Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Es geht wieder!

Erstellt von duftbaeumchen am Sonntag 29. November 2009

Mein Umzug mit Kabel Deutschland.

Im Oktober anno domini 2009 begab es sich, dass ich beim Kundendienst des Fernsehgroßverteilers telefonisch meinen Umzug für Freitag, den 13.11.2009 bekanntgab. Frau Patricia M. bestätigte mir sogar, dass ich meinen „alten“, offiziell nicht mehr verfügbaren Analogtarif behalten darf. Schließlich verbleibe ich ja im gleichen selben Wohnkomplex. Selbst mein Hinweis auf das brisante Datum stellte für Frau M. und das hinter ihr stehende Unternehmen „kein Problem“ dar.

Die Zeit verging; Schränke wurden ausgeräumt, Kisten gefüllt, Teile der Einrichtung wechselten bereits die Heimstatt. Dass nach unserer Heimkehr vom freitäglichen Nuhr-Gastspiel das Fernsehbild immer noch ungestört war, beunruhigte mich nicht. Schließlich ist der gemeine Rundfunkempfang bekanntermaßen ein Multicastdienst und das Konsumieren eines Programms an mehreren unterschiedlichen Orten zur selben Zeit technisch kein Problem.

Dachte ich.

Samstag, 14.11.2009

Der Umzug an sich verlief komplikationslos. Des Abends allerdings – man muss auch mal Pause machen – zeigten sich die ersten Ausfallerscheinungen.

Die Glotze blieb dunkel. Also vielmehr blau. Auch das Radio gab keine Töne von sich. Nicht mal Rauschen.

Wie bereits insgeheim vermutet, bestätigte sich auch am folgenden Sonntag: Die Umschaltung für einen Freitag, den 13. zu veranlassen, war wohl keine so gute Idee.

Aber es gab ja noch genügend andere Dinge zu tun.

Montag, 16.11.2009

Ein Abgleich meiner Rückrufnummer zeigte, dass selbige fehlerhaft „im System“ verankert war und somit für eine erfolgreiche Kontaktaufnahme nur unzureichend, um nicht zu schreiben gar nicht nutzbar war.

Vorsichtshalber wurde ich gleich noch an die Störungsstelle verwiesen, die sofort ihr Unverständnis über diesen Verweis äußerte.

Verständlich. Wie sollte ich eine Störung für etwas melden, was noch gar nicht funktionsfähig übergeben war.

Also zurück zum „Vertriebsteam“.

Und jedes Mal erzählste die Geschichte vom Pferd von vorn.

Auch verstand ich nicht, was die (fehlerbehaftete) Rückrufnummer mit einem erfolgreichen Ab- und Anschrauben eines Steckers im selben Verteilerkasten zu tun hat; nach Korrektur der Nummer wurde mir jedoch versichert: „Ein Techniker wird sich im Lauf der nächsten Tage bei ihnen melden.“ und, dass der alte Anschluss mittlerweile abgeschaltet ist und mir keine Kosten für die Zeit des Nichtempfangs entstehen werden.

Es meldete sich niemand.

Montag, 23.11.2009

Eine weitere Woche ohne multimediale „Unterhaltung“.

Ich rufe wieder an. Interessante zwanzig Minuten mit drei Gesprächspartnern.

Drei Partner deshalb, weil ich wieder zwischendurch an die technische Störungsstelle abgeschoben wurde.

Herr B. nahm sich dort nach weiteren Erklärungen meinerseits etwas Zeit für mich und erläuterte mir Hintergründe und Funktionsweise seiner Tätigkeit.

Man soll ja als Außenstehender auch mal sehen, was sich hinter den Kulissen eines derart großen Unternehmens eigentlich abspielt. Und noch besser: Er hinterlegte „im System“ eine ausführliche Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse, um mich schließlich aber doch wieder zum „Vertriebsteam“ zu verweisen.

Nun spreche ich mit Frau N.

Zirka eine Viertelstunde lang.

Ich lasse mir detailiert diverse Grundlagen und Vorgehensweisen für zukünftige Umzüge erläutern und erfahre: Der Termin, den ich als Umschalttag beauftragte, ist eigentlich gar nicht der Tag der physikalischen Umschaltung.

Vielmehr wird an diesem Tag nur der Auftrag für die Umschaltung in Gang gesetzt. Ab da beginnt eine vierzehntägige Karenzzeit, in der der Auftrag „im System“ bei Kabel Deutschland kreiselt und letztlich an einen Subunternehmer weitergeleitet wird. Wann dieser den Auftrag schließlich ausführt liegt dann nicht mehr im unmittelbaren Einfluss des Auftraggebers. Ein internes Qualitätsmanagement garantiere jedoch, dass nach diesen zwei Wochen nicht unnütze Zeit vergeudet wird.

Desweiteren erfahre ich, dass auf Grund meiner telefonischen Nachfrage am 16. November, der Auftrag erneut „ins System“ eingestellt wurde, was zur Folge hat, dass wieder mindestens zwei Wochen ins Land gehen werden.

Ich gab daraufhin ausdrücklich zu Protokoll und bat darum, dies auch „im System“ zu hinterlegen, dass ich mit dieser Vorgehensweise überhaupt nicht einverstanden bin und selbige auch nirgendwo so nachzulesen ist. Ich dachte bisher, wenn ich für einen Tag X einen Termin vereinbare, dass dann auch an ebendiesem Tag X dieser ausgeführt wird und nicht, dass dann erst die Mühlen beginnen zu mahlen.

Im Nachhinein verstärkt sich von Tag zu Tag in mir die Unsicherheit, ob die Auskunft der Frau N. überhaupt der Richtigkeit entsprach.

Wir warten also eine weitere Woche auf den Anruf „eines Technikers“.

Täglich trotzdem ein optimistischer, kurzer Test: Bild = blau, Ton = stumm.

Am Freitag sparte ich mir die Überprüfung, schließlich kreiselt der Auftrag theoretisch noch bis kommenden Montag „im System“.

Doch was ist das?

Samstag, 28.11.2009

Am Vorabend des ersten Advent, die erste Gruppenzusammenkunft am Feuerzangenbowlenstand haben wir, nur leicht betütelt, gerade so überstanden, beabsichtigten wir, den Abend aufgrund fortdauernder multimedialer Mangelversorgung mit ein, zwei Folgen „Mord ist ihr Hobby“ aus der digitalen Scheibenkonserve zu beschließen.

Ich weiß auch nicht, welcher Teufel mich ritt, doch ich wollte sicherstellen, dass das Radio wirklich noch stumm ist. Schließlich war Samstag und samstags wird doch wohl niemand und dann auch noch heimlich den Rundfunkhahn aufgedreht haben.

Ha! Statt Stille durchströmten Töne den Raum. Sogar eine Senderkennung war am Display des Radios auszumachen.

Diese Spitzbuben!

Wahrscheinlich traute sich „der Techniker“ nicht, die vorfristige Schalthandlung mit mir abzustimmen. Vermutlich wurden meine Unmutsäußerungen sogar an die Ausführenden weitergeleitet und Angst vor dem direkten Kontakt mit mir benebelten sein Hirn.

Leute, so geht’s ja nun nicht!

Gleich morgen werde ich wieder bei Kabel Deutschland anrufen.

Da gibt es wohl noch etwas Klärungsbedarf.


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