Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

leyenhafte Darstellung

Erstellt von duftbaeumchen am Montag 27. April 2009

Eigentlich wollte ich mich zum Thema „Sperren von Internetseiten mit kinderpornografischem Inhalt“ hier nicht weiter äußern. Einerseits wird darüber hinreichend in anderen Bereichen des Netzes und des realen Lebens diskutiert, andererseits sind nicht nur die geplanten Zugangsbeschränkungen mit „Stopschild“ und DNS-Sperre, sondern auch die „fundierten“ Äußerungen unserer Familienursel lächerlich. Die Computerzeitschrift c’t hat das kürzlich ausführlich und ohne allzuviel Technikbrimborium in einem klitzekleinen Artikel erklärt; ebenfalls betrachtenswert ist das Interview mit Johnny Haeusler vom Spreeblickblog in 3sat.

Ich möchte klarstellen: Kindesmissbrauch, egal in welcher Form, muss hart bestraft werden.

Doch solange die – wohl auch in unserer schönen Republik stehenden – Bild- und Videomaterial seelisch und körperlich geschändeter Kinder feilbietenden Server nicht aktiv bekämpft und „vom Netz“ genommen werden, solange wird es immer Möglichkeiten geben, über das Internet an dieses Material heranzukommen.

Man muss nur genügend kriminelle Energie aufbringen.

Genau an dieser Stelle müssen die Fahnder ansetzen und nicht an sinnlosen Warnhinweisen und Zugangsbeschränkungen, die letztlich nur Vorstufe einer sich auf weitere Bereiche ausdehnbaren Zensur sind. Die wahren Pädophilen nutzen längst andere Kanäle.

Ich schweife ab.

Was mich nun doch dazu bewog, einen Eintrag zu hinterlassen, ist folgendes Zitat unserer Bundesuschi, entnommen einem Radiointerview, welches Radio Eins mit ihr führte.

Wir wissen, dass bei den vielen Kunden, die es gibt, rund 80 Prozent die ganz normalen User des Internets sind. Und jeder, der jetzt zuhört, kann eigentlich sich selber fragen, wen kenne ich, wer Sperren im Internet aktiv umgehen kann. Die müssen schon deutlich versierter sein. Das sind die 20 Prozent. Die sind zum Teil schwer Pädokriminelle. Die bewegen sich in ganz anderen Foren. Die sind versierte Internetnutzer, natürlich auch geschult im Laufe der Jahre in diesem widerwärtigen Geschäft.“ (*)

How. Die Zensursula hat gesprochen.

Da fehlen mir fast die Worte.

Ich überlege, ob ich mich vorsorglich selbst anzeigen bzw. in die psychatrische Anstalt einweisen lassen sollte. Denn als jemand, der sich seit 1986 intensiv mit Computern und Netzwerken (man munkelt, da gehört das Internet dazu) sowohl beruflich als auch privat beschäftigt, bin ich der Meinung, zu den „versierten“ zwanzig Prozent zu gehören.

Und ein Teil derer sind ja wohl schwer pädophil veranlagt.

Wenn ich mich dann noch gedanklich im ebenfalls technisch „versierten“ Kollegenkreis umschaue… Oh, oh, da gibt es anscheinend noch Handlungsbedarf. Da gibt es doch tatsächlich Mitarbeiter, die ebenfalls die DNS-Einstellungen händisch und innerhalb weniger Sekunden auf ihren Notebooks modifizieren können.

Wenn hier also demnächst spontan und längere Zeit nichts mehr passiert, dann ist es passiert…


(*) Ursula von der Leyen im Interview mit Radio Eins am 24.04.2009

Ein Kommentar zu “leyenhafte Darstellung”

  1. Ebola sagt:

    sic!