Erstellt von duftbaeumchen am 12. Februar 2007
Bekanntlich ist die urbane Behausung an sich in mehrere mehr oder weniger große Kleinparzellen (die Fachwelt spricht von Räumen bzw. Zimmern) unterteilt. Zum Erreichen selbiger sind an unterschiedlichen Stellen und in weiser Voraussicht durch Architekten und Baumeister Löcher im sonst vom menschlichen Körper schwer zu durchdringenden Mauerwerk vorgesehen. Falls unangenehme Luft, Duft- und Blickströme unterbunden werden sollen, packt sich der moderne Wohnling prallgefüllte Stoffbeutel – die sogenannten Säcke vor den Türen – in diese Öffnungen, behängt sie mit textilen Webmaterialien oder befestigt schwenkbare Platten aus Glas, Holz oder Metall daran.
Die nennt der polytechnisch gebildete Kosmopolit Türen bzw. Fenster.
So weit, so gut; ich erzähle hier bestimmt nichts neues.
Nun gibt es allerdings beim Gebrauch dieser Vorrichtungen einige Richtlinien zu beachten, vor allem, daß sich auch bei Lichtmangel die Konsistenz der Materialien wenig bis gar nicht verändert.
Um sich also vor unerwarteten Begegnungen der hölzernen Art und schwerwiegenden Verletzungen zu schützen, hier ein
Tip vom Hausmännel
Vor dem Durchschreiten besagter Maueröffnungen sind eventuell den Weg versperrende “Verschlußelemente” zu ertasten und – wenn notwendig – beiseitezuräumen. Die dafür zur Verfügung stehenden technischen Vorrichtungen – sogenannte Türklinken – befinden sich normalerweise in Bauchhöhe (außer bei Kindern und Kleinwüchsigen).
Auch bei Dunkelheit und auch, wenn die Tür gewöhnlich immer offen steht.
Sonst sind Kopf- und/ oder Nasenschmerzen die unausweichliche Folge.
PS:
Das Copyright für diesen Tip liegt bei Vater und gleichzeitig Opa G., der mir diesbezüglich und unbewußt hilfreich unter die Arme griff.
Der Vorschlag, ausgewählte Türen mit selbstleuchtenden Kennzeichen zu bestücken wurde zwar vorerst verworfen, ist aber noch nicht ganz vom Tisch.
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Erstellt von duftbaeumchen am 11. Februar 2007
Es gibt sie noch, die Orte, an denen die Zeit scheinbar spurlos vorübergeht.
Das Ambiente mit holzgetäfelter Kassettendecke, Inventar aus den Achtzigern und drei großen Softeismaschinen versprüht den Charme der letzten DDR-Tage.
Die Speiseeisfachverkäuferin am Fenster zur Straße kennt viele der Sonntagskuchenerwerber persönlich, auch unter den Pendelleuchten am Tresen im inneren der ofenbeheizten Steinbaracke wechseln Worte der Vertrautheit den Besitzer. Im “Eiscafe & Grillbar Döge” in Kitzscher bei Espenhain bei Leipzig kennt man sich eben seit Jahren, an den vier Sechser-Tischen bleibt man nicht lang alleine; hier findet das Kleinststadtleben einen Spiegel.
Ach ja, der Schwarzwälder-Eisbecher mit Schlagsahne für Zweieuroachtzig schmeckte übrigens vorzüglich und war auf jeden Fall die Reise wert.
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Erstellt von duftbaeumchen am 9. Februar 2007
Da sitze ich nun an einem alten, klapperigen, mühsam dem Techniktod entrissenen Notebook und überprüfe manuell mehrere e-Mail-Kästchen und Bankkonten.
Wenn der anwendungsoptimiert eingerichtete und mit allerlei kleinen und großen Helferlein ausgestattete Heim-PC nicht mehr zur Arbeit zu bewegen ist, merkt man erst, wie abhängig man heutzutage von moderner Rechentechnik ist.
Früher bin ich mehrmals täglich zum Blechbriefkasten geflitzt, für Geldgeschäfte gen ortsansässiges Kreditinstitut gepilgert und habe Musikaufnahmen auf ORWO-Kassetten gespeichert.
Ging auch; vielleicht nicht ganz so bequem, aber immerhin.
Wir kannten es ja nicht anders.
Und nun? Sobald die Geschwindigkeit des DSL-Anschlusses nicht die vollen 6 Megabit erreicht, die Online-Bank mal wegen Überlastung für eine halbe Stunde nicht erreichbar ist oder der Monitor nach Druck auf den Einschaltknopf dunkel bleibt, schlagen wir kopflos die Hände über selbigem zusammen, beginnen zu hyperventirilieren und kratzen genervt tiefe Furchen mit den Zehennägeln ins Parkett.
Sofern es nicht durch einen Teppich vor unserer Willkür geschützt wird.
Dann besinnen wir uns vielleicht auf uralte, längst in die Ecke der Vergessenheit gedrängte Tätigkeiten: Bad putzen, die müffelnden Sportschuhe entduften oder mal zeitig und allein schlafen gehen.
So wie früher.
Leider nehmen derartige Unternehmungen nicht allzuviel Zeit in Anspruch bzw. werden schnell langweilig.
Und so werde ich mich morgen intensiv um die Angelegenheit kümmern.
Soviel weiß ich schon: Als Verursacher kommen mittlerweile nur noch Mainboard und Prozessor in Frage.
Irgendwie fühle ich mich abgeschnitten von der Außenwelt.
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Erstellt von duftbaeumchen am 9. Februar 2007
Sie: “Wie alt bist du eigentlich?”
Er: “Was denkst du denn?”
Sie: “Hm, ungefähr so alt wie wir, etwa 32/ 33 (in Worten zweiunddreißig/ dreiunddreißig).”
Das geht runter wie feinstes Olivien-Öl.
Und tröstet darüber hinweg, daß mein Neffe gestern Abend meinte, ich sei…
… zu dick für meine Figur.
Einem Kind fehlt eben noch der richtige Blick für das Wesentliche.
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Erstellt von duftbaeumchen am 8. Februar 2007
Leise rieselt der Schnee (die Betonung liegt auf “rieselt”).
Zumindest solange ich im Trockenen sitze und nur aus dem Fenster schaue.
Sobald ich jedoch die schützende Behausung verlasse, ändert sich das schlagartig.
Also vielmehr in Windeseile.
Egal in welche Richtung ich mich bewege – der Wind und somit auch die schmutziggrauen Schneekristalle treiben mir locker-flockig ins Gesicht. Immer. Als ob sich um mich ein imaginärer Kokon mit vielen Löchern rundrum bildet, durch die permanent und von allen Seiten Luft nach innen geblasen und zusätzlich tonnenweise Schnee geschüttet wird.
Ich dachte ja schon, es läge an meinem forschen Wanderschritt, der mir den “Fahrtwind” ins Gesicht schlagen läßt. Doch auch bei Bewegungen unterhalb der Wahrnehmungsgrenze kann ich keinen Unterschied erkennen.
Da nützt auch ein Abbiegen um die nächste Häuserecke nichts. Selbst auf dem Rückweg – also genau in die entgegengesetzte Richtung – bläst es wieder von vorn. Ich hasse den Winter.
Wann wird’s mal wieder richtig Sommer…
Daß sich der entgegenkommende kalte Krümelschnee vorzugsweise auf meinem Kunstfellkragen sammelt und beim nächsten Hochschlagen desselben behende eine kuschelige Verbindung mit freiliegenden Hautpartien einzugehen versucht, möchte ich gar nicht weiter ausführen.
Hatte ich schon gesagt, daß Winter doof ist?
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Erstellt von duftbaeumchen am 7. Februar 2007
Früher habe ich gelernt, Freiheit sei Einsicht in die Notwendigkeit.
Obwohl ich den philosophischen Ursprung an dieser Stelle nicht weiter beleuchten möchte, will ich zum Ausdruck bringen, daß ich diesem Spruch prinzipiell sehr offen gegenüberstehe.
Doch es gibt Ausnahmen.
Zum Beispiel im Winter.
Auch wenn ich um die anatomisch-biologisch-technischen Hintergründe der Atmung weiß, ich also verstehe (Einsicht), wie und warum vor allem im Winter die einströmende Luft vorgewärmt und angefeuchtet werden muß, bevor sie sich der Lunge zuwindet (Notwendigkeit), die Nasenschleimhäute also stärker durchgeblutet und sekretiert werden müssen, so fehlt mir das Verständnis, warum dieser Mechanismus genau dann in Gang gesetzt wird, wenn ich keine Hand frei habe, um die überschüssige Nasenluftheizflüssigkeit mittels Taschentuch aufzufangen.
Die Nase läuft einfach so vor sich hin.
Da gannste schnüffeln und schniefen wiedewillst; es bilden sich kleine Tropfen am Naseneingang und stürzen sich letztlich todesmutig und von der Gravitationskraft beflügelt gen Boden, auf die Jacke, die Schuhe bzw. den Schal.
Oder auf alles gleichzeitig.
Freiheit funktioniert eben nur dann, wenn auch die Hände frei haben.
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Erstellt von duftbaeumchen am 1. Februar 2007
Es gibt Situationen, an die möchte man sich später noch gern erinnern. Deshalb ein weiterer
Tip vom Hausmännel.
Um auch nach Jahren noch genau zu wissen, wo die für die Wertstofftonne vorgesehene leere Sonnenblumenölflasche die Nacht verbracht hat, vermeide man es, selbige nach der letzten Benutzung einer gründlichen Unterbodenreinigung zu unterziehen. Vielmehr reicht es völlig aus, einmal flüchtig mit einem feuchten Tuch den Unterbau zu touchieren und die Flasche samt minimaler Tropfölreste auf einem hellholzfurnierten Flurschrank zu platzieren.
Zur Not funktionieren auch andere helle, kostenintensive Unterlagen.
Entsprechend der Glasbodenstruktur werden die überschüssigen Ölpartikel eine Symbiose mit der Schrankoberfläche eingehen und sich als hellgrau ringförmigpunktierte, aber doch deutlich sichtbare Maserungsänderung präsentieren.
Sollte man sich im Lauf der Zeit an diesem Muster sattgesehen haben, empfehle ich, den Abdruck mit einem selbstgeklöppelten Tischdeckchen (Oma hilft da bestimmt gerne weiter) oder einer alten Zeitung zu kaschieren.
Na dann, viel Spaß beim Nachbauen.
Der Valentinstag steht vor der Tür.
Frauen sind immer offen für selbstgebastelte Geschenke.
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