Wasser frisst Strömlinge.
Manchmal direkt, manchmal auch indirekt.
Vorgestern zum Beispiel sprudelte auf dem Firmengelände Wasser aus dem Asphalt. Die für die Objektbetreuung zuständigen Baukräfte gruben daraufhin den Belag auf und stellten fest, daß ein Rohr geborsten ist. Und zwar richtig. So richtig, daß der metallene Zulauf sogar bis ins Haus hinein ausgewechselt werden mußte.
“Ohne Wasser, merkt euch das, ist die Welt ein leeres Fass.“
Pullerngehen und Teekochen wurden daraufhin für einige Stunden ausgesetzt.
Warum, wieso, weshalb entzieht sich meiner Kenntnis und spielt hier letztlich keine Rolle, aber die Technologie der Flickschusterei gebot, den Platz auf einer Länge von ca. zehn bis fünfzehn Meter aufzuschachten.
Zu DDR-Zeiten war das ganz einfach: Spitzhacke, Schaufel, ein/ zwei Erdlinge – los ging’s.
Heutzutage wird dafür schweres Gerät angefordert und kühn drauf losgebaggert.
Ob es nun an der mittlerweile eingeschalteten Dunkelheit, dem Regen oder allgemeiner Misslaunigkeit ob der Buddelei im Zivilisationsdreck lag: “Ein Unglück kommt selten allein” oder “Ein Bagger läßt sich ungern von einem Telefonkabel aufhalten.”
Kurze Rede, langer Sinn: Das Wasser war dann zwar wieder da, aber wir seit gestern Mittag kommunikationselektronisch von der Außenwelt abgeschnitten.
Ein Graus für eine Firma, die unter anderem mit Kundendienst Geld verdient.
Der Telefonapparat saß gelangweilt auf dem Tisch und baumelte mit den Beinen; der e-Mail-Server versuchte vergebens die externen Postfächer zu öffnen; der Zugriff auf die Informationen des Internetzes war blockiert.
Ruhe.
Es ist gar nicht so einfach, den Tag ohne elektronischen Sprach- und Datenverkehr zu übersitzen.
Aber es geht.
Und noch besser geht es, daß die Übertragungswege seit einigen Minuten plötzlich wieder freigeschaltet sind.
Dann freue ich mich auch mal über eine Werbenachricht und kaufe zur Feier des Tages fünf Packungen Viagra und zwei Rolexuhren.
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PS
Drei Stunden nach Störungsmeldung direkt bei der Telekom war der Schaden behoben.
Die Firma, die für die Betreuung des Großteils der im Haus ankommenden Leitungen zuständig ist, hat die Störung zwar auch rechtzeitig bekanntgegeben, aber dummerweise bei ihrem Telefonanbieter.
Bei Arcor.
Erscheint logisch, war in dieser Situation aber ein doofer Fehler.
Die haben nämlich auch ein Leitungsproblem zur Telekom.
Jedoch auf höherer Ebene.