Die Vorfreude hat sich gelohnt; es ist vollbracht.
Der allwöchentlicher Treff zur Konsumierung klebrig-süßer Heißgetränke - auch Feuerzangenbowle genannt - wurde eingeläutet.
Gestern Abend öffnete der Leipziger Weihnachtsmarkt seine nichtvorhandenen Pforten.
Pünktlich 18.00 Uhr kamen Frau Frülln - liebste Freundin, Nachbarin und Gollejchin - und ich (hüpfend wie zwei zehnjährige) von hinten während vorn die Bläser die frühe Nacht beschallten.
Frau Sushi fand das ganz angenehm (das “von-hinten-kommen”); das tut hier aber nichts zur Sache. Jeder hat eben so seine Vorlieben.
Die Glocken der Nikolaikirche bimmelten nur unseretwegen.
Rund um die große Pyramide hatte sich bereits ein erkleckliches Häufchen Mensch versammelt. Einige, meist ältere Mitbürger verfolgten andächtig die musikalische Darbietung der Kapelle, andere wiederum hielten sich schweigsam ins Gespräch vertieft an ihrem Becher fest und huldigtem dem großartigen Entdecker des verbrannten Zuckerhutes. Oder so ähnlich. Es waren auch Teilnehmer anwesend, die hatten ihre neuen “Schleuderschuhe” aus dem Schrank gekramt und torkelten orientierungslos durchs Gelände. Oder war’s der Allohoool?
Wie dem auch sei: Der Sturz eines unbekannten Passanten über einen in der unteren Ebene herumstehenden Hund sollte den weiteren Verlauf der Veranstaltung nicht unwesentlich beeinflussen.
Liebe Leute, ich sage nur: Wie zwei pubertierende Teenager!
Ich wurde verpflichtet, hier weder Namen noch Zusammenhänge öffentlich zur Schau zu stellen. Aber Frau R.X und Frau L.Y verhielten sich wie zwei Mädels, die auf einem Konzert ihrer Lieblings-Boy-Group in der ersten Reihe stehen und ihre “Lieblinge” anhimmeln.
Und dabei waren die gar nicht mehr anwesend.
Hundehalter und Gefolge sind Spieler einer hiesigen Eishockeysportmannschaft und verließen nämlich nach dem “Über-Fall” den Ort des Geschehens. Deren Erscheinen auf dem Platz ließ die beiden aber so sehr in Verzückung geraten, das sie nicht mehr Herr ihrer Sinne waren.
Über drei Stunden lang. Bis zur Heimfahrt gab es nur ein großes Thema: Was wäre, was hätte, was könnte… Bloß gut, daß sie sich einig darüber sind, wer welchen abbekommt.
Wenn überhaupt.
Da ich während der Initialszene bereits mit der Getränkeversorgung beschäftigt und somit abgelenkt war, konnte ich nicht mal mitreden und mit meiner sachlich-objektiven Meinung dem Gesprächsverlauf Substanz hinzufügen.
Muß ja auch nicht.
Glücklicherweise vergrößerte sich im Laufe der Veranstaltung die Gruppe. Neben M., K., N., S., B. und M. gesellte sich zu vorgerückter Stunde eine weitere Person zu uns: “ZI”.
Zappel-Ilka (in Fachkreisen auch als “Dings” bekannt) hielt sich infolge der hochsommerlichen Temperaturen diesmal mit ihren spontanen Körperbewegungen zurück (war also nicht ganz sie selbst) und an einem Kinderpunsch fest.
Gut so. Sie blieb somit nüchtern und ich hatte was zum Festhalten auf dem Heimweg.
Sonst war alles wie im vorigen Jahr.
Keine besonderen Vorkommnisse.
Nächster Termin: Freitag. Bitte pünktlich.