Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für die 'duftbäumchen erklärt die Welt' Kategorie

erkalteter Poet

Erstellt von duftbaeumchen am 14. Februar 2009

Da sitzt man vor dem leeren Blatt, grübelt, denkt, sinniert; will ein Gedicht oder eine kleine Geschichte zu Papier bringen. Doch es will sich einfach kein sinnvoller Gedanke bilden.

Geht es Ihnen auch manchmal so?

Die Lösung des Problems liegt ganz nah. Vielmehr steht sie im Regal. Im Baumarkt. Bei den Kraftfahrzeugschmier- und Pflegeutensilien.

Weiterlesen »

Abgelegt unter dies und das, duftbäumchen erklärt die Welt, Warenwirtschaft | 4 Kommentare »

verflossen

Erstellt von duftbaeumchen am 21. Januar 2009

Bienenhonig besitzt ein eigenes Leben.

Auch wenn er eigentlich schon tot und eingeglast ist.

Sobald man das erste Mal das Frischesiegel eines neuen Behältnisses öffnet, geht’s los. Noch läßt sich der Deckel mühelos bewegen. Nach ein paar Tagen allerdings wird es zunehmend schwieriger. Und das, obwohl die Kontaktflächen zwischen Glas und Deckel nie mit dem zuckrigen Inhalt in Berührung gekommen sind.

Es klebt obenrum.

Wie auch immer der Honig da hin gekommen ist – er ist da. Trotz durchsichtiger Behausung (er kann also mühelos ‘rausgucken), scheint es ihm da drinnen nicht zu gefallen und er versucht wahrscheinlich, in Zeiten der Unbeobachtetheit die gläserne Barriere zu überwinden und die/ das Weite zu suchen.

Genauso ist das auch auf dem frisch getoasteten Toast.
Man tauche einen Löffel in die süße Substanz, ziehe ihn wieder heraus und der Honig folgt der Schwerkraft und will erst mal ins Glas zurück. Ihm gefällt es drinnen wohl doch besser. Also mehrmals den Löffel gedreht (der “Fließfaden” reißt) und ein kleckerfreies Schwenken (ohne Berührung des Glasrandes!!) zum Zielort ist möglich.

Nun sollte wieder die Schwerkraft wirken. Doch es passiert…

…nichts.

Die zähflüssige Masse krallt sich am Löffel fest. Nur mit Mühe und einem Spezialwerkzeug (Messer) kann man sie zu einem weiteren Ortswechsel bewegen.
Doch auch der margarinierte Untergrund scheint ihr nicht zu behagen. Fast sprunghaft wechselt der Honig seinen Aggregatzustand von teer- zu fastwasserförmig und kriecht trotz Ausrichtung der Streichfläche mit der Wasserwaage – mal schneller, mal langsamer – zum Brotrand.

Dort harrt er aus, bis er auf dem Weg zum Mund fast die Lippen erreicht hat. Leichtfüßig krabbelt er über den Rand und stürzt sich todesmutig in die Tiefe.

Und landet auf dem Shirt, Pullover oder was man sonst noch so am Leibe trägt.

Man sollte nur noch nackt frühstücken.


Abgelegt unter duftbäumchen erklärt die Welt, Warenwirtschaft | 3 Kommentare »

hochaufgelöste Kleinlichkeit

Erstellt von duftbaeumchen am 1. August 2008

Bisher ist die Welt der irrigen Annahme, bei Mobilfunk-Fernsehwerbung wird das “Kleingedruckte” nur deshalb so winzig dargestellt, damit der Konsument die vielleicht eingebauten Fallstricke nicht sofort erkennt und sich blind irgendwelche wohlmeinend klingenden Angebote aufschwatzen läßt.

Andere Zungen behaupten sogar, das für bestimmte Berufszweige die Menge an verwendbaren “Großbuchstaben” limitiert sei und sie deshalb zur Kleinlichkeit gezwungen werden.

Doch dem ist nicht so.

Wie auf anderen Gebieten haben auch im Bereich der Fernsehwerbung viel mächtigere Kräfte ihre Hand im Spiel als wir glauben und uns vorstellen können.

Ich sage nur: Weltverschwörung.

Weiterlesen »

Abgelegt unter dies und das, duftbäumchen erklärt die Welt, Warenwirtschaft | Keine Kommentare »

Vorsicht! Frisch gekleckert!

Erstellt von duftbaeumchen am 5. April 2008

Ich bin autorisiert hier bekanntzugeben: “Der Gerd (*) hat heute [04.04.2008, Anm. d. A.] gekleckert wie ein Meiselfink.

Danke für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

PS:
Ach so, bevor jemand den Rest des Tages mit umfangreichen und letztlich doch nur von Erfolglosigkeit gekrönten Recherchen nach “Meiselfink” verplempert, möchte ich noch folgendes erwähnen: Der Meiselfink, eine erst vor wenigen Tagen geschlüpfte Kreuzung aus Blaumeise und Buchfink, ist noch stubenunrein und somit noch nicht Herr seiner Ausscheidungsorgane. Das kleine Kerlchen ist eine Neuentdeckung anerkannter Vögelkundler und Ergebnis evolutionärer Verwirrungen des Meisenmännchens.
Durch den ungezügelten Genuss in Gärung befindlicher Vogelbären (deshalb auch Blaumeise) trübte sich der Blick des Fliegerlings und er verwechselte Finken- mit Meisenfräulein. Wie im wahren Leben passierte das Ungewollte. Aus der stürmischen Liebesnacht ging eine neue Art Piepmatz hervor, die nun mit den Unwägbarkeiten des frühen Entwicklungsstadiums zu kämpfen hat – der Meiselfink.

Und was hat das mit dem Gerd zu tun?

Eigentlich nicht viel, ich zitiere hier nur die Herzdame.
Da ich sowohl den Gerd als auch den Meiselfinken nur aus Überlieferungen und nicht persönlich kenne, kann ich nähere Zusammenhänge und Analogien nur vermuten.

_______________________
(*) der Herzdame Friseur

Abgelegt unter dies und das, duftbäumchen erklärt die Welt | Keine Kommentare »

verrucht

Erstellt von duftbaeumchen am 28. August 2007

Nun sind bereits mehrere Monate des intensiven “Kennenlernens” vergangen, trotzdem habe ich den Eindruck, die Herzdame vertraut mir nicht uneingeschränkt.

Ein weiteres Beispiel zur Verdeutlichung meiner Vermutung:

Im Rahmen des letztwöchigen Urlaubs”wander”programms durch die oberösterreichische Berg- und Talbegrünung ließ sich – obwohl wir uns außerhalb der deutschen Lufthoheit befanden – die regelmäßige Versorgung des Körpers mit Sauer-, Stick- und anderen lebenserhaltenden Stoffen nicht vermeiden. Dabei fiel der Herzdame auf, daß der Waldluft Inhaltsstoffe beigesetzt waren, die dem gemeinen Großstadtindianer nur selten die Riechknospen kitzeln.

Es roch nach Wald.

Und damit komme ich zum Ausgangspunkt meiner Ausführungen zurück.

Ich erklärte ihr, daß sich allmorgendlich noch vor Sonnenaufgang speziell ausgebildete Kunstflieger auf den waghalsigen Weg machen, dicht über den Wipfeln einen besonderen Duftstoff zu versprühen und damit der Atemluft dieser Region ein unverwechselbar sympathisches Aroma zu verleihen.
Da jeden Tag unzählige Touristen und auch Einheimische die frisch angereicherte Luft veratmen, müssen schlußfolgernd die Reduftivierungsmaßnahmen auch täglich wiederholt werden.
Daß diese Tatsache dem Normalbürger weitgehend unbekannt ist liegt daran, daß er nachts meist schläft, feiert oder andere Dinge macht, sich wegen allgemein vorherrschender Dunkelheit jedoch sehr selten dem Himmel zuwendet. Demzufolge werden die Fliegeraktivitäten nur von sehr wenigen Menschen wahrgenommen.

Und das alles glaubt mir die Herzdame nicht.

Genausowenig wie die Tatsache, daß ebenfalls alle 24 Stunden Dutzende mit zwei 10-Liter-Eimern voller Wasser ausgerüstete Talbewohner zu Fuß den Berg hinaufkraxeln, um den am Vortag durch Verdunstung verursachten Flüssigkeitsverlust des Laudachsees auszugleichen.

Doch das ist eine andere Geschichte.

Abgelegt unter dies und das, duftbäumchen erklärt die Welt, Urlaub | Keine Kommentare »

Stückgewichte

Erstellt von duftbaeumchen am 25. Mai 2007

Daniel Große fragte sich kürzlich beim Gemüseerwerb:

Zitat: “Warum werden Gurken pro Stück verkauft und Zucchini pro Kilo?

Ich möchte diese Frage gerne aufgreifen und einer wissenschaftlichen Beantwortung zuführen.

Eigentlich ist das ganz einfach.

Die (im doppelten Sinne) gemeine Zucchini hat sich momentan noch etwas zickig in Bezug auf Uniformität im “Wachstum”.

Bei Geflügel und anderen Feldfrüchten ist man da schon viel weiter; bei der Massenhaltung/ -züchtung von Zucchini stapfen die Agrarwissenschaftler jedoch noch in den Kinderschuhen umher.

Betrachten wir beispielhaft die Salatgurke.

Die Technologie des millilitergenauen Befüllens der recht dünnen Gurkenhülle mit einem Wasser-Gurkenmark-Kern-Gemisch ist bereits auf sehr hohem technischen Niveau. Im Verlauf der vergangenen vierhundertachtundzwanzig Jahre wurde der Produktionsablauf soweit verfeinert, daß mittlerweile nur noch wenige Arbeitsschritte genügen, um die Gurke zur “Marktreife” zu bringen. Noch ‘ne Tüte drumrumschweißen – fertig.

Bei der Zucchiniproduktion ist man halt noch nicht soweit.

Besonders hinderlich erweist sich das noch gültige Patent auf die dünne Gurkenschale. Selbiges wäre natürlich auch für die Zucchiniherstellung nutzbar; überhöhte Lizenzgebühren lassen eine wirtschaftliche Produktion aber nicht zu.
Also müssen sich die Hersteller selbst in die Entwicklung der grünen Hüllen einarbeiten, haben es allerdings noch nicht geschafft, sich der Konsistenz der Gurkenverschalung zu nähern.
Infolge der ungleichmäßigen Dicke der Schale führt die maschinelle Befüllung der Zucchinihüllen immer wieder zu Materialdefekten – die Hüllen reißen bzw. platzen auf. Verstärkter Übergang zur Handarbeit ist der einzige effektive Ausweg.
Da nun aber jeder Mensch eine andere Vorstellung von “Optimalität in Größe und Gewicht” hat, läßt sich eine Gleichheit in eben diesen beiden Leistungsmerkmalen nicht so ohne weiteres gewährleisten.

Ergo: Jede Zucchini sieht anders aus.

Ergo2: Zucchinis müssen nach Gewicht berechnet werden.

So einfach ist das.

Abgelegt unter dies und das, duftbäumchen erklärt die Welt, Warenwirtschaft | 2 Kommentare »

zweite Erkenntnis beim Frühstück

Erstellt von duftbaeumchen am 7. Mai 2007

Post scriptum zum Beitrag vom 28. April:

Am Frühstückstisch nicht zu vermeiden, für manche im Bett ein Graus und doch – in Maßen genossen – eine leckere Vor-, Haupt- oder Nachspeise ist das sogenannte Krümel-Ei.

Natürlich aus eigenem Anbau unter Einbeziehung stark geröstetem Dreikorn-Toasts.

Zur Not geht auch ein überlagertes Sonntagsbrötchen.

Inklusive Handkettensäge.

Abgelegt unter dies und das, duftbäumchen erklärt die Welt, Hausmännel | Keine Kommentare »

Erkenntnis beim Frühstück

Erstellt von duftbaeumchen am 28. April 2007

Ein männliches Huhn – der sogenannte Hühner – gebärt ein Hühnerei und das männliche Schwein – demnach der Schweiner – das Schweinerei.

So einfach ist die Welt.

Nur mal am Rande bemerkt.

Abgelegt unter dies und das, duftbäumchen erklärt die Welt, Warenwirtschaft | Keine Kommentare »

Innendruck

Erstellt von duftbaeumchen am 25. März 2007

Erstaunlich, wie weit der wissenschaftlich-technische Fortschritt (WTF) inzwischen fortgeschritten (oder fort geschritten) ist.

Sonntagmorgen beim Frühstück.

Ungläubig schaut mich die Herzdame an, als ihr folgenden Sachverhalt plausibel zu erläutern versuche:

Das Hühnerei als solches wird ja, um dem Ver- und Gebraucher neben der Tageszeitung und lustigen Verpackungsbeschriftungen weitergehende Lektüre und Rätselspaß am Frühstückstisch zur Verfügung zu stellen, mit einer kleinen, fast unscheinbaren Zahlenkombination versehen.

Und da kommt der WTF zum Tragen.

Ich staune immer wieder, wozu die Genmanipulateure mittlerweile in der Lage sind. Da haben die es nach vielen Jahren und unzähligen Tierversuchen doch tatsächlich geschafft, den Druckvorgang in die Tiere hineinzuverlagern.

Sicherlich gab es Rückschläge.
Denken wir nur an spiegelverkehrte oder teilweise unleserliche Schriftzeichen. Oder an die Zeit, als die Tinte noch an der langen, nicht so stark gewölbten Flanke das gemeine Gack-Ei verzierte.

Heutzutage muß das Huhn einfach nur noch drücken und psst, brrrt, ratterratter, kling – das Ei plumpst ordnungsgemäß beschriftet ins frisch aufgeschüttelte Stroh.

Auch die bruchsichere Verpackung der Eier durch die Hühner selbst funktioniert immer besser. Leider ist der Mensch trotzdem noch nicht ganz aus dem Produktionsprozess zu eliminieren.

Vielleicht werden wir in fünf bis zehn Jahren die Eierernte direkt beim Händler durchführen können. Die Hühner laufen dann frei im Kaufmannsladen des Vertrauens umher, man schnappt sich eines, drückt auf einen Knopf am Tier und die Eier entschlüpfen dem Körper direkt in die mitgebrachten Behältnisse.

Ängstliche oder im Umgang mit dem Federvieh ungeübte Zeitgenossen können sich für ein kleines Aufgeld der Hilfe eines extra dafür angestellten Eierausdrückers (arbeitsloser Geflügelbauer mit 1-Euro-Job) bedienen.

-

Ein weiterer, noch nicht so ausgereifter Zweig der Forschung beschäftigt sich schon länger mit dem Oster-Ei.

Dem bunten.

Farbverlaufene und monochrome Eier sind ja bereits seit Weihnachten im einschlägigen Fachhandel erhältlich.
In täglich mindestens einstündigen Sitzungen (analog der Lichttherapie beim Menschen) hocken die Hühner kreisförmig auf dem mit Fußbodenheizung ausgestatteten Boden um farbige Leuchtmittel und übernehmen die Farbstrahlung in den Herstellungsprozess der Kalkhülle.
Im Verlauf der Untersuchungen zeigten sich auch erste Erfolge bei der Produktion von Mustern. Dieser Bereich steckt allerdings noch in ganz kleinen Kinderschuhen und bedarf weiterer intensiver Tests.

Ich werde am Thema dranbleiben und bei neunen Erkenntnissen sofort berichten.

Hoffentlich kommen die Tiere bei der Umstellung auf die Sommerzeit nicht durcheinander.

.

PS: Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, die Herzdame glaubt mir irgendwie nicht.
Man darf sich der technisch-evolutionären Entwicklung nun mal nicht verschließen.

Abgelegt unter duftbäumchen erklärt die Welt, Warenwirtschaft | Keine Kommentare »