Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Gelb ohne Weh – eine Kurzrezension

Erstellt von duftbaeumchen am Montag 7. Oktober 2013

Yello. Boris Blank und Dieter Meier [Gebundene Ausgabe]
Autor: Daniel Ryser
224 Seiten

Verlag Echtzeit, 2011
ISBN-13: 978-3905800562

224 Seiten. Klingt nach viel, ist es aber nicht.

Wenn man zirka die Hälfte abzieht.

Daniel Ryser - Yello - Verlag Echtzeit, 2011

Schade, denn die auf den verbleibenden 103 Seiten dargebotenen Geschichten und Begebenheiten lassen sich flüssig lesen und beim letzten Absatz denke ich: Man hätte mehr daraus machen können.

Doch bei Seite 114 ist eben Schluss. Dann kommen Bilder. Viele Bilder. Die zweite Buchhälfte nämlich sind „nur“ Schnappschüsse aus über dreißig Jahren Musikgeschichte. Die kann man sich angucken, aber der Informationsgehalt ist recht dürftig.

Nachdem ich in den vergangenen Monaten bereits drei Bücher über Pink Floyd las – ein Thema, welches ich in einem späteren Tagebucheintrag noch einmal aufgreifen möchte -, freute ich mich schon, nun mehr über die Entwicklungsgeschichte einer Tanzkapelle zu erfahren, die mich bereits seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts musikalisch begleiten.

Daniel Ryser - Yello - Verlag Echtzeit, 2011

Auch wenn Boris Blank und Dieter Meier ihre Kunstwerke vorrangig mittels energiebetriebener Maschinen herstellen, haben sie doch nichts mit den Gelb-Strom-Lieferanten zu tun.

Yello. Ohne W.

Oder wie Boris Blank im Erklär-Video zum neuen Projekt „Yellofier“ zwar in einem anderem Zusammenhang, aber trotzdem treffend bemerkte: “ Two clowns in the kitchen.“

Yello ist eine Zwei-Mann-Combo1, die sich mit „elektronischer Tanzmusik“ bereits in den neunzehnhundertachtziger Jahren einen international bekannten Namen in der Club-Szene machte.

Hierzulande kennt man sie durch die Musikvideo-Sendung „Formel Eins“ (1983-1990), für die Yello die Titelmusik „The Race“ (für die Folgen mit Kai Böcking ab 1988) lieferte. Basis für „The Race“ war eine Musikstück, das sich das Zauberer-Duo „Tempest & Gottet“ bereits 1987 für die musikalische Untermalung ihres Auftrittes beim World Cup of Magic in New York von Boris Blank – der es übrigens hasste, seine handwerklichen Fähigkeiten live vor Publikum zu präsentieren (einziger Auftritt Live at the Roxy, N.Y.) – komponieren ließ.

Doch das nur nebenbei. Ich schweife ab.

Was wollte ich eigentlich …?!

Ach ja. Ich will nur mitteilen, dass Daniel Ryser in seinem Yello-Buch hinsichtlich des Informationsumfangs mehr aus sich hätte raus gehen können. Gegen Ende des Werkes franst die chronologisch Abfolge etwas aus und die beschriebenen Begebenheiten springen (sinnbildlich) in der Zeit vor und zurück.

Trotz dieser kleinen Unzulänglichkeiten: Liebe Leute, falls ihr euch dieses Buch zulegen wollt, dann tut es. Ihr werdet durch die Lektüre keinesfalls dümmer.

 

1 Ja ich weiß, dass ursprünglich auch ein dritter Mann – Carlos Perón – dazugehörte, der sich aber ab 1983 seinen eigenen Projekten widmete.