Die portugiesischen Mücken sind genauso bekloppt wie unsere einheimischen.
Anstatt sich im Dunkeln lautlos anzuschleichen, sich auf das gen Zimmerdecke gerichtete Ohrläppchen zu setzen und einen kräftigen Schluck menschlichen Lebenssaft zu sich zu nehmen, veranstalten die beim Anflug einen solchen Lärm, dass ich davon munter werde.
Den weiteren Verlauf kennt man ja: Dunkelheit. Man sieht die Hand vor Augen nicht, hört aber ganz genau, wie das Summen immer lauter wird. Gleich ist sie da. Nach dem Geräusch zu schlagen ist zwecklos, da Mücken im Allgemeinen mit Nachtsichtgeräten ausgerüstet sind und sofort bemerken, wenn und dass sich Gefahr nähert.
Also machste Licht an, stehst auf, holst aus der entferntesten Ecke des Raumes die chemische Keule und setzt dich, auf den nächsten Angriff wartend, wieder aufs Bett.
Nüscht.
Stille.
Nur die Herzdame schlägt die Lider auf, guckt überrascht, wendet sich anteilnahmslos der Dunkelheit zu und schläft weiter.
Die Umgebung penibel mit den Augen abtastend suche ich den Feind.
Immer noch nüscht.
Feigling. Bei Sichtkontakt würde ein kleiner Sprühstoß genügen, doch er/ sie hat sich versteckt und wartet ebenfalls.
Da ich keine Lust auf ein wahrscheinlich bis zum Morgengrauen dauerndes Taktieren mit anschließendem Gemetzel habe, gebe ich nach – schließlich bin ich der Klügere -, verteile noch etwas Aerosol im Raum, ziehe mir die Decke bis über die Nase (*) und schlafe wieder ein.
Am Morgen danach meint die Herzdame nur: Das sah lustig aus gestern Nacht, wie du mit der Sprayflasche im Bett gesessen hast.
Es war aber nicht lustig!
(*) Von der Länge der Bettdecke ausgehend vermute ich, dass Portugiesen eine geringere durchschnittliche Körperhöhe aufweisen als der gemeine Mitteleuropäer.
Oder unsere Herbergseltern haben an der falschen Stelle gespart.
Das ist meistens dort, wo die Füße rausgucken.