Duftbäumchens Logbuch

mit System Anti-Verblassen

Archiv für die 'Warenwirtschaft' Kategorie

Stumpfsinn

Erstellt von duftbaeumchen am 5. Juni 2012

In einer Pizzeria irgendwo im hohen Norden. Ich bearbeite kraftvoll drucksägend den dünnen Teigboden einer „Calabrese“ und denke mir so: Herr, wann endlich wird auch den italienischen Wirtshäusern das Privileg verliehen, scharfe Messer an die Gäste auszugeben?! Wir sind doch hier nicht in den Staaten, wo jeder Pophans für alles haftbar gemacht werden kann, nur weil der Benutzer das Benutzen nicht beherrscht.

Doch dann erkenne ich das Prinzip.

Alles Absicht; die Messer sind nicht grundlos unscharf.

Die Hersteller der Schneidmittel liefern sehr wohl bestimmungsgemäßes Werkzeug aus, doch aus taktischen Gründen wird ihnen vom Wirt des Vertrauens in einem hochkomplizierten Prozess die Kraft genommen. Also den Messern.

Man betrachte sich eine „normale“ Gasthaus-Pizza. Die misst doch mindestens 35 cm im Durchmesser; da denkst du bereits im Moment des Auftafelns: Die schaff ich nie!

Doch dann beginnt die Arbeit. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn statt Messer und Gabel eine Heckenschere zum Zerkleinern mitgeliefert würde, so träfe obige Aussage zu und die Hälfte der Teigware bliebe ungegessen auf dem Teller zurück.
Die immensen Kraftanstrengungen jedoch, die für einen gesitteten Verzehr aufgebracht werden müssen, verbrauchen so viele Kalorien, dass letztlich die Menge der dargereichten Speise gerade so ausreicht, satt zu werden. Manch einer kommt beim Säbeln sogar ins Schwitzen und ordert noch ein Viertel guten Lambrusco.
Die Riesenpizza ist plötzlich gar nicht mehr so riesig; der Gast ist satt und ärgert sich nicht darüber, die Hälfte wegen vorzeitigen Völlegefühls zurückgehen lassen zu müssen.

Und Armmuskeln hat man gleichzeitig auch noch aufgebaut.

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gesteinigt

Erstellt von duftbaeumchen am 14. Mai 2012

Wunderst Du Dich auch, dass die lustig-bunten WC-Steine im Porzellanthron immer so schnell verschwunden sind?

Nach tagelanger Beobachtung fand ich heraus: Sie werden nicht von den Langhaarzwergen als Nachtisch verspeist, nein – und jetzt halte Dich fest -, die lösen sich auf! Einfach so.

Ja, auch wenn Du es nicht glauben magst, das sind die Fakten.
Trotz der umhüllenden Kunststofffolie, die die Dinger eigentlich vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen sollen, werden die so authentisch nach Zitrone oder frisch-sprudelndem Bergquell duftenden „Topf“klimaverbesserer immer kleiner. Und dann sind sie weg.

Besonders stark macht sich das bei wiederholtem Kontakt mit Wasser bemerkbar.
Also entweder haben sich die Hersteller bei der Entwicklung der Schutzfolie keine Mühe hinsichtlich der Langlebigkeit gemacht oder – und diese These möchte ich wagemutig in den virtuellen Raum stellen – diese Spitzbuben machen das extra so. Alle Welt regt sich darüber auf, dass Plasteeinkaufstüten wegen ihrer Schlecht- bis Unverrottbarkeit umweltunverträglich sind. Aber genau hier, wo es auf ebendiese Eigenschaft ankommt, lösen sie sich ruckzuck in Wohlgefallen auf. Da stimmt doch was nicht.

Ich vermute, das ist Absicht, um den Bedarf nach immer neuen Frischespendern nicht abreißen zu lassen.

Hm. Und was kannst Du nun dagegen tun?

Na das ist doch ganz einfach.

Hier also ein neuer, phänomenaler Tip vom Hausmännel: Du spülst zukünftig ohne Wasser und vertraust auf die Eigenzersetzung der ins Porzellan abgeseilten Stoffwechselendprodukte.

Auf dem Komposthaufen funktioniert das schließlich auch.

Und gegen den Geruch helfen ja die dann ewiglebigen WC-Steine.

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Überraschungspakete

Erstellt von duftbaeumchen am 2. Mai 2012

Und wieder einmal ein Tip vom Hausmännel:

Den Ratenkauf beim Otto-Versand* (und die damit einhergehenden Kreditzinsen) kann man sich getrost sparen. Da die bestellten Waren sowieso nicht als Komplettpaket, sondern vielmehr auf Monate verteilt in kleinen Dosen eintrudeln, werden auch die Zahlungstermine großzügig übers Halbjahr verstreut.

Man freut sich immer wieder, wenn ein mittlerweile in Vergessenheit geratenes Objekt der damaligen Begierde doch noch den Weg bis zum Besteller findet.

Um dann wegen Unpässlichkeit, Farbuntreue oder Dochnichtgefallen zurückgesendet zu werden.

Doch nur so erhalten wir Arbeitsplätze.

Bei den Speditionen, bei den Aus-, Um- und NeuverpackerInnen, in den Lagern, Wäschereien …

 

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* Der Otto-Versand steht hier exemplarisch; Du, werter Leser, darfst hier gerne den Versender Deiner Wahl einfügen.

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Rhabarberkompott im Teigmantel

Erstellt von duftbaeumchen am 15. April 2012

Da nun die vor einer Woche Anwesenden alle überlebten, kann ich auch noch einen Gedanken darüber verlieren.

Über die Torte. An Karfreitag.

Wie dereinst kurz gezwitschert, war das Ergebnis einer Kuchenbäckertätigkeit einer engen Familienangehörigen (der Name ist dem Autor bekannt, soll aber vorerst geheim bleiben) knapp an der Optimalität vorbeigehuscht.

Trotz Originalrezept und viel gutem Willen – die Torte war irgendwie matschig. Der Rand gut gelungen, je weiter man sich aber zum runden Zentrum des Backwerks vorgabelte, desto mehr verflüssigte sich der Teig und rutschte durch die Zinken des Werkzeugs. Anders ausgedrückt: Konsistenz pfui – Geschmack trotzdem hui; als Rhabarberkompott im Teigmantel ein großer Wurf.

Am Tisch wurden diverse Gründe und Ursachen diskutiert, Rezeptmodifikationen ausgetauscht und Erfahrungen der vergangenen Jahre in die Waagschale geworfen.
Und dabei ist der Grund des scheinbaren Misslingen doch ganz einfach: Das Rezept wurde zu DDR-Zeiten für die damals verfügbaren Ingredienzien entwickelt und verträgt sich nun mal nicht mit den neuzeitlichen West-Zutaten.

Aber wo bekommt man jetzt noch 25 Jahre alten frischen Rhabarber her?

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verlustig gegangen

Erstellt von duftbaeumchen am 4. April 2012

Die pubertierenden Jungs, die sich die ultramodernen Hosen kaufen (lassen), die locker und leger unter der Hüfte sitzen, also vielmehr gerade so – wenn überhaupt – von den Arschbacken gehalten werden*, denken bestimmt auch: „Ach, da wachse ich noch rein.“

Mag sein.

Wenn sie die Hosen bis dahin nicht verloren haben.

 

* wahrscheinlich werden die zusätzlich mit doppelseitigem Klebeband befestigt wie die Oberteile barbusiger Abendkleidträgerinnen.

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haarig

Erstellt von duftbaeumchen am 2. April 2012

Welche Frau kauft schon „Plantur 39“?

Da weiß doch jeder fernsehwerbungschauende Außenstehende sofort, dass sie bereits über Vierzig ist.

Und welche Frau will das schon …

 

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its Reimteim

Erstellt von duftbaeumchen am 29. März 2012

Herzdame am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen:

Oh Klops, oh Klops, wie schmeckst du gut,

du wurdest gebrutzelt an heißer Glut.

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dufte Fehlfunktion

Erstellt von duftbaeumchen am 19. März 2012

Obwohl Raumduftspender mit Bewegungserkennung eigentlich nur bei Anwesenheit mindestens eines Individuums aktiv werden sollten, geben sie doch ab und zu und wievonganzallein Aromamoleküle an die Umwelt ab.

Somit sind sie sogar für Beamtenbüros geeignet.

Sie sprühstoßen auch bei absoluter Regungslosigkeit und sorgen somit für ein angenehmes Schlafklima.

Nur an der Lautstärke sollte noch optimiert werden.

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Ver(w)irrt in Europa

Erstellt von duftbaeumchen am 17. März 2012

oder: Reisespass ohne Reisepass.

Frauen und ihr Orientierungssinn; die Herzdame nebst Busenfreundin auf großer Weltreise.

Und weil der Mensch was essen muss, …

… folgt er dem Hinweisschild am Straßenrand. Em-Ce-Donald’s stand geschrieben in gelber Schrift. Da woll’mer hin.

Dass der Umweg auf der Fahrt zum Kurzurlaub nach Ahlbeck dadurch etwas länger wurde, fiel gar nicht so sehr auf. Frauen unter sich haben ja meist etwas zu erzählen und starren nicht ständig auf den Kilometerzähler. Die Reise gestaltete sich kurzweilig und schwuppshastenichtgesehen, standen die Damen auch schon vor dem großen geschwungenen „M“.

Doch – etwas war anders.

Seltsam, die Zeichen der ortsüblichen Schrifttafeln waren irgendwie anders sortiert; irgendwie unverständlich bunt gemischt. Scheinbar ohne Sinn und Verstand.

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unentschieden

Erstellt von duftbaeumchen am 17. März 2012

Bis zur letzten Bestellung konnte ich jahrelang davon ausgehen, dass ich den größten Teil der Klamotten sowieso wieder zurückschicke, weil sie nicht passten, weil die Farben nicht mit dem Druckbild übereinstimmten oder weil sie irgendwie ganz anders aussahen als im Verkaufsprospekt.

Die Gesamtsummenangaben beim Auslösen der Aufträge berührten mich also nur peripher; am Ende blieb sowieso nur ein Bruchteil des Georderten zur Bezahlung zurück.

Und nun das!

Vom Inhalt des in zwei mittelgroßen Containern verpackten 1. Teils der Frühjahrsbestellung diverser Kleidungsstücke passt das meiste. Das gab’s noch nie.

Trotz meiner unegalen Körperform.

Oder vielleicht gerade deswegen?

Is‘ aber ooch nich in Ordnung. Was schicke ich denn nun zurück?

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