Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

ausgebleich(er)t

Erstellt von duftbaeumchen am Dienstag 2. Oktober 2012

Bleichert-Werke, 2012

Wusstet ihr eigentlich, dass in Leipzig mal eine Drahtseilbahn stand?

Zwar nur für kurze Zeit, aber immerhin. Damals, um 1911, während des Baus des Leipziger Völkerschlachtdenkmals? Eine Drahtseilbahn aus dem Hause Bleichert. Aus Gohlis. Von dort, wo ich fast täglich auf die ruinösen Reste des ehemaligen VEB Schwermaschinenbau Verlade- und Transportanlagen (VTA) schaue, wenn ich kurzzeitig aus dem Büroschlaf erwache.

VTA war früher Bleichert. Vor dem letzten Krieg.

Mittlerweile eine Technik-Ruine ohne Technik. Bis auf einen großen Laufkran in einer noch größeren Halle ist nicht mehr viel übrig. Der Putz bröckelt, die Scheiben sind zerschlagen, die Innereien ausgeweidet. Eine trostlose Hülle, deren Wiederbelebung mehrfach geplant, aber nach wie vor nicht umgesetzt wurde.

Im Sommer beobachtete ich wiederholt, wie jugendlicher Leichtsinn manch Pubertierenden auf den höchsten Punkt des Werksareals trieb; ob Mutprobe oder einfach nur die Suche nach einem „Spielplatz“ – als Unreifer geht man eben noch nachlässig mit dem eigenen Leben um.

Ich hab‘ da viel zu viel Schiss, mich allein auf unbekanntes und vor allem ungesichertes Terrain zu begeben. Wer weiß, wem ich dort beim Fotografieren begegne oder welche Löcher mich verschlingen (abgesehen davon, dass solche Örtlichkeiten oft Privatbesitz und somit für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind).

Und so kam mir wieder mal der Zufall zu Hilfe.

Im Vorfeld einer Krimilesung mit Nachtführung im Bergbau-Technik-Park stieß ich auf einen Verweis zur Netzseite des Vereins für Industriekultur Leipzig e.V. und dort wiederum auf die Ankündigung einer Führung durch die ehemaligen Bleichert-Werke mit Historiker und „Gohlis-Kenner“ Dr. Manfred Hötzel.

Ich war mit.

Im Club der alten Herren.

Passend zur Umgebung.

Bleichert-WerkeBleichert-WerkeBleichert-WerkeBleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012Bleichert-Werke, 2012

3 Kommentare zu “ausgebleich(er)t”

  1. Matthias sagt:

    Grund dafür dass da ein paar Jugendliche rumturnen wird auch sein, dass da auch der ein oder andere geocache liegt 😉

  2. duftbäumchen sagt:

    Ich weiß, dass auch dieses Objekt gern für geocaching genutzt wird. Aber die von mir beobachteten Jugendlichen verbrachten ihre Freizeit auf dem Dach augenscheinlich nicht mit der Suche nach versteckten „Kleinteilen“.

  3. Inch sagt:

    Sehr schöne Bilder! An so einer Führung hätte ich auch gern teilgenommen, da bin ich echt neidisch. Ich war scheints exakt ein Jahr später in dem Werk. Ohne Führung, dafür aber auch zufällig