Duftbäumchens Logbuch

Kaum macht man’s richtig, schon funktioniert’s.

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Archiv für August, 2008

Salat mit Musik

Erstellt von duftbaeumchen am 27. August 2008

Auch wenn es vorkommt, daß die Herzdame ab und zu nicht Frau ihrer Sinne zu sein scheint, so ist ihre Anwesenheit im Allgemeinen von unschätzbarem Wert für meine Lebensführung.

Ein Beispiel.

Vor drei Tagen säuselt plötzlich eine Melodei in mein Ohr. Gar nicht weit entfernt. Doch obwohl ich angestrengt überlege und diverse Ecken des nicht allzu großen Feriendomizils nach der Herkunft der Musik durchforste, gelingt es mir nicht, die Situation aufzulösen. Seltsamerweise scheine ich der Quelle sehr nahe zu sein und trotzdem entdecke ich sie nicht.

Wenn nun die Herzdame nicht zugegen gewesen wäre und mir virtuell unter die Ärmel gegriffen hätte, ich würde vielleicht immer noch umherirren.

Mit geschickt gestellten Fragen führte sie mich zu des Rätsels Lösung.

Zwar nicht schnell genug, um angemessen reagieren zu können, aber ausreichend, den Ursprung des Unterhaltungsprogramms zu erkennen.

Ein Telefon.

Für den “Notfall” hatte mir Herr D. ein portugiesisches Mobilfunkfernsprechgerät zur Verfügung gestellt, welches ich in der Hosentasche mit mir führte.

Der Notfall trat also ein. Er rief mich an, um kurz mitzuteilen, daß er in dem uns als Kostprobe zum Verzehr überlassenen Geflügelsalat den Mais vergessen hatte.

Geschmeckt hat der Salat trotzdem vorzüglich.

Statt gelbem Gemüse gab’s eben Musik dazu.

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Modenschauer

Erstellt von duftbaeumchen am 26. August 2008

Was mir in London weniger, dafür in Portugal wiederholt und ganz gezielt ins Auge gestochen wurde: Britische Urlauber erkennt man sofort auch weit ab ihrer heimischen Gefilde.

Dabei spielt die Sprache nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr lässt ihre äußere Erscheinung erkennen, daß Old Britania ihre Sendboten in die Welt geschickt hat, um die “alten” Werte aufrechtzuerhalten.
Auch wenn sich die Briten am Tage etwas gehen lassen, sich ungeniert dem Sonnenbade hingeben, um mit Stolz ihre krebsrote Haut den Daheimgebliebenen präsentieren zu können.

Des Abends hingegen verwandeln sie sich, der Metamorphose eines Schmetterlings gleichend, in wahre Schönheiten.

Und obwohl weder Operball noch ein Konzert der Carvoeiroer Viel-Harmoniker zur lichtgeschwängerten Strandbühne locken, die Britin von Welt lässt sich von solch profanen Ereignissen wie Feuerjonglieren, Perlenzopfflechten oder Schnellzeichnen nicht davon abhalten, durch geschickte Wahl der Abendgarderobe ihren Spürsinn für Stil und modische Weltgewandheit zu offenbaren. Wo die gemeine Festländerin in Jeans, T-Shirt und Flip-Flops in der Wartegemeinschaft am Eisladen verharrt, flanieren die Abgesandten des Inselvolkes mit güldener Handtasche, Silberglitzerschühchen und leichtem, locker um die Schultern drapierten Seidenschal. Die Basis bildet ein Sommerabendkleid, welches die durch den extensiven Sonnenkonsum geröteten Extremitäten nur knapp bedeckt; komplettiert wird das Ensemble durch reichlich Geschmeide und Make-Up.
So aufgebrezelt kann man der Welt zeigen, daß das wahre Zentrum des guten Modegeschmacks nicht in Paris, Mailand oder New York beherbergt ist.

Die wirklich innovative Mode kommt aus Stoke-On-Trent.

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Mittagsruhe

Erstellt von duftbaeumchen am 25. August 2008

Zwei vorschulalte Junginsulaner sind problemlos in der Lage, die Geräuschkulisse einer 20-köpfigen, aufgeregt kommunizierenden Kindergartengruppe zu simulieren.

Polyphon mit allem, was dazugehört.

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das erste Mal

Erstellt von duftbaeumchen am 20. August 2008

Obwohl DB junior schon 20 Jahre bei mir lebt - damals lag er elternlos am Ostseestrand und ich unterzog ihn einer Spontanadoption - ist er dieses Jahr das erste Mal seitdem auf großer Fahrt in die weite Welt dabei.

Ich darf konstatieren: Der Flug ist ihm gut bekommen - auch wenn wir auf Malle umsteigen mussten, die Kabine des A320 beim Einsteigen aussah, als ob soeben ein Großbrand gelöscht wurde (durch zahlreiche Spalten strömte noch kalter Rauch) und das Sandwich in Form und Farbe eher an einen Bagel mit Schnittkäse erinnerte.

Dafür war die als “salziger Snack” angebotene Zwischenmahlzeit überhaupt nicht salzig, was den anschließenden Wasserverbrauch in engen Grenzen hielt.

Durch die mitreisende Herzdame erschloss sich mir auch eines der großen Mysterien der Luftfahrt: “Der Tomatensaft schmeckt besser, weil er dickflüssiger ist.

Sagt man.

Doch das liegt bestimmt nur an der dünneren Luft so weit oben.

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abseits von Olympia

Erstellt von duftbaeumchen am 20. August 2008

Eine Prämiere.

Erstmalig in meiner Fluglaufbahn nach Portugallien führte mich der windige Weg zu einem Zwischenaufenthalt nach Malle.

Eine lehrreiche Erfahrung.

Nun weiß ich auch, warum das Reisegepäck so um die 20 Kilogramm schwer sein sollte.
Nicht etwa, um bei der Planung der Treibstoffkosten eine “rechenfähige” Größe zur Hand zu haben. Vielmehr geht es darum, das Verladepersonal mit definierten Gewichten beim Krafttraining zu unterstützen.
Zumindest das jugendliche, im Muskelaufbaustadium befindliche Personal des Flughafens in Palma de Mallorca.

Denn obwohl der Abstand von Gepäckwagen zu Transportband nur wenige Zentimeter betrug, wurden Koffer und Taschen grundsätzlich geworden.

Mehr weit als präzise.

Den Gesichtern der beiden dem Anschein nach studentischen Aushilfskräfte sah ich an, daß der Arkt des Werfens ein besonderer Spaß sein musste. Und wenn mal ein Koffer das Band nur knapp verfehlte - ach was solls. Aufheben, zum Auswurfpunkt zurück und neuer Versuch. Beim zweiten Anlauf klappte es meistens.

Armkrafttraining auf andere Art.

Der Spaßfaktor hat jedoch auch eine Kehrseite.

Denn obwohl genügend fensterplatzierte Zuschauer dem Ereignis beiwohnten, ist dies ein sehr einsamer Sport.
Durch die doppeltverglasten Gucklöcher ist eine akustische Einflussnahme auf das Geschehen leider nicht möglich; Anfeuerungsrufe verhallen ungehört in der Kabinenisolierung, da aus Kostengründen ein Öffnungsmechanismus für die Fenster nicht vorgesehen ist.

Je länger ich über meine Beobachtung sinniere, desto mehr gleite ich jedoch in eine Denk-Richtung, die mir anfänglich verborgen blieb.

Vielleicht waren die beiden gar nicht im “Trainingslager” für die nächsten Meisterschaften im Gepäckweitwerfen.

Bin ich gar wieder einmal einem Geheimbund auf die Spur gekommen? Einer Weltverschwörung?

Wurden die Werfer gar vom Geheimkartell der Kofferhersteller genötigt oder mit Geld gezwungen, nur um einen vorzeitigen Verschleiß des “Verpackungsmaterials” zu provozieren?

Doch daran dachte ich während der Show noch gar nicht.

Meine Gedanken kreisten vielmehr um die Frage: Habe ich zerbrechliche Utensilien im Gepäck? Wenn ja, wohin läuft der Inhalt beim Zerbersten?

Und vor allem: Kann ich für den Absturz der Fluzgmaschine verantwortlich gemacht werden, wenn aufgrund unvorhergesehener chemischer Reaktionen mein Koffer explodiert?

Oder viel schlimmer? Muß ich das Flughafenmanagement an den Millionengewinnen beteiligen, die ich durch den Verkauf der durch die unbeabsichtigte Vermischung meiner zu Bruch gegangenen Kosmetika entstandenen Duftkreationen erziele?

Wofür die weltbessten Parfümeure Jahre und unzählige Ingredenzien benötigen, gelingt auf Malle durch einen geschickten Wurf des Schönheitsköfferchens.

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Flugakrobatik

Erstellt von duftbaeumchen am 20. August 2008

Als ich der Herzdame einige Schnappschüsse des Hinfluges zeige, fragt sie bei diesem Bild:


Nicht tanzen?“(*)

Geeenau. Obwohl aus technischer Sicht ohne weiteres die Möglichkeit der artistischen Belustigung der Fluggäste besteht (dafür sind auf der Oberseite der Flügel Ösen zur Arretierung der Künstler angebracht), hat sie dann aber doch recht schnell selbst festgestellt, daß auf den Tragflächen Step-Tanz eher selten bis gar nicht ausgeführt wird.

Aber man weiß ja nie…

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(*) Die Aufforderung “No Step” ist auf die Oberseite der Flügel gedruckt und soll dem Wartungspersonal anzeigen, diesen Bereich nicht zu betreten.

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umverpackt

Erstellt von duftbaeumchen am 19. August 2008

Die Einkaufstüten, die ich vorige Woche nach dem “Ausmisten” des Küchenschrankes zu Dutzenden weggeworfen habe, könnte ich heute für den Transport des Reisegepäcks sehr gut gebrauchen.

Gut, dann nehm’ ich halt doch den Koffer.

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