Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Boxenstop

Erstellt von duftbaeumchen am Dienstag 6. September 2011

Zwar fand ich beim vortägigen Stöbern bereits diverse Hinweise, doch scheint die Version einer kleinen, in meinem Besitz befindlichen „Fotokiste“ nicht besonders umfangreich im Netz der Netze besprochen zu werden.

Seit Jahren steht sie neben anderen ihresgleichen in der Vitrine und schaut sich unser Wohnzimmer an.

Klick drauf!

Ein kleines unscheinbare Kästchen mit einem Glasauge vornmittig.

Also fasste ich den Entschluss, sie mal groß auszuführen und ihr einen neuen Lebenssinn zu geben.

Bilder machen. In meinem Beisein. Nur so zum Spaße.

Doch so einfach ist das nicht. Ohne Zelluloid ist’s doof.

Wie mir in zwei Fotofachgeschäften einhellig bestätigt wurde, werden für die von Zeiss-Ikon nach ersten Recherchen zwischen 1931 und 1934 hergestellte Baby-Box Tengor 54/18 (E) keine Filme mehr feilgeboten.

Haha.

Seltsam. Obwohl Bedarf vorhanden ist. ICH habe Bedarf!

Wobei …

Fotofachgeschäft und Fotofachgeschäft sind offensichtlich drei völlig unterschiedliche Dinge.

Es gibt diese und jene; ich geriet zweimal an diese. Ob es jene hier in der näheren Umgebung gibt, kann ich noch nicht einschätzen.

Selbst wenn sich der Laden klein, gemütlich und familiär gibt, sich in der Schaufensterauslage Unmengen an historischen Kameras und Zubehör stapeln und so der Eindruck erweckt wird, hier wären wirkliche Profis am Werke – der Schein trog.

Die Bedienerinnen bemühten sich redlich, mit den herkömmlichen Roll- und Kleinbildschnellladekassettenfilmen meinen Bedarf zu decken, holten sich Rat von MitarbeiterInnen, empfahlen mir sogar, eine händische Umspulung des herkömmlichen Rohmaterials in der nicht vorhandenen Dunkelkammer durchzuführen – entließen mich dann aber doch wieder erfolglos in die Welt.

„Solche Zwischenfomate werden nicht mehr hergestellt.“

Sehr schade.

Nun, ich nehme es zur Kenntnis und bedaure, dass die wirklichen Kenner der Materie, die Jäger und Sammler unter den einzelhändlerischen Fotoenthusiasten nur noch sehr selten zu finden sind und sich ausschließlich in jenen Fotofachgeschäften verstecken.

Nachdem ich meine Trauer ob dieses Tatbestandes schon in Text gegossen hatte und in die Welt hinausschreien wollte, betrat ich doch noch mal mein Internet, sah mir die bei Frau Gugel angebotenen Bildersuchergebnisse genauer an und untersuchte die Inhalte der damit verknüpften Seiten intensiver. Auf einer dieser Seiten stieß ich dann auf einen wichtigen, für den Fortgang meiner Experimente sogar entscheidenden Hinweis: film type 127.

Damit kann man doch arbeiten! Gesucht – Gefunden.

Auch wenn die Auswahl an Rohmaterial nicht besonders umfangreich ist, so gibt es doch noch diverse Netzläden, die Filme des Typs 127 anbieten und sogar verkaufen.

Ich bleibe dran und werde berichten.

Und wenn meine Bemühungen wider Erwarten doch nicht von Erfolg gekrönt sein sollten, so steht ja auch noch (neben anderen) die N° 1 Pocket Junior von Kodak im Schrank.
Die hat zwar auch schon ungefähr 80 Jahre auf dem Buckel, 120er Rollfilmmaterial ist jedoch nach wie vor auch im Einzelhandel käuflich zu erwerben.

Dann führ‘ ich die mal aus. Ihr ist genauso langweilig.