Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für Oktober, 2007

fremdbeherrscht

Erstellt von duftbaeumchen am 30. Oktober 2007

Wenn die moderne Frau von heute sich mit ebenso moderner Leibwäsche umhüllt, kann es schon mal passieren, daß der Stoff während der Bewegung Halt und Contenance verliert.

Das Textil verrutscht und modelliert mehr oder weniger stark ausgeprägt die Konturen des weiblichen Geschlechtsteils.
Im Tagesbetrieb sieht man das aber normalerweise nicht. Es sei denn, die Frau hat übermäßig viele männliche Gene und fummelt sich dauernd zwischen den Beinen ‘rum.

Das allwissende Online-Lexikon der Wikipedia sagt dazu: “Spaltschlüpfer“.

Zwar in einem anderen Zusammenhang , aber doch auch hier sehr zutreffend.

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Fensterstopper

Erstellt von duftbaeumchen am 30. Oktober 2007

XP-Bremse

Neue Insektengattung entdeckt!

Sie gehört zur Familie der Bremsen, kann allerdings nicht fliegen.
Dafür verzögert sie durch unermüdliches Umherirren auf der Grundbaugruppe innerhalb eines Computergehäuses den Arbeitsablauf besonders bei Nutzung des Betriebssystems Windows XP.

Endlich wurde dieser Hemmschuh effektiven Arbeitens seiner Tarnkappe beraubt.

Die Wissenschaftler widmen sich nun der Untersuchung der Möglichkeiten, wie die gemeine XP-Bremse aus der engen Blechbehausung befreit werden kann.

Viel Zeit ist allerdings nicht mehr. In sieben Jahren stirbt Windows XP .

Ob es will oder nicht.

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sprit-zig

Erstellt von duftbaeumchen am 30. Oktober 2007

Ich kann nicht genau sagen, welcher es ist, aber irgendein Aspekt dieser an einer aktuellen Tankstellenpreisinformationssäule angetackerten Werbebotschaft scheint haarscharf an der Realität vorbeizurauschen.

Und das sogar mit Vollgas.

Da können die Tankstellenbetreiber hundert Mal darauf hinweisen, daß für den Liter Benzin weit mehr als 60 Cent an das Finanzministerium überwiesen werden.

 

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Eine Bratwurst geht immer…

Erstellt von duftbaeumchen am 29. Oktober 2007

… eine Kirche nie.

Sie hat nämlich keine Beine.

Und wenn sie doch mal jemandem im Wege steht, dann wird sie einfach dick angezogen, man versteift die steinernen Wände mit Stahlstützen und setzt sie auf einen Tieflader. Da kann sie sich die Landschaft angucken und mit den Beinen baumeln.

Schon kann’s losgehen.

Begleitet von hunderten Schaulustigen, etlichen Sicherheitskräften und ein paar Spezialisten für Schwerlasttransporte und gesteuert von einem kleinen Männlein im Schaukelstuhl zuckelt sie dann im Schritttempo über die Landstraße.

Selbst die Sonne hat ihr Federbett weit von sich geschoben und guckt zu.

SIE ist die Emmauskirche, die nebst einem kompletten Dorf auf braunkohlehaltigem Grund steht. Die Ortschaft an sich wird bald dem Erdboden gleichgemacht, nur die Kirche bleibt am Leben.

Muß allerdings umziehen.

Bis zum neuen Zuhause sind es nur wenige Kilometer.
Bedächtig und letztlich komplikationslos überwindet der Koloss die Strecke von Heuersdorf nach Borna. Hier soll ihr neues Domizil für die nächsten Jahrhunderte sein.

So sagt es zumindest “die Politik”, die diesem kirchlichen Großereignis selbstverständlich nicht fernblieb.

Genausowenig wie ein gerüttelt Maß Stadt- und Landmenschen, Presse, Funk und Fernsehen, die für die stundenlange Wartezeit mit allerlei Volksfestkulinaritäten entschädigt werden wollte.

Die Bratwurst an sich ist schon eine tolle Erfindung.

Und geht immer.

Auch wenn die Menschenmasse bereits gen Heim aufbricht.

Morgen ruht sich das Kirchlein einen Tag lang aus, am Mittwoch wird es dann seine endgültige Heimstatt erreichen.
Bis dahin bleibt es einfach auf einer Bornaer Nebenstraße stehen. Zaun drumrum (damit es nicht eigenmächtig wegfährt) und ein paar kleine Baustrahler hingestellt (damit es nachts keine Angst in der Fremde hat) – das genügt.

Dann noch ein kurzes Stück. Voila.

Gestühl wieder ‘rein, Bilder aufgehängt, fertig.

So schnell geht das.

Ruckich-zuckich sind ein paar Millionen Euri verballert.

Doch das spülen die Bratwürste locker wieder in die Kassen zurück.

Oder höhere Strompreise.

Mehr Schaustücke gibt’s hier zu betrachten.

 

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im falschen Film

Erstellt von duftbaeumchen am 28. Oktober 2007

Am Donnerstag im Kino fiel mir etwas auf, was mir vorher noch nie aufgefallen war. Etwas Auffälliges sozusagen.
Das lag aber bestimmt auch daran, daß ich mir normalerweise keine eher dem kindlichen Publikum vorbehaltenen Filme anschaue.

Es gab Rattengeschnetzeltes , ein cineastisches Menü für die ganze Familie.

Als Aperitif wurden, wie in derartigen Etablissements üblich, kleine Filmschnippsel zur Anregung der Geschmacksnerven gereicht.

Und was ist daran bemerkenswert?

Eigentlich nichts.

Außer, das die Produktvorstellungen für Erdlinge gemacht wurden, die sich um diese Zeit längst im Bett befinden sollten.

Ich erkannte: Die Werbung wird nicht dem Alter der Zuschauer angepasst, sondern vorwiegend der Zielgruppe des Films.

Ergo: Die zu einhundert Prozent zumindest optisch jenseits der Pubertät agierenden Lichtspielsaalbesucher durften sich Vorschaufilmchen für Klein- und Mittelkinder ansehen.

Ist auch mal interessant.

Nur frage ich mich: Wird die gleiche Zusammenstellung so auch im Vormittagsprogramm gezeigt oder wird die Bierpräsentation am Ende durch ein anderes, alkoholfreies Getränk ersetzt?

Andererseits…

Man muß die Jugend frühzeitig an die Härten des Lebens heranführen.

Und da ist Bier eines der kleineren Übel.

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mitgeleidet

Erstellt von duftbaeumchen am 27. Oktober 2007

Die Herzdame ließ mir mit einer Kurznachricht via Festnetz (die Vorlesemaschine klingt sehr erotisch) mitteilen, daß ihr Harry-Potter-Buch pünktlich zum Ende des vereinbarten Zeitfensters – also am heutigen Morgen um Zwei Uhr – eingetroffen ist.

Da sie heute (Samstag) Schule hat und bereits um sieben aufstehen mußte, litt ich während der nächtlichen Wartephase mit ihr.

Heimlich.

Männer zeigen ihre Gefühle ja nicht so gerne.

Besonders dann nicht, wenn sie um diese Zeit schlafen.

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Taschenspielereien

Erstellt von duftbaeumchen am 26. Oktober 2007

Manche Dinge im Leben werden nie so sein, daß sie den persönlichen Ansprüchen entsprechen.

Am besten ist es, man erfindet sie selbst noch mal neu.

Zum Beispiel Handytaschen.

Seit Jahren benutze ich sie zum Schutz des Ultrahochfrequenzfunkfernsprechgerätes vor schädlichen Umwelteinflüssen; seit Jahren bin ich erfolglos auf der Suche nach der optimalen Hülse.

Vielleicht stelle ich auch zu hohe Ansprüche?

Eine stabile, langlebige und einfach zu “bedienende” Handytasche zur horizontalen Befestigung am Gürtel ist doch eigentlich nicht zu viel verlangt.

Die letzten drei Taschen waren prinzipiell gesehen schon mal nicht schlecht, aber sie erfreuten sich nur eines relativ kurzen Lebens.

Entweder versagte die Befestigung des Magnetverschusses oder das Gegenstück desselben durchscheuerte den Deckstoff und zerkratzte das Mobiltelefon. Oder die Lederumhüllung des Gürtelklips zerbröselte. Die Tasche hielt zwar noch am Bund, dem harten Technikereinsatz wollte ich sie aber nicht mehr länger aussetzen.

Mit dem neuen Telefon (es ist nur noch halb so dick wie das alte), welches mir nun seit einer Woche zur Nutzung zur Verfügung steht und in der vorhandenen Tasche hin- und herschlackert, orderte ich also auch gleich eine neue Hülle.

Vom Handyhersteller. Auf das Gerät abgestimmt.

Denkste.

Nun liegt das Teil hier.

Und ist genauso groß gebaut, wie meine bereits vorhandene Tasche.

Nur in braun und mit drehbarer Gürtelhalterung.

Das Telefon hat also nach wie vor genügend Auslauf.
Als Weiterentwicklung und dank unermüdlichen Forscherdrangs gestattet es die drehbare Arretierung dem Gerät nun, mehr oder weniger selbständig eine variable Sichtweise auf die Umgebung zu erheischen; ein kurzer Stubs genügt und das lederne Holster rotiert wie ein Ventilator.

Ich vermute sogar, das Drehlager ist ein Produkt der Weltraumforschung und auf besonders gute Leichtläufigkeit optimiert.

Doch leider haben die Entwickler nicht daran gedacht, daß auf der Erde ab und zu sogenannte Naturgesetze wirken.
Bei alltäglichen Bewegungen des Menschen – in diesem Falle meinerselbst – versucht nun die Tasche, die für sie bequemste Lage einzunehmen.

Selbstverständlich senkrecht.

Also genau die Position, die mir am wenigsten behagt.

Aber man muß persönliche Befindlichkeiten auch mal zurückstellen können.

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Leuchtspur

Erstellt von duftbaeumchen am 26. Oktober 2007

Da sitze ich beim donnerstäglichen Abendessen bei meinen Eltern und lese dabei Zeitung. Ich weiß, man soll sich auf’s Essen konzentrieren und nicht anderweitig ablenken lassen, aber das ist seit Jahren so drin; das geht nun mal nicht anders.
Nebenbei verfolge ich das Fernsehprogramm.

Der Mann – das multitaskingfähige Wesen.

A propos ablenken.

Von irgendwoher kommen plötzlich seltsame Geräusche.
Es klingt, als stünde vor dem Haus so ein jugendlicher Rotzer, der mit weit geöffneten Fenstern in seinem Auto auf seine Freundin wartet.

Und dabei “Mann im Mond” von den Prinzen hört.

Die Musik wird lauter.

Vorsichtshalber gehe ich zum Fenster und schaue verstohlen auf die dunkle Nebenstraßenkreuzung. In der Ferne ist ein rhythmisches Blitzen zu erspähen, sonst nichts. Kein Fenster offen, kein Kraftverkehr.

Das Blitzen nähert sich und hält vor der Kreuzung an.

Aha, da hat wohl bereits jemand die Polizei gerufen, um der Sache auf den Grund zu gehen.
Ein Polizist steigt aus, schleicht um das Fahrzeug herum und beobachtet die Fenster der anliegenden Gebäude.

Damit hat sich die Sache für mich erledigt.
Unsere Schutz- und Sicherheitsorgane werden sich schon darum kümmern und der Ruhestörung Einhalt gebieten. Schließlich habe ich wichtigeres zu tun, als nun stundenlang am Fenster zu verharren und die Szenerie zu beobachten.

Es wird noch lauter.

Menschenskinder. Hat denn niemand einen Felsbrocken oder eine Panzerfaust, um den Lärm abzustellen?

Der königliche “Mann im Mond” wurde mittlerweile durch “Laterne, Laterne. Sonne, Mond und Sterne” abgelöst und ist mittlerweile glasklar auch durch dicke Wände zu vernehmen.

Ich muß noch mal zum Ausguck.

Na sieh mal an. Innerhalb weniger Minuten hat sich die Kreuzung mit Menschen gefüllt.

Mit vorwiegend kleinen Menschen. Sehr kleinen.

Alle schwenken so komische Lichter in der Hand. Im Gewimmel ist sogar ein bunt beleuchteter Regenschirm auszumachen. Ach, was für ein Spaß.

Und die Polizei steht nur da und guckt zu.

Als ob das so sein müßte.

Offensichtlich mußte es.

Laternenumzug. Mit Endstation direkt vorm Haus.

Und die Maxiversion von “Aba Heidschi bumbeidschi” bildet den akustischen Abschluß der Veranstaltung.

Seeehr schön.

Das paßt gut zu den Tagesnachrichten im Fernsehen, denen ich mich mittlerweile wieder widme.

Plötzlich ist Stille.

Wahrscheinlich haben sich die beiden Bullemannzeier doch durchsetzen können und die Veranstaltung rigoros aufgelöst.

So langsam und lautstark wie sich der Trek näherte, so schnell und leise war er verschwunden. Einfach weg.

Warum legt man derartige Massenaufläufe auf die Abendzeit, wenn sich die arbeitende Bevölkerung enstpannen und für den nächsten Tag rüsten will? Mittags hätte mich das nicht im Geringsten gestört. Aber abends…

Ich finde, ein Lichterumzug ist um diese Tageszeit ziemlich zweckfrei.

Bei der Dunkelheit sieht man die Laternen doch gar nicht.

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aufgezählt

Erstellt von duftbaeumchen am 24. Oktober 2007


42

in Worten: zweiundvierzig.

Die Herzdame (hdgdl) bedachte mich unter anderem mit einem Gutschein fürs Kosmetikstudio.

Also entweder sehe ich wirklich schon so alt aus (da nützt der Besuch auch nichts mehr) oder ich soll noch lange meinen jugendlich-frischen Teint erhalten.

Dann reicht ein Besuch allerdings erst recht nicht.

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schöngerechnet

Erstellt von duftbaeumchen am 24. Oktober 2007

Da ich hier niemanden mit technischen Details langweilen will, pinne ich folgendes Bild kommentarlos an die virtuelle Wand.

PS
Nur so viel: Dem Nur-mit-den-Augen-Gucker wird bei der Betrachtung des Bildes nichts weiter auffallen. Das menschliche Hirn vermag einiges schönzurechnen. Nicht nur Barbekanntschaften im Schummerlicht.
Der ambitionierte Fotograf allerdings wird mir sofort zustimmen: Bei kontrastreicher Szenerie ist es entweder im Dunkeln zu dunkel, oder im Hellen zu hell.

Dann muß man eben ein bisschen basteln…

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