Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für November, 2006

Vorfreude IV

Erstellt von duftbaeumchen am 24. November 2006

Die Sonne scheint, morgen wird es nochmal richtig warm und als Einstimmung auf das Großereignis wird “abgegrillt”.

Noch genau 3 Tage, 9 Stunden und 13 Minuten.

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“nur der bußfertige Mann wird bestehen”,…

Erstellt von duftbaeumchen am 21. November 2006

… sprach Indiana Jones, als er das erste von vier Rätseln auf dem Weg zum Heiligen Gral lösen mußte.

Habe ich schon mitgeteilt, daß wir Sachsen morgen feiern müssen?

Vielmehr büßen und beten.

Nicht? Ist auch nicht wichtig.

Da ich keine Lust habe, mich an den Autoschlangen in Richtung Einkaufszentren außerhalb der Landesgrenzen anzustellen, auch weder büßen (da reicht doch ein Tag garnicht) noch beten muß (die Bibel habe ich momentan verliehen), gehe ich lieber ein paar Stunden auf Arbeit.

Da habsch wenigstens meine Ruhe.

Gut, man könnte auch zu Hause bleiben, ausschlafen und einfach mal nichts tun. Oder Ablage machen, aufräumen, Küche putzen.

Aber das kann ja jeder. Ist langweilig.

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Vorfreude III

Erstellt von duftbaeumchen am 21. November 2006

Mist. Vorverlegt. Uh, jetzt wird’s eng…

Nur noch genau 5 Tage, 23 Stunden und 48 Minuten.

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heiße Leine

Erstellt von duftbaeumchen am 20. November 2006

Im Monotonfall einer frisch dem Nachtlager entschlüpften Mittvierzigerin verkündet mir eine weibliche Maschinen-Stimme: “Unsere Mitarbeiter befinden sich zur Zeit alle im Kundengespräch… blablabla… E-Mail… Webformular… blablabla

Schön. Ich bin zwar auch Kunde, aber mit mir wollen die wohl gerade nicht sprechen.

Wenn sie diese Ansage beenden möchten, legen sie bitte auf.

Na klar will ich.

Doch damit gerate ich in eine sogenannte Zwickmühle.
Einerseits möchte ich die Ansage beenden und mich mit einem richtigen Menschen unterhalten; sonst würde ich ja nicht telefonieren. Andererseits denke ich: Wenn ich nun auflege, wird doch die Verbindung unterbrochen. Mit wem soll ich denn dann reden? Mit mir selber? Mit den nachzügelnden Restelektronen in der Leitung?

Ich probiere es trotzdem. Zügig lege ich auf und aktiviere sofort die Wahlwiederholung.

Die Ansage läuft immer noch.

Von wegen Auflegen = Ansagestop. Eiskalt hat mir die Tante ins linke Ohr geschwindelt.

Als ich nach einer halbstündigen Pause rechtshörig anklingle – das gleiche. Die erzählt immer noch. Wird das nicht langweilig? Die Frau von der Zeitansage hat wenigstens immer was anderes zu berichten. Aber das hier? Vom ersten Hahnenschrei bis in die Nacht den gleichen Text? Kann die den auswendig oder liest die das vom Teleprompter ab? Also für mich wär’ das nichts.
Nun warte ich länger und lausche geduldig. Vielleicht erfolgt ja eine automatische Weiterschaltung zum “nächsten freien Annahmeplatz”.

Nix.

Nach der vierten Wiederholung merkt sie, daß sie mit selbiger bei mir keinen Erfolg hat.

Und legt von sich aus auf.

Piep Piep Piep.

Wir haben uns alle lieb.

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Paradigmenwechsel

Erstellt von duftbaeumchen am 19. November 2006

Heute ist es passiert.
Mein Neffe hat nach zehn Jahren erkannt, daß es gar keinen Weihnachtsmann gibt.
Heute Mittag verkündete er stolz: “Ich habe euch durchschaut.” (Und zog das “durchschaut” riiichtiiig laaang.) “Die Geschenke bringt nicht der Weihnachtsmann, sondern…

der Postbote.

Mist, nu’ isses raus.

Ein pfiffiges Kerlchen.

Aber einen Wunschzettel schreibt er trotzdem noch und schickt ihn nach Himmelpfort.

Zum Weihnachtsmann.

Man(n) kann ja nie wissen.

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versammelt

Erstellt von duftbaeumchen am 19. November 2006

Daß unsere Vorfahren Jäger und Versammler waren, sieht man am besten auf Flohmärkten.

Mehrmals im Jahr finden auch in Leipzig derartige Zusammenkünfte statt. Sogar spätabends – Nachtflohmarkt genannt. Gestern letztmalig in diesem Jahr.

Ich könnte problemlos ebenfalls mehrere Meter Auslage befüllen, kann und will mich jedoch nicht von den altertümlichen Zeugnissen der Menschheitsgeschichte trennen.

Gegen Zwanzig Uhr betrete ich die riesige, mittlerweile mit Rauchernebel, Sammlern, Nur-Guck-Menschen und Volksgemurmel angereicherte Halle. Auf unzähligen Tapeziertischen sind noch unzähligere mehr oder minder sammelwürdige Gegenstände aufgereiht; langen Würmern gleich schieben sich Menschengruppen am feilgebotenen Krimskrams vorbei. Gegenstände wechseln den Besitzer, Kenner simpeln fach.

Ich treffe sogar einen ehemaligen Mitschüler aus der Lehre, der ebefalls versucht, einmal jährlich aus Stroh Gold zu spinnen. Das Christfest steht vor dem Tor. Udo F. hofft, das eine oder andere Stück an die Frau und/ oder den Mann zu bringen. Doch die Lage sei schlecht, selbst Bücher für nur zehn Cent fänden selten Abnehmer.

Ohne ihm etwas abzukaufen ziehe ich weiter.

Meine geheime Hoffnung, das antike und beim letzten Besuch unschlüssig begutachtete und dann doch verschmähte Bediensteten-Telefon wiederzufinden, wird leider nicht erfüllt.

Nicht so schlimm.
Dafür erhandle ich eine neunzig Jahre alte Bibel. Zwar etwas lädiert, aber die nächsten zwanzig Jahre sollte sie noch halten.

Als Dauerleihgabe für meine Mutter. Die braucht sowas für ihre neue Arbeit im Hospiz.

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Wiedersehensfreunde

Erstellt von duftbaeumchen am 19. November 2006

Zwei entbehrungsreiche Wochen liegen hinter uns.

Vorbei.

Frau Frülln – liebste Freundin, Nachbarin und Kollegin – ist aus dem Urlaub zurück. Gestern sahen wir uns endlich wieder. Im Auto. Jeder in einem anderen, aber immerhin.

Und was macht sie, als ich ihr einen Luftkuß zuwerfe?

Sie steckt mir die Zunge raus.

Das ist wahre Liebe.

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verspannt

Erstellt von duftbaeumchen am 17. November 2006

Also früher gab es sowas nicht. heul

17.11.2006, 18.00-18.30 Uhr, RTL, “Explosiv”

In Berlin beginnt sich ein neuer Trend durch die Kinderzimmer zu fressen.
Kein Schnellessen, kein Stubenhocking, auch nicht Dauer-Wellenreiting im Zwischennetz. Nein, die angehenden Tienejtscher üben sich in Körperertüchtigung an der Hantel und auf dem Rad.

Oder entspannen sich beim Entspannungstraining.

Sie werden unter Anleitung einer professionellen Instrukteurin in die hohe Kunst des Insichgehens und Stillliegens eingeführt.
Eine Mutter wird befragt, warum sie ihr noch nicht einmal zehnjähriges Kind in diesem Kurs angemeldet hat.

Stress sei der Grund. Und der Lärm in der Schule.

Nun bin ich schon seit 24 Jahren aus der zehnten Klasse raus, kann mich also nicht mehr an alle Einzelheiten meines allgemeinbildenden polytechnischen Schulalltags erinnern. Aber auch damals haben wir nicht nur mucksmäuschenstill dem Lehrervortrag gelauscht. Wir sind in der großen Pause über den Hof gerannt, schrieben im Treppenhaus schnell die Hausaufgaben vom Nachbarn ab. Wir konnten keine Fächer abwählen, Singen wurde genauso benotet wie Physik und Bodenturnen. Wir hatten sogar Schiss vor der mündlichen Leistungskontrolle in Erdkunde bei Herrn O.

Und das war wirklicher Stress.

Heute sind die lieben Kleinen sehr viel sensibler, müssen gehätschelt und getätschelt, müssen mit einem Überangebot an sinnfreier Fernsehunterhaltung und kreativlosem Spielzeug bei Laune gehalten werden.

Manchmal frage ich mich, wie wir “Alten” überhaupt so alt werden konnten.
Es gab keine Spielstation, Jugi-Juhu-Karten, Videorecorder, Computer und Belohnungsbesuche bei McDonald’s. Obwohl beide Elternteile einer beruflichen Tätigkeit nachgingen, sind trotz dieser Widrigkeiten bei mir keine emotionalen Schäden zurückgeblieben.

Oder doch?

Ich sollte mir mal Gedanken über eventuelle Schadenersatzforderungen machen…

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ent stellter Sinn

Erstellt von duftbaeumchen am 16. November 2006

Hier steht zusammen, was zusammengehört.

Oder auch nicht.

Ein Beispiel: In China werden neuerdings Reisen für Millionäre veranstaltet, um sie unter die Haube zu bringen. Dabei müssen die Wohlhabenden allerdings ganz schön aufpassen.

Denn sie dürfen sich nicht in Gruppen organisieren.

Die Ausflüge sind nämlich nur für die allein stehenden Reichen vorgesehen. Sobald sich eine zweite, dritte oder gar vierte Person dazugesellt, wird die Geschichte kurzerhand abgeblasen. Zusammenrottungen jeglicher Art sind strengstens verboten, selbst wenn die Herren noch so viel Geld besitzen.

Und hinsetzen darf man sich auch nicht.

Stillgestanden! Alleine!

Ja ja, die neue Rechtschreibung… Über Sinn und Unsinn der Regeln die Getrennt- und Zusammenschreibung betreffend kann man sich streiten. Aber “alleinstehend” wird in diesem Fall trotzdem nicht getrennt.

Es sei denn, der Schreiberling meint wirklich allein stehende Millionäre…

Das gloobsch awer nich.

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Fehlstellung

Erstellt von duftbaeumchen am 15. November 2006

Tip vom Hausmännchen

Pizza gelingt besonders gut, wenn man am Backofen nicht nur die Temperatur einstellt, sondern auch den Ober-Unter-Über-Hitze-Regler soweit dreht, daß nicht nur das Licht angeht.

Die Innenbeleuchtungslampen werden zwar auch warm, allerdings reicht die Temperatur nicht, um eine Tiefkühlpizza auf 230°C zu erhitzen.

Auch nicht nach ‘ner Viertelstunde.

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