Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

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andere Zeitrechnung

Erstellt von duftbaeumchen am 28. Dezember 2011

Derzeit geistert mal wieder ein Begriff durch die Tagesnachrichten, der – so hört man vielerorts – nach wie vor ein Mysterium zu sein scheint.

Mindesthaltbarkeitsdatum

Nur, so frage ich die Welt: Welcher Teil des Wortes ist unklar?

Wer bzw. was bringt Otto Normalverbraucher dazu, Mindesthaltbarkeit mit Ende der Genießbarkeit zu verwechseln?

Ein Stoff ist mindestens haltbar bis … MINDESTENS!
Das bedeutet zum Beispiel, dass sich der Joghurt (gern als Exempel herangezogen) auch länger bester Gesundheit erfreuen kann, was er meistens auch tut.

Und warum ist das so?

Weil er nicht durch Aluminium gucken kann.

Pfiffigerweise verschließen die Joghurt-Erbauer nämlich ihre Plastebecher mit blickdichten Metalldeckeln und hindern damit das innenwohnende Milchprodukt, Notiz vom außen aufgedruckten Datum zu erhalten. Erschwerend kommt für den Joghurt hinzu, dass er infolge ständiger Dunkelheit in der Behausung sein Zeitgefühl verliert und schon deshalb nicht weiß, wann er sein Ende selbst einleiten soll.

Also noch mal zum Mitmeißeln: Selbst wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum ein Verfallsdatum wäre, der Joghurt würde es nicht wissen und kann sich also auch nicht dementsprechend verhalten.

Der Joghurt wird schlecht, wenn er schlecht wird und nicht, wenn es der Hersteller festlegt.

Egal, was oben draufsteht.

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im falschen Film

Erstellt von duftbaeumchen am 19. August 2011

“Aber ich weiß, wer Bruce Willis ist. Der hat doch auch in ‘Philadelphia‘ mitgespielt.”

Jaja, wahrscheinlich in einer dem Finalschnitt zum Opfer gefallenen unbedeutenden Nebenrolle.

Die Herzdame: Das wandelnde Filmlexikon.

Während vorhin in ‘Demolition ManWesley Schnippes in eine Überwachungskamera “Simon sagt …” spricht, bemerke ich zu ihr, dass ein ähnlicher Wortlaut (“Simon befiehlt“) auch im dritten Teil der ‘Stirb-langsam‘-Quadrologie mit ebendiesem Bruce Willis zum Einsatz kommt, bei dem der Bruder des am Ende des ersten Teils ums Leben kommenden Bösewichts – der übrigens im Kevin-Kostner-’Robin Hood‘ den Sheriff von Nottingham spielt – ebenfalls einen Spitzbuben mimt.

Und obwohl ich ihr diese Fakten bereits vor Wochen im Zusammenhang mit dem letzten Teil der Harald-Töpfer-Septologie darlegte (da schlüpfte Alan Rickman in die Rolle des Lehrers Severus Snape), erinnert sie sich nicht daran.

Also ich weeß ja nich, warum ich mich immer wieder über solche cineastischen Verquickungen und Parallelitäten auslasse.

Doch dann fiel ihr ein, dass Bruce Willis in einem Film mit einem kleinen seltsamen Jungen mitspielte.

Und siehe, sie hatte recht.

Das war nämlich genau der Knabe, der neben Jude Law eine der Hauptrollen in ‘A.I. Artificial Intelligence‘ gab.

Doch das wird sie morgen bereits wieder vergessen haben.

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geriebener Puddeling

Erstellt von duftbaeumchen am 19. Dezember 2009

Würstchen aus Frankfurt, Gurken aus dem Spreewald, Marzipan aus Lübeck.

Nichts Neues.

Aber wer kennt den Ort, aus dem Milch und Honig fließen?

Den Ort, der so versteckt und abgeschirmt von der Außenwelt liegt, dass nicht mal Frau Gugel darüber etwas auszuspucken in der Lage ist?

Nur der alte Doktor war schon mal da.

Damals. Kurz vor der vorletzten Jahrhundertwende.

Und er hatte sogar ein kleines “Andenken” vor dort mitgebracht.

Ein kleines Töpfchen mit ungeheurer Kraft.

Kennt ihr das Märchen “Der süße Brei”? So märchig war das damals gar nicht, vielmehr waren diese kleinen, in Handarbeit gefertigten Tonbecher mit Henkel alltägliche Gebrauchsgegenstände. Es gab mehrere derer an diesem Ort, doch nur ein Töpfchen seiner Art überlebte die Wehen der Menschheitsgeschichte.

Ebendieses Töpfchen ist das einzige verbliebene Zeugnis der Existenz dieses geheimnisvollen Ortes, dessen Name in keinem Atlas zu finden ist.

Der alte Doktor hatte das Gefäß damals heimlich mitgehen lassen und schließlich ein heute weitbekanntes Imperium damit aufgebaut.

Ha, von wegen Backpulver! Das wahre Triebmittel der Karriere des alten Augusts war nicht das Backpulver!

Das Töpfchen war’s! Also vielmehr der Inhalt.

PUDDING!

Das Töpfchen produzierte tagaus, tagein Puddingpulver.

Abwechselnd braunen und gelben.

Alle Welt dachte: Oh, der Doktor hat Pudding erfunden, oh, der Doktor ist ein Filou.

Schmarrn.

Die Grundlagen seines Erfolgs blieben lange in den Geheimlaboratorien verborgen. Warum die Fakten jahrzehntelang verschwiegen wurden, kann ich nicht erklären; meine nicht genannt werden wollenden Informanten ließen sich zu keinen weiterführenden Verlautbarungen überreden.

Doch nun endlich erfährt die Öffentlichkeit die wahre Herkunft Doktor Oetkers Puddingkreationen. Durch eine alkoholbedingte Indiskretion eines Mitarbeiters der hiesigen Forschungsabteilung gelangten nämlich brisante Informationen in die Außenwelt.

Ha, nichts mit wissenschaftlicher Sisyphusarbeit! Alles nur geklaut!

Hinter dickverbleiten Betonwänden steht das letzte kleine Töpfchen und sprudelt lustig vor sich hin. Wie der süße Brei im Märchen.
Kein Ergebnis unermüdlichen Forscherdrangs, sondern einfach nur ein Wunder der Natur.

Zu spät, die Heimlichtuerei hat ein Ende. Um dem Ansehen des hochgelobten Wissenschaftlerkollektivs nicht all zu sehr zu schaden, wählten die Verantwortlichen die Flucht nach vorn.
Offensives Marketing.
Andere verstecken wichtige technische Daten im Kleingedruckten, der Doktor pappt sie direkt aufs Titelbild. Um der aufgebrachten Öffentlichkeit den Wind aus den Segeln zu nehmen, werden die Tüten fortan mit einem kleinen Zusatz versehen.

In Handarbeit. Mit ‘ner Kartoffel.

RaspelpuddingNun wissen wir: Der Pudding kommt gar nicht aus eigener Herstellung, sondern der Pudding kommt…

(tatatataaaa) …aus Raspeln!

Wo auch immer sich dieser Ort befinden mag, so er überhaupt noch existiert.

Nu isses raus.

Es könnte allerdings auch gaaaanz anders sein…

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P52/09 – verzauberte Windbeutel

Erstellt von duftbaeumchen am 3. Oktober 2009

Projekt 52/09Doofe Wochenaufgabe.

Zauberei.

Da mir mal wieder mal nüscht aktuell Zauberhaftes einfällt, greife ich auf ein Ereignis des vergangenen Sommers zurück.

Früher wurde uns eingetrichtert: Wir lernen nicht für die Schule, sondern für das Leben.

Das Leben hieß in diesem Fall Grillfest. Neben Speis und Trank gab es auch wissenschaftliche Kost zu gnießen.

Dazu nehme man: einen Grill mit ausreichend Restwärme, einen hauchdünnwandigen Müllbeutel und vier Büroklammern.

Der Rest ist ganz einfach. Man erarbeitet gemeinsam mit dem Heranwachsenden die physikalischen Grundlagen der Ballonfahrt und überprüft selbige spielerisch-experimentell in der Praxis.

Zauberei

Und schwuppdiwupp, wie von Zauberhand bewegt, steigt der mit warmer Luft gefüllte “Ballon” in die Höhe.

Zu den beiden anderen zauberhaften Bildern fällt mir gerade nicht sinnvolles ein…

P52/09 - Zauberei
P52/09 - Zauberei

 

(Eine Übersicht aller Themen und deren Umsetzung gibt’s hier bei Sari.)

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Wendehals

Erstellt von duftbaeumchen am 3. Oktober 2009

Dies ist (m)ein kleiner Beitrag zum 2019-jährigen Annexions-Vereinigungsjubiläum.

Wendehals

Der gemeine Wendehals.

Nach ihm wurden besonders “biegsame” Zeitgenossen benannt, die es verstanden, in relativ kurzer Zeit ihre Gesinnung von totalprosozialistisch zu nochtotalerprokapitalistisch zu modifizieren.

Der Wendehals in der oben dargestellten Form ist zwar nicht ganz so geschickt wie der menschliche, aber im Grunde ebenfalls ein armes Würstchen.

Doch warum verdreht er sich den Hals so eigenartig?

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P52/09 – abgetaucht

Erstellt von duftbaeumchen am 26. August 2009

Projekt 52/09Das erste, was mir beim aktuellen Projekt-52/09-Thema Fellmonster einfiel,  waren Katzen. Zumindest werden sie in diversen Publikationen gern als solche bezeichnet.

Habsch aber nich, komm’ ooch nich widder rein.

Ergo: Ein anderes Viech musste als Fellmonster herhalten.

Da nun die gemeine Hummel bis auf einige kleine, zu vernachlässigende Differenzen der noch gemeineren Hauskatze recht ähnlich ist, sich ihr Lebenswandel nur marginal von dem eines Stubentigers unterscheidet und sogar deren Nahrungs- und Genussmittel auf gleicher atomarer Basis fußt, schien sie der ideale Ersatz zu sein.

Voila, mein Fellmonster:

Fellmonster
(Canon Oxus 80 IS, Makromodus, ISO 80, 1/400, Bl 2.8, Bw 6,2 mm)

Man erkennt zwar nicht viel, aber zumindest das Fell ist eindeutig als solches auszumachen.


(Eine Übersicht aller Themen und deren Umsetzung gibt’s hier bei Sari.)


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zibbelig

Erstellt von duftbaeumchen am 30. April 2009

“Ist das wieder eine deiner seltsamen Erklärungen?”

Da gebe ich mir allergrößte Mühe, die Herzdame in die letzten Geheimnisse unserer Welt einzuweihen und was ist der Dank dafür? Hohn und Spott.

Heute morgen. In der Küche liegen unspektakulär und bewegungslos zwei in Schutzfolie verpackte grüne Gurken. Am Ende eines der Grünlinge ist durch die Hülle hindurch ein braunes Etwas zu erkennen. Für mich eindeutig, die Herzdame hingegen schaut sehr genau hin und versucht selbiges zu identifizieren. Um ihr unnötige Grübelei zu ersparen, erkläre ich, dass dies der nicht ganz bündig abgeschnittene Rest des “Einfüllstutzens”, in Fachkreisen auch Gurkenzibbel genannt, ist.

Da guggd se mich goomisch an.

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ölige Hülle

Erstellt von duftbaeumchen am 10. April 2009

Immer wieder das gleiche. Da gibt man sich Mühe, seinen geistigen Horizont zu erweitern und das Wissen der Welt in sich aufzusaugen, um dieses seinen Mitmenschen nahe zu bringen.

Und was erntet man für diese Mühe? Richtig: Undank und Häme.

Heute morgen zum Beispiel. Beim Frühstück.

In Betrachtung eines kleinen Lochs im Boden jedes Brötchens erkläre ich der Herzdame, warum kurz vor deutschlandweiten Hungersnöten Feiertagen die Benzinpreise steigen.

Der gemeine Durchschnittsbürger ist ja nach wie vor der Auffassung, die Mineralölgesellschaften würden sich absprechen, um in Ausnutzung der höheren Nachfrage nach Treibstoffen für den Oster- bzw. Weihnachtsurlaub ihre Gewinne zu maximieren.

Weit gefehlt. Das war vielleicht früher mal so. Mittlerweile versteckt sich die Ursache in einer ganz anderen Ecke.

Die Brötchen haben schuld.

Vor Jahren wurden selbige noch händisch und komplett aus Hefeteig hergestellt. Damals eben.

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt veränderte die Technologie der Brötchenbackung jedoch grundlegend. Die Brötchenhülle besteht mittlerweile komplett aus Erdöl. Sie ist täuschend echt in Aussehen, Geschmack und Geruch dem gemeinen Hefeteig nachempfunden, aber trotzdem künstlich. Die feste Kruste wird nämlich in einem komplizierten chemischen Verfahren direkt aus Rohöl hergestellt und nur noch mit herkömmlichem Teig gefüllt.

Durch das Loch am Boden.

Und weil nun an Feiertagen mehr Menschen Brötchen zum Frühstück essen, steigen die Nachfrage nach Rohöl und damit auch die Preise an der Zapfsäule.

Ganz einfach eigentlich.

Nur die Herzdame will mir das nicht glauben und verspottet mich.

Ignoranten. Alles Ignoranten.

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erkalteter Poet

Erstellt von duftbaeumchen am 14. Februar 2009

Da sitzt man vor dem leeren Blatt, grübelt, denkt, sinniert; will ein Gedicht oder eine kleine Geschichte zu Papier bringen. Doch es will sich einfach kein sinnvoller Gedanke bilden.

Geht es Ihnen auch manchmal so?

Die Lösung des Problems liegt ganz nah. Vielmehr steht sie im Regal. Im Baumarkt. Bei den Kraftfahrzeugschmier- und Pflegeutensilien.

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verflossen

Erstellt von duftbaeumchen am 21. Januar 2009

Bienenhonig besitzt ein eigenes Leben.

Auch wenn er eigentlich schon tot und eingeglast ist.

Sobald man das erste Mal das Frischesiegel eines neuen Behältnisses öffnet, geht’s los. Noch läßt sich der Deckel mühelos bewegen. Nach ein paar Tagen allerdings wird es zunehmend schwieriger. Und das, obwohl die Kontaktflächen zwischen Glas und Deckel nie mit dem zuckrigen Inhalt in Berührung gekommen sind.

Es klebt obenrum.

Wie auch immer der Honig da hin gekommen ist – er ist da. Trotz durchsichtiger Behausung (er kann also mühelos ‘rausgucken), scheint es ihm da drinnen nicht zu gefallen und er versucht wahrscheinlich, in Zeiten der Unbeobachtetheit die gläserne Barriere zu überwinden und die/ das Weite zu suchen.

Genauso ist das auch auf dem frisch getoasteten Toast.
Man tauche einen Löffel in die süße Substanz, ziehe ihn wieder heraus und der Honig folgt der Schwerkraft und will erst mal ins Glas zurück. Ihm gefällt es drinnen wohl doch besser. Also mehrmals den Löffel gedreht (der “Fließfaden” reißt) und ein kleckerfreies Schwenken (ohne Berührung des Glasrandes!!) zum Zielort ist möglich.

Nun sollte wieder die Schwerkraft wirken. Doch es passiert…

…nichts.

Die zähflüssige Masse krallt sich am Löffel fest. Nur mit Mühe und einem Spezialwerkzeug (Messer) kann man sie zu einem weiteren Ortswechsel bewegen.
Doch auch der margarinierte Untergrund scheint ihr nicht zu behagen. Fast sprunghaft wechselt der Honig seinen Aggregatzustand von teer- zu fastwasserförmig und kriecht trotz Ausrichtung der Streichfläche mit der Wasserwaage – mal schneller, mal langsamer – zum Brotrand.

Dort harrt er aus, bis er auf dem Weg zum Mund fast die Lippen erreicht hat. Leichtfüßig krabbelt er über den Rand und stürzt sich todesmutig in die Tiefe.

Und landet auf dem Shirt, Pullover oder was man sonst noch so am Leibe trägt.

Man sollte nur noch nackt frühstücken.


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