Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

fragwürdig

Erstellt von duftbaeumchen am Sonntag 3. Dezember 2006

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß noch in der Ausbildung befindliche Psychologen das Wochenende nutzen, um ihre Studien bezüglich der Belastbarkeit des Normaleinkäufers durchzuführen.

Da werden alleinstehende Pensionisten zusammengesammelt, in mehrere Gruppen eingeteilt und – jeder mit einem eigenen Wagen ausgestattet – an unterschiedlichen Stellen des Kaufmannsladens ausgesetzt.

Ohne Globus, Lageplan und GPS.

Ergo: Egal, wo der zielgerichtet vorgehende und auf Effektivität des Handelns bedachte Jäger auftaucht, mindestens eine dieser Gruppen hat sich bereits großflächig vor einem der ebenfalls großflächig aufgebauten Regale ausgebreitet und begutachtet bedächtig die feilgebotenen Produkte und die Liste derer Ingredenzien.
Nicht, ohne das Wägelchen aus den Augen respektive aus der Hand zu lassen und somit den Zugang zu Joghurt, Margarine und Frischkäse weiträumig abzuriegeln.

Als ob es in dem Alter noch einen Rolle spielt, welche Inhaltsstoffe das in nicht mehr allzu ferner Zukunft stattfindende Ableben verursachen.

Wenn überhaupt.

Und die Wein-, Schokoladen- bzw. Tütensuppenverkostungsanimateure sind in Wirklichkeit gar keine ebensolchen, sondern dokumentieren den aktuellen Entwicklungsstand des “Zusammenlebens” und sammeln Daten für ihre Diplomarbeit.
Daß sie anderen mit ihren Präsentationsständen ebenfalls im Wege stehen, fällt dabei nur noch unwesentlich ins Gewicht und gehört zur Studie.

Warum gehen Rentner am Samstagvormittag einkaufen?

Werden die dort übers Wochenende von ihren Familien ausgesetzt, um mal zwei Tage ihre Ruhe zu haben? (Also die Familien.)

2 Kommentare zu “fragwürdig”

  1. Schlingeline sagt:

    Das sitzt noch so drin: Rentner müssen einkaufen gehen, wenn alle anderen auch einkaufen. Da könnte es etwas Besonderes geben.
    Und aufgebaute Hindernisse jeglicher Art erhöhen die Verweildauer der Kunden im Laden. Und das ist gut fürs Geschäft.

  2. duftbaeumchen sagt:

    Dein vorletzter Satz läßt die Schlußfolgerung zu, daß sich einige Pensionisten gar nicht von sich aus im Kaufmannsladen aufhalten, sondern (wahrscheinlich im Rahmen sogenannter “Butterfahrten”) mit dem Bus herangekarrt werden, um künstliche Barrieren aufzubauen.
    Aus handelstechnischer Sicht macht Sinn.

    Andererseits ist es für den Rentner an sich unzweckmäßig, für die ganze Woche einzukaufen. Wer weiß denn, ob er/ sie überhaupt noch so lange lebt.
    Da bekommt der Ausspruch: “Von der Hand in den Mund leben” eine weitere Bedeutung…

    Tja, so einfach ist die Welt. Man muß nur lange genug drüber nachdenken.

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