Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

gefallen

Erstellt von duftbaeumchen am Samstag 15. Juni 2013

Olympus has fallenUnd dann gibt es Filme, da fragt sich der Laie: Haben die Drehbuchautoren bei der Realität abgeguckt oder nahm sich die Realität den Film als Vorlage.

In „Olympus Has Fallen“ diente das Spannungsverhältnis zwischen Nord- und Südkorea als Dreh- und Angelpunkt der cineastischen Odyssee.

Und die ruhmreichen Vereinigten Staaten von Amerika als Friedensstifter mittendrin.

Pech gehabt – ruckzuck ist des Präsidenten Hütte in Schutt und Asche gelegt, der Weltherrscher himself und „verteidigungswichtige“ Regierungsmitglieder als Geißel im atombombensicheren Bunker gefangen.

Wie konnte das passieren?

Ganz einfach: Der Sicherheitsberater der beim Präsidenten zu Gast seienden südkoreanischen Regierungsdelegation war nämlich gar kein Sicherheitsberater, sondern einer der weltweit meistgesuchten Terroristen. Ein Koreaner aus dem Norden.

So! Das konnte natürlich niemand ahnen: Weder die Südkoreaner und schon gar nicht die überall rumschnüffelnden Amis. Denn – haha – der hatte nämlich zur Tarnung eine Brille auf.

Kannste mal sehen.

Auch wenn um den Helden herum – ein ehemaliges mit dem Schutz des Präsidenten betrautes Mitglied des Secret Service – die bestens ausgebildeten Sicherheitsleute wie die Fliegen niedergemetzelt werden, so gelingt es dem Protagonisten trotzdem und in John-McClane-Manier im Alleingang die brenzlige Situation letztlich doch zu klären. Da seine Zugriffscodes für diverse Türen und Tresore auch nach achtzehnmonatiger Außerdienststellung immer noch aktiv sind (haha) und er sich bestens in den Gemächern des ehemaligen Chefs auskennt, kann er unerwischt einen Großteil der Angreifer mit gezielten Schüssen zur Strecke bringen.

Da wird geballert, was die Magazine hergeben und die Wände mit frischen Blut verziert.

Einer muss es ja machen; nur der Ami selbst kann die Welt vor dem nuklearen Armageddon bewahren.

Das Washington Monument rutscht wie ein World-Trade-Center-Turm zusammen, die Hubschrauber der amerikanischen Spezialkräfte werden mit ihren eigenen, zwar noch geheimen aber dennoch vom Feind geklauten Prototyp-Waffen aus der Luft geholt, selbst die auf dem Weißen Haus wehende Flagge wird durchlöchert wie ein Küchensieb – die Spitzbuben kennen keine Gnade.

Der Held ebenfalls nicht.

Vom Patriotismusgedöhns und den kleinen Unlogischkeiten abgesehen alles in Allem zwei Stunden unterhaltsames Popkörnerkino.

Kann man gucken, muss man aber nicht.

5 Kommentare zu “gefallen”

  1. Herzdame sagt:

    Ich fand ihn trotzdem gut- ist halt ein Film und spannend war er auf jeden Fall. 🙂

  2. Andreas sagt:

    Reihe E – Loge? Nach der Beschreibung des Inhaltes hätte Parkett gereicht. Oder Laminat.

  3. duftbäumchen sagt:

    Wir waren doch im KINO! Nicht im Baumarkt.

  4. Solironow sagt:

    Ich stelle mir gerade vor, wie jemand im Baumarkt eine Loge verlangt 🙂

  5. duftbäumchen sagt:

    Die Loge im Baumarkt: Erhöht, mit Blick über die Gänge. Für Heimwerkerfachmänner. Als „Hochsitz“ zur Beobachtung von unkoordiniert umherirrenden Heimwerkerfrauen.