Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für April, 2009

Radiologik

Erstellt von duftbaeumchen am 14. April 2009

Vorhin im Radio.

Eine Meldung gibt Kunde vom Aufgriff eines Leipziger Drogenhändlers während einer Straßenkontrolle und schließt mit den Worten:

“Da die Person der Polizei bereits einschlägig bekannt war, wurde sie sofort festgenommen.”

Na gugge mal an.

Und was wäre gewesen, wenn der Drogenhändler bisher noch nicht polizeilich aufgefallen wäre? Hätte er dann unbehelligt von dannen ziehen können?

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Vergangenes

Erstellt von duftbaeumchen am 12. April 2009

Ostersonntag

Der Ostersonntag vor einem Jahr. Genau wie heute, nur ganz anders.

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Schlange zum Mittag

Erstellt von duftbaeumchen am 11. April 2009

Also wenn ich am Ostersamstag gegen 12.30 Uhr im Kaufmannsladen an sechster Position in der Schlange an der Kasse mit einem bis zum Rand gefüllten Schiebewägelchen vor einem Mitmenschen stünde, der nur ein Päckchen Reibekäse und eine Flasche Bratsahne in den Händen hält (die er bestimmt für die erfolgreiche Zubereitung des Mittagessens benötigt und vergaß rechtzeitig einzukaufen), ich würde ihn vorlassen.

Aber leider stand ich nicht vor mir.

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P52/09 – Käfer auf ‘m Blatt,…

Erstellt von duftbaeumchen am 11. April 2009

Oder: Fotografie als Tor zu anderen Welten.

Projekt 52/09Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!
Sie zu
halten, wäre das Problem.
Denn, wen ängstigt’s nicht: wo ist ein Bleiben,
wo ein endlich Sein in alledem?

[...]” [1]

Bemerkt ihr, wie die Zeit eilt? Wie sie rennt und Stund’ um Stund’ verschlingt?

Und mit dem “Bemerken” ist das heute ja nicht mehr so einfach wie früher.

Oder wann hast Du das letzte Mal beim Spazierengehen (sofern Du Dir überhaupt Zeit für derart nebensächliche Tätigkeiten nimmst) die Umgebung genau angeschaut? Dabei meine ich nicht “Oh, guck mal die Wiese.” und “Schau, die Blätter sind sooo schön grün.”. Vielmehr frage ich: Hast Du Dich schon mal auf eine Wiese gelegt und minutenlang ins Gras geschaut? Die Halme betrachtet? Das Geziefer beim Tagwerk beobachtet?

Wir werden täglich überschüttet mit Informationen, Eindrücken und Bildern. Doch wie es wirklich um uns herum aussieht, geht in der Hektik des Alltags, die wir uns meist selbst schaffen, unter. Wie die kleinen Rädchen ineinander greifen und den Lauf der Welt vorantreiben bleibt uns vielfach verborgen.

“‘n Käfer auf’m Blatt,
was ist das schon?
Das Blatt haut man ab,
den Käfer latscht man platt.
‘n Käfer auf ‘m Blatt, was ist das schon?
[...]” [2]

Ich fotografiere. Mehr oder weniger gut. Mit Freude.

Was früher nur Geknipse “ohne Sinn und Verstand” war, wandelte sich mit dem Erwerb meiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera Ende 2004. Von da an begann ich, meine Sehgewohnheiten zu ändern. Jeder, der sich mehr mehr als weniger mit der Fotografie beschäftigt, wird dies nachvollziehen können. Mittlerweile “analysiere” ich viele Bilder; versuche zu durchschauen, wie und warum der Fotograf welche Einstellungen vorgenommen hatte, um die gewünschte Bildaussage zu realisieren. Ich gehe durch die Stadt und achte plötzlich auf Dinge, für die sich sonst nur wenige interessieren; sehe Kleinigkeiten, die sich im Meer der Eindrücke gerade noch so über Wasser halten können.

Und ärgere mich, die Kamera wieder mal nicht dabei zu haben.

P52/09 - Türen & Tore

Ich stellte fest: Mit Herzdame und Fotoapparat Spazierengehen und allein mit Fotoapparat Spazierengehen sind zwei unterschiedliche Dinge – auch wenn die Herzdame beteuert, dass es ihr nichts ausmacht, wenn ich alle naselang innehalte, um scheinbar Nebensächliches aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und mehrfach auf digitales Zelluloid zu bannen.

Wer genau hinschaut, wird sehen.  Wird sich kleine und große Türen und Tore zur Erweiterung des eigenen Horizonts öffnen, durch “Schlüssellöcher” andere Welten erkennen.

Man muss nur genau hinschauen.

Türen und Tore – das Thema der 14. Woche des Projekts 52/09. Türen und Tore – das sind eben nicht nur Hauseingänge im herkömmlichen Sinne, sondern auch der Übergang in andere, uns vielfach verborgene Welten.

P52/09 - Türen & Tore
P52/09 - Türen & Tore
P52/09 - Türen & Tore
P52/09 - Türen & Tore
P52/09 - Türen & Tore


(Eine Übersicht aller Themen und deren Umsetzung gibt’s hier bei Sari.)


[1] Rainer Maria Rilke, “Wunderliches Wort: die Zeit vertreiben!”
[2] Text eines Liedes von Dirk Zöllner aus “alter” Zeit, geschrieben von Peter Markgraf


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ölige Hülle

Erstellt von duftbaeumchen am 10. April 2009

Immer wieder das gleiche. Da gibt man sich Mühe, seinen geistigen Horizont zu erweitern und das Wissen der Welt in sich aufzusaugen, um dieses seinen Mitmenschen nahe zu bringen.

Und was erntet man für diese Mühe? Richtig: Undank und Häme.

Heute morgen zum Beispiel. Beim Frühstück.

In Betrachtung eines kleinen Lochs im Boden jedes Brötchens erkläre ich der Herzdame, warum kurz vor deutschlandweiten Hungersnöten Feiertagen die Benzinpreise steigen.

Der gemeine Durchschnittsbürger ist ja nach wie vor der Auffassung, die Mineralölgesellschaften würden sich absprechen, um in Ausnutzung der höheren Nachfrage nach Treibstoffen für den Oster- bzw. Weihnachtsurlaub ihre Gewinne zu maximieren.

Weit gefehlt. Das war vielleicht früher mal so. Mittlerweile versteckt sich die Ursache in einer ganz anderen Ecke.

Die Brötchen haben schuld.

Vor Jahren wurden selbige noch händisch und komplett aus Hefeteig hergestellt. Damals eben.

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt veränderte die Technologie der Brötchenbackung jedoch grundlegend. Die Brötchenhülle besteht mittlerweile komplett aus Erdöl. Sie ist täuschend echt in Aussehen, Geschmack und Geruch dem gemeinen Hefeteig nachempfunden, aber trotzdem künstlich. Die feste Kruste wird nämlich in einem komplizierten chemischen Verfahren direkt aus Rohöl hergestellt und nur noch mit herkömmlichem Teig gefüllt.

Durch das Loch am Boden.

Und weil nun an Feiertagen mehr Menschen Brötchen zum Frühstück essen, steigen die Nachfrage nach Rohöl und damit auch die Preise an der Zapfsäule.

Ganz einfach eigentlich.

Nur die Herzdame will mir das nicht glauben und verspottet mich.

Ignoranten. Alles Ignoranten.

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Bergschieber

Erstellt von duftbaeumchen am 9. April 2009

Wann fühlt man sich klein und unscheinbar?

Wenn man am Vorabend der Feierlichkeiten zur alljährlich stattfindenden viertägigen Hungersnot (auch Ostern genannt) den Einkaufswagen nicht mehr oder weniger gefüllt über den Parkplatz schiebt als in einer ganz “normalen” Woche.

Mach ich irgendwas falsch?

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stark im Abgang

Erstellt von duftbaeumchen am 8. April 2009

Je kleiner das Kino, desto zappeliger kann es drinnen sein.

So wie gestern, als sich die, die sonst in der Masse eines 300-Leute-Publikums wegen der statistischen Verteilung nicht weiter auffallen, in einem Miniaturlichtspielhaus auf engstem Raum und trotzdem gleicher Anzahl konzentrierten.

Egal.

Wir wollte ja primär einen Film anschauen und uns nicht über Zu-Spät-Kommer und Tütenraschler aufregen.

Und das haben wir auch getan. Also Film geguckt.

Gran Torino

von und mit Clint Eastwood

Über die Handlung möchte ich hier nichts weiter äußern, das wurde anderenorts hinreichend getan – zum Beispiel im Tagesspiegel oder in der taz.

Nur soviel: Wie bereits in meinem Eintrag vom 01. Februar dieses Jahres bemerkt – Herr Ostholz ist mittlerweile ein Meister der Kinematographie geworden.

Eigentlich hatte ich mit wesentlich weniger Witz und Ironie gerechnet.
Die Werbefilmchen im Vorfeld zeigten doch mehr den griesgrämigen, verbitterten Pensionär, der mit seiner Umwelt hadert und sein kleines, uramerikanisches Reich inmitten einer neuzeitlichen, mittlerweile multikulturellen Wohngegend bis zum Äußersten verteidigt. Dies macht er zwar in den knapp zwei Stunden des Films auch so, doch die Art und Weise der Darstellung war stellenweise schon sehr amüsant.

Neben aller Tiefgründigkeit.

Fazit: Anschauen!


PS: Herr Eastwood deutete in einem Interview mit der britischen Zeitung “Telegraph” darauf hin, dass dies sein letzter Film vor der Kamera sei.
Nach kurzer Recherche im Netz der Netze habe ich auch keine Informationen gefunden, in welchen Filmen er überhaupt schon mal cinegraphisch verendete oder anderweitig gemeuchelt wurde.

Sollte das also wirklich der Abschluss seiner Schauspielerkarriere gewesen sein, dann hat er sich einen starken Abgang von der Bühne ins Drehbuch schreiben lassen. Der Tod im Film war somit zugleich sein Tod als Akteur.

Aber vielleicht lässt er sich noch einmal umstimmen…

PSS: Lakritzbonbons schmecken ohne Papierhülle besser als mit. Auch (oder gerade) im Dunkeln.

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durchgefeuchtet

Erstellt von duftbaeumchen am 6. April 2009

Eigentlich interessiere ich mich nicht so direkt für die automobile Formel Eins. Nach dem Abbruch des Rennens in Wasweißdennich wegen ausgedehnten Nieselregens frage ich mich allerdings:

Haben die Flitzer einen Stöpsel im Boden der “Fahrgastzelle”, wo das Wasser ablaufen kann oder werden die zum Trocknen verkehrtherum auf die Leine gehängt?

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P52/09 – Der hat ja was am Koppe

Erstellt von duftbaeumchen am 5. April 2009

Projekt 52/09Diese Woche bin ich überhaupt nicht zufrieden mit meinem Beitrag zum Projekt 52.

Thema: Auf dem Kopf

Auf den ersten Blick eine einfache und vielfältig lösbare Aufgabenstellung.

Doch genau diese einfache Vielfältigkeit war es, die mich zu keinem richtigen Ergebnis kommen ließ.

Menschen kopfüber – gibt’s schon, Spiegelungen – schon gesehen, Mützen, Hüte oder andere Dinge auf dem Kopf – wurden auch bereits umgesetzt. Mein Ziel, etwas Außergewöhnliches zu kreieren, war wohl zu weit gesteckt.

Die heute als Brainstorming bezeichneten Gedankenstürmereien sowohl mit der Herzdame als auch mit meiner liebsten Freundin und Gollejchin Frau Frülln nützten nichts. Selbst die knappe Stunde, die ich vorhin mit einem kleinen Käfer verbrachte, um ihn zu Stillesitzen auf einem Streichholzkopf zu bewegen, war vergebene Lebenszeit.

Also bleibt mir wieder nichts anderes übrig, als in die große Archivkiste zu greifen und ein Zeitzeugnis aus dem Jahr 2006 zur Schau zur stellen.

P52/09 - Auf dem Kopf

Sie sehen: Duftbäumchen himself an der portugisischen Atlantikküste (im Hintergrund eindeutig zu erkennen). Auf dem Kopf trägt er eine durch die Herbstströmung angespülte, nur leicht besandete Alge (klick aufs Bild).
Da ich auch vor zweieinhalb Jahren bereits nicht mehr ganz so viel Haupthaare besaß wie in Kindheitstagen, kam mir das Meeresgewächs als Kopfputz und -schutz sehr gelegen.

Die Freude stand mir wahrlich ins Gesicht geschrieben.

Nur als Haarwuchsmittel hat es nichts getaugt.

Oder hätte ich es länger tragen sollen?


(Eine Übersicht aller Themen und deren Umsetzung gibt’s hier bei Sari.)

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kein Aprilscherz

Erstellt von duftbaeumchen am 1. April 2009

Die Herzdame meint, dass Pullermänner unterschiedliche Aggregatzustände einnehmen und selbige innerhalb kürzester Zeit ändern können.

Eine interessante These.

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