Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Nachbarschaftshilfe

Erstellt von duftbaeumchen am Mittwoch 3. Oktober 2012

Gut, dass so wachsame Nachbarn um uns herum wohnen.

Oder: Sodom und Gomerra im Altenstift.

So würde Else Kling sagen und ich kann ihr nur zustimmen.

Was man da so alles hört …

Die Herzdame wurde kürzlich Ohrenzeuge unglaublicher Berichte. Zwar nicht von Else direkt – schließlich ist sie bereits vor Jahren verstorben -, so doch von einer ihrer Seelenverwandten aus dem Nebenhaus. Von dort, wo ich selbst zehn Jahre lang lebte.

Das ist so ’ne komische. Im Sinne von seltsam. Sieht viel, hört viel, weiß viel. Und schleicht abends durch Kellergänge und Waschraum, um „nach dem Rechten“ zu sehen. Auch mir kaute sie vor Monaten bereits das rechte Ohr ab.

Nun der Herzdame. Linksseitig.

Sie wusste – unter dem Schwiegel der Versiegenheit – zu berichten, was hinter den Türen unserer lieben Mitnachbarn so alles abgeht. Wie oben angedeutet: Sodom und Gomerra.

Was ich schon länger vermutete, aber nie auszudenken wagte, scheint doch wahrhaftige Wurzeln zu haben. Die Alten haben es faustdick hinter den Ohren. Nicht nur musikalisch, nein, auch und vor allem körperlich.

Die Herzdame erfuhr nicht nur, dass eine ältere Dame – und mit älter ist jenseits des Renteneintrittsalters gemeint – über Weihnachten einen fremden(!!) Mann beherbergte und, man lese und staune, „ver-wöhn-te“. (Die direkte Nachbarin kennt sich aus, schließlich hat sie das Ohr an der Wand Masse.) Nein, nun wissen wir auch, dass einige der pensionierten „Damen“ der körperlichen Prostitution nachgehen müssen. Gegen Geld. Wegen der hohen Miete, kleiner Rente und so. Sie hat sogar deren Reizwäsche im Müll gefunden.

Wer hätte das gedacht. Die Nachtwerbespots nach dem Schema „Oma besorgt es dir!“ auf Sport1, von denen ich immer dachte, dass Großmuttern meine Einkäufe erledigen will, bekommen durch solche Insiderinformationen einen ganz neue Bedeutung für mich. Man sieht es ihnen nicht an und doch betrachte ich die Rollatorinnen nun mit anderen Augen. Wer nachts flotten Fußes durch die Betten springt, muss tagsüber die müden Knochen stützen.

Ein Schicksal, welches in unserer Gesellschaft leider unzureichend und nur versteckt thematisiert wird.

Und dabei fällt die Information, dass unser Hausmeister Alkoholiker ist, gar nicht mehr ins Gewicht.

Zumal er dies ganz geschickt hinter Besenstiel und Schubkarre zu verbergen weiß.

2 Kommentare zu “Nachbarschaftshilfe”

  1. Blogger S sagt:

    Die Else war doch die aus der Müllermilchwerbung, die in jedem Spot „Wenn’s schee macht“ sagte?

  2. duftbäumchen sagt:

    Fein beobachtet.

    Oder: DAS HAT DIR DER TEUFEL GESAGT!