Manche Dinge im Leben werden nie so sein, daß sie den persönlichen Ansprüchen entsprechen.
Am besten ist es, man erfindet sie selbst noch mal neu.
Zum Beispiel Handytaschen.
Seit Jahren benutze ich sie zum Schutz des Ultrahochfrequenzfunkfernsprechgerätes vor schädlichen Umwelteinflüssen; seit Jahren bin ich erfolglos auf der Suche nach der optimalen Hülse.
Vielleicht stelle ich auch zu hohe Ansprüche?
Eine stabile, langlebige und einfach zu “bedienende” Handytasche zur horizontalen Befestigung am Gürtel ist doch eigentlich nicht zu viel verlangt.
Die letzten drei Taschen waren prinzipiell gesehen schon mal nicht schlecht, aber sie erfreuten sich nur eines relativ kurzen Lebens.
Entweder versagte die Befestigung des Magnetverschusses oder das Gegenstück desselben durchscheuerte den Deckstoff und zerkratzte das Mobiltelefon. Oder die Lederumhüllung des Gürtelklips zerbröselte. Die Tasche hielt zwar noch am Bund, dem harten Technikereinsatz wollte ich sie aber nicht mehr länger aussetzen.
Mit dem neuen Telefon (es ist nur noch halb so dick wie das alte), welches mir nun seit einer Woche zur Nutzung zur Verfügung steht und in der vorhandenen Tasche hin- und herschlackert, orderte ich also auch gleich eine neue Hülle.
Vom Handyhersteller. Auf das Gerät abgestimmt.
Denkste.
Nun liegt das Teil hier.
Und ist genauso groß gebaut, wie meine bereits vorhandene Tasche.
Nur in braun und mit drehbarer Gürtelhalterung.
Das Telefon hat also nach wie vor genügend Auslauf.
Als Weiterentwicklung und dank unermüdlichen Forscherdrangs gestattet es die drehbare Arretierung dem Gerät nun, mehr oder weniger selbständig eine variable Sichtweise auf die Umgebung zu erheischen; ein kurzer Stubs genügt und das lederne Holster rotiert wie ein Ventilator.
Ich vermute sogar, das Drehlager ist ein Produkt der Weltraumforschung und auf besonders gute Leichtläufigkeit optimiert.
Doch leider haben die Entwickler nicht daran gedacht, daß auf der Erde ab und zu sogenannte Naturgesetze wirken.
Bei alltäglichen Bewegungen des Menschen - in diesem Falle meinerselbst - versucht nun die Tasche, die für sie bequemste Lage einzunehmen.
Selbstverständlich senkrecht.
Also genau die Position, die mir am wenigsten behagt.
Aber man muß persönliche Befindlichkeiten auch mal zurückstellen können.