Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Luftnummer

Erstellt von duftbaeumchen am Sonntag 5. Februar 2012

Früher, zur „guten, alten“ DDR-Zeit gab es Ähnliches auch schon mal. Da wurde die Margarine mit Wasser angereichert, um eine gute Streichfähigkeit zu erreichen.

Und Rohstoffe zu sparen.

Beim Auftragen kam der Butterersatz deutlich erkennbar ins Schwitzen und die wässrigen Transpiratperlen kullerten lustig auf der fettbenetzten Brotunterlage herum.

Das mit der Streichfähigkeit ist ja nun mittlerweile ausgeknobelt – mehr Wasser geht nicht rein. Nun rückt das Sparen wieder in den Vordergrund.

Preiserhöhungen sind aufgrund des Marktdrucks problematisch. Ergo: Man muss sich etwas einfallen lassen, dem Konsumenten unbemerkt mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.

Modifizierte Packungsgrößen, um weniger Inhalt zu kaschieren, wurden in jüngster Vergangenheit an anderen Stellen hinreichend besprochen. Bei den seit Jahren eingeführten Standardbrotaufstrichen in der 250- bzw. 500-Gramm-Packung sehe ich da auch keinen Spielraum. Selbst die minimale Verringerung der Füllmenge würde sofort auffallen und den Käufer zur Konkurrenz treiben.

À propos … Habt ihr zu Hause schon mal nachgewogen?

Also schrauben wir an der Substanz: Um den bisher betriebenen Forschungsaufwand nicht weiter und unnötig aufzublähen, pumpt man einfach etwas Luft in die Masse. Zweimal umrühren, fertig. Die Leute von Milka haben es vor geraumer Zeit mit der Luftschokolade vorgemacht.

É voila: Mit einer pfiffigen Idee abkassiert. Ich bezahle den gleichen Preis für absolut weniger Margarine und benötige dafür etwas mehr Aufstrich, um die gleiche Menge (abzüglich der beim Schmieren ausgepressten Luft) auf dem Brot zu verteilen. Die Packung ist eher geleert. Könnt ihr noch folgen?

Ich bin ja gespannt, wann der erste Streichwursthersteller auf den LÄTTA-&-luftig-Zug aufspringt.

 

Wenn ich irgendwo einen Denkfehler habe, bitte ich, mich darauf hinzuweisen.