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Erstellt von duftbaeumchen am 14. August 2011
Vorhin begann die Erntezeit.

Und damit auch das Lebensende der Hutmurmeln.
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Duftbäumchens Logbuch |
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mit System Anti-Verblassen |
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Erstellt von duftbaeumchen am 14. August 2011
Vorhin begann die Erntezeit.

Und damit auch das Lebensende der Hutmurmeln.
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Erstellt von duftbaeumchen am 13. August 2011
Jeder Kraftfahrer muss im Rahmen des Erwerbs der Fahrerlaubnis einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen; nur die wenigsten werden in eine Situation gebracht, dieses Wissen auch anzuwenden.
27 Jahre musste ich warten, heute war es soweit. Zwar habe ich kein Leben gerettet, aber wahrscheinlich eine Extremität vor der Amputation.
Und unseren kleinen Haushalt vor einer Hungersnot.
Die sind aber auch zu doof.
Die Tomatenpflanzen.
Als ob es nicht sowieso schon irrsinnig genug wäre, aus einem bleistiftstarken Hälmchen fingerdicke, wild um sich zweigende Astkonstruktionen wachsen zu lassen, die ohne Unterstützung unweigerlich und der Schwerkraft gehorchend abbrechen müssen. Nein, auch die Hutmurmeltrauben werden nicht stammnah und dicht über dem Boden, sondern an statisch denkbar ungünstigster Stelle positioniert – möglichst weit oben und möglichst weit entfernt vom Achszentrum.
So passiert, was passieren muss: Die nicht mit Tauen abgefangenen Zweige werden übergewichtig und knicken ab.
Und genau dort brachte ich vorhin mein umfangreiches medizinisches Fachwissen zum Einsatz.
Ich schreibe nur: Offener Bruch.
Analog der Erstversorgung eines wegen durchtrennter Knochen nur noch schlabberig herabhängenden Unterarms unterstützt fortan eine improvisierte, aber dennoch professionell angelegte Doppel-Schiene die Stabilität und den weiteren Reifeprozess.
Wie im richtigen Leben.
Nur dass diese lebensrettenden Maßnahmen auch von sonst beim Anblick spritzenden Blutes eher wehleidigen Personen durchgeführt werden können.
Tomatenblut ist nämlich nicht rot.
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Erstellt von duftbaeumchen am 30. Juni 2011
Da fällt mir auf, ich habe noch gar nichts über unsere Brut berichtet.
Nach den phänomenalen Zuchterfolgen des vergangenen Jahres sind wir auch in 2011 wieder die Kleingärtner vom Betonbalkon.
Fünf Pflänzchen, von der besten (weil einzigen) Schwester der Welt herangepäppelt, stehen seit mittlerweile einigen Wochen vor dem Fenster und gedeihen, liebevoll von der Herzdame und mir gehegt, vor sich hin. Die ersten der zahlreichen Blüten sind bereits vergammelt und verwandeln sich in kleine grüne Murmeln mit Hut.
Die Fruchtmenge des Vorjahres werden wir zwar nicht erreichen – die Erfahrung lehrte uns, noch intensiver “auszugeizen” -, doch zeigt die erste Überschlagsrechnung, dass mindestens 200 (da hörte ich auf zu zählen) Tomaten zur Ernte bereithängen werden.
Wenn’s dann mal soweit ist.
…
Ach ja … Seid ihr auch manchmal so eigenartig drauf wie ich?
Zwei Rothäute der 2010er Ernte liegen immer noch in der Küche. Als Langzeitexperiment sozusagen. Sie verloren etwas an Farbe und ich möchte sie auch nicht mehr verzehren; aber ihre Haut besitzt noch ordentlich Spannkraft und sie sehen immer noch aus wie Tomaten.
Seltsame Sache das.
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Erstellt von duftbaeumchen am 2. Juni 2011
Allerorten beklagen die öffentlichen Wasserver- und -entsorger, dass der Verbrauch immer weiter zurückgeht.
Die Folge: Zur Aufrechterhaltung des Einnahmevolumens werden die Preise erhöht. Dies wiederum veranlasst Max Mustermann zu weiteren Sparmaßnahmen.
Und die Wasserwerke erhöhen deshalb …
Naja, wir kennen das …
Früher, als ich noch in Kinderschuhen durch die Welt stapfte und das warme Wasser noch nicht so fluffig-flüssig aus der Wand sprudelte, war es üblich, die Körperkomplettreinigung zu festgelegten Zeiten und in einer familienweit konzertierten Aktion zu vollziehen. Tägliches Duschen war noch nicht erfunden.
Freitags wurde gebadet. Oder auch mal samstags bzw. sonntags.
Der Aufwand, genügend warmes Wasser zu bereiten, war nicht unerheblich.
Ganz früher wurde dafür das Waschhaus mit seinen zwei kohlebeheizten Zinkkesseln genutzt; in fortschrittlichen, nicht an die stadteigene Zentraldampfheizung angeschlossenen Haushalten waren in den siebziger/ achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts sogenannte Badeöfen weit verbreitet. Im Zuge des wissenschaftlich-technischen Fortschritts wurden später sogar Gasthermen oder Elektroboiler an die Wand getackert (und vor Herunterfallen mit einer Stahlplatte an der Rückseite der Wand zum Nebenraum gesichert).
Doch ich schweife ab.
Was ich eigentlich schreiben will: Bald ist es soweit. Bald werden wir uns wie in alten Zeiten nur noch einmal in der Woche waschen müssen.
Einige Zeitgenossen praktizieren dies – wie ich im Kaufmannsladen meines Vertrauens jede Woche feststelle – bereits heutzutage intensiv, andere Mitbürger verhalten sich noch zögerlich und verplempern wertvolle Tagesfreizeit unter der Schlauchbrause oder in der Badewanne. Sie waschen sich mit Wasser und Seife.
Das muss nicht sein!
Die ersten Deodorantien mit 72 Stunden Wirkzeit sind auf dem Markt und die nächste Stufe wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. In zwei/ drei Jahren werden wir Dank einer Anwendung mit dem Superduperdeo von Wochenende zu Wochenende ohne Zwischenwäsche kommen.
Das wird die Stadtwerke zwar noch mehr verärgern, doch “allen Menschen Recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann”.
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Erstellt von duftbaeumchen am 16. April 2011
Er: menschlicher Geschirrspüler mit teilweise entblößtem Hinterteil (Fragt nicht warum, wieso, weshalb!), der versucht, die partielle Nacktheit zu kaschieren
Sie: “Du hast wohl Angst, dass ich dich unsittlich betätige?”
Tja, man weiß ja nie …
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Erstellt von duftbaeumchen am 2. April 2011
Deutschland, Samstag, 02.04.2001, sonnig, 24°C Außentemperatur.
Man kann den Cappuccino ganz “normal” trinken oder beim Liege-mehr-in-die-Sonne-Rücken auf dem steinernen Balkonboden verteilen.
Die zweite Möglichkeit ist besser für die Gesundheit, sofern man sich nicht ein neues, frisches Heißgetränk zubereitet und stattdessen Wasser trinkt.
Habsch selber ausprobiert.
Und die Tasse lebt auch noch.
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Erstellt von duftbaeumchen am 23. Februar 2011
Ich gebe mich daheim dem Siechtum hin – und beneide alle, die einer außerhäusigen Erwerbs- bzw. Nichterwerbstätigkeit nachgehen und tagsüber dem heimischen Domizil fernbleiben können.
Schade, dass ich nicht orten kann, woher die Geräusche kommen. Ich würde ihm/ ihr gerne und hilfreich unter die Ärmel greifen.
Damit endlich wieder Ruhe einkehrt.
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Erstellt von duftbaeumchen am 23. Dezember 2010
Also ich hätte ihn ja so gelassen. Aber ich durfte nicht.
In einer Partnerschaft muss Mann auch Zugeständnisse machen können.
Eines derer und gleichzeitig Ausdruck grenzenloser Zuneigung und Wertschätzung ist, dass ich der Herzdame zugestehe, in der bevorstehenden Jahresendfestzeit einen der drei im Keller lagernden und während des Umzugs leider nicht verschollenen Plastikweihnachtbäume auf dem Balkon aufzustellen. Ein Opfer, welches ich für den Familienfrieden gerne bereit bin zu erbringen.
Dafür besorgte ich vorsorglich und eine 20%-Rabattaktion ausnutzend eine Lichterkette “für außen”.
Dumm nur, dass wir auf dem Balkon gar keinen Stromanschluss haben. So musste ich sogar noch “etwas” basteln, um die außerhäusige Energieversorgung sicherzustellen. Bastelarbeiten werden ja als Weihnachtsgeschenk sehr gern gesehen.
Naja, der Versuch scheiterte. Beim Schrägnachuntendurchdringen des fünffach armierten Stahlbetons versagte ich trotz Profiwerkzeugs kläglich – ich erklomm meine Stufe der handwerklichen Unfähigkeit.
Die Kette liegt also noch ungenutzt im Kämmerchen.
Da die Kaufmannsläden alternative Lösung zur Verfügung stellen, verhalten wir uns nun noch umweltbewusster und beheizen den Baum mit Sonnenenergie. Als autarkes System sozusagen.
Das wird dann folgendermaßen ablaufen: Sobald die Dämmerung gegen fünfzehnuhrdreißig ein Mindestmaß unterschritten hat, beginnen die Leuchten zu leuchten. Der knappbemessene Akku wird für zirka zweieinhalb Stunden seine Leistung erbringen und pünktlich zur feierabendlichen Heimkehr seine Stromlieferung einstellen. Wir bekommen von all dem Geblinker und Geflacker also effektiv gar nichts mit.
Da der Zeitplan der nächsten drei Tage ziemlich eng gesteckt ist, werden wir nächste Woche Beobachterurlaub nehmen müssen.
Zumindest zwischen 15.30 und 18.00 Uhr.
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Erstellt von duftbaeumchen am 30. Oktober 2010
Die Herzdame hat vorhin beim Frühstück festgestellt, dass die Hürde für die Erstöffnung eines Konfitüreglases von den Herstellern absichtlich sehr hoch gelegt wird und von der gemeinen Frau sehr selten zu reißen ist.
Trotz Klammergriff und immenser körperlicher Anstrengungen – das Glas bleibt verschlossen.
Sie mutmaßte, dass dies ein Trick der Verpackungskünstler sein muss, um dem heimischen Hausherrn nun die Gelegenheit zu geben, seine Manneskraft unter Beweis zu stellen; zu zeigen, dass er auch in schwierigsten Situationen fähig ist, die Lebensabschnittsgefährtin aus noch so brenzligen Lagen zu befreien.
Stichwort: Beschützerinstinkt und Alphatier.
Ich vermute zwar eher produktionstechnische Hintergründe (Hitze, Vakuum, Unterdruck), aber …
… man muss ja nicht alles zerreden.
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Erstellt von duftbaeumchen am 17. Oktober 2010
In Anbetracht der doch schon beträchtlich niedrigen Nachttemperaturen entschied ich heute Nachmittag ganz spontan: Die Tomaten müssen weg.
Ich beschließe damit mein erstes Jahr als aktiver Kleingärtner.
Mit Erfolg und neuen Erkenntnissen.
Insgesamt und handgezählt ernteten wir – mein herzlicher Dank geht selbstverständlich auch an die Herzdame – von vier Pflanzen 287 (in Worten zweihundertsiebenundachtzig) große und weniger große Tomaten.
Nicht mehr und nicht weniger.
Nun hoffen wir, dass die heute den Sträuchern entrissenen 102 (einhundertzwei) vorwiegend noch grünen Früchte in der wohlig warmen Pappkiste reifen und uns auch zur Weihnachtszeit noch sommerliche Genüsse bereiten.

In diesem Sinne: Das nächste Frühjahr kommt bestimmt.
Artverwandtes: Rache? Natürlich!, Reifeprüfungsangst, kleines Gärtnerglück, Neues aus dem Zuchthaus, Abnahmezwischenbericht
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