Erstellt von duftbaeumchen am 30. September 2009
Ich raff’s nicht mehr.
Am vergangenen Wochenende hatte ich die Möglichkeiten, mich in einer ruhigen Minute mit der Spielekonsole des besten-Neffen-der-Welt zu beschäftigen.
Leute, das ist mir alles zu hoch!
Da sind zehn Knöppe dran.
Bis zum eigentlichen Spielbeginn drang ich noch vor und konnte die Figur auch bewegen. Bei der ersten Konfrontation mit drei Monstern jedoch versagte ich kläglich. Es war völlig egal, wo ich drückte, die Spielfigur machte irgendwas, nur nicht das, was ich wollte. Selbst ein Blick in die gedruckte und reich bebilderte Spielanleitung brachte mich nicht weiter. Grundlagenwissen wird vorrausgesetzt. Da stehen nur so Sachen drin wie “zum Speichern drücken sie in der Weltkarte dieses und jenes”.
Allerdings ist nicht beschrieben, wie ich dorthin gelange.
Der beste-Neffe-der-Welt meinte später dazu nur: Haach, das ist doch ganz einfach., bewegte in Mikrosekundenschnelle seine Finger und war drin im passenden Menü.
Auf meine Frage, woher er seine Kenntnisse habe bzw. wo ich als alter Mann sowas nachlesen kann, bekam ich zur Antwort: Das weiß man eben, das muss man ausprobieren.
Toll.
Bin ich wirklich schon so alt?
Und dann wundern wir uns, warum wir keinen Einblick in die Welt unserer Nachkommen erhalten.
Wir können sie sowieso nicht bedienen.
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Erstellt von duftbaeumchen am 29. September 2009
Iiiiih, geh weg, die hat ja Haare an den Beinen!
Ich weeß gar nicht, wasse wieder hat?
Betrachtet man sich nämlich die Spinne mal so richtig aus der Nähe, so stellt man fest, dass sie eng mit den Albinomeerschweinen verwandt sein muss.
Beide haben rote Augen.
Die Spinne ein paar mehr als das Schwein, dafür sind diese kleiner.
Es kann doch also gar nicht sooooo eklig sein.
Aber so ist das nun mal mit dem Geziefer. Von oben betrachtet eigentlich mehr oder weniger unscheinbar und trotzdem manchem Zeitgenossen ein virtueller Mega-Dorn im Auge - die Kleinlichkeit des Wesens, seine scheinbare Unberechenbarkeit und dann haben die auch noch mehr Füße als man selbst.
Sie krabbeln und hangeln sich durch die unsere unmittelbare Nachbarschaft, verbringen einen Großteil ihrer Lebenszeit im Untergrund und sind mehrheitlich darauf bedacht, unbehelligt ihr Tagewerk zu vollenden, die Familie zu ernähren und ein hohes Alter zu erreichen.
Solange wir nicht in der Nähe sind und ihrer gewahr werden.
Dann wird geklatscht, gesprüht oder auch mal feste draufrumgetreten. Ob Mücke, Spinnentier oder Nachtfalter - sie alle haben nur geringe Überlebenschancen, sobald sie sich in urbanisierte Gefilde verirren und dem Menschen zu erkennen geben.
Aber sie sind ja selbst schuld. Würden sie nicht unruhig hin und her zappeln, wegrennen oder ständig um unseren Kopf herumschwirren, wir könnten uns entspannt gegenseitig beäugen, den anderen studieren und bald feststellen, dass das alles gar nicht so widerlich und abstoßend ist.
Man muss nur genau hinschauen, dann ist es faszinierend?
Und man kann sich stundenlang damit beschäftigen.
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Erstellt von duftbaeumchen am 29. September 2009
Ich sachs ja, ab Dreißig geht es abwärts.
Gestern vergaß sie den Wohnungsschlüssel, heute das Ärmelchronometer.
Wie sagt man so schön… Bloß gut, dass der Popser angewachsen ist.
Ich habe nicht erwartet, dass es so schnell geht.
[Nachtrag]
Soeben per elektrischer Post erhalten: “Ja, hatte ich schon bemerkt. Ist aber nicht so schlimm. Man wird halt älter
im Laufe der Zeit…” (Hervorhebung d. A.)
Fein beobachtet.
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Erstellt von duftbaeumchen am 27. September 2009
Ein Aufwand jedes Mal…
Naja, fast jedes Mal.
Aber die Bewältigung der (noch knapp zweieinhalb Stunden) aktuellen Wochenaufgabe des Projekts 52/09 gestaltete sich wieder umfangreicher als vorher veranschlagt.
Anfänglich dachte ich an alte Fotos, alte Dokumente oder dergleichen. Das Thema “Vergangene Zeiten” verlangte allerdings nach einer anderen Herangehensweise, die mir, wie so oft, erst “kurz vor der Angst” richtig bewusst wurde.
Vergangene Zeiten. Wie stelle ich vergangene Zeit optisch dar?
Man könnte zum Beispiel Vorher-Nachher-Relationen abbilden. Doch das befriedigte mich nicht.
Ebenfalls denkbar war, eine kleine, sich bereits in der Vorbereitungsphase befindende Geschichte aus “alten Tagen” zum Besten zu geben. Allerdings wurde das zur Verfügung stehende Bild nicht von mir selbst gemacht.
Vorhin fiel mir dann ein: Man müsste Zeit während des Vergehens einfrieren können. Dumm nur, dass Zeit an sich eigentlich nur punktuell festzuhalten ist.
Und nun kommt der Aufwand ins Spiel.
Also kurz und intensiv nachgedacht, die Bühne aufgebaut und Scheinwerfer eingerichtet. Ein Stativ, ein Fernauslöser, ein programmierbares Blitzlicht und eine alter Wecker waren ebenfalls in die Produktion involviert. Ach ja, und ein Fotoapparat.
Es bedurfte mehrerer Versuche mit Langzeitbelichtung und rhythmischem Ein-Sekunden-Blitz um schließlich ein halbwegs verwertbares Endprodukt zu erhalten.
Und da ist es. Tatatataaa (ansteigende Tohöhe) - vergangene Zeiten

Grandios! Nicht wahr?
Ja, ich weiß, man muss schon genau hinschauen.
Mannomann, ich bin mal wieder über mich selbst hinausgewachsen.
(Eine Übersicht aller Themen und deren Umsetzung gibt’s hier bei Sari.)
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Erstellt von duftbaeumchen am 25. September 2009
Soeben ist der erste Nachmieterkandidat (72-jähriger weiße-Socken-in-Sandaletten-Opa) wieder zur Tür hinaus.
In Anbetracht der zukünftigen Sicht- und Hörweitennachbarschaft darf ich festhalten: Hoffentlich trennt er sich nicht von seiner erst fünf Jahre alten über-drei-Meter-mal-siebzig-Zentimeter-tief-Schrankwand (ich vermute massive Eiche, handgedrechselt) und sucht sich ein anderes Domizil.
Die Wohnwand passt nämlich von der Größe her nicht in die Wohnung.
Und er selbst auch nicht.
Zumindest nicht direkt schräg über uns.
Hier gibt es genügend schrullige Alte in direkter Umgebung. Da darf er sich gern woanders niederlassen.
Ich verstehe gar nicht, warum Frau R. vorhin ihr Fernsehgerät so leise gedreht hatte…?
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Erstellt von duftbaeumchen am 24. September 2009
In den vergangenen Wochen fragte ich mich immer wieder: Was dachten bzw. denken sich Architekten eigentlich, wenn sie solche Wohnungen konzipieren, die prinzipiell und auf den ersten Blick wunderwunderschön sind, die Betrachtung der vielen Einzelheiten jedoch zeigt, dass entweder am falschen Ende gespart und/ oder nicht weit genug gedacht wird.
Zum Beispiel als Schlafzimmer deklarierte Räume, in die weder “normale” Doppelbetten noch ausreichend dimensionierte Schränke passen. Dafür ist dann das Wohnzimmer so groß, dass auch ein Spiel der Handballbundesliga darin stattfinden könnte (von der Höhe mal abgesehen); die Telefondose befindet sich meistens im Flur und an einer Stelle, wo mit Sicherheit nie jemand telefonieren wollen würde.
Dann gibt es Wohnungen in Dunkelkammeroptik und welche mit einer fantastischen kleinen, uneinsehbaren Südsonnenterrasse (wo man sich also unbeobachtet nackig machen kann, ohne dass sich Oma Else gleich belustigt fühlt), in der jedoch Wohn- und Arbeitszimmer nur stark eingeschränkt die Möglichkeiten einer zweckmäßigen Möblierung gestatten.
Ich kann doch nicht wegen eines Umzugs meinen ganzen Hausrat wegschmeißen und aus Stapelboxen leben.
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Erstellt von duftbaeumchen am 23. September 2009
Gestern Abend in der Tagebuchstatistik…

Und es gibt doch tatsächlich einen Eintrag hier, in dem die Kombination aus taubstumm und Schlüpfer vorkommt. Zwar nicht als Taubstummenschlüpfer, aber immerhin…
Nun stelle ich mir die Frage: Was ist an einem Schlüppi für Taubstumme anders als an meinen?
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