Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für die 'Tanzen' Kategorie

aufgetragen

Erstellt von duftbaeumchen am 31. August 2009

Schüttel‘ dein Haar für mich. Es gibt Reis, Baby.

Dies ist ein Auftragswerk für eine einzelstehende Menschin. Mir ist klar, dass ca. knapp sechs Milliarden Erdenbürger mit diesem Eintrag nichts anfangen können. Doch damit kann ich leben.

Nur soviel sei geschrieben: Auslöser dieser Handhaltung war die gemeinsame Begutachtung der mehr oder weniger ausgeprägten Bewegungskünste ausgewählter Gäste einer samstäglichen Abendtanzveranstaltung. Was sie genau darstellt, sei an dieser Stelle verschwiegen.

Nur soviel: PULLERALARM!

Eine durchlöcherte, enge Jeans mag unter Umständen sehr sexy aussehen, kann allerdings nicht über unzureichendes Taktgefühl hinwegtäuschen.

Exzessives Haareschütteln ebensowenig.

Um den Mangel an tänzerischem Können auszugleichen, genügt es dann unter Umständen, sich gewissen Herren einfach nur „an den Hals zu werfen“.

Und das meine ich nicht nur metaphorisch.

Das sieht zwar auch nicht unbedingt erotischer aus, aber Männer sind ja bekanntlich in wenigen Ausnahmefällen bereit, im Hinblick auf eine eventuell heiße „Liebesnacht“ die Denkfähigkeit geringfügig zu drosseln.

Doch ich schweife ab und verliere mich in Einzelheiten…

Wenn Sie, werte Leser, also heute Vormittag einen Aufschrei der Verzückung aus einem der Büros im Leipziger Waldstraßenviertel vernehmen, dann hat sie das hier gelesen.

Und sich erinnert.


Auftrag erfüllt.


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de-scha-wü

Erstellt von duftbaeumchen am 15. Juni 2007

Duplizität der Ereignisse:

Wie vor einem knappen Jahr (nur eine Person wurde gegen die Herzdame ausgetauscht).

Die nichtvorhandene Klimaanlage im Salsaclub vermochte es nur ungenügend, unsere durch die intensive Tanzerei erhitzten Gemüter abzukühlen. Dafür sollte die anschließende Schwimmstunde im unbeleuchteten „Kulki“ sorgen.

Sie tat es vorzüglich.

Auch wenn sich beim Eintauchen in’s gefühlt minus dreizehn Grad kalte Badewasser alle – ich betone alle – Extremitäten schlagartig in besonders körpernahe, geschützte Hautfalten zurückzogen, so ließ sich mit den gerade noch hervorlukenden Arm-, Bein- und xxx-Stummelchen dennoch ganz gut die Richtung in die wogende Ferne halten. Trotz Finsternis und Gewitter in der Ferne.

Mit Blick auf den in der Dunkelheit mit jedem Armzug kleiner und verschwommener werdenden Bekleidungshaufen, dachte ich mir so: Was passiert eigentlich, wenn ein Radler des Weges daherradelt, sich des Häufchens annimmt und damit verschwindet?

Der Autoschlüssel befand sich natürlich in der Hose am Strand und wir fünfzehn Kilometer von zu Hause weg in der Wildnis.

Keine Bahn, kein Bus, kein Handy für’s Taxi.

Nacktfrosch im Hemde, was suchste in der Fremde.

Nur ohne Hemd.

Na das wäre ein Spaß gewesen.

 

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Schlüpferstürmer

Erstellt von duftbaeumchen am 1. März 2007

Der modisch interessierte Mann von heute darf sich neuen Trends prinzipiell nicht verschließen. Prinzipiell bedeutet allerdings: Es gibt Ausnahmen!

Eine davon ist die Art und Weise, eine Hose locker und leger zu tragen. Und leger heißt in diesem Zusammenhang, das Beinkleid mit sehr viel Spielraum nach unten am Leib zu „befestigen“. Eigentlich müßte es sich jeden Moment gen Boden verflüchtigen, wird aber gerade noch über die dickste Wölbung des Hinterteils gehalten. Ein Gürtel ist zwar vorhanden, bildet aber nur optisch einen wirksamen Abschluß des Hosenbundes. Solange man(n) sich nicht bewegt, mag das funktionieren. Bei sportlicher Betätigung allerdings wird das ständige Hochziehen schnell lästig und ist vergleichbar mit einer offenen Langhaarfrisur oder einem knappen Damenoberteil – ständig muß man dranrumzuppeln, damit nichts ver-, raus- oder runterrutscht.

Aber so ist sie eben, die Jugend heutzutage: Progressiv und probierlustig.

Und wenn im Sommer das popoverdeckende T-Shirt aus Wärmegründen im heimischen Schrank verbleibt, wird’s erst richtig interessant…

PS.
Die beiden auf dem Bild knutschen nicht, sie tanzen.

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Geschmacksverwirrung

Erstellt von duftbaeumchen am 25. August 2006

Eine der Damen hatte beim gestrigen Rueda-de-Casino-Abend ein neues Kleid an, welches etwas, na sagen wir schräg aussah. Nicht nur vom Schnitt her gesehen, nein, auch die Farbgebung fand ich persönlich…

seltsam interessant (wie der Gourmet zu sagen pflegt).

Ein luftiges Sommerkleid; obenrum wenig Stoff, unten dafür nicht ganz so lang. Dazu passend ein üppiges Dekolleté und schön bunt.

Da kann Mann machen, was Mann will: Wie von Geisterhand bewegt, zieht bzw. drückt es die Augen nach unten. Kopfabwärts am Hals entlang, die Schulter streifend in Richtung Bauchnabel.
Doch an diesem Punkt kommt man letztlich nicht an. Nicht, weil der Stoff des Gewandes diesen Körperbereich umhüllt, sondern vielmehr weil die Augen kurz unterhalb der verschlüsselten Beine am weiterschweifen gehindert werden.

Magnetismus?

Okkulte Kräfte?

Ich weiß es nicht. Da kann man sich auch als Schentelmänn noch so viel Mühe geben, den Blick zieht es immer wieder genau an diese Stelle.
Und es ist auch nicht so, daß mir das gestern das erste Mal aufgefallen und bewußt geworden wäre.

Nein, das allgemeine Klischee vom in-den-Ausschnitt-starrenden Mann ist Tatsache. Da kannste nüscht machen, da sind übernatürliche Kräfte am Werk.
Glücklicherweise werden bei der Rueda alle zwei bis elf Sekunden die Partner getauscht. Da versinkt man nicht allzuweit in den Tiefen weiblicher Rundungen; die anderen Männer bekommen auch was zu sehen und müssen ihre Köpfe nicht unnötig verrenken.

Doch das ist nicht der Grund dieses Eintrages.

Eigentlich wollte ich nur mitteilen, daß mein Stilempfinden manchmal stark vom Geschmack der Allgemeinheit abzuweichen scheint. Zumindest vom Geschmack der anderen anwesenden Tänzerinnen. Die fanden das Kleid schön, schick und wie auf den Leib geschneidert. Und für zehn Euro kann man doch nicht viel falsch machen.

Naja, wie dem auch sei: Ich würde das nicht anziehen.

Es wäre mir auch obenrum viel zu weit.

 

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Samstags wird gebadet,

Erstellt von duftbaeumchen am 30. Juli 2006

… damals wie heute.

Allerdings nicht mehr wie früher am Abend.
Der kosmopolitisch mit der Zeit gehende Großstadtindianer verlegt seine körperliche Wochengrundreinigung in die frühen, naja eigentlich seeehr frühen Tagesstunden und, um Nebenkosten zu sparen, in die freie Natur.

André S., seines Zeichens Salsero und derzeit Auslandsstudent, verschlug es wieder mal in heimische Gefilde; der wissenschaftliche Beirat – diesmal bestehend aus international renommierten Kapazitäten aus Medizin und Wirtschaft – traf sich zum fröhlich-sportlichen Zusammensein.
Frau Dr. med. dent. i. A. P. – weltweit besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Schnuckeline (ihDl) – hatte sich für diesen Abend besonders fein gemacht und den hochsommerlichen Außen- und den im Club zu erwartenden Innentemperaturen entsprechend leger und luftig gewandet.

Vor allem untenrum. Uiuiui. Seeehr schick.

War es die Hektik des Tages oder war es gar nur jugendlicher Leichtsinn?
Zumindest bewegte sie beim Betreten der Lokalität plötzlich die Frage:

„Was passiert überhaupt mit meinem Rock,
wenn ich mich schnell drehe?“

Zu spät.

Nun kommt es ja beim Salsa eher seltener vor, daß die Tänzerin von ihrem Partner in eine schwungvolle Körperwendung geführt wird.
Also höchstens alle drei bis vier Takte, um nicht zu sagen…

…mehr oder weniger ständig.

Ich vermute, Frau P. weiß das sogar. Die mentale Erörterung dieser Frage hätte demnach bereits gegen Mittag, also zu Beginn der frauentypisch mehrstündigen Kleiderauswahlphase erfolgen sollen.

Und nicht erst, wenn eh keine
Änderung mehr möglich ist.

Für das nächste Mal könnte ich ja solch lustigen Tischdeckenbeschwerer besorgen. Vielleicht hilft’s. Zumindest so lange sich diese am Rocksaum festkrallen und nicht geschoßartig durch den Saal fliegen.

Doch es ging alles gut.
Das Röckchen kannte sich mit den Gesetzmäßigkeiten zentrifugaler Kräfte aus und verhielt sich dementsprechend – der Stoff bedeckte mehr oder weniger gut ihre unteren Extremitäten und was viel wichtiger erschien, den Körperbereich direkt oberhalb.
Von der Ferne konnte ich nichts anstößiges erkennen und beim Selber-mit-ihr-tanzen hatte ich anderes zu tun, als ihr ständig unter den Rock zu gucken.

Als Schentelmänn weiß ich, was sich gehört.

Nebenbei bemerkt: Salsa ist keine Bootspartie für Rentner, sondern harte Arbeit.

Auf Nachfrage konnte ich ihr somit guten Gewissens die virtuelle Last von den zarten Schultern nehmen, etwas verruchtes zu tun.

Wobei…
Ganz so jugendfrei war es doch nicht.
Die Schnappschüsse der zur Feier des Tages mitgeführten und sogar eingesetzten Digicam offenbarte beim PPP (Post Production Process) am heimischen Computer, daß kurzzeitig doch mehr ent- als verhüllt wurde.

Skandal!

Wie dem auch sei: Schnuckeline, wir haben jetzt ein Geheimnis.
Von mir erfährt niemand was.

Davon abgesehen: Mademoiselle hätte gar keine Zeit gehabt, sich auch noch um ihr Beinkleid zu kümmern, da sie vollauf mit der Bändigung ihrer Haare beschäftigt war. Mein Einwand, zukünftig ein Haarnetz bzw. einen in Krankenhäusern als Mörderduschhaube bekannten blauen Schuhüberzieher zu verwenden, wurde als Spinnerei abgetan.
Naja, so sind die jungen Fräuleins heutzutage. Starr- und eigensinig; nehmen keine Ratschläge von lebenserfahrenen Mitbürgern an. Und dabei habe ich es nur gut gemeint.
In Anbetracht der Hitze – die Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit eines deutschen Norm-Handtuches ist eindeutig zu gering – bedauerte ich stellenweise, das sich der Minirock für Männer noch nicht als Grundbestandteil der Herrengarderobe durchgesetzt hat.
Nun ja, so hat jeder sein Päckchen zu tragen. Frauen müssen in Schuhen tanzen, in denen sie nicht mal richtig laufen können und wir Männer müssen uns – mehr oder weniger korrekt gekleidet – bei gefühlten und windstillen 40°C Raumtemperatur abmühen, die Partnerin durch optisch ansprechende Figuren zu führen und einfach nur hinreißend aussehen zu lassen.

Wer schön sein will, muß leiden.

Man(n) kennt das ja.

Hm, und was hat das alles nun mit der samstäglichen Körperhygiene zu tun?

Na das ist doch ganz einfach.

Erstens: Wir transpirierten.
Zweitens gab Herr S. im Vorfeld der Veranstaltungsplanung bekannt, daß er anschließend unbedingt und kompromisslos noch baden gehen wolle und die Teilnehmer entsprechende Ausrüstung mitzuführen hätten.
Ich persönlich benötige ja für derartige Unternehmungen kein umfangreiches Equipment. Ein handtuchgroßes Handtuch genügt völlig und selbst das kommt beim Baden nicht direkt zum Einsatz, sondern dient vorwiegend der Feuchtigkeitsentfernung danach.
So begab es sich also zu einer Zeit (es war schon nach zwei Uhr in der samstäglichen Früh‘), daß zwei Drittel der sechsköpfigen Mannschaft einen kurzen Ausflug zur stadtrandigen Großbadewanne unternahmen und in den See stachen.
Mit sich selbst sozusagen.

Lauwarmer Wind umschmeichelte unsere im nichtvorhandenen Neumondlicht mattglänzenden, athletischen Körper, das Wasser war erfrischend naß und in weiter Ferne erhellten kurzzeitig Gewitterblitze den tiefdunklen Nachthimmel.
Mein Vorschlag, Kleiderverstecken zu spielen, wurde diskussionslos zurückgewiesen – zwanzig Meter vom Ufer waren die wenigen Klamotten sowieso nur noch schemenhaft zu erahnen; das Spiel erübrigte sich. Auch der Einsatz von Tauchern, die von unten sanft an den Füßen kitzelten, wurde als „zu gruselig“ abgelehnt.
Toll, da denke ich mir einmal im Jahr ein richtig gutes Kulturprogramm aus und dann geht niemand drauf ein.

Die Damen hatten sich zickig wie kleine Mädchen.

Aber nach Hause gefahren werden, das wollten sie dann wieder.

Weiber!!

Und Duschbad hatte ooch keener mit.

Gruppenbild mit Damen

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Strickliesel

Erstellt von duftbaeumchen am 10. Juli 2006

Es soll Frauen geben, die gerne einkaufen.

Hab‘ ich zumindest mal gehört.

Und einige von denen – so die Überlieferung – sind anschließend von ihrem Beutezug so begeistert, daß sie die frisch erworbene Gewandung gar nicht mehr ablegen und sofort und am gleichen Tage der staunenden Mitwelt präsentieren wollen.

Regelrecht dazu gezwungen werden.

Selbst wenn noch kleine schnitttechnische Modifikationen vorgenommen werden müssen.

Die Frau von Welt verzieht sich daraufhin in ein stilles Eckchen, kramt gedanklich in ihren Erinnerungen an den schulischen Handarbeitskurs und schneidert sich das Teil kurzerhand passend. Nichts leichter als. Damenhandtaschen sind bekanntlich unergründlich und bei tiefgehender Beschäftigung mit selbiger lassen sich Nadel, Faden und zuweilen auch eine kleine Nähmaschine zu Tage fördern.
Schwuppdiwupp sind Ärmel verlängert, komplizierte Paillettenmotive appliziert und Knopflöcher versetzt.
Die Beherrschung solcherart Tätigkeiten wurden frau mit der mütterlichen Milch infiltriert; das läuft ganz locker von der Hand. Auch an den unwirtlichsten Plätzen.

Nun projizieren wir dieses Bild einmal auf das Komplementärgeschlecht.

Man(n) kauft sich ein neues Beinkleid; Man(n) möchte, nein muß es am gleichen Abend noch ausführen; der holden Weiblichkeit präsentieren.
Widrige Umstände verhindern jedoch den heimischen Boxenstop nach dem Textilkauf. Die Option, eine professionelle Änderungsschneiderei in Anspruch zu nehmen, wird aus Ermangelung an Zeit gar nicht erst näher bewertet.

Die Hose ist also zu lang.

Der kosmopolitisch gebildete Mann und Mensch läßt sich davon jedoch nicht beirren. Vielmehr erlaubt ihm diese vertrackte Situation, aus und über sich hinauszuwachsen. Er offenbart der staunenden und vor allem weiblichen Öffentlichkeit, was wirklich in ihm steckt.

Auch wir Männer können mit Nähgarn und Stopfpilz umgehen.

Wir zeigen das nur nicht so.

Wir sind doch keine Mädchen.

Wenn es jedoch die weltpolitische Lage erfordert, sind wir selbst unter ungünstigsten Bedingungen fähig und bereit, gestalterische Höchstleistungen zu vollbringen.

Das tapfere Schneiderlein sitzt dann sogar bei Kerzenschein und näht Hosenbeine um.

Ich war dabei und hab’s gesehen.

Vorigen Donnerstag nach dem Salsakurs.

Sala, unser Tanzlehrer und wie sich herausstellte gelernter Schneider, ging ihm zur Hand.

Also vielmehr ans Bein. Genauso schnell wie er tanzt, kann er auch nähen.

Respekt.

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abgestanden

Erstellt von duftbaeumchen am 24. Juni 2006

Gilberto Gil, brasilianischer Musiker und Kulturminister, meinte dereinst: Die brasilianischen Fußballer könnten mit dem gerundeten Leder Liebe machen. Auf dem Spielplatz. Ääh Spielfeld.
Unbeabsichtigt durfte ich gestern Abend einem solchen Liebesspiel beiwohnen. Als Spanner sozusagen.

Obwohl der donnerstägliche Salsakurs nun offiziell wegen Teilnehmermangel nicht mehr stattfindet, ich mich aber seit knapp zwei Jahren fast jeden vierten Tag der Woche der Körperertüchtigung hingebe, desweiteren auch Frau M. und Herr H. kurzfristig ihre Präsenz bekanntgegeben hatten, machte ich mich auf den Weg ins „Tanzlokal“. Einfach nur zum Fachsimpeln und vielleicht Aushelfen im neuen Anfängerkurs.

Doch kurz nach neun war bereits wieder Schluß; der Debütantenlehrgang abgesagt.
Vor fast genau einem Jahr an genau der gleichen Stelle bot sich schon einmal eine ähnliche Situation.

Der Grund: Fußball.

Damals Confederations Cup, nun Weltmeisterschaft.
Der schwarze Kasten mit den bunten Bilder wurde aktiviert und sowohl Salseros als auch Nichttänzer gruppierten Sitzgelegenheiten um diesen Schrein der Drippelkünstler. Ich setzte mich dazu.

Die ganze Zeit stehen ist ja auch langweilig.

Damals standen sich Brasilianer und Griechen gegenüber; für das gestrige Spiel wurden die Helenen durch kleine, teilweise blondgefärbte Japaner ersetzt.
Sonst gab es keine signifikanten Unterschiede zum Vorjahres-Match: der Rasen war grün, der Ball rund und die Mannschaften jeweils mit – grob geschätzt und überschlagen – elf männlichen Männern auf dem Platze. Ach ja: Drei abweichend gekleidete Herren bildeten eine eigene Equipe und rannten ohne direkten Ballkontakt nur hin und her. Sie beteiligten sich nicht direkt am Spielgeschehen; vielmehr störten sie den flüssigen Ablauf indem sie mit ihren Händen ‚rumfuchtelten und mit einer Trillerpfeife lärmten. Als ob es durch die anwesenden Zuschauer nicht schon laut genug wäre.

Naja, ich hab ja nicht so viel Ahnung davon. Aber da sie von den Sicherheitskräften nicht weiter behelligt wurden, gehe ich davon aus, daß es damit wohl seine Richtigkeit hatte.

Schön fand ich, daß die drei Mannschaften durch das fernschauende Publikum darauf hingewiesen wurden, daß sich ab und zu Spieler vom aktuellen Spielverlauf ausgeschlossen fühlten. Ich habe zwar niemanden außerhalb stehen sehen, aber wenn die Mehrheit der Mitzuseher lauthals „Abseits“ rufen, muß da schon irgendwas dran sein.

Wie gesagt, ich hab ja nicht so viel Ahnung.

Ich war nur zur falschen Zeit am falschen Ort.

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verlaufen

Erstellt von duftbaeumchen am 7. Juni 2006

Ich bin ja selber schuld.

Schwester K. begleitet mich seit gestern zum dienstäglichen Salsa-Kurs.

Weil ich keine Lust habe, ewig nach einem kostenfreien Stellplatz für das Kraftfahrzeug zu suchen, fuhren wir mit der Bahn. Mach‘ ich schon seit Monaten so – funktioniert bestens.

In weiser Voraussicht führte ich genügend gültige Fahrtausweise bei mir, denn der Ticketautomat begrüßte uns gestern anders als sonst. Ich dachte bisher, in solch einem Ding ist ein speziell dafür entwickelter Chip mit passender Software eingebaut.

Falsch gedacht.

Da sitzt ein Zwerg drin und werkelt mit Windows NT 4.0.

Und der hatte sich wohl zu stark in die Kurve gelegt, ist mit dem Kopf auf die Tastatur geknallt oder hat ein falsches Paßwort benutzt.

Zumindest ist das Teil – wie man so schön sagt – abgestürzt. (Obwohl der Automat noch ordnungsgemäß befestigt war.)

Der zuständige Arzt (Dr. Watson) diagnostizierte eine „Zugriffsverletzung in der ‚Frontend.exe'“, war aber mit der Heilung noch nicht so weit.

Nix mit Fahrschein kaufen, aber ich hatte ja vorgesorgt.

*

Wir fahren los und nähern uns dem Zielgebiet.

Um von der Tram in das Tanzstudio zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten:

Variante 1 über Nebenstraßen, Variante 2 eine Haltestelle später mit Umweg durch die „Stadt“. Da noch etwas Zeit und Schwester K. unentschlossen war, entschied ich: „Stadt“

Erster Fehler!

Hainstraße, links und rechts große Schaufenster mit Einkaufsmöglichkeiten.

„Hier könnte man noch mal gucken.“, meint sie.

Wir gehen weiter.

„Oder hier?“
Mit der Gewissheit, sowieso daran vorbeizulaufen (also mehr aus Spaß), wies ich mit den Händen in Richtung der Eingangstür eines weiteren Ladens.

Zweiter Fehler!

Obwohl es bereits kurz vor Ladenschluß war, zog es Madame in dieses Sportgeschäft.

„Nur mal gucken.“

Wir guckten. Bei den Schuhen. Mit einer Frau.

„Ich brauche ja noch Tanzschuhe.“, fiel ihr spontan ein.

Schnell hatte sie ein Paar in der Hand, probierte einen Schuh an und ich war mir fast sicher, einem neuen Rekord beim weiblichen Schuherwerb beiwohnen zu dürfen.

„Haben Sie Frauenschuhe auch noch woanders?“

OK, dann doch nicht. Ich suchte mir inzwischen eine Sitzgelegenheit und wollte mich auf einen längeren Aufenthalt einrichten. Es war bereits kurz nach Acht. Für ausgiebige Verschnaufpausen schienen mir die Hartschalensitze allerdings nicht ausgelegt zu sein. Irgendwie zu klein und sehr unbequem. Eher was für den schnellen Schuhkauf zwischendurch – ein Widerspruch in sich.

Glücklicherweise beschränkte sie ihre Suche dann doch nur auf den kleinen Regalbereich mit „günstigem“ Schuhwerk und wir konnten als letzte Kunden dem Kassenbereich unsere Aufwartung machen.

Infolge Verschlossenheit der anderen am Wegesrand liegenden Boutiquen, Drogerien und Kaufmannsläden war es dann sogar möglich, den Rest des Weges pausenlos hinter uns zu bringen.

Aber sie hat mir schon angedroht: „Nächste Woche sage ich vorher Bescheid, was ich brauche. Dann fahren wir eine halbe Stunde eher los.“

Trotzdem hat sie ganz ordentlich getanzt.
(Soll ich hier sagen.)

P.S. Ein S65 ist wohl nicht wirklich zum Fotografieren geeignet.

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Standardisierungsbemühungen

Erstellt von duftbaeumchen am 30. Mai 2006

Wenn es schon in der Weltwirtschaft nicht so einfach ist, sich auf gemeinsame Vorgehensweisen und Richtlinien zu verständigen, warum soll es dann im Kleingruppenmaßstab funktionieren?

Auch wenn die Gruppe nur aus zwei Personen besteht.

Liebe Frau M.,

ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich für Ihre Geduld und Ausdauer bedanken.
Auch wenn Herr H. meint, es sähe „sensationell“ gut aus, was ich in den wenigen Stunden seit Kursbeginn gelernt habe – ich bin da völlig anderer Meinung.

Trotzdem gebe ich mir Mühe. Ich werde versuchen, mit Ausdauer und Enthusiasmus den ständig wechselnden Anforderungen gerecht zu werden und Ihnen ein würdiger Partner zu sein.

Zumindest beim Tanzen.

Ich weiß sehr wohl zu schätzen, wie man sich fühlt, beim Lernen eingeschlafen zu sein, eine halbe Stunde vor Übungsbeginn erschrocken aufzuwachen, sich auf’s Rad zu schwingen, viele Kilometer durch die frische Abendluft (ja, es wird wieder Winter) zu hetzen und – gerade noch dem Gewitterguß entronnen – für drei Stunden einer Feder gleich das Parkett zu beschweben.
Ich muß allerdings auch gestehen, daß es in meinem Alter nicht mehr so einfach ist, sich in so kurzer Zeit Fachtermini und Schrittkombinationen von acht, sich in Takt und Ausdruck unterscheidenden Tänzen zu merken.

Da geht schon mal ein Schritt daneben.

Oder drauf.

Auf der Partnerin Füße.

Verzeihen Sie, es ist keine Absicht.

Trotz dieser Widrigkeiten freue ich mich auf unsere nächste Zusammenkunft…

…wenn wir im großen Kreis mit 19 anderen Paaren wie eine riesige Kindergartengruppe durch den Saal hüpfen, hand to hand wie zwei New Yorker in die Linksdrehung laufen und das Türkische Handtuch mit einem kreiselnden lockstep trocknen lassen.

Danke.

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Ent-hüllung

Erstellt von duftbaeumchen am 6. Mai 2006

Nein, soweit ist es dann doch nicht gekommen.

Erstens hatte sie noch was drunter und zweitens zuppelte sie in regel- und unregelmäßigen Abständen dran ‚rum.

Schnuckeline (hdgdl) sah schick aus wie immer; obenrum – also zwischen Hals und Hüfte – sommerlich luftig und dem Anlaß entsprechend.

Aber eben doch unzweckmäßig.

Jedenfalls beim Tanzen.

Da Salsa ein doch recht schwungvoll ausgeführter Tanz ist, kommt es mitunter vor, daß mal was verrutscht. Da steht frau stundenlang vor dem heimischen Spiegel; entscheidet sich nach unzähligen Umzügen letztlich für das Kleidungsstück, welches sie als erstes in den Fingern hatte.

Und dann darf sie sich nicht mal richtig bewegen.

Zumindest nicht so intensiv, daß Dinge das gedämpfte Ballsaallicht (ein schönes Wort) erblicken, die eigentlich nur den eigenen bzw. sorgfältig ausgewählten Augen vorbehalten sind. Sei es drum, es ist ja nichts anstößiges geschehen.

Damit dergleichen erst gar nicht passiert, werden von der gemeinen Tänzerin besondere Koordinationsfähigkeiten verlangt. Nach jeweils drei bis sechs Drehungen (je nach Intensität) muß sie zwischen zwei Figuren und in Millisekundenschnelle eine Ordnungsmaßnahme einschieben. Da wird Stoff hoch-, runter- bzw. drübergezogen, Falten werden geglättet und es wird geguckt, daß auch ja nichts guckt. Ich hege mittlerweile die Vermutung, daß die Damen ganz bewußt zu solchen Kleidungsstücken greifen um zu zeigen, wie virtuos sie auch im Dunkeln und unter Streß mit „unvorhergesehenen“ Ereignissen zurechtkommen.
Auf die aus Funk und Fernsehen bekannte Idee mit dem doppelseitigen Klebeband kommt frau natürlich erst, wenn der örtliche Baumarkt wegen Nachtruhe oder Reichtum die Pforten geschlossen hält.

Aber wir haben zumindest mal d’rüber gesprochen. Das nächste Mal…

… wird es auch nicht anders sein.

Genauso wie die Haare.

Die Strähnen fallen permanent ins Gesicht und verdecken die Sicht auf Partner und Umfeld.

Neben der Korrektur der Stofflagen ist also zusätzlich auf die Frisur zu achten. Die Spangen und Gummis liegen selbstverständlich zu Hause (da gehen sie weder verlustig noch kaputt) bzw. sind für die zu fesselnden Haarbüschel entweder zu wenig oder nicht geeignet. Es vergehen kaum zwanzig Sekunden und der gerade notdürftig gebundene Pferdeschwanz ist für die Katz‘. Es konnte ja auch vorher niemand ahnen, daß wir uns zügig bewegen. Erstaunlich, daß frau neben ihren fortwährenden Restaurierungsmaßnahmen überhaupt zum Tanzen kommt.

Da lobe ich meine 5-bis-15-mm-Kurzhaarfrisur (je nach Abstand zum nächsten Termin beim Haus- und Hofbarbier). Pflegeleicht und windresistent.

Frau P., ich bin trotzdem sehr stolz auf Dich.

Und schön war’s außerdem.

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