Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Entenbeschneidung

Erstellt von duftbaeumchen am Sonntag 1. Juli 2012

Da plätschert doch noch was drinnen!

Und obwohl ich die Flasche in diversen Positionen und mit der Öffnung nach unten halte und drücke, strömt nur noch prustend Luft heraus.

Man kennt das ja. Verpackungen werden extra so konstruiert, dass meistens ein Teil des bezahlten Inhalts unerreichbar übrig bleibt und in die gelbe Tonne wandert.
Du denkst: Ach, da ist ja noch was drin, das muss ich noch nicht nachkaufen, das reicht noch ’ne Weile – dann willste es benutzen und es kommt nüscht mehr raus.

Obwohl Inhalt vorgetäuscht wird.

Tolle Wurst.

Vorsorglich steht jedoch bereits eine frischgeschlüpfte WC-Ente im Badschrank.

Hui! Da kommt aber ’ne Menge raus!

Muss ja auch. Der Vergleich des „Ausgießers“ des neuen WC-Reinigers mit dem soeben fastentleerten ergibt: Die Öffnung ist mindestens doppelt so offen. Durch das Loch kann sozuschreiben bei gleichem Druck ein vielfaches der Flüssigkeitsmenge ins Klosett strömen. Und Druck benötigt man im Grunde genommen gar nicht; die gemeine Schwerkraft genügt.

Aha, das ist also wieder mal so ein Trick, die Verkaufszahlen künstlich in die Höhe zu treiben.

Manch Hersteller ändert die Packungsgröße unverhältnismäßig zum Preis, ein anderer mindert unbemerkt den Inhalt oder streut etwas Luft ins Produkt.

Bei Johnson, der Familienkompanie, dachte man sich etwas anderes aus: Die vergrößern einfach den Ausgießer, so dass wesentlich mehr und eigentlich unnötig viel Flüssigkeit ins Klo geschüttet wird. Sauberer wird’s deswegen auch nicht. Die Flasche ist aber früher leer, der Konsument also eher genötigt, neuen Reiniger zu erwerben.
Die Menge der verkauften Produkteinheiten steigt.

Nicht mit mir.

Als gelernter DDR-Bürger und Teilnehmer der Neuererbewegung friemelte ich den blauen Ausgießer der alten Flasche heraus und erkannte: Hier steckt noch Optimierungspotential.
Wozu dient eigentlich der innenliegende Stutzen, der den Abfluss der Restflüssigkeit verhindert? Auch in der neuen Flaschenform wurde an diesem Konstruktionsprinzip des Ausgießers festgehalten, nur eben das Loch vergrößert.

Weder wird damit die Stabilität des Behältnisses verbessert, noch erschließt sich mir ein anderer sinnvoller Zweck.

Da kann man den doch auch weglassen und somit die Herstellungskosten um ein paar Milli-Cent senken. In der Masse wird sich das schon bemerkbar machen.

Könnte man. Aber da wird der Ausgießer-Spritzgießer wiederum sagen: Neee, der Stutzen muss dran sein, sonst können wir das Teil nicht effektiv produzieren.

Irgendwas ist ja immer.

Also schneide ich das Ding selber vom dünnlöchrigen blauen ab und stecke es auf die neue Flasche.

Glücklicherweise sitzt der alte Ausgießer gut in der Öffnung der neuen Flasche. Zwar nicht so stramm, aber immerhin fällt er nicht von allein wieder raus.

Doch auch das wird sich bestimmt in der kommenden Flaschengeneration ändern.

Dann passt nüscht mehr zusammen, dann muss ich umgießen.

Und verschütte dabei die Hälfte.