über Kommunale Zusammenarbeit (SächsKomZG) vom 19.08.1993 (GVBl. S. 815, ber. S 1103), zuletzt geändert am 05.05.2004 (GVBl. S. 148) i.V.m. § 21 (1) Sächsische Gemeindeordnung (SächsGemO) i.d.F. der Bekanntmachung vom 18.03.2003 (SächsGVBl. S. 55, ber. S. 159), zuletzt geändert am 11.05.2005 (GVBl. S. 155) hat die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Westsachsen in ihrer Sitzung am 26.06.2006 folgende 2. Satzung zur Änderung der Satzung über die Entschädigung von Verbandsräten und sonstigen ehrenamtlich tätigen Bürgern des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Westsachsen (Entschädigungssatzung) beschlossen:

1) Im § 1 Abs. 2 wird am Ende des Satzes das Wort “haben” angefügt.
[...]” (1)

Und wo ist nun der Fehler versteckt?


(1) LVZ, 29.06.2006

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Geniestreicheleinheiten

Erstellt von duftbaeumchen am 28. Juni 2006

Ihr Intelligenzquotient beträgt 127

Rechengenie

Sie sind außergewöhnlich gut darin, mathematisch-logische Probleme zu lösen. Sie zerlegen komplizierteste Zusammenhänge in kleine, leicht verdauliche Häppchen. Ihre Schnelligkeit wird dabei nur von Ihrem Einfallsreichtum übertroffen.

Sie lernen empirisch und verfügen über einen messerscharfen Verstand. Kurz um, Sie beherrschen die Kunst und die Wissenschaft der Präzision. Das macht Sie zu einer Rechenmaschine.”

Ist das nun gut oder nicht?

Langsam werde ich mir selber unheimlich.

Und wenn ich der Statistik bei Wikipedia Glauben schenke, dann wird mir gleich ganz anders.

Ich bin ein Genie!

Naja, fast.

tickle-Test zum Selbermachen


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ausbalanciert

Erstellt von duftbaeumchen am 27. Juni 2006

Und das wird noch besser…

Ihre Gehirnhälften sind gleichermaßen stark ausgebildet!

“Das bedeutet, Sie können aus den Stärken beider Gehirnhälften gleichermaßen schöpfen, je nach dem, wie es die Situation erfordert.

Wenn Sie einen komplizierten Sachverhalt erklären müssen oder einen Urlaub bis ins kleinste Detail planen wollen, übernimmt die linke Gehirnhemisphäre die Kontrolle. Sie ist zuständig für die logische Lösung anstehender Probleme. Wenn Sie aber ein Kunstwerk kritisieren oder sich eine neue, intelligente Methode einfallen lassen, wie Sie Akten abheften, dann schaltet sich Ihre rechte Gehirnhemisphäre ein. Diese filtert feine Nuancen aus dem Gesamtzusammenhang für Sie heraus.

Die meisten Menschen haben entweder eine dominierende linke Hemisphäre oder eine dominierende rechte Hemisphäre. Sie dagegen können sich aus beiden Hälften gleichermaßen bedienen. Diese seltene Kombination macht aus Ihnen einen kreativen und flexiblen Denker.

Also ich hab mir das nicht ausgedacht.

tickle-Test zum Selbermachen

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Blau-Mann

Erstellt von duftbaeumchen am 27. Juni 2006

Blau ist die Farbe, die Ihrem Typ entspricht!

“Ihre bevorzugte Farbe ist Blau. Im Farbspektrum steht Blau für Ruhe und Ausgeglichenheit. Als Farbe eines klaren Sommerhimmels oder des tiefen Ozeans symbolisierte blau seit jeher Vertrauen, Einsamkeit und Loyalität. Als eher ruhiger Typ, der lieber mal Zeit mit sich selbst verbringt, ziehen Sie einen kleinen Freundes- einem großen Bekanntenkreis vor. Für Sie ist es nicht schwer, Freunde zu finden, da sich andere Menschen durch Ihre Freundlichkeit angezogen fühlen und sich in Ihrer Gegenwart wohl fühlen. Sie sind stets zurückhaltend und beherrscht und Sie regen sich nur selten auf. Sie überlegen stets gut, bevor Sie eine Entscheidung treffen. So, wie die Farbe Blau für Ruhe steht, gehen Sie Ihr Leben ruhig und gelassen an.”

Stimmt genau.

tickle-Test zum Selbermachen

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Zwergenaufstand

Erstellt von duftbaeumchen am 26. Juni 2006

Hallo Mamis, hört mal zu-hu.

Die Zwerge sind los!

Und machen sich im Fernsehen breit.

Auf Platz 1 der nervigsten Werbe-Clips stehen momentan drei Fruchtzwerge.

Mit Recht.

Sie haben sich verdient gegen Mademoiselle “activia” durchgesetzt, die seit knapp zwei Monaten erzählt, daß sie vor zwei Wochen begonnen hat, täglich diesen speziellen links-mitte-rechtsdrehenden Joghurt zu sich zu nehmen und sich dadurch nicht mehr so aufgebläht fühlt. Schön.
Nun verstehe ich auch die Aussage aus dem Spot zum Jahreswechsel. Wenn keine Luft mehr d’rin ist, wird der Bauch automatisch flacher. Geniale Idee.

Ich frage mich allerdings: Wenn die junge Dame (geschätztes Alter Ende zwanzig) bis vor vierzehn Tagen ständig – vielleicht sogar seit ihrer Geburt – unter körperlichen Lüftungsproblemen litt, hätte sie sich dann nicht besser mal einem Arzt vorstellen müssen? Sollte dann die Joghurtmischung nicht als Arzneimittel deklariert und nur noch auf Rezept verkauft werden?
“Zu Risiken und Nebenwirkungen…” Wir kennen den Spruch auswendig. Ist mediale Penetranz eventuell auch eine dieser ungewollten Begleiterscheinungen?

Mich beschleicht immer mehr der Eindruck, daß Werbung so lange gesendet wird, bis bestimmte Verkaufszahlen erreicht werden und das Produkt fest im Markt etabliert ist. Bei gut gemachter Werbung geht das schneller, andere Hersteller greifen dagegen werbetechnisch gesehen zielsicher in die Minuskiste und damit haarscharf am Konumenten vorbei. Sie malträtieren uns Fern-Seher mit kindlichen Protagonisten, die ich eigentlich sofort in ein Kinderheim stecken würde! Da können die Gnome ihre Teddies und Barbiepuppen unter Ausschluß der Öffentlichkeit nerven.

Also liebe Muttis, tut den Gören den Gefallen und “…bringt immer welche mi-hit.”

Damit das endlich aufhört.

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Oberhitze

Erstellt von duftbaeumchen am 25. Juni 2006

Als ob es nicht schon warm genug wäre, müssen diese jugendlichen Rotznasen auch noch offene Feuerstellen an den Strand schleppen und die Atmosphäre künstlich aufheizen.
Warum machen die das nicht im Winter, wenn es sowieso kalt ist.

Dann hätte das wenigstens Sinn…


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Salatschleuder

Erstellt von duftbaeumchen am 25. Juni 2006

Was muß ich heute morgen im örtlichen Sonntagsblatt lesen?

Und dabei ließ der Verlauf des gestrigen Abends keinerlei Anzeichen für ein solch dramatisches Ende vermuten.

Wobei…

Vielleicht war der Rotwein, den Frau K. becherweise zu sich genommen hatte, nicht mehr ganz in Ordnung. In diesem Falle läge die Verantwortung natürlich beim Veranstalter, also bei Frau Frülln (liebste Freundin, Kollegin und Nachbarin) und Frau sushi (nicht minder geliebt). Damit wäre auch zu erklären, warum Herr W. nach diversen nicht jugendfreien Mixturen wild mit einer momentan landesweit sehr angesagten Miniatur-Staatsflagge herumwedelte, offensichtlich nicht mehr Herr aller ihm zur Verfügung stehenden Sinne war und deshalb von seiner “Frau” frühzeitig ins heimische Schlafzimmer verbracht wurde.

Wer weiß, was die noch vorhatte.

Andererseits verhielten sich die restlichen Gäste recht unauffällig, obwohl auch sie das eine und andere Gläschen leerten. Eine schlüssige Erklärung läßt sich also an dieser Stelle noch nicht ausmachen.

Der Abend verlief im großen und ganzen planmäßig. Der vom Grundstücks”verwalter” vorausgesagte Besuch der örtlichen Sicherheitsorgane blieb wider Erwarten aus. Die sonst wohl sehr geräuschempfindlichen und feinhörigen Nachbarn fühlten sich offensichtlich doch nicht über Maß gestört.

Oder waren einfach nicht zu Hause.

Dies würde auch erklären, warum Frau Sushi den Begriff “scheinbar” und nicht “anscheinend” verwendete als es um die Klärung der Frage ging, ob das Nachbarhaus überhaupt von menschenähnlichen Geschöpfen besetzt ist.
Wie dem auch sei, die Technik für die akustische Untermalung der Veranstaltung, die ich aus Ermangelung ortsnaher Stromversorgungseinrichtungen in gebührender Entfernung aufbauen mußte und die dadurch vorzüglich als krisenauslösendes Element für Streitereien über den Gartenzaun hätte dienen können, durfte dann doch in unsere Nähe umziehen. Eine kurzfristig erschlossene Energiequelle bot dem sportinteressierten Publikum sogar die Gelegenheit, mittels halbtransportablem Rundfunkempfänger dem Achtelfinalspiel Argentinien gegen wasweißich akustisch beizuwohnen.

Inklusive Verlängerung.

Während dieser Zeit hielt sich die fußballdesinteressierte Frau K. in unmittelbarer Nähe einer offenen Feuerstelle auf.
Bei genauer Betrachtungsweise schließt sich an dieser Stelle der Kreis zum Beginn dieses Eintrages und läßt folgende Schlußfolgerung zu:
“Dings” – auch bekannt als Zappel-Ilka, hatte während des Abends infolge äußerlicher Wärmezufuhr keinen Grund, durch vibrierende Körperteile zusätzliche Hitze zu produzieren. Die vom Organismus dafür vorsorglich bereitgestellte Energie staute sich demzufolge und wurde kurz vor Beendigung des Tagesablaufes spontan in einer schüttelfrostartigen Reaktion freigesetzt.

Das sie dabei Salat in der Hand hielt und sich auf fremdem Terrain aufhielt, konnte ja keiner ahnen.

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