Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für Oktober, 2006

abgemeldet

Erstellt von duftbaeumchen am 20. Oktober 2006

Auch wenn ich noch zwei Beiträge einfügen muß, so möchte ich mich doch vorerst und ganz offiziell aus meinem Fremdlandstudio abmelden. Irgendwann muß ich ja mal meinen Koffer packen.

Um vier wartet das Taxi…

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aussetzig

Erstellt von duftbaeumchen am 20. Oktober 2006

Frau S. hat mich wegen plötzlich während unserer abschließenden Freilufttherapiesitzung einsetzenden Regens einfach in selbigem stehenlassen.

Ganz alleine.

In einem verlassenen Verschlag mitten in der Pampa dunkelgrün und saftig leuchtenden Weite Portugals.
Ein am Wegesrand abgestelltes und seit Jahren verlassenes “Landhaus” gewährte uns Unterschlupf. Vielmehr der Stall, das Wohngebäude selbst war nicht mehr zugänglich.
Obwohl das nur noch unvollständig erhaltene Dach ausreichte, den Kopf zweier Erwachsener nebst Hund trocken zu halten, machte sie sich, begleitet vom großen Zauberer Merlin, in die Unwirtlichkeit auf, um das hunderte Meter entfernt abgestellte Auto zu holen.

Ich blieb allein zurück. Ausgesetzt wie ein Hund nach Weihnachten.

Regen prasselte mal mehr, mal weniger stark auf das durchlöcherte Wellblechdach; altes Stroh raschelte bei meinem weitläufigen Rundgang durch das 6-Quadratmeter-Geviert.

Bange Minuten vergingen, nur mühsam konnte ich die Tränen unterdrücken.
Ängstlich fragte ich mich: “Ob sie mich jemals wiederfindet?”

Sie fand und rettete mich.

Sonst würdet ihr das hier nicht lesen können.

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Eigenheiten

Erstellt von duftbaeumchen am 20. Oktober 2006

Mein Haus, mein “Auto”, meine Yacht!

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Zeitverlust

Erstellt von duftbaeumchen am 19. Oktober 2006

Knapp vierzehn Tage fast ohne Uhr. Morgens weckerlos aufwachen, in Ruhe eine Stunde lang frühstücken, lesen, Musik hören, trödeln.

Einfach nur Zeit verplempern.

Dann ab und zu irgendwo hinfahren (Frisch-, Bau- und andere Märkte), Mittagessen, nachmittags in der Sonne liegen und am frühen Abend mit Frau S. und zwei Hunden (ich mag keine Tiere) eine Stunde beim gruppendynamischen Einzelgespräch durch die hiesige Pampa über Stock, Stein und holziges Gestrüpp wandern oder die Klippen hinauf- und wieder hinab steigen. Mal mit Herrn D. ein/ zwei Bier trinken (mach ich sonst das ganze Jahr nicht), Rumikub spielen und in die Röhre glotzen.
Doch der Urlaub ist noch gar nicht vorbei und schon holt mich der Alltag langsam ein. Einen Tag könnte ich noch ohne internette Technik auskommen, aber trotzdem lese ich den heise newsticker und versuche, den Informationsverlust der letzten Tage aufzuholen.

Sche** Technik!

Es ist schon doof, daß man jemanden kennt, der einen PC mit Internetanschluß hat.

Und noch doofer, wenn man sich nicht
mal zwei Wochen davon trennen kann.

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sprachlos

Erstellt von duftbaeumchen am 19. Oktober 2006

Ein Baumarkt in Lagoa, Herr D. möchte Gips kaufen.

Bereits seit Tagen ein Engpaß.

Ich treffe erstmalig und ganz offiziell mit José, dem Baumeister zusammen. Wir begrüßen uns auf deutsch, da er meiner Muttersprache mächtig ist.

José: “Sprichst Du Portugiesisch?”
Ich: “Nein.”
José: Als ich in Deutschland war, mußte ich Deutsch lernen.”

Wir lachen beide.

Eigentlich hat er Recht.

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kaltgewachst

Erstellt von duftbaeumchen am 18. Oktober 2006

Es ist doch erstaunlich, wie die atlantische Seeluft das Haarwachstum fördern tut. Kaum tut man sich ein paar Tage am großen, weiten Ozean aufhalten, tun die Zotteln sprießen wie Unkraut. Ich denke aber, die neue Haarpracht tut mir gar nicht schlecht stehen. Gut, über die Farbe kann man geteilter Meinung sein.

Aber so ganz allgemein gesehen…

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schlafgestört

Erstellt von duftbaeumchen am 16. Oktober 2006

Fünf nach drei. Für die Stille der Nacht ungewöhnlich intensive Geräusche durchdringen die Dunkelheit. Das Poltern im Appartement über mir läßt mich erwachen und vermuten, die Herrschaften sind mit der Anordnung der Möblierung nicht ganz zufrieden und gestalten die Wohnlandschaft um. Verschlafen tapse ich zur Terassentür und schaue nach draußen. Die letzten Jahre zeigten, daß hier ab und zu Spitzbuben ihr Unwesen treiben und ich vielleicht Augenzeuge einer Räuberei werden könnte.

Nichts. Kein Mensch, kein Tier, nur Nacht.

Die Räumaktion über mir ist mittlerweile abgeschlossen. Ich schlüpfe wieder unter die Decke und mach’ de Gnäbbln zu.

Der Morgen danach.
Meine Vermutung war doch nicht so falsch. Über mir fand eine Räumaktion der besonderen Art statt. Handy, Fotoapparat, Autoschlüssel und andere Wertgegenstände wechselten gleich in der zweiten Urlaubsnacht unfreiwillig den Besitzer. Das Kfz wurde aus Sicherheitsgründen noch in der Nacht von der Autovermietung abgeholt.
Wie sich später herausstellte, waren meine Obermieter nicht die einzigen in dieser Nacht, die heimgesucht wurden. Sie kamen einfach über den Balkon. Carvoeiro war wieder mal dran und auf dem örtlichen esquadra da polícia wurden die Anzeigeformulare knapp.

Nun könnte ich gehässig sein und sagen: Bei dem Wetter – inzwischen bilden zahlreiche dichte Wolken eine geschlossene Decke und heulen sich ab und zu mehr oder weniger kräftig und ausdauernd aus – braucht man doch sowieso weder Auto noch Fotoapparat. Da mummelt man sich in eine Decke oder bleibt einfach im Bett.

Mach ich aber nicht.

Ich schreibe es lieber auf.

 

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Wasser marsch!

Erstellt von duftbaeumchen am 15. Oktober 2006

Und hier die aktuelle Wetterprognose für Portugals Südküste.

Ist es nicht herrlich?

 

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Eilverköstigung

Erstellt von duftbaeumchen am 15. Oktober 2006

Werte Leserschaft,

ich bitte, das Durcheinander der Beiträge zu entschuldigen. Infolge diverser, manchmal auch spontan stattfindender Exkursionen gepaart mit ausgedehnten gruppendynamischen Einzelgesprächen mit meiner lieben Frau S. und zwei Hunden dauert die Aufarbeitung mancher Ereignisse (z.B die Lissabonfahrt) etwas länger.

Da ich die Einträge zwar chronologisch ordne, aber nicht unbedingt in der richtigen Reihenfolge aufschreibe, muß mer schon emahl ä bissl hin und her schbringen.

Isch hab ja ooch nich den ganzen
Daach Zeid für den Kram hier.

Wie sagt Herr D. immer so schön, wenn ich gerade angefangen habe zu frühstücken?

“Wir wollen mal nach … [unterschiedliche Zielorte]. Hast Du Lust mitzukommen?”

Daraufhin ich: “Wann gehts denn los?”

Er: “Na, in einer viertel Stunde. Du kannst also ganz in Ruhe austrinken.

Kann ich natürlich nicht.

Erstens liegt noch mindestens eine unbelegte Toastscheibe auf dem Teller (eine verschlinge ich gerade), zweitens ist die Teetemperatur gerade erst unter den Siedepunkt gesunken, drittens will ich den bereits geöffneten Joghurt nicht bis Mittag stehen lassen, viertens sollte ich den Tisch auf der Terasse wenigstens abräumen bevor ich das Appartement verlasse, fünftens möchte ich nicht nur in Badehose zum Frischmarkt und sechstens …

… pullern muß ich auch noch.

Und schwupps, muß ich einen Beitrag verschieben.

Seht es mir nach.

 

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Wetterwende

Erstellt von duftbaeumchen am 14. Oktober 2006

Vamous ter mais frio. ['wamusch ter maisch 'friu]

Die Statistik scheint sich zu bewahrheiten.

Lorenzens sind nämlich heute morgen angekommen.

Und wie die Legende und Frau S. berichten, bringen Lorenzens immer schlechtes Wetter mit. Schon seit Jahren. Trotzdem kann man sie von der Reise an die Algarve nicht abhalten.

Aber warum müssen andere darunter leiden?

Noch wiegen die angenehmen Temperaturen den uninformierten Urlauber in Sicherheit, doch im Tagesverlauf deutete sich die Wende bereits an – Sonne im Wechsel mit dicken Wolken. Ich nutzte die vermeintlich letzten Sonnenstunden dieses Urlaubs zum Abhängen im Natursolarium mit anschließendem Rundgang auf dem Naturlehrpfad “Steilküste”. Andere hingegen zogen es vor, ihren Tag mit niederen Dingen wie Einkaufen, Ortsrundgang oder wasweißich zu verplempern.
Die internetten Wetterfrösche verkünden bereits Regen, Gewitter und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt.

Ich bin vorbereitet.

Die eine Woche kriege ich auch noch rum.

 

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