Erstellt von duftbaeumchen am 28. September 2006
Zutritt nur für spezielle Gäste. Für VIP. Also für mich.
Und fünfzigtausend andere.
Soviele Invitationen wurden nämlich laut gewöhnlich ungewöhnlich gut informierten Kreisen verschickt - zum “rabattierten Vorverkauf” im neuen Karstadt in der Leipziger City.
Eine Stunde vor Geschäftsschluß war der Andrang auf normales Einkaufstagesmaß geschrumpft, die Menschen “verliefen” sich in der Weite der Abteilungen.
Mein erster Eindruck: hell und luftig, gut versteckte Kassen, zu warm und zu viel umbaute Luft. Ein Atrium größer als das im Bildermuseum; von U1 bis E4. Unnütz verschwendeter Platz ohne Möglichkeiten, Kleiderständer bzw. Küchentöpfe aufzubauen und dem gemeinen Einkäufer darzubieten.
Allerdings relativierte sich mein Eindruck, als kurz vor Ladenschluß “Time to say good bye” erklang, ein choreographiertes und belichtertes Wasserspiel im Untergeschoß in Betrieb gesetzt wurde und als Höhepunkt eine Fontaine bis zur dritten Etage emporschoss. Dafür benötigt man natürlich Raum.
Und ebendiesen Raum hätte man effektiver nutzen können.
Mir ist aufgefallen, daß für mitreisende Ehegatten, männliche Familienangehörige und sonstige mitgeschleppte Einkaufsmuffel zu wenig Sitzgelegenheiten angeboten werden. Als sich Schwester K. längere Zeit in der Bettwäscheabteilung umschaute, konnte ich mich zwar auf einem bequemen Ledersessel niederlassen - der in unmittelbarer Nähe angebrachte Spiegel gab mir sogar die Möglichkeit meine Sitzhaltung zu überprüfen und der Gesamtsituation anzupassen -, vermißte allerdings weitere Ruheoasen. Die Minderzahl der Sitzgelegenheiten lag aber vielleicht auch an der Abteilung selbst. Im Damenschuhbereich sind derer wahrscheinlich wesentlich mehr aufgebaut. Aus Zeitgründen gelangten wir jedoch gar nicht erst dorthin.
Glück gehabt.
Das gibt Gelegenheit für weitere Beobachtungen.
Irgendwann mal.
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Erstellt von duftbaeumchen am 28. September 2006
Werter Herr André S.,
Sie denken wohl, weil Sie sich für längere Zeit in Fremdland und damit außer Reichweite meines direkten Einlußbereiches befinden, dürfen Sie ungestraft Spitzfindigkeiten verteilen. Der auf mein Alter anspielende Hinweis, daß das Bild ja irgendwie auch auf mich zutreffen würde, ist schon starker Tobak. Die eingerundete 40 soll wohl den unteren “ab-hier-ist-man-alter-Mensch-Grenzwert” darstellen.
Ich muß mir gut überlegen, ob ich Ihnen eine Urlaubskarte zukommen lasse.
Tja, die Jugend heutzutage…
… kein Respekt vor dem Alter.
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Erstellt von duftbaeumchen am 27. September 2006
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Erstellt von duftbaeumchen am 27. September 2006
Ich glaub’, ich bin schwanger.
Oder ist es normal, daß ich kurz vor dem Schlafengehen noch Dominosteine, Weißkrautsalat und O-Saft mit Wodka zu mir nehme?
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Erstellt von duftbaeumchen am 25. September 2006
Man kennt das ja von der Waschmaschine: Ä Paar Strimbe rein - ä halbes wieder raus. Der zweite Strümpfling ist auf Nimmerwiedersehen verschwunden.
Heute offenbarte sich mir allerdings etwas eigenartiges. Nicht nur Reinigungsgeräte sind zu solcherlei Tun fähig, auch ganz normale Kraftfahrzeuge sind dazu in der Lage.
Zumindest hatte es den Anschein.
Wie kam es dazu?
Das Fahrzeug war am Straßenrand geparkt.
Als ich meine abendsportlichen Inliner-Aktivitäten beendet hatte und die Fußbekleidung wechseln wollte, vermißte ich eine Socke.
Ich weiß ganz genau, daß ich bei der Ankunft zwei mal zwei Paar (gleich vier Stück) bei mir hatte, eines an den unteren Extremitäten, das andere im Rucksack. Zum Inlinern wechselten die gebeutelten ihren Platz mit denen am Fuße, die wiederum hatten nun eine Stunde Pause im Kofferraum.
Beide. Definitiv.
Als ich zurückkomme mache ich den Tausch rückgängig. Ein Fuß ist bereits bestrumpft und beschuht, der andere harrt noch der Verhüllung.
Doch was ist das? Der linke Zwilling ist verschunden. Weder im Kofferraum, noch unter dem Auto, weder in den drei verbliebenen Schuhen, noch im Rucksack - nichts. Einfach weg.
Gut, dann nicht. Ich suche nicht mehr lange und ziehe den Schuh ohne an. So ein Strümpfchen kann ja auch mal verschwinden.
Dann isser eben weg. Bäh.
Zu Hause angekommen entledige ich mich meines Schuh- und Strumpfwerkes.
Und gugge da, plötzlich liegen beide auf dem Fußboden.
Wundersame Vermehrung?
Nicht doch. Offensichtlich reiste er incognito im rechten Schuh. Und ich habe es nicht bemerkt.
Also entweder sind meine Schuhe zu groß oder ich habe altersbedingt Sensorikprobleme an den Füßen.
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Erstellt von duftbaeumchen am 25. September 2006
Beim wochenendlichen Familienessen wurde gestern durch die Teilnehmer - Mutter, Vater, Kind 1, Kind 2 nebst Dauerverlobtem und Anhängsel - festgelegt, fortan genauer auf die richtige und bedachte Wortwahl zu achten. Dabei wurde einhellig bemerkt, daß vielleicht-mal-irgendwann-Schwager J. im Logbuch bisher recht wenig Beachtung fand. Kein Wunder, der ist ja berufsbedingt fast nie zugegen.
Angst macht sich breit. Angst, hier erwähnt und damit unauslöschlich Teil der Weltliteratur zu sein.
Zu spät, schon passiert.
Wie lange wird es wohl dauern, bis dieser Eintrag wieder aus den Speichern des allwissenden Netzes verschwunden ist? Wieviele Generationen nach uns werden diese Zeilen lesen?
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Erstellt von duftbaeumchen am 25. September 2006
Ende September 2006, die Sonne scheint: Der Hochsommer hat sich auf seiner Reise in den Süden verflogen und legt eine Rast in deutschen Landen ein. Wahrscheinlich letztmalig in diesem Jahr konnte ich gestern meinen Astralkörper öffentlich und unbekleidet zur Schau stellen. Warmer Wind umschmeichelte meinen zarten, in der Sonne schimmernden Leib und ließ mich an den Winter denken.
Ganz konkret an den Februar 1979.
Eiskalter Nordwind läßt Flüsse und Seen gefrieren, Schneewehen türmen sich meterhoch, das öffentliche Leben kommt fast zum Erliegen.
Und ich bin im Urlaub. Winterferien bei der Tante an der Müritz.
Die Rückreise in die heimischen vier Wände wird kurzerhand verschoben. Drei Schneeflocken versperren den Schienenweg.
Abends glitzert der vereiste Schnee vor dem Haus; Nur selten bewegen sich Mensch oder Tier auf der Straße. In der Wohnung ist es gemütlich und warm.
Doch die Kohlen gehen langsam zur Neige, Nachschub ist aufgrund von Produktions- und Lieferengpässen infolge der arktischen Witterungsverhältnisse nicht in Sicht. Die Situation erinnert mich an die Nachkriegsjahre, als die Siegermächte im Rahmen der Reparationszahlungen wichtige Rohstoffe außer Landes brachten.
Leute, ich sage euch, das waren harte Zeiten.
Aber dies führt hier zu weit…
Kurzum, heute kann ich offen zugeben: Ich habe mich der unberechtigten Wegnahme schuldig gemacht. Ich habe gemeinsam mit Tante I. und einem kleinen Bollerwagen Kohlen geklaut. Vom Gelände der Deutschen Reichsbahn. Abends und heimlich.
Doch mittlerweile ist das - so hoffe ich - verjährt.
Glück gehabt.
PS:
Da fällt mir gerade noch ein…
Die Ölheizung wird mit Öl betrieben, die Gasheizung mit Gas. Womit arbeitet aber eine Fußbodenheizung?
Mit Fußböden?
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