Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Luftbuchung

Erstellt von duftbaeumchen am Samstag 22. Januar 2011

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Auch wenn die Reise als solche noch in der Ferne am Strande liegt und sich den Bauch pinseln lässt.

Zum Beispiel dies hier …

  1. 12.01.2011: Ich buche per Weltnetz einen Flugzeugflug für zwei Personen. Portugiesien, wir kommen!
    Einkaufen im Internet ist schon eine tolle Erfindung.
  2. Ha! „Systemfehler“ nach Drücken des entscheidenden „jetzt Buchen“-Knopfes – kann ja mal passieren.
  3. Nach Aktualisieren der Netzseite wird die Richtigkeit der Buchung angezeigt. Hui, Glück gehabt.
  4. Mit der elektrischen Post kommt auch prompt die schriftliche Bestätigung.
  5. 14.01.2011: Zwei Tage später wird der volle Betrag abgebucht. Und, weil es so schön war, gleich noch ein zweites Mal – sind ja nur zusätzliche siebenhundert Euro.
    Früher, als ich noch jung war, also vor zehn Jahren, als ich für die gleiche Strecke viel weniger bezahlen musste, da wurden bei Vertragsabschluss erst mal nur zehn oder zwanzig Prozent und erst kurz vor Reisebeginn der Rest eingezogen. Also damals.
    Heutzutage geht der ganze Batzen auf einmal über den Tresen und es wird sogar für den Transfer ein Entgelt verlangt – 10 Euri für den schnöden Bankeinzug, 20 Euri mit Kreditkarte. Sogar die Reservierung eines bestimmten Sitzplatzes kostet zehn Euri extra. Vom Reiseproviant möchte ich gar nicht erst anfangen.
    Doch das nur nebenbei.
  6. Auf telefonische Nachfrage am gleichen Tage wird mir mitgeteilt, dass es zum fraglichen Zeitpunkt „Probleme“ mit dem elektronischen Bestellsystem gab (na gugge ma an) und ich nicht der einzige Betroffene bin. Nach Rücksprache mit dem „Sjuperveiser“ wird die doppelt gebuchte Rechnung storniert; wenige Minuten später trudelt per Elektro-Post der Nachweis ein.
    Nun wird alles gut.
  7. 21.01.2011: Eine Woche ist vergangen. Nur vom Geld sehe ich nichts auf dem Konto.
    Ich telefoniere also wieder.
    Als ich Herrn W. an der heißen Leine darauf hinweise, dass Air Berlin beim Geldabholen sehr schnell ist, erwidert er erfreut und sinngemäß: „Ja, wir sind eben Kapitalisten.“ (Der genaue Wortlaut sollte sich den durch Air Berlin gemachten Gesprächsaufzeichnungen entnehmen lassen, das Vorkommen des Wortes Kapitalisten kann ich vorab schon mal  an Eides statt versichern.)
    Auf meine Frage, warum die Rückbuchung noch nicht erfolgte und wann ich mit meinem Geld (ja nu hab‘ dich mal nicht so kleinlich,  es sind doch nur siebenhundert Euri) rechnen kann, gab er mir zu verstehen, dass bis dahin mindestens zwei Wochen vergehen werden.

    Mindestens.

  8. Es gab sogar schon Kunden, die zwei Monate auf ihre Moneten warten mussten.

    Sagte er.

    Auch nicht schlecht. Die bis Reisebeginn in Vergessenheit geratene Rückzahlung wirkt dann wie ein unverhofftes Urlaubsgeld.

Ich muss da wohl noch mal nachhaken.

Schon wegen der Höhe des Guthabenzinssatzes.

4 Kommentare zu “Luftbuchung”

  1. Otto sagt:

    700 Euro? Warte noch ein paar Wochen und dann gehört dir Portugal für diesen Betrag!

  2. duftbäumchen sagt:

    Das müsste aber noch vor dem Sommer über die Bühne gehen. Dann kann ich meinen Urlaub gleich als Werbungskosten im Rahmen des „Antrittsbesuchs des neuen Eigentümers“ verbuchen und von der Steuer absetzen.

  3. Otto sagt:

    Und dann: Kündigung wegen Eigenbedarfs.
    Sollte sich wer beschweren: „Ja, wir sind eben Kapitalisten.“

  4. duftbäumchen sagt:

    Das Land verpachte ich dann und werde unermesslich reich.

    Coole Sache. Dass ich da nicht schon eher drauf gekommen bin …

    Ich sollte öfter im Weltnetz einkaufen.