Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für Oktober, 2007

Gedächtnisstütze

Erstellt von duftbaeumchen am 22. Oktober 2007

  • Wenn der Parabelflug des Kuschelkissens quer durch das Wohnzimmer durch die auf dem Sonntagnachmittagkaffeetisch neben diversen Porzellan- und Gebäckteilen abgestellte halbvolle Tasse abrupt gestoppt wird,
  • wenn die rechte Wange des Fünfjährigen infolge Übermütigkeit die steinerne Stufe des Hauseingangs touchiert und er sich daraufhin einem Käfer gleich auf den Rücken legt und wild gestikulierend seinem unermesslichen Schmerz derart akustisch Ausdruck verleiht, daß die Seismographen in Kilometern Entfernung signifikante Ausschläge protokollieren

dann weiß ich wieder, warum ich keine eigenen Kinder gebären will.

Es ist sehr angenehm, wenn man nach drei Stunden den “Ort des Grauens” einfach wieder verlassen kann.

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wetterfühlig

Erstellt von duftbaeumchen am 20. Oktober 2007

Der kommende Winter sendet nicht nur meteorologisch seine Boten in die kalte Dämmerung.

Die musikalischen Vorlieben passen sich der Witterung an.

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kreuselige Zielgruppe

Erstellt von duftbaeumchen am 20. Oktober 2007

Obwohl weder meine Kopfbepflanzung noch die hauptsächlich der Kategorie “for men” zuordenbare Artikelauswahl – wenn man von Wischlappen und Feuchttüchern “extrasensitiv” absieht – auf Probleme mit kreuseligem Horngewächsen meinerseits bzw. meiner Umwelt hinwiesen, meinte die Kasseuse des Drogeriemarktes: “Ich gebe ihnen das mal mit.”

Eine Probepackung Haarglättungsschambong plus -balsam.

Oh, wie praktisch. Genau richtig für meine maximal 5 Millimeter langen und vorwiegend steil nach oben wachsenden Haarstummelchen.

Das nenne ich zielgruppenorientierte Verkaufsförderung (neudenglisch: kontextsensitives Marketing).

Und noch besser: “Einfach nur föhnen.

Ich hab’ ja nicht mal ‘nen Föhn daheim.

Aber das kann sie ja nicht wissen.

Genausowenig wie der kahlköpfige Herr S. Schilling auf der Werbeverpackung.

Er ging wohl noch einen Schritt weiter und zeigt Haarpflege von seiner einfachsten Seite.

Dafür genügt ein Staubtuch und etwas Babyöl.

Das bekomme ich vielleicht beim nächsten Besuch.

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Der Mann, das lernfähige Wesen

Erstellt von duftbaeumchen am 20. Oktober 2007

Von vorangegangenen Frühstücksveranstaltungen weiß ich, samstags trinkt die Herzdame gern Cappuccino.Dementsprechend bereite ich alles vor.

Die Vergangenheit Revue passieren lassend frage ich jedoch vorsichtshalber noch mal nach.

Und siehe, es war gut so.

Mademoiselle präferiert heute Kräutertee.

Wegen des Blubberns im Bauch.

Na bloß gut, daß der Wasserkocher noch nicht richtig heißgelaufen war…

Also Pulver wieder in die Büchse zurück und Pfefferminztee gebrüht.

Mich deucht, hier zeichnet sich ein Trend ab. Zukünftig werde ich meine Eigeninitiative zügeln und vorher fragen.

Oder ich halte mich ganz aus der Vorbereitungsphase raus. Am besten aus der ganzen Haushaltsführung.

Wie ein richtiger Mann eben.

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Sport am Abend,

Erstellt von duftbaeumchen am 16. Oktober 2007

… erquickend und labend.

Die Herzdame nimmt es damit sehr genau.

Sie nutzt nicht den Aufzug bis zur vierten Etage. Nein, sie erklimmt 90 Stufen bis zu meiner Kemmenade per pedes.

Und dabei hätte sie dreißig davon einsparen können.

Wenn sie nicht den “Absprung” verpasst hätte und bis zum fünften Stock durchgelaufen wäre.

“Ich habe mich nur gewundert, daß es irgendwie anders ausgesehen hat.”

Na bloß gut, daß das elektrische Licht schon erfunden wurde und zum Zeitpunkt der Treppenhausbesteigung in ausreichender Menge vorrätig war.

Sonst würde sie jetzt vielleicht im falschen Bett nächtigen.

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Schulverweis

Erstellt von duftbaeumchen am 16. Oktober 2007

Ein Hoch auf die Errungenschaften des wissenschaftlich-technischen Fortschritts.

Ein Hoch auf die vielen in- und ausländischer Forscher, die täglich ihr Leben auf’s Spiel setzen, um Sälbchen, Wässerchen und Lotionen zu entwickeln, die zur Konservierung jugendlicher Schönheit beitragen.

Ich selbst bemühe mich täglich, die Anzeichen des Älterwerdens zu kaschieren; es gelingt mir nur mehr oder weniger gut.

Andere haben da wesentlich mehr Glück.

Zum Beispiel Anne.

Anne hat mir nämlich geschrieben.

Sie meint, wir kennen uns noch aus der Schulzeit, wobei ich mich leider nicht mehr so recht an sie erinnern kann.

Na ja, wenn man alt wird…

Doch was viel schlimmer ist: Sie sieht immer noch aus, als hätte sie gerade ihr pubertäres Teenagerleben hinter sich gelassen; dem Foto nach könnte sie meine Tochter sein.

Und das mit ungefähr vierzig.

Auch wenn die Nachricht an mich persönlich gerichtet ist, möchte ich sie Ihnen, werte Leser, nicht vorenthalten.

“Haben Sie mich erkannt? Ich bin’s Anne Behnert.
Ich denke mir so, wir hätten mit dir in einer Schule gelernt.
Es ist halt viel Zeit vorbei und so kannst du dich an mich wohl nicht mehr erinnern.
Und ich kann es immer noch nicht vergessen, wir waren ja beste Freunde.
Erinnerst du dich an jene Spaziergänge nach der Schule? Dies war echt cool, gell?

Es war aber alles nach dem Umzug meiner Eltern zu Ende.
Wir sind in eine andere Stadt gezogen.
Ich musste euch alle von der Schule verlassen und ich fühlte mich so einsam damals, blieb völlig allein und das Gefühl der Einsamkeit deprimierte mich riesig.
Dann habe ich ja neue Kontakte aufgebaut und nun gibt es wieder Freunde, ist längst schon aber eine ganz andere Geschichte!

Und doch erinnere ich mich fast an niemanden von der Schule, also nur an dich.
Ich möchte, dass wir uns weiterhin ständig kommunizieren könnten.
Willst du mal eigentlich sehen, wie ich jetzt aussehe?”

Ob aus Schadenfreude oder Gehässigkeit vermag ich nicht zu beurteilen, aber um mich richtig neidisch auf ihr frisches, unverbrauchtes Äußeres zu machen, schickt sie mir auch noch einen Verweis auf ihre Homepage mit (den ich allerdings aus egoistischen Gründen hier nicht veröffentliche).

Als ich ihr Bild betrachte, frage ich mich sofort: Wie machen die Frauen das nur?

In dem Alter noch so ‘ne knackige Figur? Sind da Plastikchirurgen am Werk gewesen? Wenn ja, woher nahm sie das Geld dafür?

Ach, jetzt sehe ich.
Das Geld kommt wohl von den Leuten, die sich den Trojaner installieren lassen, der dem “Anne-Bilder-Paket zum Herunterladen” beiliegt. Ist ja praktisch. Damit vermag es die Anne, sich sogar meine Bankdaten anzugucken und die notwendigen Transaktionen an ihren Leibdoktor selbst durchzuführen.

Keine schlechte Idee. Vielleicht kann ich das hier auch irgendwie umsetzen…

Dann kann ich auch mal zum Metzger gehen.

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Duftfarbe

Erstellt von duftbaeumchen am 16. Oktober 2007

Gestern Abend auf der Heimfahrt zur Herzdame.
Die Sonne steigt in ihr Schlafgemach und illuminiert die Stadt zum Abschied mit orange-rotem Licht. Feine Federwolken an klarem Himmel stimmen ein in die Symphonie der Farben und malen bunte Farbtupfer auf die dunkelblaue Leinwand.

Die Herzdame meint beim Anblick sinngemäß: Das ist doch mal was für’s Auge.

Recht hat sie.
Würde die Sonne beim Zu-Bett-gehen noch ‘nen kräftige Pups lassen, hätten auch Ohren und Nase was von dem Spektakel.

Aber so…

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Spurverwechslung

Erstellt von duftbaeumchen am 15. Oktober 2007

1.) Die Kenntnis und richtige Nutzung des Reißverschlußprinzips scheint einer automobilen Elite vorbehalten zu sein.
Wir lassen prinzipiell keine Kraftfahrzeuge einscheren, die links bis zum Baustellenbeginn vorfahren.

2.) Wie bringt man den gemeinen trödeligen Autobahnbenutzer dazu, die rechte Spur zu befahren?

Man führt in Deutschland das Linksfahrgebot ein.

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Rabatt mit System

Erstellt von duftbaeumchen am 13. Oktober 2007

… oder an der kürzesten Schlange dauert es immer am längsten.

Rabattmarken sind ein Segen nicht nur für die Wirtschaft; auch für den im Moment der Übergabe besagter Wertpapiere völlig unbeteiligten Zaungast bieten sie Freude und Entspannung.

Und er lernt sogar noch etwas dabei.

Während an den längeren Kassenschlangen links und rechts des aus freien Stücken und unbeeinflußt gewählten Beobachterstandortes die Kunden mit zu Bergen aufgetürmten Monatseinkäufen zügig abgefertigt werden und mit wehenden Haaren an ihm vorüberziehen, scheint in seiner Wartegemeinschaft die Zeit stillzustehen.
Zeit, um sich in Ruhe mit den baulichen Gegebenheiten des Kaufmannsladens vertrautzumachen; Zeit, über die Wochenendgestaltung zu sinnieren; Zeit, seine Umwelt zu beobachten.

Diese Umwelt steht heute zwei Positionen vor ihm.

Offensichtlich ein treuepunktesammelleidenschaftlicher Kunde.

Kurz vor Ende des zur Abkassierung aufgereihten Warenbestandes wird zwischensaldiert und Plastikgeld wechselt virtuell seinen Besitzer.

Das dauert erfahrungsgemäß etwas länger als eine gewöhnliche Bargeldübergabe und dagegen ist prinzipiell erst mal nichts einzuwenden.

Es sei denn, Opa Kurt kauft seine hundertfünzig Gramm Leberwurst.

“Moment, ich hab’s passend.”

Doch das ist eine bekannte und vor allem ganz andere Geschichte.

Nachdem nun also der erste Teil des Einkaufs über die Bühne gewickelt und mit reichlich Treuepunkten belohnt wurde, kann man sich nun der Beobachtung des zweiten Aktes widmen – der Rückführung der Papierschnipsel in das Warenwirtschaftssystem des Handelsunternehmens.
Für die Begleichung des Resteinkaufs sollen die gerade erhaltenen Marken sogleich wiederverwertet werden.

Leider befinden sich selbige noch gesammelt auf ihrem Trägermaterial, für die ordnungsgemäße Abwicklung der Transaktion müssen sie sich jedoch im dafür vorgesehenen Markenheftchen befinden.

Nichts leichter als das.

Der pflichtbewußte Kassierer, ein der Situation offensichtlich nur unzureichend gewachsener Langzeitstudent im neunten Semester, schickt sich an, die Marken höchstpersönlich in das vom Kunden bereitgestellte Dokument zu übertragen.

Marke für Marke.

Glücklicherweise hat die Lebensabschnittsgefährtin des Kunden Mitleid und übernimmt bereitwillig diese anspruchsvolle Aufgabe.

In dieser Zeit kann man ja schon mal den dritten Warenposten abrechnen.

Und sich dabei vertippen.

“Kasse 6, Storno bitte.”

Die Zeit verstreicht.

Beidseitig rauschen nach wie vor die Kundenströme vorbei.
Ein Rückzug und Umreihen ist aufgrund des Nachfolgeverkehrs mittlerweile natürlich nicht mehr möglich – wir harren also geduldig der Dinge.
Entsprechend des “Gesetzes der maximalen Schweinerei” wäre aber auch ein Platzwechsel nicht von Efolg gekrönt. Der Textzeile:

“Ich steh’ imm nur
in der falschen Spur.”

trifft eben nicht nur auf Autobahnstaus zu.

Wie dem auch sei.
Einkäufer, die vor wenigen Minuten erst den Eingang des Kaufmannsladens passierten, stehen nun bereits mit gut befülltem Wägelchen an der Nebenkasse.
Lächerlich.
Die bekommen doch gar nichts mit von den Finessen und Feinheiten eines Kassiervorgangs.

Zurück zum Thema.

Nachdem auch der Rest mit Plastikgeld (habe ich schon betont, daß dies immer etwas länger dauert?) bezahlt wurde, geht ein Ruck durch die Wartegemeinschaft. Nun geht es vorwärts.

Der nächste Kunde wird wider Erwarten zügig und komplikationslos abgefertigt (da stimmt doch was nicht), dann ist endlich auch der Zaungast an der Reihe.

“Einen Moment bitte.”

Gelassen unterbricht der Kasseur seine eigentliche Arbeit und beginnt, die vor wenigen Minuten empfangen Markenheftchen zu zerteilen, nützliche von unbrauchbaren Bestandteilen zu separieren. Glücklicherweise sind die Trennstellen vorperforiert – einer störungsfreien Arbeit steht also nichts im Wege.
Nicht auszudenken, wenn auch noch das passende Schneidwerkzeug gefehlt hätte.

Es geht lo-hos.

Das Transportband läuft an und im Sauseschritt verschwinden die erfassten Artikel wieder im Schiebewägelchen.

Ich kann endlich bezahlen.

Natürlich mit Plastikgeld und Rabattmarken.

PS: Namen und Handlung sind nicht frei erfunden und haben sich tatsächlich gestern so zugetragen.

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Bestätigungsvermerk

Erstellt von duftbaeumchen am 12. Oktober 2007

… und nebenbei bemerkt: ES war natürlich teurer.

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