Tja, so sind sie, unsere Volksvertreter – immer das Ohr an der Masse, weitsichtig und vor allem mit unermesslichem Sach- und Fachverstand ausgestattet.
So wie unsere ehemalige Bundesmutti. Mit aller Macht versuchte sie im letzten Jahr, das Kinderpornowebseitensperrgesetz durchzupeitschen. Mittlerweile ist das Gesetz zwar unterzeichnet, jedoch bereits mit der Verabschiedung außer Vollzug gesetzt und bereits wieder auf der Abschussliste.
Viel Wind um Halbgares.
Immerhin verhalf ihr ihre leyenhafte Vorstellung zu nationaler Aufmerksamkeit; sie war sogar kurzeitig für das BundespräsidentInnenamt im Gespräch.
Ein Jahr später versucht sich nun ein weiteres Mitglied unserer hochgeliebten bunten Regierung zu profilieren.
Der Herr Fischer.
Der Fischeraxel, seines Zeichens Vorsitzender der bundestäglichen Enquete-Kommission “Internet & Digitale Gesellschaft”, nämlich fordert ein Vermummungsverbot im Internet.
Huuuh, wie gruselig.
Seiner Meinung nach kann und vor allem darf es nicht sein, dass sich jeder Hinz und jeder Kunz im Weltnetz ohne Angabe von Klarnamen, Straße und Hausnummer verlustiert.
Als das Nonplusultra der digitalen Identifizierung schlägt Fischer den neuen Chipkartenpersonalausweis vor.
Gut gemacht, Herr Fischer! Nun rennen alle pflichtbewussten Bürger gleich zum Amt und ordern sich einen.
Doof nur, dass ebenjenem neuen Personalausweis genau diese von Ihnen verteufelte Anonymisierungsfunktion als beworbener Mehrwert implementiert wurde.
Man nennt das Pseudonymfunktion. Damit kann man die nach Lust, Laune und persönlichen Vorlieben selbst erfundenen virtuellen Masken nun endlich staatlich legitimieren.
Herr Fischer, vor Ihrer nächsten Wortäußerung sollten Sie sich besser informieren!
Oder einfach mal die Klappe halten und sich nicht um Dinge kümmern,von denen Sie keine Ahnung haben.
In drei Jahren würden Sie froh sein, diese Meinung unter einem Pseudonym geäußert zu haben.
Doch nun ist es zu spät.
Die Häme sei mit Ihnen.