Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für die 'Entertainment' Kategorie

[WGT2012] Rennblech

Erstellt von duftbaeumchen am 29. Mai 2012

mit holzbefeuerter Dampfmaschine.

WGT2012

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tonlos und laut

Erstellt von duftbaeumchen am 10. April 2012

… und es riecht. Alt. Es riecht nach Alter, nach Zeit, nach Geschichte.

Mein zufälliges Ostergeschenk.

Ein 8-mm-Projektor sowjetischer Bauart. Schwer, laut, aus dem Ganzen gefeilt. Nennt sich „PYCb“ (RUSS) und wurde seinerzeit tausende Kilometer weiter östlich im LOMO-Werk im damaligen Leningrad (heute Sankt Petersburg) hergestellt.

Anschließen, Film einfädeln, einschalten – läuft. Das ist noch robuste Technik.

Und weil ja Ostern war, habe ich mir auch gleich einen passenden Film angeschaut: „Hase und Wolf auf der Autobahn„.

Als Stummfilm.

Bei dem Lärm, den der Projektor verursacht, wären Tonfilme sowieso rausgeschmissenes Geld.

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its Reimteim

Erstellt von duftbaeumchen am 29. März 2012

Herzdame am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen:

Oh Klops, oh Klops, wie schmeckst du gut,

du wurdest gebrutzelt an heißer Glut.

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Jaaaa, er lebt noch

Erstellt von duftbaeumchen am 18. Februar 2012

Werte Verwandten,

vorher

tja, hättet Ihr gleich den Fachmann gefragt, wären Euch ungeplante Zusatzausgaben für ein Ersatzgerät erspart geblieben.

Der technisch interessierte Laie sieht sofort, was hier gespielt wird. Nämlich nichts mehr. Der HDR3800 stellte sich tot.
Es sieht aus wie ein kleiner Fliegenschiss, isses aber nicht – Fliegen haben nämlich keinen Zutrittflug zu diesem hochsensiblen, mit Elektronik vollgestopften Bereich der Fernsehunterhaltung.
Der Elko lüpfte leicht sein Mützchen und erbrach sich kaum erkennbar.

nachher

Wie heißt es doch so weitsichtig: „Junge, lern‘ was Ordentliches!“. Und weil der Junge in der Schule fein aufpasste, konnte er sein Wissen auch nach vielen Jahren noch anwenden. Mit geschickten Fingern, etwas Hitze, Lötzinn und einem Materialeinsatz von Nulleuroeinundneunzig brachte er in kurzer Zeit das Herz des Festplattenrecorders wieder zum Schlagen. Der neue Elektrolytkondensator passt zwar nicht an den vom Hersteller absichtlich eng bemessenen Platz (ein parametergleiches Ersatzteil war beim Handelsmann gerade nicht vorrätig), als gelernter DDR-Bürger weiß er sich jedoch zu helfen – ’ne Nummer größer tut’s auch; fix die Beine verlängert und im Freiraum schwebend abgelegt.

Nun muss er nur noch verhandeln, was mit dem reanimierten, aber bereits abgeschriebenen Gerät passieren soll. Alter und technisch-ideelen Verschleiß einbeziehend kann er für die Reparatur bestimmt noch hundertfünfzig Euri verlangen.

Mindestens.

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da werden Sie geholfen

Erstellt von duftbaeumchen am 11. Februar 2012

Das superkluge Ultrakurzwellenfunkfernsprechgerät – in diesem Fall die „On Air„-App(likation) – weist mir den Weg durch den Televisionsdschungel und damit auch durchs Leben:

Lebenshilfe
(müsste eigentlich „Die vierte Lebensberatung“ heißen)

Na das ist doch mal ’ne wahrhaftige Lebenshilfe. Spannende Live-Gespräche, die sich auf das Wesentliche beschränken. Da wird nicht viel diskutiert, da werden die Fronten zügig geklärt. „Egal ob Fragen zu Liebe, Partnerschaft, Beruf oder Finanzen – allen Anruferinnen und Anrufern wird sofort geholfen.“

Nur, frage ich mich: Wer ist auf dem Bild der Berater? Sitzt der noch im Auto hinter schusssicherem Panzerglas oder hält er die Pistole?

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Bewegungslos bewegend

Erstellt von duftbaeumchen am 1. Februar 2012

Charmant, witzig, sarkastisch, traurig (für Herzdamen und Freundinnen).

„Ziemlich beste Freunde“

Angucken!

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Mengenrabatt

Erstellt von duftbaeumchen am 23. Januar 2012

Während einer nächtlichen Golden-Globe-2012-Zusammenfassung im Televisor defilieren die Schönen und Reichen durchs Bild.

Unter anderem sind auch Angelina J. und Brad P. (Klarnamen sind dem Autor bekannt) zu sehen.

Herzdame: „Adoptieren die die Kinder oder kauf… äh …

Beides. Erst kaufen, dann adoptieren.

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unterirdisch

Erstellt von duftbaeumchen am 15. Januar 2012

Du bist ein Arschloch!„, schallte es fremdländisch akzentuiert laut durch den Raum – durch den Gastraum, in dem wir erst wenige Minuten zuvor einen Platz zugewiesen bekamen.

Wilde Worte wechselten weiterhin die Besitzer; eine der zahlreichen „Kundenbetreuerinnen“ stritt sich lautstark mit einem der Köche/ Pizzabäcker. Worum es genau ging, war nicht zu ergründen. Die Worte „Pizza“ und „alleine fressen“ ließen jedoch darauf schließen, dass es sich mutmaßlich um eine der hausgemachten Speisen drehen musste.

Wir wussten es nicht genau, freuten uns aber trotzdem, diesem Schauspiel beiwohnen zu dürfen.

Zumal der Start unserer Soirée schon nicht optimal verlaufen war. Als wir nämlich die Lokalität betraten und uns bis zum Tresen gekämpft hatten, interessierte sich von den dort anwesenden Restaurantfachfrauen (zirka sechs/ sieben ins gruppendynamische Einzelgespräch vertiefte junge Dinger) keine für uns. Wir standen und warteten; man will sich ja auch nicht unnötig aufdrängen.

Als ich schon ansetzen wollte mit der loriotschen Frage (1): „…, dürfen wir IHNEN vielleicht etwas bringen?!“, riss sich dann doch eine Angestellte aus dem wissenschaftlichen Fachdiskurs und nahm sich unser an.

Der Name als Unternehmensleitsatz?

„La Grotta“ in der Leipziger Ratsfreischulstraße wurde dem gerecht.

Wir besuchten bereits mehrmals das mit der Pizzeria räumlich und organisatorisch verbundene Restaurant nebenan und die Vergangenheit gab keinen Anlass zur Klage; die Art der Gastbetreuung dürfte demnach nicht großartig anders sein. So hofften wir. Doch gestern sah es der Dienstplan wohl vor, dass sich diejenigen Mitarbeiter versammelten, die ihren sogenannten „schlechten Tag“ hatten.

Auch wenn das Essen selbst vorzüglich mundete (davon abgesehen, dass die wagenradgroßen Pizzen nur mit Mühe in den Wanst einer normalgewichtigen Einzelperson passen), der Dienst drumrum (die schauspielerische Einlage zu Beginn außer Acht lassend) entsprach voll dem Namen, der über der Eingangstür prangt: Grottig.
Die Einnahme der Speisen an sich nahm den geringsten Teil der zweieinhalb Stunden dauernden Veranstaltung ein. Es schien so, als ob sich die Bedienung mehr um die tausend kleinen Dinge des Lebens kümmerte als um uns – um die Menschen, die für die Bereitstellung der Arbeitsentgelte am Monatsende erforderlich sind.

Und für die Lohnzusatzleistungen. Aber die Gehälter sind da wahrscheinlich derart hoch, dass für Trinkgelder kein Bedarf besteht.

Naja, muss auch nicht.

Es hätte wahrscheinlich vor Kassenabschluss niemand bemerkt, wenn wir ohne Begleichen der Rechnung von dannen gezogen wären.

 

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1 zu sehen in Loriots Meisterwerk „Pappa ante portas

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gut behütet

Erstellt von duftbaeumchen am 14. Januar 2012

Mehr muss eine Frau doch nun wirklich nicht tragen, wenn sie zur Faschingsparty gehen will.

Faschingskostüm Faschingskostüm

 

Um Halsschmerzen vorzubeugen, empfiehlt es sich bei Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius, eine Federboa locker ums Dekolleté zu drapieren.

 

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PS Haben Sie es bemerkt? Das „alte“ iPhone 3, welches ich temporär benutze, fokussiert vortrefflich auf das Regal hinter der Protagonistin. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Optik bei soviel nackten Tatsachen schamhaft versucht, blind zu werden.

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kritische Masse

Erstellt von duftbaeumchen am 11. Januar 2012

Und ich sach noch zur Frau Frülln: In der Schauburg sind immer wenig Zuschauer, die knistern nicht während der Vorstellung, kostenlose Parkplätze gibt’s in unmittelbarer Nähe und die Preise sind nicht so exorbitant hoch wie in den Multiplexkinos …

Die Filmvorschau weckte Neugier, also packte ich die Herzdame beim virtuellen Schopfe und wir zogen hinaus in die dunkle Nacht.

Eine derart große Menschenansammlung vor diesem Lichtspieltheater und in dessen Eingangsinnenbereich sah ich das letzte Mal vor „der Wende“. Die „Schauburg“ ist mittlerweile eher ein Nischenkino.

Was iss’n hier los?

Ein Kontrollblick auf das papierne Kinoprogramm verriet den Grund: Premiere.

Na, ob wir da überhaupt reinkommen?

Wir kamen.

Rings um uns betrieben mehr oder weniger intellektuell aussehende Menschen Konversation. Wer gerade nichts zu sagen hatte, nippte an einem Sektglas.

So unvorbereitet kommt man sich ja etwas deplatziert vor. Ergo: Ein Kinovorschauprogramm geschnappt und zielgerichtet die Sitzgelegenheiten okkupiert.

Du liest doch bestimmt jetzt noch, da hole ich mir auch ein Kinoprogramm„, sprach die Herzdame.

Naja, ich guck mir eigentlich nur die Bilder an; ich hab‘ ja keine Brille dabei.“ (1) Infolge der Altersweitsicht benötige ich im Kino normalerweise keine Sehhilfe, da wir ganz selten bis nie in der ersten Reihe direkt vor der Leinwand sitzen. Ich lasse sie also zu Hause. Andererseits sollte mich die Lebenserfahrung – auch eine Art Altersweitsicht – mittlerweile gelehrt haben, ein Binokel für den „Notfall“ vorrätig zu halten.

Mach’sch aber nich. Der Lernprozess dauert noch an.

Wie dem auch sei – die Herzdame kehrt zurück. Mit Heft und zwei Gläsern Sekt.

Den gibt es nämlich (wie wir nun wissen) kostenlos.

Dann sind wir ja sozusagen sehr wichtige Personen (VIP).“ Oder wollen die uns bereits vor Filmbeginn betrunken machen und einlullen?

Woll’n se nich. Fangen aber dafür später an und ersetzen die Werbung durch eine persönliche Einführung durch den Mann vom Filmverleih. Inklusive Hinweis, dass auch Filmschaffende (Produzenten, Regisseur, Schauspieler) anwesend sind und sich am Ende sogar zu erkennen geben wollen.

Dann geht’s endlich los.

Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen

Und wir sind bei der Weltpremiere live (also u.a. lebendig, direkt, ungebraucht, glühend) dabei.

Auch wenn mir bei einigen Szenen die Bildgestaltung (2) nicht zusagte, so darf ich insgesamt konstatieren: Ja. Doch. Nicht schlecht gemacht. Gefällt.

Nach der sich anschließenden obligatorischen „Befragung“ und Vorstellung einiger Mitwirkender sowie der Nichtbeantwortung nichtgestellter Zuschauerfragen, gab’s dann noch mal Sekt. Wer wollte.

Doch auch ohne diese Zugabe (die wir aus Zeitgründen nicht annahmen) können wir uns nicht beklagen. Schon rein aus finanzieller Sicht war dieser Kinobesuch ein voller Erfolg: 4 (in Worten VIER) Euri für zwei Kinokarten (3), unendlich (theoretisch) viel Prickelwasser und anspruchsvollen Kulturgenuss.

Und nicht zu vergessen: Das Gefühl, ein privilegierter Kunstkonsument zu sein.

 

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1 Also prinzipiell kann ich auch ohne Brille lesen, wenn ich das Schriftstück nur weit genug vom Gesicht weghalte. Beim Schummerlicht des Kinosaals ist allerdings der Zeichen-Hintergrund-Kontrast so gering, dass jeglicher Versuch der Informationsaufnahme kläglich scheitert. Es bleibt bei der Bilder- und Überschriftenbeschau.

2 Warum müssen die Kameraleute heutzutage ständig rumzappeln und den Protagonisten fast in die Körperöffnungen kriechen. Lasst doch die Schauspieler mal in Ruhe agieren, gebt ihnen Raum. Stellt die Kamera auf ein Stativ und rennt nicht ständig mit ihr herum. Nehmt euch ein Beispiel an „Die Reifeprüfung“ mit Anne Bancroft und Dustin Hoffmann!

3 Die Premium-Variante der happy dinner card macht’s möglich – zwei Karten für eine.

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