Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

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kritische Masse

Erstellt von duftbaeumchen am 11. Oktober 2009

Leipzig, Lichtfest 9. Oktober 2009

Wie fühlt man sich, wenn mehrere zehntausend Menschen in einem nicht enden wollenden Strom an einem vorrüberziehen? Wie fühlt man sich, wenn viele derer stehenbleiben, über Sinn und Aussage der als lebende Statuen in Regungslosigkeit verharrenden Figuren nachdenken und diese von allen Seiten begutachten? Wie fühlt man sich, wenn man selbst eine dieser Figuren ist? Stumm, den Blick starr in die Menge gerichtet, in der Bewegung eingefroren.

Ich weiß es nicht.

Doch ich weiß, wie ich mich fühlte, Teil dieses Stroms zu sein.

2009. Oktober. Der neunte.

Zwanzigster Jahrestag der ersten großen Leipziger Montagsdemonstration im Rahmen noch größerer gesellschaftlicher Umwälzungen.

Es ist schwer, das wiederzugeben, was sich am Freitagabend in der Leipziger Innenstadt abspielte.

Gigantisch. Wer das verpasst hat, hat etwas verpasst.

Leipzig, Lichtfest 9. Oktober 2009

Die Presse schrieb von mehr als einhunderttausend Menschen, die dem Aufruf zur friedlichen Demonstration zum Gedenken an dieses historische Ereignis folgten. Das waren mehr als 1989, als sich „nur“ rund 70000 (in Worten siebzig Tausend) vom damals noch Karl-Marx-Platz heißenden Augustusplatz in Bewegung setzten.

Alte und Junge; Menschen, die sich bewusst an die Ereignisse vor 20 Jahren erinnern können und Menschen, die heute gerade mal 20 Jahre alt sind und, wenn überhaupt, nur bruchstückhaft über die Geschehnisse informiert sind.
Begleitet von die Köpfe überstreichenden Suchscheinwerfern, von Marschmusik, von über Lautsprecher wiedergegebenen Befehlen für die Mitarbeiter der Schutz- und Sicherheitsorgane der damaligen DDR. Während es an der „runden Ecke“ kleine Kärtchen mit Namen inoffizieller Mitarbeiter regnete, sprach Erich Honecker zum Volk.

Zwanzig Licht- und Kunstinstallationen säumten den Weg der Passanten bzw. ließen sich von ihnen umströmen.

Mit Kamera und allerlei Zubehör bepackt strömte ich mit.

Leipzig, Lichtfest 9. Oktober 2009

In diesem Fluss „mitzuschwimmen“, Gesprächsfetzen von damals Dabeigewesenen aufzuschnappen und die Kraft der Masse zu erleben, empfand ich erhebend und zeitweise beklemmend zu gleich.
Durch den aus vorwiegend tiefen Tönen generierten Klangteppich am Hauptbahnhof – ergänzt durch nicht ortbares Hubschraubergeräusch aus der Luft – verstärkte sich sogar stellenweise eine Art Angst. Die Dunkelheit des Abends, flackernde, undefinierbare Lichtwände am Bahnhofsgebäude und die unüberschaubare, nicht abreißende Demonstrantenschlange ließen beim besten Willen keine Volksfeststimmung aufkommen.

Es fällt mir schwer wiederzugeben, was mich am Freitagabend berührte. Da waren stellenweise nur kurze Momente. Da, wo der Magen gegen das Herz drückt.

Und gleichzeitig die Freude, dabeigewesen zu sein.

Phänomenal.

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verzollte Diplomaten

Erstellt von duftbaeumchen am 26. März 2009

Kennt ihr sowas noch? 8-Zoll-Disketten (1) mit einer Speicherkapazität von 360 KByte?

KILOBYTE, nicht Megabyte oder gar die heute gebräuchlichen Gigabyte! (2)

Drei Stück besitze ich noch.

Reichlich zwanzig Jahre ist es mittlerweile her, als ich das erste Mal mit der elektronischen Datenverarbeitung und somit auch mit derart (hinsichtlich der Abmessungen) riesigen Datenträgern in Berührung kam. Leider habe ich kein passendes Laufwerk, geschweige denn ein damit funktionierendes Computersystem zur Verfügung, um den Inhalt auf Lesbarkeit zu untersuchen.
Die Beschriftung sagt mir jedoch: Das ist sie. Eine Sicherungskopie meiner Diplomarbeit inklusive der Ergebnisse meiner damit verbundenen „Forschungen“ – ein Programm zur numerischen Lösung von Differentialgleichungen zweiter Ordnung nach dem „Runge-Kutta-Nyström-Verfahren“, geschrieben in Turbo-Pascal und übersetzt (kompiliert) für die Bürocomputer A51xx, PC1715 und KC85/3 (3).

Hach, das waren noch Zeiten.
Damals,  Ende der Achtziger des vergangenen Jahrhunderts. Als wenige Kilobyte Programmcode für einen Pascal-Compiler genügten und das Textverarbeitungsprogramm auch nicht viel größer war. Die Ergebniskurven meiner Berechnungen musste ich mangels einzelpunktansteuerungsfähigem Monitor als Pünktchengrafik sogar direkt auf den Drucker ausgeben, um sie überhaupt anschauen zu können. Das Verfahren – der Nachwelt in Form des Progrämmelchens „NYSGRAFI.COM“ erhalten (die Quelltexte liegen ebenfalls noch vor) – hatte ich mir unter Zuhilfenahme eines Artikel der DDR-Zeitschrift „Mikroprozessortechnik“ zusammengebastelt.

Nix mit bunten Klickersymbolen und Farbdarstellung auf dem Bildschirm (wenn man von grün auf schwarz mal absieht). Anno dunnemals ein bedeutender Fortschritt – mittlerweile nur noch eine belächelte Antiquität.

Da von der heute verwendeten Kopiertechnik noch nicht mal zu träumen war, (kr)ächzte der Neun-Nadler (K6313/ K6314) stundenlang, um mehrere Ausfertigungen der reichlich einhundert Seiten umfassenden Arbeit (DIPLOM.TXT) aufs Papier zu bringen. Bevor wir damals einen Druckauftrag auslösten, überprüften wir sehr genau, ob Inhalt und Form des Textes unseren Ansprüchen genügten. Schließlich gab es keinen Büromarkt, in welchem Farbbänder und Druckköpfe nur so herumlagen und ständig verfügbar waren. „Mal schnell ausdrucken“ gab es nicht.

Und trotzdem hat es funktioniert. Schließlich kannten wir es nicht anders. Inzwischen hat sich die Technik weiterentwickelt…

… nur der Geruch der Folienscheiben ist der gleiche geblieben.

Die müffeln etwas nach „Altertum“.


(1) 8 Zoll sind 20,32 Zentimeter Kantenlänge

(2) Der Einfachheit verwende ich hier die Größenangaben Kilo und Mega obwohl in der EDV normalerweise nicht mit dem Faktor Tausend bzw. Million gerechnet wird. Weitere Einzelheiten dazu sind hier nachzulesen: Byte

(3) Weitere höchstinteressante Informationen zur DDR-Rechentechnik gibt es hier bei robotrontechnik.de.

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Neues aus dem Osten VI

Erstellt von duftbaeumchen am 7. Februar 2009

Heute vor 66 Jahren

„am 7. Februar 1943

Liebe Lo!

Heute endlich finde ich mal Zeit Dich auch mit einem ausführlichen Brief zu bedenken.
Bei meiner Rückkehr fand ich nun noch 2 Briefe Nr. 161 und 162 vor und danke Dir für Deine verfaßten Begrüßungsworte. Inzwischen hat sich nun am politischen Kriegshimmel allerhand neue Erscheinungen gezeigt. Meine böse Ahnung von Stalingrad hat sich nun auch bewahrheitet und diese Niederlage wird wohl die Ursache sein, daß man jetzt mit aller zur Verfügung stehenden Macht einen Endkampf auf Biegen und Brechen herbei führen will. Sicherlich sind doch noch irgend welche tieferen zwingenden Gründe vorhanden. Die eingeleiteten Maßnahmen lassen wenigstens auf den Endkampf schließen, denn ein Dauerzustand kann es unmöglich sein.

Hier heißt es nur den festen Willen des Gelingens zu haben, andererseits wäre es ja nur unser vollständiger Untergang.

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Neues aus dem Osten V

Erstellt von duftbaeumchen am 26. November 2008

Heute vor 66 Jahren

„am 26. Nov. 1942

Liebste gute Lo!

Ich fühle mich schwer in Deiner Schuld, denn, wie ich Dir schon in meinem vorhergegangenen Schrieb sagte, ist viel Post von Dir eingegangen. Es ist nicht mehr geworden u. daß fand ich in dem Falle ganz gut, sonst würde mich ja mein Schuldbewußtsein noch mehr quälen.
Was Du mir da von Klein Wolfgang berichtest, war ja nicht gerade erfreulich, doch scheint ja der schlimmste Augenblick schon überstanden zu sein.

Heute möchte ich nun vor allendingen etwas näher auf Deinen letzten Schrieb Nr. 146 eingehen. Du streifst darin die neuen politischen und Kriegsereignisse, die in gewissem Sinne einen Einfluß auf unsere Urlaubsfrage haben aber auf die Frage der Kriegsentscheidung mit Rußland sind sie von größter Bedeutung, den[n] der Sieg in Rußland wird nicht im Lande selbst errungen, dazu ist das Land viel zu groß und würde die weitere Besetzung viel zu viel Mannschaften binden, die wir dafür nicht übrig haben.
Nach meiner Auffassung wird die Entscheidung in Afrika ausgetragen werden, wenn nicht sogar für den gesamten Krieg als Hauptentscheidung. Was ist unser Urlaub schon gegenüber dem großen Ziele des Gelingens, denn wenn uns das Ziel nicht siegreich beschert wird, dann ist unser aller Leben besiegelt. Trotz alledem ist es natürlich ein großes Pech, wenn man den Urlaub so kurz vor dem Antritt gestrichen bekommt, aber man kann ja doch nicht dran ändern, sondern muß sich in alles fügen und dankbar sein, wenn man gesund ist und bleibt. Heute nun kam wieder vom Batl. [1] eine Anfrage und Abgabe einer Meldung aller derjenigen Mannschaften, die 1 Jahr nicht auf Urlaub waren, nach dem Stichtag vom 1.12.42. da kam die Zahl 23 heraus und man dürfte gespannt sein, was danach folgen wird.

Man munkelt von einer besseren Zuteilung, jedoch glaube ich nicht einer von denen zu sein, um evtl. noch Weihnachten in der Heimat verbringen zu können. Es ist bei mir ja nur möglich am 5. eines jeden Monats zu fahren, da ich ja zum Abschluß wieder da sein muß. Man müßte mich demzufolge vorverlegen und das wird man wohl nicht zulassen, so daß man eher am 5. Januar 43 rechnen kann, wenn es dann nochmal welche geben sollte und wenn es überhaupt welche gibt. Kommt aber mal eine so höfl. Anfrage vom Batl., dann sieht man schon einen größeren Stapel Urlaubskarten liegen und macht sich nun schon freudige Gedanken. Wie sage ich immer:“ Lassen wir uns überraschen!“ Gut Holz!

Und nun mein gutes Mädel! kommt mal noch eine andere Sache zur Sprache, und zwar was unsere Pimserei [2] betrifft. Du kannst Dir denken das in den Reihen der Kameraden auch allerhand bedenkliche Gerüchte herumgehen und einer immer mehr wissen will als der andere, genau wie auch auf allen anderen Gebieten. Nun in erster Linie ist es mal unser neuer Chef, der eben eine militärischere Einstellung hat und aus unserem Sauhaufen eine aktive Truppe machen möchte und dabei aber vergißt, daß auch viel ältere Leute und viel behinderte jüngere Leute darunter sind, denn es ist bald unverantwortlich, was für Leute man manchmal zu uns schickt und an der Front behält und trotzdem die Truppe vor so verantwortliche Aufgaben stellt. So haben wir hier einen Menschen mit epileptischen Anfällen, einen, der mit einem schweren Magenleiden schon aus dem zivilen Leben behaftet ist und seit der Gründung des Batl. hier ist und immer nur mal einige Tage Dienst tut um sich dann auf Wochen wieder krank melden muß.

Daß bedeutet, daß sich dieser Mensch erst mal noch völlig krank macht und zum anderen der Truppe so gut wie gar nichts nutzen kann. Dann wieder ein anderer hat eine einseitige Lähmung und tatsächlich gerade beim Schießen keine Gewalt über das Gewehr hat, sodaß dabei schon bald die tollsten Sachen passiert wären, wenn es nicht umsichtige Vorgesetzte vorzeitig bemerkt und vermieden hätten. Diverse Kameraden, bei denen man an ihrer geistigen Zurechnungsfähigkeit zweifeln könnte und im Dienst völlig versagen. Jetzt kam ein Uffz. [3] aus dem Laz. [4] und war auf 3 Monate ja Monate für inneren Dienst geschrieben, ja was sollen wir denn mit solch einem Menschen hier. Das man bei solch einer Zusammensetzung keine aktive Truppe heranbilden, sieht man vom grünen Tisch aus natürlich nicht. Das zweite Grundübel aber ist, daß man den Leuten auch den Mut, sich etwas aufzuraffen noch durch doppelte Beanspruchung nimmt, am Tage möchten sie ge[???] werden oder Streifeneinsätze machen und Nachts ihren Wachdienst versehen. An jeder Ecke fehlt es an Leuten, dieser Zustand verpflichtet zu doppelter Dienstleistung. Täglich kommen neue Anordnungen, daß man manchmal die Hände über den Kopf zusammenschlagen möchte, einmal über den Papierkrieg und zweitens über die gewaltige Anforderung an die Truppe bei dem vorhandenen Leutemangel.
Auf der einen Seite löst der neue Batl.Chef das vorhandene Offizierskasino auf um auf der anderen Seite ein Offiz.zimmer zu eröffnen, also mit anderen Worten er hat nur die fremden Offiziere entfernt und jetzt sitzen nur die Herren der eigenen Einheit zusammen. Wir hatten doch eine Lichtmaschine, die mit Benzinantrieb lief, da aber die Einsparung von Benzin immer strenger betrieben wurde, mußte die Benutzung unterbleiben, sodaß wir uns nur mit Lichtern und Karbidlampen beleuchten müssen und dieses gibt es aber auch nur in beschränkter Zahl. Reitstunden der Offiziere hat der Batl.Chef eingerichtet und zu dem Zwecke werden dieselben mit dem Wagen aus bis zu 30 km Entfernung abgeholt und das Benzin verfahren.

In allen Stuben und Wachlokalen prangen die Schilder: „Was würde der Führer dazu sagen!“
Schade das er so verschiedene Gegenmaßnahmen seiner Anordnungen nicht sehen kann und uns für unsere Leiden unzugänglich ist. Bis er wieder mal selbst los fährt und selbst nach dem Rechten sieht. Es ist bedauerlich, daß ob seiner großen Aufgaben auch noch um solche Dinge kümmern müßte. Schon früher deutete ich mal darauf hin, man müßte wie in den Betrieben die Betriebsobmänner so auch beim Militär Vertrauensmänner haben, die derartige Verfehlungen überwachen zur Anzeige bringen müssen. Der Russe hat solche Komissare in den Reihen seiner Soldaten und das wäre bei uns bitter nötig, vorallendingen in den Besatzungstruppen und Sicherungsregt. [5], damit würden die Verfehlungen ausgeschaltet und die Schlagkraft unserer Wehrmacht so mehr gestärkt und sichergestellt und Anstrengungen die gemacht werden um dem Krieg ein siegreiches Ende zu geben sichergestellt und mit bedeutend weniger Verlusten und Zeit herbeigeführt. Die Mannschaften sind zum hohen Prozentsatz gut und willig und bei leuchtenden und korrekten Vorbildern die Truppe mit dem Geist wie sie sich der Führer wünscht und von Platon im Staat verherrlicht werden.
Wenn man so alles zusammen nimmt, was man als kleiner Soldat so alles sieht und erlebt und könnte es an maßgebender Stelle bekanntgeben, was würde damit schon alles erhalten und dem Volke und der Truppe zu Gute kommen und für eine Arbeitskraft erhalten bleiben und letzten Endes den Sieg schneller und sicher herbeiführen. Man brauchte bloß in jede Komp. [6] einen der alten SS Garde einzusetzen der seine Beobachtungen berichten könnte wodurch ja die Echtheit der Angaben dokumentiert wäre.
Der Geist und auch das Wohl der Truppe sowie der Bevölkerung wäre noch besser und der baldige Sieg garantiert.
Trotz eines gerechten Empfindens ist es aber einem als einfacher Soldat und NichtP.G.[7] unmöglich solche Eingaben zu machen, ja man läuft noch Gefahr als ein Meuterer und Aufwiegler verschrien zu werden und sich Zeit seines Lebens unglücklich zu machen.

So und nun aber mal für heute Schluß! Und den Optimismus wieder vor die Front gestellt. Einmal bin ich doch mit urlaub wieder dran, wenn es die Aufgaben zulassen und der Winter stellt ja gerade in Rußland große Aufgaben, daß merkt man erst wenn man hier draußen steht.

Für sei tausendmal gegrüßt von Deinem

Rudolf

und wenn in der Urlaubsfrage noch ein günstiger Bescheid kommen sollte, dann erfährst Du davon sofort.“

_________________________

[1] Batl.= Bataillon
[2] Pimserei=rheinisch für weinerlich, in diesem Zusammenhang vermutl. für „sich ausheulen“, „mal Dampf ablassen“
[3] Uffz.=Unteroffizier
[4] Laz.=Lazarett
[5] Sicherungsregt.=Sicherungsregiment
[6] Komp.=Kompanie
[7] P.G=Parteigenosse

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Neues aus dem Osten IV

Erstellt von duftbaeumchen am 3. Oktober 2008

Heute vor 65 Jahren

„am 3. Oktober 1943

Liebe Lo!

Endlich sind wir dem Chaos um Smolensk entronnen und trotzdem wir als letzte wegfahren sollten und man uns ohne ein Fahrzeug zurückließ, waren wir doch noch die ersten an unserem gesetzten Ziel und warten hier nun schon den 3. Tag auf die anderen Kameraden. 4 Tage waren wir unterwegs, stundenlang im Schutz von Panzerwagen durch die riesigen Wälder von Minsk und Baranowitsche und nun sitzen wir hier in einem ganz netten weißrussischen Städtchen, unser Zahlm., 3 deutsche Kameraden und 4 Russen, also 8 Mann, mitten in dem stärksten Partis.-gebiet. Von den anderen Kameraden hören und sehen wir nichts.

So eine Art des Abrückens habe ich in meinem Leben noch nicht mitgemacht, wie sich die Herren Offz. wieder mal benommen haben, da durfte ja eher Zivil mitfahren als ein deutscher Lanzer. Unser Kommandant fährt einen sechssitzer Wagen mit dem er als erster los gefahren ist und darin saßen: Er selbst und seine angebliche Dolmetscherin, ein perfekt russisch sprechender Sonderführer des O.K. und eine weitere Dolmetsch. Sowie der Vater der erstgenannten und der Chauffeur. – Als zweiter Wagen fuhr noch ein PKW weg und darin saß der Herr Adjutant und seine angebliche nur Dolmetscherin eine alte Schachtel von widerwärtiger Art mit ihrer Tochter von ca. 12-13 Jahren. Um alles andere haben sich die Herren nicht gekümmert, sie waren weg.

Der O.K. standen nur 3 LKW zur Verfügung, davon einer mit Anhänger, der fast voll beladen war nur von dem Gepäck des Herrn Kommandanten u. seiner Dolmetscherin sowie dem Gepäck der Dolmetscherin vom Adjutanten. Das war der größte Wagen und auf die anderen beiden kleinen sollte die gesamte O.K. mit Gepäck und Verpflegung, wo natürlich nur ein kleiner Teil untergebracht werden konnte, verladen werden. Für den Rest hieß eben, seht zu, wie ihr wegkommt.

Gegen entsprechende Mengen von Lebensmitteln stellte uns eine Einheit ein leerfahrendes Fahrzeug zur Verfügung. Drauf was drauf ging und fort. Einige Leute blieben noch zurück und sollten versuchen noch ein Fahrzeug zu erhandeln. In wie weit es ihnen gelungen ist entzieht sich meiner Kenntnis.

Das sind Vorbilder, nicht wie sie der Nationalsozialismus braucht, sondern Vorbilder wie sie vor der Revolution 1918 Vorbilder gewesen sind und auf deren Schultern die Revolution lastet.

Soeben trifft eine kleine Wagenkolonne ein, es ist heute der 4.10.43 nachm. 5 Uhr und zwar die 2 PKW, der große LKW mit Anhänger und einer von den kleinen LKW.

Nun wird gleich Leben in den Bau kommen und die endgültige Quartierfrage gelöst werden. Da sehe ich schon wieder schwarz, das Geschmeiß von Russenweibern wird bessere Quartiere haben als unsere eigenen Kameraden.

Für heute mal Schluß
vielleicht kann ich Dir auch
besser einen mündlichen Bericht abgeben

Herzl. Grüße
Dein
Rudolf“

___________________________

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Neues aus dem Osten III

Erstellt von duftbaeumchen am 16. September 2008

Heute vor 65 Jahren

„Leipzig, den 16.9.1943

Lieber Rudolf!

Deinen Brief vom 30.8. B.w. vom 4.9. erhielt ich heute.
Mit gleicher Post gelangten zwei Päckchen mit Sardinen an und ich bitte Dich, mir noch zu sagen, ob ich sie für Dich aufbewahren soll, oder ob sie alle für uns gedacht sind. Im letzteren Falle schon heute besonders herzl. Dank im voraus. Eine Büchse allerdings erlaubten wir uns schon heute zu öffnen. Die Not des Zubrotes war gerade einmal groß. Die restlichen Büchsen bleiben bis zu Deiner Nachricht zu.

Deinen Brief weiter zu beantworten fällt mir heute schwer, da er in meinem Innersten eine tiefe Enttäuschung hinterließ.

Du schreibst mir, daß Du in Deinem kommenden Urlaub nur einige Tage in Leipzig bleiben willst, um die nötigsten Besuche zu machen. Die restlichen 14 Tage willst Du ungestört in einem stillen Ort verleben. Ich würde wohl zu diesen Zeilen große Augen machen.
Ich glaube, die vier Jahre unseres Kennens würden größere Fürsorge um mich und tieferes Mitempfinden mit mir von Dir zum Ausdruck bringen.
14 Tage Deines kurzen Hierseins kannst Du mich alleine lassen, möglicherweise in einer gefährdeten Stadt wissen? Dann könnten ja auch meinetwegen mir die Bomben oder Phosphorregen den letzten Segen geben.
Wohin soll ich dann mit meiner Sehnsucht flüchten?
Vielleicht wendet sich alles auch zum Guten, es bleibt alles beim Alten zwischen uns. Das waren Deine letzten Worte zum Urlaub die ich ernst nahm. Ich habe mich an diesen Worten erwärmt, war wieder glücklich geworden.
Nun schneidest Du den Urlaub von vornherein ab und damit jedes Gutmachen!

Doch Rudolf, ich bin stolz genug, mein Leben auch ohne Erfüllung edelster innerster Wünsche zu leben.

Meine Briefe allerdings, werden in nächster Zeit ausbleiben, bis ich soweit bin, Dir wieder mit freiem Herzen in freundschaftlicher Art zu schreiben. Im Augenblick ist die Bitterkeit meines Herzens zu groß.

Ach noch eins möchte ich vornweg bereinigen.
Das Vorkommnis zu Deinem letzten Urlaub.
Ich war schuldlos daran, es geschah nicht aus Mangel an Liebe.
Leider hatte sich nach meiner vorangegangenen Nervenangelegenheit, später eine für mich höchst unangenehme Erscheinung bemerkbar gemacht. Ich bekam seelische Hemmungen, dessen Stärke und Art mir bis dahin fremd waren.
Möglicherweise, Du hast auch meine ansich veränderte Art bemerkt. Obgleich ich mich stark dagegensetzte, konnte ich mich diesen Erscheinungen damals nicht erwehren. Sexuale Hemmungen sind dann fast bedingt. Späterhin las ich in meinen Büchern über solche Vorgänge nach.

Es ist mir wie ein böser Traum in dem ich Dir solch einen Brief schreibe, doch mich nicht wieder innerlich hin und her zu werfen, halte ich das Beste, Klarheit zwischen uns zu schaffen.

Das Leben wird hier weiter rollen. Was aus unserem Geschäft und somit auch aus uns nur wird, steht noch nicht ganz fest. Es ist mir auch völlig gleichgültig.
Nur gut, daß ich mich bereits anmeldete und in Kürze Lateinprimaner sein werde; es wird mir hoffentlich Ablenkung schenken.

alles Gute für die Zukunft
und frdl. Grüße
von Lo.

Mit Deiner letzten Zulassungsmarke sende ich Dir eine Flasche Tinte und den neuesten Katalog der Münchner Kunstausstellung.“

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herausgepickt

Erstellt von duftbaeumchen am 27. April 2008

Jahrelang lagen sie unbeachtet in der Schublade, immer wieder gab ich dem Gedanken, die müßte man mal einscannen, neue Nahrung. Jahrelang verschob ich dieses Vorhaben in Ermangelung eines entsprechenden Werkzeuges. Physikalischen Gesetzmäßigkeiten der Filmkunst gehorchend, hatten die mittlerweile sechzehn Jahre alten Diastreifen eine Kräuselform angenommen, die eine zügige Überführung in den digitalen Aggregatzustand unmöglich machten.

Und so begab es sich, daß ich sie fortschickte in die weite Welt, um in den Händen eines erfahrenen Fotografen und Bilderbastlers in neuem Glanze zu erstrahlen.

Nach zwei Jahren der liebevollen Hege und Pflege darf ich Ihnen und der erlauchten Weltöffentlichkeit diese Zeugnisse der Zeitgeschichte präsentieren:

Tata.

Der Mauerspecht in seiner natürlichen Umwelt

Mauerspechte in Berlin, Frühjahr 1990Mauerspechte in Berlin, Frühjahr 1990Mauerspechte in Berlin, Frühjahr 1990Mauerspechte in Berlin, Frühjahr 1990Mauerspechte in Berlin, Frühjahr 1990Mauerspechte in Berlin, Frühjahr 1990

Natürlich kann dies nur ein winziger Ausschnitt aus dem Leben und Wirken des gemeinen und inzwischen fast ausgestorbenen Mauerspechtes sein. Die Lebensbedingungen dieser seltenen vogelart haben sich bislang derart verschlechtert, daß nur wenige den heutigen Tag erlebten.
Deshalb ist es mir eine besonders große Freude, die hier vorliegenden Originalaufnahmen vor dem Verfall gerettet zu haben und an dieser Stelle der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Ich danke für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

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Neues aus dem Osten

Erstellt von duftbaeumchen am 11. März 2008

Heute vor 65 Jahren.

am 11. März 1943

Liebste Lo!

Es ist heute höchste Eisenbahn, das ich mal wieder ein paar Zeilen vom Stapel laufen lasse, aber Du kannst es kaum glauben, wie es hier zu geht. Von oben herunter wird höchste Einsatzbereitschaft und schärfste Ausbildung und strengste Disziplin verlangt und unser Komp.Führer nimmt alle diese Punkte mit aller Härte auf und eine Rekrutenausbildung ist nichts dagegen, den ganzen Tag brüllen und Dienst über Dienst. Heute laß ich nur mal Arbeit, Arbeit sein, damit Du wenigstens mal wieder etwas von mir zu hören bekommst. Ersatz haben wir auch wieder viel bekommen und auch viele Zugänge von Feldkommandaturen, so daß man im Zuge des totalen Krieges merkt, das überall aufgeräumt und aussortiert wird. Viele junge Leute treffen hier ein und unser Haufen dadurch stark verjüngt wird.

Bin bloß gespannt wohin der ganze Kram und der Krieg läuft und welches Ende er nehmen mag. Sich irgend welche Gedanken zu machen hat wahrlich keinen Sinn, denn hinter die verfolgte Taktik der Regierung kann man nicht kommen und wir haben auch gar keine Zeit darüber nach zu denken und das will man ja auch bloß.

Nun aber will ich Dir erst einmal für all Deine Zeilen Dank sagen und wissen lassen, daß die 100grammer noch nicht eingetroffen sind, und die Sendungen von 501-520 vollzählig vorliegen und dann die Nr. 526-27. Die Briefe und Fotos sind auch beide da und freue ich mich, wie nett die Abzüge noch geworden sind, nun möchte ich nur mal einen Film 4×6 1/2 haben. Bis Nr. 8 liegen Deine Briefe vor fehlt nur die Nr. 7 dazwischen aber die wird schon noch eintreffen.

Ich hätte ja nun eigentlich so allerhand zu beantworten aber ich habe keine Ruhe auf diese einzugehen.
Wie es kommt, daß weiß ich auch nicht, die viele Arbeit läßt einem keine Zeit um sich mit irgendwelchen Problemen auseinander zu setzen. Gern möchte ich es mal mit der Charlotte und der Lo tun, aber ich kann es einfach nicht, weil ich meine Gedanken garnicht darauf konzentrieren kann.

Hoffe nur immer das mal ein Entscheidungskampf kommt und mit allem Schluß gemacht wird.

Will für heute auch schließen, ich kann nicht mehr viel schreiben.

Möchte mal richtig ausschlafen können.

Herzlichste Grüße und nochmals Dank

Dein

Rudolf

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überversorgt

Erstellt von duftbaeumchen am 8. März 2008

Irene

Nach dem Vereinsfest
will er im Haus der
Freundin übernachten!

Mein Kummer ist bestimmt nicht alltäglich. Kommt doch unser 21jähriger Sohn und erzählt mir, er würde nach seinem Vereinsfest nachts nicht nach Hause kommen. Der einstündige Fußmarsch sei ihm zu weit. Er könne bei seiner Freundin unterkommen.

Ich erklärte ihm energisch, ich könne das nicht dulden. Das gehöre sich nicht.
Darauf er: Es sei doch noch die Freundin seiner Freundin da. Außerdem die beiden alten Damen, bei denen die Freundin wohnt.
Wir haben jetzt einen tagelangen Streit hinter uns. Er bleibt bei seiner Meinung, daß nicht das geringste dabei sei, daß er 21 Jahre alt ist und daß er selber bestimmen müsse, was er tut und was er läßt. Anständig betragen würde er sich schon. Meine Meinung: Gelegenheit macht Liebe. Außerdem ist so was verboten (Kuppelei).
Ich fragte einen seiner Kameraden um seine Meinung. Er sagte, er fände nichts dabei, und ein 21jähriger müsse selbst wissen und bestimmen, was er zu tun hat. Und dieser Mann will Lehrer werden! Was sagen sie dazu? Und vor allem Ihre Leser?

(883/4)

IRENE: »Vor allem Ihre Leser«… das ist ein richtig rundes Mißtrauensvotum. Sie ahnen wohl schon, daß ich Ihrem mündigen Sohn mehr recht gebe als Ihnen. Er muß wirklich wissen, was er zu tun und zu lassen hat, und wenn er es nicht weiß, muß er es mit guten und schlechten Erfahrungen lernen.
Ihre Argumente sind nicht ganz stichhaltig. Kuppelei ist es keineswegs, wenn zwei Freundinnen in einem Zimmer übernachten und Ihr Sohn in einem anderen.
Daß Gelegenheit Liebe macht, leugne ich nicht. Aber wenn man die Gelegenheit sucht, findet man sie so oder so. Mit 21 Jahren ist die Erziehung des jungen Mannes abgeschlossen, man muß ihn soweit erzogen haben, daß er keine leichtsinnigen Geschichten anfängt. Sie schrieben zum Schluß noch, Ihr Sohn sei ein anständiger Kerl. Na, also!

Aber die Meinung unserer Leser würde mich sehr interessieren.“ (1)

hier draufklickern

duftbaeumchen: Als treuer Leser Ihrer Zeitschrift möchte ich heute auch einmal meine Meinung kundtun.

Es scheint mir sehr bedenklich, daß ein 21jähriger überhaupt erzählt, wo er die Nacht verbringt. Sie sollten froh sein zu wissen, daß er nicht irgendwo auf einer Parkbank oder in einem Krankenhaus nächtigt.
Abgesehen davon finde ich es skandalös, daß er noch kein eigenes Kraftfahrzeug besitzt. Oder hat er den Führerschein bereits wieder abgeben müssen?

Dann geböte es doch aber die mütterliche Fürsorge, den Sohn vom Vereinsfest abzuholen. Im Zeitalter der Kurzwellenfernsprechtechnik genügt ein kurzer Anruf bei den Eltern und man gelangt auch nach Hause, wenn der letzte Bus längst weg ist. Frau (883/4), Sie sind doch sowieso vor Sorge nicht in der Lage zu schlafen.

Warum geben Sie dem Bengel nicht genügend Kleingeld für ein Taxi mit? Zwei Frauen auszuhalten ist schon kostenintensiv genug. Sechs Kilometer kosten doch nicht die Welt; können sich allerdings ganz schön strecken, wenn man sternhagelvoll ist. Von der Verletzungsgefahr im Dunkeln mal abgesehen.

Sie sind also selbst schuld, wenn sich der Knabe nach einer alternativen Übernachtungsmöglichkeit umsieht. Und bei der Freundin macht es doch sowieso mehr Freude als bei Muttern. Zumal die zusätzlichen drei Damen den Spaßfaktor vervielfachen. Zwei junge für die optischen Reize, zwei alte als erfahrene Lehrerinnen. Wer sagt denn, daß die Freundinnen in einem und der Sohn in einem anderen Zimmer schlafen? Die Vorhaltung eines Gästezimmers und zusätzlicher Bettwäsche kann sich nicht jeder leisten. Also warum die Nacht nicht gemeinsam verbringen?

Und da er (wie Sie selbst sagen) ein anständiger Kerl ist,…

…kommt er auch später für den
Unterhalt seiner Nachkommen auf.

(1) HörZu, März 1967

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sensationell

Erstellt von duftbaeumchen am 3. Februar 2008

Manch einer meiner Leser fragte sich bestimmt bereits: Woran haben sich die Steinzeitmenschen im Rahmen der Herstellung ihrer Kleidung eigentlich orientiert? Welche Vorlagen nutzten sie, wer hat sie inspiriert?

Kataloge? Fernsehen? Mode-Messen?

Nichts von alledem!

Doch heute habe ich die Lösung entdeckt. Sie lag buchstäblich im Wald. Wind, Regen und Luft legte sie in jahrtausendelanger Kleinarbeit frei.

Werte Leser,

ich präsentiere Ihnen ein Technologie-Zeugnis der frühmenschlichen Bekleidungsindustrie. Obwohl das Papier noch nicht entdeckt war, wurde bereits mit Schnittmusterbögen gearbeitet. Etwas umständlicher in der Handhabung, aber gut geschützt gegen widrige Umwelteinflüsse.

Da die Vorlage leider nicht mehr komplett erhalten ist, werden wir wahrscheinlich nie erfahren, ob sie als Ausgangspunkt eines Fellbikinioberteils oder einer Winterjacke genutzt wurde. Doch werden vielleicht weitere Ausgrabungen Licht ins Dunkel bringen. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

PS:
Ich bitte von Anfragen bezüglich des Fundortes abzusehen. Da sich die wissenschaftlichen Untersuchungen noch im Anfangsstadium befinden, ist jeglicher Medienrummel unerwünscht und störend.

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