Ein Mysterium, welches sich dem männlichen Teil der Menschheit wohl nie erschließen wird ist die Kombination Frau und Einparken (a).
Dabei möchte ich hier weniger auf die Schätzung der Passfähigkeit des Fahrzeuges in die Parklücke eingehen - da haben selbst Männer ab und zu Schwierigkeiten.
Vielmehr interessiert mich, nach welchen Kriterien die Frau ihren Stellplatz auswählt, wenn derer mehrere, sowohl einfach als auch umständlich zu befahrende zur Disposition stehen. Mir geht es nun nicht darum, jemanden schlecht zu machen oder der Lächerlichkeit preiszugeben.
Ich möchte es einfach nur VERSTEHEN.
Folgende Situation: Großer Parkplatz vor dem Kaufmannsladen meines Vertrauens. In zwei sich gegenüberliegenden Parkreihen sind genau drei Lücken frei (Klick auf Skizze). Dazwischen ein feminin geführtes Fahrzeug gehobener Preisklasse mit Friedberger Kennzeichen (FB). Zwei Insassen (der Erscheinung nach die Eltern) sind bereits ausgestiegen, die Lenkerin (der anderen Erscheinung nach die endzwanzigjährige Tochter) steht vor der Wahl des optimalen Stellplatzes.
Schwierig, schwierig.
Einerseits bestünde die Möglichkeit, vorwärts in eine der beiden auch nach links und rechts reichlich Freiraum bietenden Buchten (2 bzw. 3) einzubiegen. Andererseits würde eine Rückwärtsfahrt in die engere Alternative (1) ebenfalls zum gewünschten Ergebnis führen. Weil Parkposition (1) infolge nicht normgerecht abgestellter Nachbarfahrzeuge zusätzlichen Nervenkitzel verursacht, bietet diese Variante jedoch einen erhöhten Schwierigkeitsgrad und damit mehr Möglichkeiten, Schrammen im Lack zu hinterlassen.
Meine Passage wird durch zwei weitere rangierende PKW verhindert, also harre ich geduldig - mit direktem Blick die Fahrerin beobachtend und auf das Einkaufswägelchen gestützt - der Dinge, die da kommen sollen.
Die Entscheidung ist schnell getroffen. Trotz elterlicher Hinweise verbaler und gestikularischer Art, eine der beiden leicht zu erreichenden Endstationen zu befahren, setzt Mademoiselle ihre eigene Meinung durch.
Die Eins muß es sein!
Auch wenn ein großes Werbeplakat letztlich den Zugang zum Kofferraum verhindern wird.
(Doch das merken wir erst, wenn das gefüllte Schiebewägelchen am Ende der Einkaufstour entleert werden will (b).)
Dann geht’s los. Vor - zurück - vor - zurück. Zwischendurch mal nach links und rechts lenken. Der Vater fuchtelt wild mit den Armen, Muttern hat sich mittlerweile genervt abgewendet und auf den Weg gemacht.
“Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht an geht.” Oder so ähnlich.
Bis zum abschließenden Erreichen der Parkposition wollte ich dann aber doch nicht warten. Als sich die beiden anderen mir zusätzlich den Weg versperrenden Gehhilfen entfernt hatten, konnte ich weiter meiner Wege ziehen.
Schließlich ist auch meine Lebenszeit begrenzt.
Und nun meine Frage: Warum ist sie nicht einfach vorwärts in eine der beiden Lücken gefahren?
Waren es spätjugendliche Ausbruchversuche eines unterdrückten Einzelkindes? Eine Trotzreaktion dem besserwissenden Vater gegenüber? Oder doch nur eine für alle (c) Frauen typische Vorgehensweise?
Klärt mich mal bitte jemand auf?
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(a) Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.
(b) Wahrscheinlich ist sie es von Einkäufen beim gelben Möbelhaus so gewohnt - erst die Schwankwandeinzelteile erwerben und dann draußen feststellen, daß ein 1er BMW doch zu kurz für die Seitenwände ist.
(c) siehe (a)