Erstellt von duftbaeumchen am 14. Mai 2011
Und es soll keiner behaupten, wir trügen nicht zur wirtschaftlichen Gesundung der portugiesischen Wirtschaft bei.
Leider genügt dies nicht, da der Drang, sich selbst kaputtzumachen stärker ist als unser Solidarbeitrag. Statt durch gleichbleibende oder gar sinkende Preise für Speis und Trank das hungrige Urlaubervolk jeden Abend aufs Neue vom Appartement-Herd wegzulocken, sorgen die mittlerweile unverhältnismäßig großen Zahlen vor dem Eurozeichen eher dafür, dass das hauswirtschaftlich achtsame Hausmännel lieber eine halbe Stunde seiner reichlichen Tagesfreizeit opfert und das köstliches Abendmahl eigenhändig zubereit anstatt “groß auszugehen”.
Für einen Bruchteil des Geldes.
Einen kleinen Nachteil hat die Sache allerdings: Es kümmern sich nicht gleich drei Kellner um das Wohl des Gastes.
Wir hatten sogar unseren eigenen “Kerzenimmerwiederanzünder”.
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Erstellt von duftbaeumchen am 14. Mai 2011
Eine ganze Bucht für uns allein.
Das Meer wirft seine gischtgekrönten Wellenberge weit über den sandigen Strand. Der schmalen Holztreppe fehlt bereits die unterste Stufe – hier trennt ein großer Schritt auf unsicheres Terräng die Ängstlichen von den Abenteurern. Umkehren? Nein! Wir sind doch nicht den weiten Weg bis zu dieser Bucht umsonst gewandert. Wir wollen auf weichem Sand liegen und uns das salzige Wasser um die Waden spülen lassen.
Etwa zwanzig Meter unterbrechen den weiteren Weg zum Ort der Begierde. Ein kleines Stück Weg, welches in kurzen Abständen und nur mühevoll vorhersagbar, immer wieder von der Brandung überrollt wird.
Zaghafte Zweifler sind hier fehl am Platze. Nimm die Beine in die Hand, sonst wirst du von Neptuns verwässerten Häschern ergriffen und in die Tiefen seines Reiches hinfortgerissen! Im rechten Moment geben wir uns selbst die Sporen und flitzen leichtfüßigen Schrittes auf dem nachgebenden Untergrund. Da wachsen die Wadenmuskeln.
Doch das Ziel entschädigt. Zwei-, dreihundert Meter leuchtendgelber, von algarvetypischen Steilkünstenfelsen eingefasster Sandstrand. In der zurückliegenden Ferne erspähen wir vereinzelt, an der Treppenbarriere verharrende Touristen.
Weicheier!
Wir sind alleine. Und weil wir momentan vom Glück geradezu verfolgt werden, treibt irgendein Golfstrom afrikanisches Badewannenwasser zur südportugiesischen Küste, welches die Wassertemperatur spürbar anhebt. Soweit, dass Adam keine Angst haben muss, dass sich sein Schnullermännchen ins Innere des Leibes zurückzieht. Zum Schwimmen ist die Strömung zwar zu stark, doch bilden die bis zu zwei Meter hohen Wellen einen perfekten Hintergrund für den Test des Unterwasserbeutels der “Immer-dabei-Kamera”.
Er hält dicht. Atlantikgeprüft.
Im Gegensatz zu den ang am Körper anliegenden Nähten meiner Badehose (FKK ist bis auf wenige Ausnahmen in Portugal verboten).
Als ich diese auszog, rieselten mindestens fünf Liter Sand heraus. Mindestens.
Kein Wunder, dass die Strände immer sandärmer werden. Nicht jeder wechselt gleich vor Ort die Wäsche sondern schleppt das Zeug erst mit nach Hause.
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Erstellt von duftbaeumchen am 12. Mai 2011
Also entweder drehe ich die Lautstärke meines Musikspielers so hoch, dass ich die nächsten Tage mit Tinituspfeifen in den Ohren herumlaufe oder ich versuche, die spontanen und sicherlich mindestens drei Kilometer weit vernehmbaren Freudenrufe der kleinen britischen Miturlauberfamilie geschickt in David Gilmours Gdansker Konzert einfließen zu lassen.
Eeeeeeey.
Ich entscheide mich für die weniger gesundheitschädliche.
Fünf Erwachsene und zwei Kleinkinder.
Doch nicht die schwimmbeflügelte Emily und ihre Schwester sind für den Lärm verantwortlich.
Naja, vielleicht doch.
Weil sie noch so winzig sind.
Sie werden abwechselnd oder gleichzeitig durchs Wasser geeeeeeeyzogen, hochgeeeeeeeyhoben und wieder fallengeeeeeeeylassen. Jede Aktion kommentiert ihre, wie ich vermute, Mutter mit einem lautstarken und langezogenen “Eeeeeeey”. Immer in der gleichen, schmerzlichen Tonlage und -höhe.
Die umstehenden Verwandten (?) freuen sich eeeeeeeybenfalls.
Wir mir unsere Gastgeberin mitteilte, haben wir das “Glück”, mit nur – wenn ich mich recht erinnere – fünf Kleinwüchsigen das Feriendomizil zu teilen.
Unsere Nachbarn verhalten sich noch recht unauffällig; dafür schiebt das Obermieterkind mindestens einmal täglich die Sonnenliegen über den steinernen Terrassenboden, um den optimalen Platz der Liegestätten nach Feng-Shui zu finden. Oder absolviert barfuß einen Fünf-Kilometer-Lauf im Wohnzimmer.
Doch ich bin selbst schuld. Wer hat sich denn ein Appartement auf Poolebene herausgesucht …
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Erstellt von duftbaeumchen am 12. Mai 2011
San Miguel hat zugeschlagen.
Wenn man nur sehr selten Bier trinkt, können zwei Gläser gut gekühlter portugiesischer Gerstensaft kurz vor dem zwar geplanten, aber dann doch spontan um zweieinhalb Stunden verschobenen Abendessen etwas tüdelig im Kopf machen. Besonders dann, wenn es seit dem Frühstück nur einen kleinen Nachmittagsimbiss gab und die Außentemperaturen einen Aufenthalt im Freien nur in T-Shirt und kurzer Hose rechtfertigen.
Es war auch nicht so, dass ich mir aus Frust und Langeweile ob des sonnig-heißen Wetters “die Kante gab”, sondern vielmehr durch die illustre Gemeinschaft aus befreundeten und mehr bzw. weniger bekannten Deutsch-Portugalliern zum Genussmittelkonsum mehr oder weniger genötigt wurde.
Als positiven Aspekt darf ich allerdings anführen, dass man den Rotwein zum buntnudeligen Abendessen sparen kann.
Naja, fast.
Ich ließ ich mich doch noch hinreißen, in die Tomatensoße ein Schlückchen zu investieren.
Und siehe, es war recht getan.
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Erstellt von duftbaeumchen am 10. Mai 2011
In einer Boeing 737-800 gibt es – soweit ich es auf den ersten, zweiten und dritten Blick überschauen konnte – nur einen Fensterplatz ohne Fenster. Selbst auf der anderen Seite der selben Reihe bestand/ besteht die Möglichkeit der Außenweltbeschau.
Und nun ratet mal, wo ich sitzen musste!
Leider vergaß ich, einen Büchsenöffner im Handgepäck zu verstauen – ich hätte mir selbst ein Guckloch geschnitzt.
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Erstellt von duftbaeumchen am 8. Mai 2011

Es geht los.
In den nächsten Tagen habe ich endlich wieder etwas mehr Zeit und Lust, das Tagebuch zu füllen.
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Erstellt von duftbaeumchen am 3. April 2011

Gar nicht mehr so lange hin und ich liege dort (s. Pfeil) in der Sonne. Bei den Portugalliern.
Und die Herzdame zirka zwei Meter nördlich unter dem Dach auf der kleinen Terrasse (wird von der Pfeilspitze verdeckt).
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Erstellt von duftbaeumchen am 4. Oktober 2010
Waffeln und Softeis aus der Fischhalle – die Insulaner sind schon ein gar seltsames Völkchen.

Oder der kulinarischen Zeit sehr weit voraus.
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Erstellt von duftbaeumchen am 3. Oktober 2010
Reisetagebuch, Hiddensee 2010
1. Tag
- Anreise per KFZ bis Rügen/ Schaprode (erstes Fischbrötchen im “Blauen Affen”)
- weiter mit Fähre bis Neuendorf-Plogshagen – auf der Insel sind private Kraftfahrzeuge nicht erlaubt
- Sonntags fährt kein Bus.
- Einen Großteil des Weges legten wir also per pedes (ca. 3 Kilometer) auf der einzigen befestigten “Fernverkehrsstraße” der Insel zurück.
Zwischen Straße und Zielpunkt musste schließlich noch ein zirka ein Kilometer langer sandiger Waldweg beschritten werden.
Sand. Wald. Teilweise Schlamm.
Merke: Koffer mit Rädern sind eine tolle Erfindung. Koffer mit kleinen Rädern (so wie meiner) sind für diese unbefestigten Wege allerdings eher weniger bis gar nicht geeignet. Der Koffer sieht aus wie tiefergelegt und schleift die obere Erdkruste ab.
Ein Pflug ist ein Schei*dreck dagegen.
- Glücklicherweise konnten die reichlich vorhandenen Wolken ihr Wasser halten – wir erreichten trockenen Hauptes das Domizil.
Nass war ich trotzdem.
- Inaugenscheinnahme des Häuschens – sehr ansprechend und kuschelig.
- kleiner Heiderundgang mit Besichtigung des nahen Strandes, den angekündigten gemeinen Heideelch haben wir leider nicht in natura beobachten können
2. Tag
- Ausschlafen mit Frühstück
- Gammelfleisch – das Regenwetter verleitet zum Müßiggang
- nachmittags mit dem Fahrrad zur benachbarten (3 km) “Großstadt” nach Vitte zum einzigen großen Kaufmannsladen auf der Insel gefahren und Überlebensmittel besorgt. Trotz vermeintlicher Monopolstellung auf dem Eiland fühlen sich die Preise moderat an.
- “zu Hause” dann wieder zum Fenster rausgeguckt und “abgehangen”
3. Tag
- Sonne an blauem Himmel
- Morgendusche im Freien
- mit dem Bus nach Kloster (ca. 6 km) gefahren und zum höchsten Punkt der Insel gepilgert – zum Leuchtfeuer Dornbusch
Merke: Bommelmütze nicht vergessen, hier weht ein scharfer Wind!
- Milchkaffee beim Klausner
- Rückweg entlang der Steilküste/ des Strandes (ca. 7 km) zu Fuß
- abends am Strand die Sonne beim Schlafengehen beobachtet
- die Herzdame klagt über Wadenzipperlein infolge Sandstrandlaufens
4. Tag
- spontane Fototour bei Sonnenaufgang – die Heide lebt
… und besteht anscheinend nur aus Spinnen und Mücken
Die tiefstehende Sonne und die nebelfeuchte Morgenluft offenbaren tausende filigrane Gespinste; Tau glänzt kettenförmig an den Spinnenfäden. Trotz Kopfbedeckung und hochgeschlossener Kleidung finden die Mücken ausreichend Angriffsflächen.
- Morgendusche wieder unter freiem Himmel
- Radtour zum südlichen Leuchtfeuer (ca. 5 km)
- Rückweg via Hafen Vitte inklusive Fischbrötchenverzehr, Mückentötolin-Erwerb und Kaufmannsladenbesuch
- Strandspaziergang
5. Tag
- geplante Fototour bei Sonnenaufgang – das Bio-Mückentötolin wirkt überhaupt nicht. Ist ja auch ein biologisch wirkendes.
Wahrscheinlich haben die Hersteller die falsche Sorte in die “Inseldrogerie” geschickt. Die Pump-Lotion mag ja gegen Mücken, Zecken und dergleichen wirken – allerdings gegen solche, die es auf Hiddensee überhaupt nicht gibt.
- mit dem Rad nach Vitte gestrampelt
- weiter am Strand per pedes nach Kloster. Barfuß über steinharte Steine zu laufen mag gesund sein, ist aber genauso schmerzhaft.
Ich habe mir jedoch nichts anmerken lassen.
- Abstecher zum “kleinen Inselblick”
- Rückweg über Stock, Stein, Küstentreppe, Strand
- Milchkaffee in Vitte
- mit dem Rad wieder zurück
- abends im Hotel “Heiderose” fürstlich getafelt
Von der umfangreichen Karte wählten wir gratinierte Spinat-Lassagne mit gegrilltem, zironenbeschäumtem Wildlachsfilet, Bandnudeln, kleinem Salat, gebackenen Apfelscheiben mit Sanddorngelee und Vanilleeis (auf mehrere Gerichte aufgeteilt).
Und wie sagte der Hüter des Heiligen Grals zu Indiana Jones: “Eure Wahl war weise.“
- Beidseitig des nur taschenlampig beleuchteten Rückwegs durch Wald und Heide lauerten diverse Spinnen, Schlangen und andere Raubtiere.
Infolge Dunkelheit konnten wir diese jedoch nur virtuell wahrnehmen und nicht direkt sehen.
Die Herzdame hatte trotzdem Schiss.
6. Tag
- Rückfahrt mit dem Bus zum Hafen (vorher noch den Waldweg gepflügt)
- drittes Fischbrötchen in Neuendorf
- Übersetzen in die motorisierte Zivilisation
- nu geht’s schon wiedor heeme
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Erstellt von duftbaeumchen am 26. September 2010
Melden uns zurück …

Schei*wetter hier!
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