Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für August, 2006

Geschmacksverwirrung

Erstellt von duftbaeumchen am 25. August 2006

Eine der Damen hatte beim gestrigen Rueda-de-Casino-Abend ein neues Kleid an, welches etwas, na sagen wir schräg aussah. Nicht nur vom Schnitt her gesehen, nein, auch die Farbgebung fand ich persönlich…

seltsam interessant (wie der Gourmet zu sagen pflegt).

Ein luftiges Sommerkleid; obenrum wenig Stoff, unten dafür nicht ganz so lang. Dazu passend ein üppiges Dekolleté und schön bunt.

Da kann Mann machen, was Mann will: Wie von Geisterhand bewegt, zieht bzw. drückt es die Augen nach unten. Kopfabwärts am Hals entlang, die Schulter streifend in Richtung Bauchnabel.
Doch an diesem Punkt kommt man letztlich nicht an. Nicht, weil der Stoff des Gewandes diesen Körperbereich umhüllt, sondern vielmehr weil die Augen kurz unterhalb der verschlüsselten Beine am weiterschweifen gehindert werden.

Magnetismus?

Okkulte Kräfte?

Ich weiß es nicht. Da kann man sich auch als Schentelmänn noch so viel Mühe geben, den Blick zieht es immer wieder genau an diese Stelle.
Und es ist auch nicht so, daß mir das gestern das erste Mal aufgefallen und bewußt geworden wäre.

Nein, das allgemeine Klischee vom in-den-Ausschnitt-starrenden Mann ist Tatsache. Da kannste nüscht machen, da sind übernatürliche Kräfte am Werk.
Glücklicherweise werden bei der Rueda alle zwei bis elf Sekunden die Partner getauscht. Da versinkt man nicht allzuweit in den Tiefen weiblicher Rundungen; die anderen Männer bekommen auch was zu sehen und müssen ihre Köpfe nicht unnötig verrenken.

Doch das ist nicht der Grund dieses Eintrages.

Eigentlich wollte ich nur mitteilen, daß mein Stilempfinden manchmal stark vom Geschmack der Allgemeinheit abzuweichen scheint. Zumindest vom Geschmack der anderen anwesenden Tänzerinnen. Die fanden das Kleid schön, schick und wie auf den Leib geschneidert. Und für zehn Euro kann man doch nicht viel falsch machen.

Naja, wie dem auch sei: Ich würde das nicht anziehen.

Es wäre mir auch obenrum viel zu weit.

 

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aus-gewertet

Erstellt von duftbaeumchen am 25. August 2006

Pluto ist ‘raus!!

Prinzipiell kein Ereignis, welches unseren normalen Lebensablauf einschneidend verändern wird. Es sei denn, der verehrte Leser hat Verwandte, denen er allwochenendlich den Lauf der Gestirne nahebringen muß:

Mein Vetter erklärt mir jeden Samstag unsere neun Planeten.”

Tja, Pech gehabt.

Setzen! Sechs.

PS: Wie lautet eigentlich die Mehrzahl von Venus?

Venüsse oder Venen?

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Götter in weiß

Erstellt von duftbaeumchen am 24. August 2006


Ein Fall für den plastischen Chirurgen? Oder den Plastikchirurgen?

Wie heißt das eigentlich richtig? Gibt es auch elastische Chirurgie?

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schlaflos

Erstellt von duftbaeumchen am 23. August 2006

Vorhin hat Frau M. angerufen und sich endlich aus dem Urlaub zurückgemeldet.

Die Ungewissheit ob ihres Verbleibs hatte mich schon um den Schlaf gebracht. Aber nu isse ja wieder da.
Wahrscheinlich um mich zu ärgern verriet sie mir unter dem Schwiegel der Versiegenheit, daß sie eine Überraschung mitgebracht hätte. Ganz für mich allein.
Hach, nun bin ich so aufgeregt.

Ich werde bestimmt nicht ruhig schlafen können.

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Fragerunde

Erstellt von duftbaeumchen am 23. August 2006

Beliebte Wochenendbeschäftigung: “Ich geh’ ‘ne Runde spazieren.”

Sacht ma, kann man auch spazieren schwimmen? Kriechen? Oder gar fliegen?

Welche Unterstützungswerkzeuge gibt es für diese Arten der Fortbewegung? Der Spazierstock an sich taugt doch nur beim Gehen. Zu Wasser bzw. in der Luft macht er nicht wirklich Sinn. Außer, daß man unnützen Ballast mit sich ‘rumschleppt und eine Hand blockiert.

Was macht man ganz konkret beim “spazieren”.

Und viel wichtiger: Können Tiere auch spazieren springen, schlängeln, rennen?

Hm, knifflige Sache, das.

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Sommerschluß

Erstellt von duftbaeumchen am 23. August 2006

Die Sonne versteckt sich häufiger hinter großen Schlagsahnehaufen, der Himmel heult sich die Seele aus dem Leib und die Nacht bricht bereits kurz nach der Tagesschau schlagartig und unerwartet auf uns hernieder.
Da sich die Außentemperaturen morgens teilweise noch in einem Bereich unter 15°C verlustieren, bin ich geneigt, die Erfrierungsgefahr meines zarten Leibes mit einer leichten “Übergangsjacke” zu mindern.

Theoretisch klappt das auch.

Wenn, ja wenn besagtes Kleidungsstück nicht noch vom Vortag im Büro hängen würde.

Es wird Winter.

Bald gibt’s wieder Dominosteine.

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Streicheleinheit

Erstellt von duftbaeumchen am 23. August 2006

Als mir gestern Frau Frülln – liebste Freundin, Nachbarin und Kollegin – während einer gemeinsamen Autofahrt zärtlich über den Unterarm strich, kam sie nicht umhin, die Zartheit meiner Haut zu huldigen und mit der eines Babys zu vergleichen.

Aufgrunddessen ist es mir hier und jetzt ein Bedürfnis, meinen Erzeugern für die Mitgabe der passenden genetischen Informationen und natürlich der Kosmetikindustrie für ihre aufopferungs- und hingebungsvolle Forschungsarbeit zu danken.

Und vor allem natürlich Frau Frülln, weil sie es mal wieder
mit wenigen Worten auf den Punkt gebracht hat.

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Kaffeeklatsch

Erstellt von duftbaeumchen am 22. August 2006

Ich war heute beim Arzt. Mal wieder. Jedoch nicht meiner selbst wegen, sondern ich habe jemanden begleitet.

Aufs Land.

Zum Spezialisten in die “Bestellpraxis”.

Wir waren bereits als Notfall angekündigt und die Audienz sollte auch gleich nach der Mittagspause stattfinden. Fünfzehn Minuten vor der Zeit (ist militärische Pünktlichkeit) trafen wir ein und wurden im Wartezimmer platziert. Viel zu zeitig.

Infolge einer eingeschobenen Werbeverkaufsveranstaltung einer jungen, blonden und sehr attraktiven Pharmareferentin verzögerte sich der Vorstellungstermin geringfügig und ich hatte Gelegenheit, diverse Informations- und Zeitschriften zu studieren.

Eine reichliche Stunde lang.

Neben Faltblättern zur Brustkrebsvorsorge und Erektionsstörungen konnte ich reichlich exklusive Armbanduhren bewundern. Auf den ersten Blick sehr lehrreich, aber letztlich momentan nicht interessant für mich. 3000 Euri sind einfach zu viel.

Für eine Uhr, nicht für eine Erektionsstörung.

Mittlerweile füllte sich das Wartezimmer und ich durfte nun der Sorgen und Nöte eines Teils des einfachen, mehr oder weniger werktätigen Landvolkes (vier weibliche Personen fortgeschrittenen Mittelalters) teilhaftig werden. Lebhaft wurden Gesundheitsreform, Arbeitslosenunterstützung und die allgemeine Preiserhöhung diskutiert. Vorsorglich und  in dieser Praxis wohl standardmäßig bereitgestellte Heißgetränke halfen gegen austrocknende Kehlen.

Sowas gibt’s hier in der Stadt nicht.

Da sitzt man als Kassenpatient auf harten Kunststoffschalensitzen und geht in der Masse der Hilfesuchenden unter.

Schade eigentlich.
Bei zwanzig Patienten, die sich gleichzeitig über die Unwägbarkeiten des Lebens austauschen, käme bestimmt richtig Stimmung auf.

Und man vergäße sogleich alle körperlichen Gebrechen.

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letzter Wunsch

Erstellt von duftbaeumchen am 22. August 2006

Heute irgendwo im Radio gehört:

“Ich möchte sterben wie ein Brummifahrer auf seiner letzten Fahrt, still und leise.

Und nicht laut schreiend wie sein Beifahrer.”

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Höhenunterschied

Erstellt von duftbaeumchen am 22. August 2006

Wo steckt der Fehler?

gleicher Hersteller – gleiches Produkt

Also entweder ist in Dose A nicht die aufgedruckte Menge enthalten – Betrug! – oder in Behältnis B steckt ein zusätzlicher Füllstoff – auch Betrug!

So scheint es auf den ersten Blick.

Bei genauer Betrachtung beider Verpackungen erschließt sich dem geschulten Einkäufer jedoch ein winziger Unterschied.

Der Duft ist ein anderer!

Die Geruchsmoleküle lassen sich offensichtlich je nach Geschmacksrichtung besser bzw. schlechter in der Blechröhre stapeln und bedingen dadurch unterschiedliche Bauhöhen.

Es kann allerdings auch sein, daß die Portugallier eher auf kurz und dick stehen, die Angelsachsen dagegen lang und dünn bevorzugen. Die kleinere (portugiesische) Dose ist zwar 45 mm niedriger, dafür aber unscheinbare 5 mm dicker als die aus dem Engelland.

Oder die probieren einfach mal aus, wie man Axel Besprüher am besten verklappsen kann.

Ich tippe auf letzteres.

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