Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

stark im Abgang

Erstellt von duftbaeumchen am Mittwoch 8. April 2009

Je kleiner das Kino, desto zappeliger kann es drinnen sein.

So wie gestern, als sich die, die sonst in der Masse eines 300-Leute-Publikums wegen der statistischen Verteilung nicht weiter auffallen, in einem Miniaturlichtspielhaus auf engstem Raum und trotzdem gleicher Anzahl konzentrierten.

Egal.

Wir wollte ja primär einen Film anschauen und uns nicht über Zu-Spät-Kommer und Tütenraschler aufregen.

Und das haben wir auch getan. Also Film geguckt.

Gran Torino

von und mit Clint Eastwood

Über die Handlung möchte ich hier nichts weiter äußern, das wurde anderenorts hinreichend getan – zum Beispiel im Tagesspiegel oder in der taz.

Nur soviel: Wie bereits in meinem Eintrag vom 01. Februar dieses Jahres bemerkt – Herr Ostholz ist mittlerweile ein Meister der Kinematographie geworden.

Eigentlich hatte ich mit wesentlich weniger Witz und Ironie gerechnet.
Die Werbefilmchen im Vorfeld zeigten doch mehr den griesgrämigen, verbitterten Pensionär, der mit seiner Umwelt hadert und sein kleines, uramerikanisches Reich inmitten einer neuzeitlichen, mittlerweile multikulturellen Wohngegend bis zum Äußersten verteidigt. Dies macht er zwar in den knapp zwei Stunden des Films auch so, doch die Art und Weise der Darstellung war stellenweise schon sehr amüsant.

Neben aller Tiefgründigkeit.

Fazit: Anschauen!


PS: Herr Eastwood deutete in einem Interview mit der britischen Zeitung „Telegraph“ darauf hin, dass dies sein letzter Film vor der Kamera sei.
Nach kurzer Recherche im Netz der Netze habe ich auch keine Informationen gefunden, in welchen Filmen er überhaupt schon mal cinegraphisch verendete oder anderweitig gemeuchelt wurde.

Sollte das also wirklich der Abschluss seiner Schauspielerkarriere gewesen sein, dann hat er sich einen starken Abgang von der Bühne ins Drehbuch schreiben lassen. Der Tod im Film war somit zugleich sein Tod als Akteur.

Aber vielleicht lässt er sich noch einmal umstimmen…

PSS: Lakritzbonbons schmecken ohne Papierhülle besser als mit. Auch (oder gerade) im Dunkeln.