Verarbeitungsmangel
Erstellt von duftbaeumchen am 29. August 2007
Auch wenn meine kürzliche Teilnahme am Landleben weniger von aktiver Mitarbeit geprägt war, sondern vielmehr den Status eines externen Beobachters innehatte, so blieben mir kleine Unzulänglichkeiten der bäuerlichen Produktion nicht verborgen.
Oder vielleicht gerade deswegen.
Das weibliche Rindvieh an sich ist schon eine tolle Erfindung.
Allerdings optimierungsbedürftig.
Es muß nicht aufwendig bespaßt werden, benötigt nicht alle zwei Monate neue Schuhe und auch die Kosten eines Friseurbesuches alten sich in engen Grenzen.
Der Tagesablauf der gewöhnlichen Milchkuh verläuft im Normalfall recht übersichtlich.
In der Früh’ kurz nach sechs klingelt der Wecker.
Auf eine gründliche Morgentoilette wird im Allgemeinen verzichtet - der Tagesdienstablaufplan sieht vorerst keine Außer-Haus-Aktivitäten vor. Nur ein wenig die Wimpern tuschen, fertig.
Dann gibt’s Frühstück.
Anschließend Mittagessen, Vesper, Abendbrot und Nachtmahl.
Und ab und zu einen kleinen Snack zwischendurch.
Die Kuh frisst unentwegt; keine Hobbies, keine Ausflüge - nur Fressen, Fressen, Fressen.
Sie geht nicht mal auf’s Klo. Aus Angst, nicht genügend vom reichlichen Futter abzubekommen, hebt sie einfach nur den Schwanz und lässt es laufen.
Und das ist der Punkt mit Handlungsbedarf.
Bisher vermag es die Kuh nicht, die zugeführten Nährstoffe optimal zu verwerten. Nur zweimal täglich kann Milch abgezapft werden.
Der Grund: Das Hausrind - entschuldigen Sie den derben Ausdruck - scheisst zu viel. Es strullt und kackt, daß es nur so plätschert.
Dabei achtet das Tier wenig auf Reinlichkeit - die Bäuerin räumt den Mist schon weg (Erziehungsfrage?).
Wenn sie beim Anlegen des Melkgeschirrs nicht in der übelriechenden Pampe waten will, bleibt ihr ja auch nichts anderes übrig.
Die Kuh weiß das natürlich und nutzt es weidlich aus.
Verehrte Mitleser der agrarwissenschaftlichen Zunft,
stellt nicht die weitere und vor allem tiefgründige Erforschung der Verarbeitungsprozesse im Inneren der gemeinen Milchkuh ein lohnendes Betätigungsfeld dar?
Ich denke schon.
Wenn Sie es schafften, auch die bislang verbleibenden Reststoffe der menschlichen Nahrungskette (vielleicht in Form von Frucht- oder Schokomilch) zuzuführen, wären Ihnen unsere bäuerlichen Mitbürger bestimmt nicht böse. (Eine Stunde im Kuhstall und die Klamotten stinken aufs allerfeinste.)
Und wir würden einer erneuten Milchpreiserhöhung aus dem Weg gehen.
Also: Forsch und mutig den Schwanz gehoben! Traut Euch!
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