Erstellt von duftbaeumchen am 29. Juli 2008
Wenn man zwei Frauen gemeinsam zum Parkscheinautomaten schickt, dauert es doppelt so lange, als wenn nur eine ginge und viermal so lange, als wenn sich der Mann eigenbeinig dorthin bewegte.
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Erstellt von duftbaeumchen am 28. Juli 2008
Es schien sie nicht zu stören, daß ich ihnen gestern nachmittag beim Geschlechtsverkehr zusah. Und nicht nur heimlich aus einer die Privatsphäre respektierenden Entfernung; nein, ich beobachtete sogar sehr intensiv und aus kurzer Distanz. Sozusagen Aug’ in Aug’.
Mir persönlich wäre die permanente Hin-und-Her-Rennerei während der Kopulation zu anstrengend – schließlich bin ich auch nicht mehr der Jüngste -, aber die Beiden hatten offensichtlich Spaß dabei. Unsicher bin ich mir, ob es ein gemischt- oder ein monogeschlechtliches Paar war. Die Stellung ließ auf Zweiteres schließen, aber so genau konnte ich das nicht erkennen. Die Altersweitsichtigkeit.
Gut, ich hätte sie fragen können. Aber stell dir doch mal vor, du hast Sex im Freien und da kommt jemand daher, tippt dir auf die Schulter und stellt der Situation unangemessene Fragen.
Das geht doch gaaar nicht.
Also hielt ich den Mund und guckte schweigend zu.
Abgesehen davon: Wer weiß denn, ob sie meine Sprache überhaupt verstanden hätten.
Nach einer Weile wurde es dann langweilig. Kein Stellungswechsel, keine Lustgeräusche, keine innovativen Wendungen.
Er von hinten auf|an ihr|ihm. Nur von hinten.
Leute, durch das ständige Rumgezappel verzögert sich doch jeder erfolgreicher Absch(l)uss. Am Ende geht noch die Hälfte daneben, nur weil ER im entscheidenden Moment den Halt verliert.
Vielleicht war es deren erstes Mal. Da ist man bekanntlich noch aufgeregt und kennt sich noch nicht so gut aus.
Die anderen Gäste beachteten die Szenerie schon gar nicht mehr. Mein Voyeurismus wurde mir daraufhin sogar etwas peinlich. Ich zog also weiter und ließ sie in ihrem Triebesspiel allein.
Obwohl auf den ersten Blick nicht zu erfassen, spielt sich auf einem kleinen Stück Natur eine Menge Sehenswertes ab.
Eine Wiese ist eben nicht nur eine Wiese.
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Erstellt von duftbaeumchen am 25. Juli 2008
Da ich nun weiß, daß sich meine Nachbarin sogar nackt im Internet zeigt, ich mich allerdings nicht traue, sie direkt anzusprechen, warte ich auf ein Zeichen ihrerseits. Einen Wink mit dem Zaunpfahl, eine kleine Geste.
Als kürzlich eine nette Stimme meinen Anrufbeantworter blockierte und mir mitteilte, daß jemand aus der näheren Umgebung eine Nachricht für mich hinterlassen hätte, war ich schon frohen Mutes.
Umgehend schaute ich auf der angegebenen Internetseite nach.
Pustekuchen. Nichts. Die wollten doch nur wieder mein Geld zerschneiden (sogenannte Geldschneider).
Ich warte also weiter. Vielleicht ergibt sich mal noch was…
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Erstellt von duftbaeumchen am 24. Juli 2008
Straßenreinigung funktioniert nur dann effektiv, wenn sie morgens kurz vor Acht auf einer vielbefahrenen, zum Überholen zu unübersichtlichen, einspurigen Waldstraße stattfindet.
Denn nur dann kann die in einer langen Schlange in doppelter Schrittgeschwindigkeit hinterherzuckelnde Kolonne frühtaubenetzter Kraftfahrzeuge den aufgewirbelten Dreck richtig aufnehmen.
Nachts Putzen kann ja jeder.
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Erstellt von duftbaeumchen am 24. Juli 2008
Wie wir wissen und täglich spüren, bemüht sich die Kosmetikindustrie ständig um unser optisches Wohlergehen. Die Erfinder erfinden ohne Unterlass neue Püderchen, Sälbchen und Wässerchen, auf daß der gemeine Erdling seine Äußeres dem genau von dieser Industrie erschaffenen Schönheitsideal anpasse.
Permanent werden wir mit Werbebotschaften bombardiert, die uns suggerieren, mit kleinem Aufwand (und großem Geldsäckchen) das Alter mit dem Schnippelchen erschlagen zu können und der Welt ewige jugendliche Frische vorgaukeln zu müssen.
Mit über vierzig gar nicht mehr so einfach.
Um ein Produkt erfolgreich unters Volk zu bringen wird gern mit “unabhängigen Tests” geworben.
Davon abgesehen, daß auch eine “von Dermatologen getestet”e Hautcreme nicht besser wirken muss, als eine ungetestete (Frau Glas wird ein Liedchen darüber trällern können), frage ich mich: Wie laufen derartige Versuche überhaupt ab?
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Erstellt von duftbaeumchen am 22. Juli 2008
Eff. STOP!
Geh’n ‘se weiter, hier gibt’s nüscht zu seh’n!
Oder doch?
Es gab.
Getrieben durch meine Neigung, selbst ab und zu die Hand an den Auslöser zu legen, weiteten wir unsere kulturelle Sonntagswanderschaft bis nach Leipzig-Plagwitz aus.
Im Rahmen des zweiten internationalen Fotofestivals F/Stop stellten dutzende Bildkünstler aus Stadt und (Fremd-)Land ihre Werke zur Schau. Ein Marathonlauf über mehrere Kilometer; eine Exposition verteilt auf 24 Lokationen mit mal mehr, mal weniger Material zur Begutachtung. Ob Mietwohnung, seit Jahren ungenutzter Verkaufsraum oder Industriebetrieb, ob nackter Grauputz oder weiße Tapete – ein gelbes Band als Zeichen der Zugehörigkeit gewährte uns Einlass.
Fotografien, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Groß und klein, farbig und schwarz-weiß. Themenreich wie das Leben.
Nun ja, vielleicht bin ich schon zu alt oder mir fehlt nur der Sachverstand. Doch bei einigen Exponaten war ich unschlüssig, ob die Fotos nicht etwa aus dem Ausschussfundus eines Fotolabors zusammengeklaubt worden waren.
Doch Kunst kann und will nun mal nicht jedem gefallen.
Andererseits gingen einige Bilderserien mit ihrem Umfeld eine perfekte Symbiose ein.
Fotos, die als Einzelstück in jedem Album zu finden sein können, werden in der Gruppe beachtenswert; erhalten durch kahle, raue Wände verlassener menschlicher Behausungen einen starken Rahmen.
Oder wirken besonders in ihrer Kombination miteinander.
Stellenweise fühlte ich mich zurückversetzt in meine Jugendzeit. Die Dielen knarrten und löchrige Türen gewährten spärliche Blicke auf die Überbleibsel längst verlassener Mietwohnungen.
Gleichsam eine bebilderte Zeitreise.
Und die Herzdame reiste tapfer mit.
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Erstellt von duftbaeumchen am 21. Juli 2008
Das Kind bricht nicht nur beim Aufbau der Modelleisenbahn zu Weihnachten aus dem Mann heraus, nein, auch im Sandkasten kann der Hobbybaumeister zeigen, was in ihm steckt.
Sofern man ihn läßt.
Da sich Kinder beim Buddeln manchmal etwas engstirnig zeigen und sich nicht gern Schaufel und Eimer wegnehmen lassen, muß sich also der moderne Mann (oder auch die nicht minder fortschrittliche Frau) ein eigenes Betätigungsfeld suchen.
Einen Sandkasten in groß.
Aufgestellt momentan im Einkaufszentrum “nova eventis” (ehemals Saalepark) in Günthersdorf bei Leipzig.
Und obwohl das Wetter derzeit eher nach Kuschelsofa aussieht, trieb es uns gestern hinaus, den Burgenbauern bei ihren finalen Verfeinerungen im Rahmen der Weltmeisterschaften der Sandskulpteure über die Schultern zu schauen.
In Ermangelung eines richtigen Meeres mußten sich die Plastiker mit reichlich Wasser vom Himmel begnügen. Sie saßen wie kleine Kinder am Strand; die Umwelt missachtend, voll auf die Arbeit konzentriert.
Eigentlich bereitet es mir Freude, Kleinkinder “aus Versehen” die Sandburg zu “zerlaufen”.
Gestern hielt ich mich zurück.
Aber bis Ende August ist ja noch Zeit…
Schick sieht’s trotzdem aus.
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Erstellt von duftbaeumchen am 20. Juli 2008
[...]
25 Aber in der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See.
26 Und als ihn die Jünger sahen auf dem See gehen, erschraken sie und riefen: Es ist ein Gespenst! und schrien vor Furcht.
27 Aber sogleich redete Jesus mit ihnen und sprach: Seid getrost, ich bin’s; fürchtet euch nicht!
28 Petrus aber antwortete ihm und sprach: Herr, bist du es, so befiehl mir, zu dir zu kommen auf dem Wasser.
29 Und er sprach: Komm her! Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf dem Wasser und kam auf Jesus zu.
30 Als er aber den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, hilf mir!
[...]*
Tja, hätte Petrus das Warnschild beachtet, wäre ihm das nicht passiert.

(Das Schild existiert wirklich und ist auf der Freifläche vor dem Einkaufszentrum nova eventis bei Leipzig zu bestaunen.)
*Matthäus 14
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Erstellt von duftbaeumchen am 16. Juli 2008
Kunden laden sich Trojaner auf die Platte, irgendein Update pflügt wichtige Systemdateien unter den Datenmüll und Festplattenhersteller bauen ihre Geräte so, daß sie möglichst zeitig ihren Geist aufgeben. Manch einer lässt sich sogar durch ein Werbefenster zum kreditkartengestützten Erwerb eines völlig nutzlosen “Antivirenprogrammpakets” für hundert Euro verleiten und wundert sich, daß danach der Rechner schleppend langsam wird und sich ungefragt seltsame Internetseiten öffnen.
Und das Ganze nicht locker über die Woche verteilt; nein, wenn schon, dann als geballte Ladung.
Ohne Datensicherung im Hintergrund.
Aber wie sagt Vater so treffend: “Hättste doch was ordentliches gelernt.“
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