Duftbäumchens Logbuch

Kaum macht man’s richtig, schon funktioniert’s.

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Archiv für Oktober, 2006

Türenkauf

Erstellt von duftbaeumchen am 30. Oktober 2006

Weihnachten steht vor der Tür.

Entweder waren sie gut vor dem gemeinen Normalkäufer versteckt oder wirklich noch nicht im Angebot.
Doch nun - einen Monat vor dem Countdown zum Fest der Nächstenliebe - sind sie endlich vorrätig.

Wurde auch höchste Zeit.

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Ohrreifen

Erstellt von duftbaeumchen am 28. Oktober 2006

Komische Sachen gibt’s.

Da hab’ ich mehrere hundert CDs im Schrank, stehe davor und weiß nicht, was ich hören will.

So ging mir das heute Mittag mal wieder.

Da sind einige dabei, die ich seit Jahren nicht angesehen, geschweige denn abgespielt habe. Andere wiederum kommen des öfteren zum Einsatz.

Und dann gibt es welche, die reifen im Laufe der Zeit.

Vor zirka sechs Jahren dachte ich mir: Mensch Lutzel, man hört, der Peter Gabriel (ehemals Genesis) soll ganz gute Musik machen. Hör’ doch mal rein.
Ich also in den hiesigen Elektrogroßmarkt, mir die neue CD “OVO” geschnappt und probegehört.

Naja.
Ich habe mir angewöhnt, vor dem Kauf in die zur Disposition stehenden Tonträger ein sehr intensives Ohr hineinzuwerfen. Da vergehen schon mal ein bis zwei Stunden.

Bei diesem ging es wesentlich schneller.

Gruselig. Irgendwie schräg und seltsam.

Der Fall P.G. hatte sich für mich erledigt.

Vorerst.

Drei Jahre später, wieder im MM. Ich schaue mich bei der Wiedergabetechnik um. Im Projektionsraum sind zahlreiche Bildgeber aufgebaut und auf der Hauptleinwand ist ein Konzert zu sehen.

Starke Musik, denke ich so vor mich hin und lasse mich auf einem der Sessel nieder.
Eine gemischte Truppe aus nicht mehr ganz taufrischen Herren und einer einzelnen jungen Dame musiziert, daß das Auditorium fast außer sich gerät. Die runde, allseitig von Zuschauern umgebene Bühne gibt Platz für technische und darstellerische Spielereien. Ein bärtiger Herr im besten Alter intoniert mit rauchiger Stimme Musikstücke, die mir teilweise irgendwie bekannt vorkommen, ich jedoch keine namentliche Zuordnung mit einem Interpreten herstellen kann.

Hm, ich muß weiter. Aus zeitlichen Gründen verlasse ich “bereits” nach einer halben Stunde den Saal. Da sich die wenigen Verkaufsberater allesamt im Kundengespräch befinden, gelingt es mir nicht herauszufinden, wer denn da nun eigentlich zu hören respektive zu sehen war.

Die Monate vergehen. Es wird Silvester 2004. “Pop around the clock” auf 3sat. 23:00 Uhr.
Sie sehen: “Growing Up” - Der Bärtige auf der Rundbühne.

Na gugge ma an.

Der Mann, dessen Musik ich vor vier Jahren so grässlich fand, macht ja doch ganz anständige Mugge. Bei “Sledgehammer” wird mir klar, was hier gespielt wird. Peter Gabriel.

Vor Jahren unerhört, nun ein Künstler vor dem Herrn.

Den Titel seiner Tour hat er vortrefflich gewählt: growing up = aufwachsen, sich entwickeln.

Mittlerweile stehen einige Konzert- und Musiksilberlinge von ihm im heimischen Plattenschrank. Und jedes Mal, wenn ich “OVO” höre, entdecke ich neue Feinheiten.

Ich wachse noch. Mehr innen als außen.

Manches braucht halt seine Zeit der Reifung.

Ist zwar unwichtig für den Lauf der Geschichte, aber das wollte ich nur kurz mitteilen.

Manchmal ist auch nur der Zeitpunkt des Erstkontakts ungünstig.

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Vereins Schrift

Erstellt von duftbaeumchen am 26. Oktober 2006

Manch ein Leser wird den Sänger und Schauspieler Bürger Lars Dietrich kennen.

Ich kenne - zwar nicht persönlich, aber immerhin vom Namen her - nun auch den Bürger Verein Eutritzsch e.V.

Herr Verein Eutritzsch (seltsamer Name), bemüht sich, “die Interessen der Bürger des Stadtteils nach innen und außen durch Wort, Schrift und Tat zu vertreten.” (1)

Prinzipiell keine schlechte Sache.

Allerdings scheint mir die schriftliche Vertretung noch in den Kinderschuhen zu stecken.

Ich gehe mal davon aus, daß es sich hier um einen Bürgerverein und nicht um einen Bürger namens Verein handelt.

Das Leerzeichen macht den Unterschied.

Nun wäre mir diese Interessengruppe sicherlich nie aufgefallen, wenn sie sich nicht für einen Rad- und Wanderweg engagiert hätte und heute in einer hiesigen Tageszeitung Erwähnung fand.

Mit Bild.

Der Bürger Verein Eutritzsch e.V., 2006” steht dort ins Metall gemeißelt.

Auch wenn es altmodisch klingt und prinzipiell grammatikalisch richtig ist (der Bürger Verein = der Verein der Bürger), so denke ich jedoch, in diesem Fall hat sich wieder einmal ein “Deppenleerzeichen” in die Öffentlichkeit geschlichen.

Es wird nicht das letzte sein.

(1) Vereinsziele

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end-nebelt

Erstellt von duftbaeumchen am 25. Oktober 2006

McDonald’s führt das Rauchverbot ein.

Sehr Löblich.

Aber: “Die Umstellung soll spätestens bis zum 31. März 2007 in ganz Deutschland erfolgt sein. Diese sukzessive Umstellung ermögliche es den einzelnen Restaurants, die zum Teil notwendigen Umrüstungen vorzunehmen.” (1)

Was denn für Umrüstungen? Wurden die Raucher/ Nichtraucher bisher in spezielle nikotinundurchlässige Gitterboxen gesperrt, die nun erst abgebaut werden müssen? Ist mir noch nicht aufgefallen. Oder muß die Personalstruktur den neuen Bedingungen angepaßt werden? Die ändert sich doch sowieso täglich.

Ich vermute eher, daß erst eine Expertenkommission einberufen wird, die festlegt, an welchen exponierten Stellen die entsprechenden Hinweise angebracht werden müssen bzw. in welcher Größe, Farbe und Stilistik. Ein einfaches Rauchverbotschild reicht da bestimmt nicht; es muß mal wieder was besonderes sein.

Und der passende McNicotin ist auch noch nicht erfunden.

Das wäre doch die Geschäftsidee: Ein Bratling mit zerbröselter Kippe (ohne Filter). Der Raucher bekommt seine Rauschgiftration und ich werde nicht durch Stinkenebel belästigt.

Die perfekte Kombination.

(1) Quelle

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Wechseljahre

Erstellt von duftbaeumchen am 24. Oktober 2006

Ich verstehe gar nicht, warum heute einige Anrufer die Zahl 41 (in Worten einundvierzig) so betonen müssen…

Mir geht’s deswegen auch nicht anders als gestern.

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altersbedingt

Erstellt von duftbaeumchen am 24. Oktober 2006

Das hat mir vorhin meine liebste Freundin, Nachbarin und Gollejchin geschenkt. Vom Munde abgespart, handgearbeitet und doppelt getackert.

Ich bekomme viel zu selten Präsente, aber dieses habe ich heute wirklich verdient.

Frau Frülln, ich liebe Dich.

post scriptum (14:45 Uhr):
Das Gästebuch steht natürlich auch für die zahlreichen (!!) Geburtstagswünsche zur Verfügung.

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Nachschlag - abgehoben

Erstellt von duftbaeumchen am 23. Oktober 2006

Für den unwahrscheinlichen Fall eines Druckverlustes in der Kabine…

Wer schon einmal geflogen ist, kennt diesen Spruch und weiß, daß für plötzlich auftretenden Sauerstoffmangel kleine, lustig anzuschauende Karnevalsmasken vom “Himmel” fallen.
Aber: Wenn ein solcher Fall so unwahrscheinlich ist, warum werden die Teile denn überhaupt eingebaut?
Ich fände es wesentlich sinnvoller, derartige Beatmungshilfen im Flughafengebäude selbst zu installieren, um Mitmenschen zu unterstützen, die mit der Flugvorbereitungsphase hoffnungslos überfordert zu sein scheinen.

Irgendwas ist immer.

Carvoeiro, morgens vier Uhr.
Frau S. bringt uns nach Faro zum Aeorporto.
Meinetwegen hätten wir auch eine Stunde später losfahren können, aber zwei mitfliegende Gäste wollen unbedingt pünktlich zwei Stunden vor Abflug am Check-In-Schalter sein. Sei es drum, ich bin flexibel.

Wir sind also kurz vor fünf vor Ort und damit unter den ersten.
Ckeck In und Sicherheitskontrolle verlaufen komplikationslos. Daß ich dabei meine bundesdeutsche Apfelschorlepfandflasche einbüße, kann vernachlässigt werden. Für die Flugsicherheit muß man auch mal Opfer bringen.

Eine Glastür versperrt uns den Zugang zu Gate 54 und dem dazugehörigen Warteraum. Logisch. Warum sollten sich auch mehrere Sicherheitsbedienstete anderthalb Stunden vor Abflug dort langweilen und uns beim Warten zuschauen.
Ich setze mich geduldig in eine Ecke, höre Musik und beobachte das Treiben auf dem Gang. Manch einer tut es mir gleich, die meisten stehen bzw. laufen ‘rum.

Ein rüstiger Rentner fällt aus dem Rahmen.
Aufgeregt läuft er hin und her; kann es nicht fassen, daß der Ablauf stockt. “Das hat es bisher auf keinem anderen Flughafen gegeben. Da kommt man extra zwei Stunden vor Abflug und muß dann auch noch vor verschlossener Tür stehen.” Er scheint demnach nicht das erste Mal ein Flugzeug zu besteigen.
Dann verkündet er nach kurzer Abwesenheit freudig seiner Frau, daß er mit jemandem von der “Information” telefonierte und sogar einen Zahlencode zur Türöffnung erhielt.

Na nun bin ich aber gespannt.
Doch auch nach drei Versuchen blieb der Zugang verschlossen.
Warum sollte auch ein Angestellter des Flughafens einem Reisenden irgendwelche sicherheitsrelevanten Informationen preisgeben. Und dann auch noch telefonisch. Haha.

Womit hat der Mann eigentlich ein Problem? Weil er stehen muß? Weil die nächste Toilette zwar sichtbar, aber trotzdem unerreichbar ist?

Mannomann, im Gebäude befinden sich dutzende Sitzgelegenheiten; sogar kostenlose Urinale werden vorrätig gehalten.
Gut, die befinden sich nicht in unmittelbarer Nähe, aber selbst in Portugals Flughäfen wird mittlerweile mit Lautsprecherdurchsagen und Uhren gearbeitet. Es wäre also kein Problem, sich irgendwo noch eine Stunde auszuruhen und dann gemächlich kurz vor Abflug zur Abfertigung zu schlendern.

Mir wird das zu aufregend.

Ich gehe erst mal pullern.

Als ich zurückkomme, bewegt sich endlich was - nun geht’s gleich los…

Der Rest ist schnell erzählt.

Ich bin die Strecke zwar schon mehrfach geflogen, aber noch nie frühmorgens mit Blick gen Osten. Phantastisch.

Von den dreckigen Fensterscheiben mal abgesehen.

Zaghaft lugt die glutrotorange Sonne unter einer dichten Wolkendecke hervor, entsteigt ihrem Nachtlager und macht sich tagfein.
Zur sensorischen Untermalung dieses Schauspiels wird wieder ein Sandwich nebst Getränk gereicht.
Dieses Mal wähle ich Salami.

Vielleicht ein Fehler.

Irgendwie schmeckt die Kombination aus Weißbrot, Salami, zwei Gurkenscheiben und einem halben Salatblatt…

…interessant.

Als ich mir die Kaltspeise zu Hause nochmals rückwärts durch den Kopf gehen lasse, entscheide ich: das war mein letztes Flugzeugessen.

Vorerst.

Daran kann auch der obligatorische und dieses Mal doppelte Szenenapplaus bei Landung und Verabschiedung nichts ändern.

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