Duftbäumchens Logbuch

Kaum macht man’s richtig, schon funktioniert’s.

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Archiv für die 'Hausmännel' Kategorie


angestellte Suppenkasper

Erstellt von duftbaeumchen am 27. Dezember 2009

Normalerweise läuft das ja sonntags immer folgendermaßen ab:

Die Kinderschar (kleine und große Kinder) versammelt sich bei Omman und Oppan zum gemeinsamen Mittagsmahl am großen Tisch. Außenrum Teller, Besteck und Menschen, in der Mitte diverse Töpfe und Schüsseln.

Je nach dem, wer aus welchem Behältnis versorgt werden möchte, werden die Töppe hin- und hergeschoben, gehoben und gereicht - bei sieben Personen mit unterschiedlichen geschmacklichen Präferenzen eine logistische Meisterleistung. Die Person mag statt Kraut lieber Erbsen, eine andere zieht den Gurkensalat vor, eine weitere isst nur Gänsekeule mit ohne Knochen.

Ein hin und her bis auch der letzte mit ausreichend Nahrung versorgt ist.

Heute war das anders.

Die Feiertagsreste müssen ja auch mal weg. Und weil so ein Sonntagsmittagstisch nicht unendlich groß und tragfähig ist, spielten wir Betriebskantine ohne Betrieb.

Alle stellten sich brav und gesittet in eine Reihe und warteten geduldig, bis sie sich an der Essenausgabe bedienen durften.

Nur einer konnte sich wieder mal nicht benehmen…

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geriebener Puddeling

Erstellt von duftbaeumchen am 19. Dezember 2009

Würstchen aus Frankfurt, Gurken aus dem Spreewald, Marzipan aus Lübeck.

Nichts Neues.

Aber wer kennt den Ort, aus dem Milch und Honig fließen?

Den Ort, der so versteckt und abgeschirmt von der Außenwelt liegt, dass nicht mal Frau Gugel darüber etwas auszuspucken in der Lage ist?

Nur der alte Doktor war schon mal da.

Damals. Kurz vor der vorletzten Jahrhundertwende.

Und er hatte sogar ein kleines “Andenken” vor dort mitgebracht.

Ein kleines Töpfchen mit ungeheurer Kraft.

Kennt ihr das Märchen “Der süße Brei”? So märchig war das damals gar nicht, vielmehr waren diese kleinen, in Handarbeit gefertigten Tonbecher mit Henkel alltägliche Gebrauchsgegenstände. Es gab mehrere derer an diesem Ort, doch nur ein Töpfchen seiner Art überlebte die Wehen der Menschheitsgeschichte.

Ebendieses Töpfchen ist das einzige verbliebene Zeugnis der Existenz dieses geheimnisvollen Ortes, dessen Name in keinem Atlas zu finden ist.

Der alte Doktor hatte das Gefäß damals heimlich mitgehen lassen und schließlich ein heute weitbekanntes Imperium damit aufgebaut.

Ha, von wegen Backpulver! Das wahre Triebmittel der Karriere des alten Augusts war nicht das Backpulver!

Das Töpfchen war’s! Also vielmehr der Inhalt.

PUDDING!

Das Töpfchen produzierte tagaus, tagein Puddingpulver.

Abwechselnd braunen und gelben.

Alle Welt dachte: Oh, der Doktor hat Pudding erfunden, oh, der Doktor ist ein Filou.

Schmarrn.

Die Grundlagen seines Erfolgs blieben lange in den Geheimlaboratorien verborgen. Warum die Fakten jahrzehntelang verschwiegen wurden, kann ich nicht erklären; meine nicht genannt werden wollenden Informanten ließen sich zu keinen weiterführenden Verlautbarungen überreden.

Doch nun endlich erfährt die Öffentlichkeit die wahre Herkunft Doktor Oetkers Puddingkreationen. Durch eine alkoholbedingte Indiskretion eines Mitarbeiters der hiesigen Forschungsabteilung gelangten nämlich brisante Informationen in die Außenwelt.

Ha, nichts mit wissenschaftlicher Sisyphusarbeit! Alles nur geklaut!

Hinter dickverbleiten Betonwänden steht das letzte kleine Töpfchen und sprudelt lustig vor sich hin. Wie der süße Brei im Märchen.
Kein Ergebnis unermüdlichen Forscherdrangs, sondern einfach nur ein Wunder der Natur.

Zu spät, die Heimlichtuerei hat ein Ende. Um dem Ansehen des hochgelobten Wissenschaftlerkollektivs nicht all zu sehr zu schaden, wählten die Verantwortlichen die Flucht nach vorn.
Offensives Marketing.
Andere verstecken wichtige technische Daten im Kleingedruckten, der Doktor pappt sie direkt aufs Titelbild. Um der aufgebrachten Öffentlichkeit den Wind aus den Segeln zu nehmen, werden die Tüten fortan mit einem kleinen Zusatz versehen.

In Handarbeit. Mit ‘ner Kartoffel.

RaspelpuddingNun wissen wir: Der Pudding kommt gar nicht aus eigener Herstellung, sondern der Pudding kommt…

(tatatataaaa) …aus Raspeln!

Wo auch immer sich dieser Ort befinden mag, so er überhaupt noch existiert.

Nu isses raus.

Es könnte allerdings auch gaaaanz anders sein…

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Integrationsprojekt

Erstellt von duftbaeumchen am 9. November 2009

Küchenschrank

So, die Küchenutensilien sind fast vollständig eingeräumt; die Schränke gut gefüllt.

Nun müssen nur noch meine, nicht minder zahlreich vorhandenen Töpfe, Geschirre, Bestecke, Gewürze, Konserven, Gläser… irgendwie integriert werden.

Diese logistische Herausforderung wird uns zwar an die Grenzen menschlicher Belastbarkeit führen,…

doch dafür reicht der Nudelvorrat für die nächsten drei Jahre.


Artverwandtes

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Ausstattungsmerkmale

Erstellt von duftbaeumchen am 17. Oktober 2009

Nachmittags beim Kistenpacken…

So, der größte Teil des Inhalts der Herzdame Schränke ist verpackt.

In Anbetracht der durch meine Hände gegangenen diversen Behältnisse darf und muss ich mich an dieser Stelle in unser beider Namen und im Voraus bei der gebeutelten deutschen Wirtschaft entschuldigen.

Es tut mir uns leid, zukünftig nicht mehr ganz so oft ihre Dienste in Anspruch zu nehmen.

Für die nächsten drei bis zwölf Jahre sind wir ausgestattet mit Geschirr (insbesondere Tassen), Gläsern,  Besteck, Töpfen und vor allem Reinigungs- und Waschmitteln.

Ach ja, und falls demnächst für längere Zeit die Energie- und Wärmeversorgung eingestellt wird:

Wir haben auch genügend Kerzen vorrätig.

(Ich weiß auch gar nicht mehr, warum wir uns für eine so kleine Wohnung entschieden haben…)


Artverwandtes


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gebechert

Erstellt von duftbaeumchen am 14. Oktober 2009

Abends beim Kistenpacken…

Sie: “Ja das ist nun mal so, wenn man eine Spülmaschine hat.”

Also ich kann zwischen der Anzahl an Trinkgefäßen und dem Besitz eines elektrischen Geschirrsäuberungsautomaten keinen schlüssigen Zusammenhang herstellen.


Tassen

Meine Mutter hat nämlich ebenfalls einen Geschirrspüler.

Meinen Vater.

Und trotzdem wesentlich weniger Tassen.


Nebenbei bemerkt: Der Eigentümer hat die neue Wohnung zur Übergabe “freigegeben” - die heiße Phase beginnt.


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dosiert

Erstellt von duftbaeumchen am 8. Oktober 2009

Sacht mal, wovon ist eigentlich die Lebensdauer einer gemeinen Tupperzusammenklappdose abhängig? Von ihrer Bauform? Der Farbgebung? Des Luftdrucks? Sind da Halbwertszeiten zu berücksichtigen?

Wir vermissen seit einigen Tagen zwei derer in Rot.

Eine sogar mit Rosenornamentik.

Die sind einfach weg. Nicht auf Arbeit, nicht im Schrank und auch sonst kann niemand erklären, wo sie abgeblieben sein können.
Also entweder schleichen doch Heinzelmännchen des Nachts durch unsere Stuben (was ich schon seit Jahren vermute) oder sie sind einfach so zerfallen bzw. haben den Aggregatzustand gewechselt.

Genauso wie die grüne vor ein paar Monaten.

Seltsam. Seeehr seltsam.

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azyklische Teigwarenwirtschaft

Erstellt von duftbaeumchen am 4. September 2009

Kennt ihr das auch? Man verleiht etwas im guten Glauben, es in absehbarer Zeit zurückzubekommen. Der gute Glaube geht sogar so weit, dass man sich nicht mal aufschreibt, was man wann an wen verliehen hat.

Irgendwann vergisst der Mensch.

Und dann kommt’s: Das “in absehbarer Zeit” steht plötzlich im Raum; ist ungefragt anwesend, obwohl die Türen fest verschlossen waren. Ohne Vorwarnung.

Heute Morgen traf es uns. Vor dem Frühstück. Bis zu selbigem kam es nämlich gar nicht, weil… ja weil ich bereits vor Wochen im Rahmen nachbarlicher Nachbarschaftshilfe etwas weggegeben habe.

Vier Scheiben Toastbrot. Als Leihgabe. Zumindest habe ich es so in Erinnerung.

Das ist mittlerweile drei Wochen her.

Eine gewöhnliche Packung T-Brot mit 20 Scheiben reicht normalerweise genau fünf Tage; zwei Personen á zwei Scheiben pro Tag. Von Montag bis Freitag. Am Wochenende gibt’s warme Brötchen, Müsli oder auch mal nichts.

Wenn ich also freitags beim Kaufmann des Vertrauens ein Päckel Toast erwerbe, kommen wir bis zum folgenden Freitag hin.

Normalerweise. Das funktioniert natürlich nur, wenn man unhilfsbereit ist. In den vergangenen zwei Wochen der Unregelmäßigkeit haben entweder die Herzdame oder ich an den Mangelzustand gedacht und donnerstags eine Tüte frischer Teigwaren besorgt, die - logischerweise - jeweils nur bis zum nächsten Donnerstag reichte.

Dummerweise wird der Mensch älter und damit in vielen Fällen auch vergesslicher.

Heute morgen isses nun passiert. Die einsetzende Senilität fordert erste Opfer.

Da stehste freitags auf, denkst freudig an das Frühstück und dann das: Nüscht zu Beißen im Hause.

DRAMA!

Also gab’s nur Müsli. Völlig ungewohnt sowas. Sonst ist der Frühstückstisch vollgepackt mit erlesensten Speisen.

Und heute? Nix!

Nacksches Holz, zwei Schüsseln mit was drin, zwei Tassen auch mit was drin, zwei Löffel. Drumrum Leere.

Alles nur, weil die teigene Grundlage fehlt und damit auch der Grund, den Kühlschrank auszuräumen.

Doch nun kehrt wieder Ordnung ein. Heute beginnt der reguläre Zyklus von vorn: Nachher gehe ich einkaufen…

…Und bekomme am Wochenende bestimmt die vier Scheiben zurück.

Ich ahne da was…

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