Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

schill-out

Erstellt von duftbaeumchen am Montag 26. Mai 2008

Innerhalb von 248 Jahren wandelt sich einiges.

Auch der Musikgeschmack bedeutender deutscher Künstler.

Wie bereits vor zwei Jahren an gleicher Stelle wagte sich Schiller, der große Meister, auf die Bühne und gab, unterstützt durch acht Mitspieler, sein Können zum Besten.

Lyrik in Wort, Bild und Ton.

“Schiller – Sehnsucht”

Wieder fand sich eine illustre Schar Musikbegeisterter zusammen, um dem Mix aus vokalen und instrumentalen Klangkreationen Christopher von Deylens zu lauschen. Auch dieses Mal wurde nicht am Schalldruck gespart. Und obwohl ich damals zirka drei Meter weiter hinten stand, kam es mir nicht lauter vor.

Mein Gehör lässt wohl nach.

Die Regler regelten die vor zwei Jahren noch etwas schwachbrüstig daherklingende Jette von Roth mehr in den Vorder-, die Bässe in den Unter- und die Raumklänge in den Rundumgrund (oder so ähnlich). Die zwei Kesselschläger, zwei Saitenschwinger und zwei Klavieristen zeigten, daß sie viel Freude am Umgang mit ihren Instrumenten hatten und diese Freude auch in Wohlklang umzusetzen wußten.

Beim Anblick der Lichtschauen (heute light show genannt) der legendären Pink Floyd staune ich immer wieder, was heutzutage mit ein paar Taschenlampen alles möglich ist. Wo damals noch für jede Lichtfarbe ein separater Scheinwerfer nötig war, genügt mittlerweile eine Funzel in der Größe einer Küchenmaschine, um alle Farbnuancen darzustellen.

Die aktuellen Energiepreise machen den Spareffekt jedoch bald wieder zunichte.

Wie bereits beim Konzert der „Tag und Nacht“-Tour waren auch dieses Mal wieder Zuhörer zugegen, die andächtig und mehr oder weniger regungslos dem Treiben lauschten. Gut, daß bei derartigen Veranstaltungen auf eine Saalbestuhlung verzichtet wird – sie wären doch glatt eingeschlafen und hätten die Darbietung durch asynchrone Schnarchgeräusche nur unnötig gestört.

Nach mehreren Zugaben und insgesamt hundertfünfzig Minuten Schallartistik war die wäldliche Ruhe auf dem Weg nach Hause eine wahre Wohltat für die Lauscher. Daß bei jedem „Nachtrag“ die Regler eine wenig weiter in Richtung Maximum geschoben wurden, weckte in mir sogar den Verdacht, uns Zuschauer durch überhöhten Lärmpegel aus dem Haus treiben zu wollen.

Hoffentlich nur ein Verdacht.

Alles in allem wieder ein furioses Spektakel, wenngleich ich mir zumindest eines der beiden Stücke mit der unvergleichlichen Stimme Ben Beckers ersehnte.

Aber wie damals bereits:

Man kann eben nicht alles haben.

PS:
Ein weiteres Nichtanwendungsgebiet für die Kamera des Nokia 6300: Musikkonzerte mit Lichtschau.
Der Sensor ist hoffnungslos überfordert. Von Schärfe und Auflösung ganz zu schweigen. Auf Grund dessen gehe ich davon aus, mit der Zuschaustellung des Bildes keine Urheberrechte des Veranstalters zu verletzen.

Man kann eh nix erkennen.