Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für März, 2008

Mittendrin statt nur dabei

Erstellt von duftbaeumchen am 19. März 2008

Morgen früh ist es soweit. Null-sechs-achtundvierzig. Mitteleuropäischer Zeitrechnung.

Der Lenz fällt über uns her.

Da holt man doch gerne den Wagen aus der Garage und dreht eine Runde, die mich heute gen östliche Staatsgrenze führte.

Voll Vorfreude und in Gedenken der nun endlich wärmer, bunter und heller werdenden Tage und Nächte zügelte ich heute Vormittag (19. März 2008) meinen Tatendrang, hielt eine knappe Stunde lang inne und betrachtete in gemächlichem Tempo die Welt zwischen Döbeln-Nord und Dresden-Altstadt.

Zumindest soweit der Blick nicht durch eng aneienandergereihte Fahrzeuge und im dichten Treiben umherirrenden Schneeflocken verbaut wurde.

MORGEN IST FRÜHLINGSANFANG!

Hier und da standen verbeulte Gehhilfen am Straßenrand.

Mit Mühe und Not entlockte ich dem Audiosystem ein dem gehobenen Anspruch gerecht werdendes “Sprech-Radio” (bin sonst eher der Musik-CD-Hörer) – im “Tal der Ahnungslosen” und mit nur einem Antennenstummel auf dem Dach ist das gar nicht so einfach.
Die Verkehrsnachrichten bestätigten meine Rundumbeobachtungen.

Ich war live dabei.

Klar, ich hätte auch eine Woche eher und bei sonnigem Wetter fahren können. Klar, ich hätte das Aufblinkern der Scheibenwischwassermangelanzeige kurz nach Auffahrt auf die Autobahn voraussehen können.

Hab’ ich aber nicht.

Ist was für Weicheier.

Und für die kommenden Frühjahrsfahrten werde ich mir wohl vorsorglich etwas zeitlose Literatur (Kochbücher) ins Fahrzeug packen.

Oder ein paar Laubsägearbeiten?

Am 20. März 2008 ist Frühlingsanfang!

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künstlich belegt

Erstellt von duftbaeumchen am 16. März 2008

Wenn sich der Verzehrbereich des Schnellrestaurants nicht gerade in der Einflugschneise eines Einkaufszentrums befindet, ist die Nahrungsaufnahme an sich doch eine recht langweilige Angelegenheit.

Da auch das Essen immer mehr zum multimedialen Großereignis wird, kann dies langfristig gesehen ein Verlust an Kunden bedeuten.

Das muß nicht sein.
In einigen Wirtshäusern hängen deshalb bereits Fernsehgeräte an den Wänden, andere wiederum versuchen den Gast mit einem Blick in die Küche zu unterhalten.

Langweilig.

“Subway” (R) versucht es demnächst mit einer Art Kochschow.

Nur ohne Kochen.

Die mitunter recht eintönige Darbietung bei der Belegung der Baguettes soll zukünftig in lockerer, mit circensischen Künststückchen gemischten Art ablaufen.

Ob der bisher für diese Form der Nebentätigkeit eingesetzte gemeine BWL-Student dann noch zu gebrauchen ist, muß die Praxis zeigen.

Vorsorglich sucht der Brötchenbeleger schon mal fachkundiges Personal für die wachsenden Anforderungen.

Also: Hütchenspieler, Jongleure und Feuerschlucker aufgepasst! Das ist eure Chance!

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sohlistische Herausforderung

Erstellt von duftbaeumchen am 12. März 2008

Als elektronischer Tagebuchschreiberling interessiert mich natürlich auch, wer von wo ins Logbuch schlittert bzw. welche Such”maschine” den Nutzer an hiesige Gestade spült.

Heute zum Beispiel mit der Wortkombination:

“radfahren mit aneinander gelegten fusssohlen mit einem partner”

Da ich jährlich mehrere hundert Kilometer auf dem drahtenen Esel verbringe, erlaube ich mir einschätzen zu können, daß derartige Fortbewegung nur mit großen körperlichen Anstrengungen zu bewerkstelligen ist. Dies sollte auch anderen Pedalisten nicht verborgen geblieben sein.

Und noch ein Stück verwunderlicher finde ich die Reaktion des großen Bruders “google”, der den Sucher in mein Büchlein lotste:

 

Sohlisten

DAS gilt es zu überprüfen.

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Neues aus dem Osten

Erstellt von duftbaeumchen am 11. März 2008

Heute vor 65 Jahren.

am 11. März 1943

Liebste Lo!

Es ist heute höchste Eisenbahn, das ich mal wieder ein paar Zeilen vom Stapel laufen lasse, aber Du kannst es kaum glauben, wie es hier zu geht. Von oben herunter wird höchste Einsatzbereitschaft und schärfste Ausbildung und strengste Disziplin verlangt und unser Komp.Führer nimmt alle diese Punkte mit aller Härte auf und eine Rekrutenausbildung ist nichts dagegen, den ganzen Tag brüllen und Dienst über Dienst. Heute laß ich nur mal Arbeit, Arbeit sein, damit Du wenigstens mal wieder etwas von mir zu hören bekommst. Ersatz haben wir auch wieder viel bekommen und auch viele Zugänge von Feldkommandaturen, so daß man im Zuge des totalen Krieges merkt, das überall aufgeräumt und aussortiert wird. Viele junge Leute treffen hier ein und unser Haufen dadurch stark verjüngt wird.

Bin bloß gespannt wohin der ganze Kram und der Krieg läuft und welches Ende er nehmen mag. Sich irgend welche Gedanken zu machen hat wahrlich keinen Sinn, denn hinter die verfolgte Taktik der Regierung kann man nicht kommen und wir haben auch gar keine Zeit darüber nach zu denken und das will man ja auch bloß.

Nun aber will ich Dir erst einmal für all Deine Zeilen Dank sagen und wissen lassen, daß die 100grammer noch nicht eingetroffen sind, und die Sendungen von 501-520 vollzählig vorliegen und dann die Nr. 526-27. Die Briefe und Fotos sind auch beide da und freue ich mich, wie nett die Abzüge noch geworden sind, nun möchte ich nur mal einen Film 4×6 1/2 haben. Bis Nr. 8 liegen Deine Briefe vor fehlt nur die Nr. 7 dazwischen aber die wird schon noch eintreffen.

Ich hätte ja nun eigentlich so allerhand zu beantworten aber ich habe keine Ruhe auf diese einzugehen.
Wie es kommt, daß weiß ich auch nicht, die viele Arbeit läßt einem keine Zeit um sich mit irgendwelchen Problemen auseinander zu setzen. Gern möchte ich es mal mit der Charlotte und der Lo tun, aber ich kann es einfach nicht, weil ich meine Gedanken garnicht darauf konzentrieren kann.

Hoffe nur immer das mal ein Entscheidungskampf kommt und mit allem Schluß gemacht wird.

Will für heute auch schließen, ich kann nicht mehr viel schreiben.

Möchte mal richtig ausschlafen können.

Herzlichste Grüße und nochmals Dank

Dein

Rudolf

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künstliche Installation

Erstellt von duftbaeumchen am 10. März 2008

Das Kupferrohr war wohl sehr teuer.

Zu teuer, um das überschüssige Stück einfach abzuschneiden und im feuchten Keller vergammeln zu lassen?

Dann lass’mers gleich dran, man weiß ja nie…

Oder lag die Säge noch zu Hause?

Oder ist das gar Kunst und ich bin Zeuge der ersten Gehversuche eines unbekannten Skulpturisten, eines unbekannten Installateurs?

Eine Kunst-Installation im wahrsten Sinne des Wortes?

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Achtung! Terminverschiebung!

Erstellt von duftbaeumchen am 10. März 2008

Regina-Flyer

Wieviele Fehler sind hier eingebaut?

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Salzvirus

Erstellt von duftbaeumchen am 8. März 2008

Frau Creezy hat Schuld.

Bekannt aus Funk und Fernsehen war mir der Begriff “fleur de sel” zwar geläufig, für den Gebrauch in der heimischen Küche jedoch noch nie in die engere Auswahl aufgenommen worden.

Salz ist Salz.

Der Kaufmann meines Vertrauens bietet die weißen Körner bereits für wenige Zentieuro feil. Oder um mit Gerd Dudenhöffer in “Pappa ante portas” zu sprechen: “… und wird immer gerne genommen.” (Man kennt es ja auch nicht anders.)

Nun brachte mich Frau Creezy (unbewußt) dazu, selbst den Unterschied zu erkunden.

Und siehe da, sie hat Recht.

Salz ist eben nicht gleich Salz!

Dieses Salz ist anders. Sanft und weich im Abgang; zum Nudelnkochen zu schade, für den Rest eine exzellente Ergänzung.

Danke, Frau Creezy. Auch wenn dies mein Haushaltsgeldkonto stärker belastet und ich mich hiermit in den Dienst viralen Marketings stelle.

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Beitrag zum Frauentag II

Erstellt von duftbaeumchen am 8. März 2008

Haushaltstip

Wer das zu bügelnde “große Stück” vorher gründlich reinigt, kann sich natürlich das Papier dann sparen.

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Beitrag zum Frauentag I

Erstellt von duftbaeumchen am 8. März 2008

Haushaltstip

Sind Damenhandtaschen so geräumig, damit sie für den “Notfall” auch ein Reisebügeleisen beherbergen können?

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überversorgt

Erstellt von duftbaeumchen am 8. März 2008

Irene

Nach dem Vereinsfest
will er im Haus der
Freundin übernachten!

Mein Kummer ist bestimmt nicht alltäglich. Kommt doch unser 21jähriger Sohn und erzählt mir, er würde nach seinem Vereinsfest nachts nicht nach Hause kommen. Der einstündige Fußmarsch sei ihm zu weit. Er könne bei seiner Freundin unterkommen.

Ich erklärte ihm energisch, ich könne das nicht dulden. Das gehöre sich nicht.
Darauf er: Es sei doch noch die Freundin seiner Freundin da. Außerdem die beiden alten Damen, bei denen die Freundin wohnt.
Wir haben jetzt einen tagelangen Streit hinter uns. Er bleibt bei seiner Meinung, daß nicht das geringste dabei sei, daß er 21 Jahre alt ist und daß er selber bestimmen müsse, was er tut und was er läßt. Anständig betragen würde er sich schon. Meine Meinung: Gelegenheit macht Liebe. Außerdem ist so was verboten (Kuppelei).
Ich fragte einen seiner Kameraden um seine Meinung. Er sagte, er fände nichts dabei, und ein 21jähriger müsse selbst wissen und bestimmen, was er zu tun hat. Und dieser Mann will Lehrer werden! Was sagen sie dazu? Und vor allem Ihre Leser?

(883/4)

IRENE: »Vor allem Ihre Leser«… das ist ein richtig rundes Mißtrauensvotum. Sie ahnen wohl schon, daß ich Ihrem mündigen Sohn mehr recht gebe als Ihnen. Er muß wirklich wissen, was er zu tun und zu lassen hat, und wenn er es nicht weiß, muß er es mit guten und schlechten Erfahrungen lernen.
Ihre Argumente sind nicht ganz stichhaltig. Kuppelei ist es keineswegs, wenn zwei Freundinnen in einem Zimmer übernachten und Ihr Sohn in einem anderen.
Daß Gelegenheit Liebe macht, leugne ich nicht. Aber wenn man die Gelegenheit sucht, findet man sie so oder so. Mit 21 Jahren ist die Erziehung des jungen Mannes abgeschlossen, man muß ihn soweit erzogen haben, daß er keine leichtsinnigen Geschichten anfängt. Sie schrieben zum Schluß noch, Ihr Sohn sei ein anständiger Kerl. Na, also!

Aber die Meinung unserer Leser würde mich sehr interessieren.” (1)

hier draufklickern

duftbaeumchen: Als treuer Leser Ihrer Zeitschrift möchte ich heute auch einmal meine Meinung kundtun.

Es scheint mir sehr bedenklich, daß ein 21jähriger überhaupt erzählt, wo er die Nacht verbringt. Sie sollten froh sein zu wissen, daß er nicht irgendwo auf einer Parkbank oder in einem Krankenhaus nächtigt.
Abgesehen davon finde ich es skandalös, daß er noch kein eigenes Kraftfahrzeug besitzt. Oder hat er den Führerschein bereits wieder abgeben müssen?

Dann geböte es doch aber die mütterliche Fürsorge, den Sohn vom Vereinsfest abzuholen. Im Zeitalter der Kurzwellenfernsprechtechnik genügt ein kurzer Anruf bei den Eltern und man gelangt auch nach Hause, wenn der letzte Bus längst weg ist. Frau (883/4), Sie sind doch sowieso vor Sorge nicht in der Lage zu schlafen.

Warum geben Sie dem Bengel nicht genügend Kleingeld für ein Taxi mit? Zwei Frauen auszuhalten ist schon kostenintensiv genug. Sechs Kilometer kosten doch nicht die Welt; können sich allerdings ganz schön strecken, wenn man sternhagelvoll ist. Von der Verletzungsgefahr im Dunkeln mal abgesehen.

Sie sind also selbst schuld, wenn sich der Knabe nach einer alternativen Übernachtungsmöglichkeit umsieht. Und bei der Freundin macht es doch sowieso mehr Freude als bei Muttern. Zumal die zusätzlichen drei Damen den Spaßfaktor vervielfachen. Zwei junge für die optischen Reize, zwei alte als erfahrene Lehrerinnen. Wer sagt denn, daß die Freundinnen in einem und der Sohn in einem anderen Zimmer schlafen? Die Vorhaltung eines Gästezimmers und zusätzlicher Bettwäsche kann sich nicht jeder leisten. Also warum die Nacht nicht gemeinsam verbringen?

Und da er (wie Sie selbst sagen) ein anständiger Kerl ist,…

…kommt er auch später für den
Unterhalt seiner Nachkommen auf.

(1) HörZu, März 1967

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